{"id":7798,"date":"2026-10-27T06:00:00","date_gmt":"2026-10-27T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/?p=7798"},"modified":"2026-10-28T07:15:25","modified_gmt":"2026-10-28T06:15:25","slug":"ueberlegungen-zur-volksschule-und-zu-multiprofessionellen-teams","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/2026\/10\/27\/ueberlegungen-zur-volksschule-und-zu-multiprofessionellen-teams\/","title":{"rendered":"\u00dcberlegungen zur Volksschule und zu multiprofessionellen Teams"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Im Rahmen eines Leistungsnachweises im Modul \u00abMultiprofessionelle Teams\u00bb hat sich Oliver Suter, <strong>Schulleiter der Schule R\u00fcterwis in Zollikon,<\/strong> \u00dcberlegungen zur Bedeutsamkeit und Umsetzung von multiprofessionellen Teams an Volkschulen gemacht. Seine Gedanken sollen mit anderen F\u00fchrungspersonen im Blog geteilt werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Der Auftrag der Volksschule basiert im Wesentlichen auf der Bundesverfassung sowie auf den kantonalen Verfassungen, Gesetzen und Verordnungen. Er erw\u00e4chst grunds\u00e4tzlich aus dem Recht auf Bildung und der daraus hervorgehenden Schulpflicht. Letztere umfasst gleichermassen Bildung und Erziehung und richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen in der Schweiz. Die Volksschule ist damit eine der wenigen gesellschaftlichen Institutionen, die alle Menschen w\u00e4hrend eines wichtigen Teils ihres Lebens durchlaufen. Sie ist zudem der einzige Ort, an dem sich nahezu alle Kinder und Jugendlichen w\u00e4hrend elf Jahren regelm\u00e4ssig begegnen, unabh\u00e4ngig von Herkunft, Begabung, sozialem Hintergrund oder pers\u00f6nlichen Voraussetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Dieser Umstand ist wichtiger, als er zun\u00e4chst scheint. Denn diese besondere Stellung verleiht der Volksschule eine hohe gesellschaftliche Bedeutung, Verankerung und Verantwortung. Sie hat nicht nur die Aufgabe, Wissen und Kompetenzen zu vermitteln, sondern auch die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung zu f\u00f6rdern und die Sch\u00fcler:innen auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorzubereiten. Bildung und Erziehung lassen sich dabei nicht voneinander trennen. An den meisten Schulen in der Schweiz gesellt sich l\u00e4ngst auch die Betreuung dazu, die vielerorts einen integralen Bestandteil des Systems \u00abSchule\u00bb darstellt. Wenn im Folgenden von \u00abBildung\u00bb und\/oder \u00abSchule\u00bb die Rede ist, so ist die Betreuung immer explizit mitgemeint.<\/p>\n\n\n<p><!--more--><\/p>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Grundlage schulischer Bildung ist die Erkenntnis, dass menschliche Gesellschaften auf der Weitergabe von Wissen, Erfahrungen und kulturellen Errungenschaften beruhen. Die Theorie der kumulativen Kulturentwicklung verdeutlicht, dass jede Generation auf den Leistungen der vorangegangenen aufbaut. Schule schafft daher die Voraussetzungen daf\u00fcr, dass Kinder und Jugendliche an diesem kulturellen Wissen nicht nur teilhaben, sondern es auch weiterentwickeln k\u00f6nnen. Dies ist von fundamentaler Bedeutung f\u00fcr jede Gemeinschaft und ihre Organisationsformen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">In einer Zeit, in der Informationen jederzeit verf\u00fcgbar und hochentwickelte Technologien und Hilfsmittel wie etwa die k\u00fcnstliche Intelligenz (KI) allgegenw\u00e4rtig sind, geniesst die Aneignung eines m\u00f6glichst breit gefassten Grundwissens h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Denn kritisches Denken setzt ein solides Basiswissen und den Erwerb wichtiger Grundkompetenzen voraus. Wer Zusammenh\u00e4nge beurteilen, Informationen einordnen oder Technologien reflektiert nutzen will, ben\u00f6tigt ein tragf\u00e4higes Fundament aus Kenntnis, Erfahrung und Verst\u00e4ndnis. Ein solches Fundament zu legen, geh\u00f6rt heute zu den zentralen Aufgaben der Volksschule.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Nach Ansicht des Verfassers sollte sich unser p\u00e4dagogisches Verst\u00e4ndnis bei der Bew\u00e4ltigung dieser Aufgabe an einem positiven Menschenbild orientieren. Kinder und Jugendliche werden von Natur aus als lernf\u00e4hige, entwicklungsf\u00e4hige und verantwortungsbereite Menschen verstanden, die auf Begleitung, Orientierung und Beziehung angewiesen sind. Konzepte wie die Neue Autorit\u00e4t, die Positive Psychologie oder die Kompetenzorientierung bilden hier wichtige Bezugspunkte unseres Handelns. Dabei stehen insbesondere die vier Zukunftskompetenzen Kreativit\u00e4t, Kritisches Denken, Kommunikation und Kollaboration im Zentrum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Lernen verstehen wir demnach nicht als blosse Wissensaneignung, sondern als umfassenden Entwicklungsprozess. Dazu geh\u00f6ren soziale Erfahrungen ebenso wie das Erlernen von Selbststeuerung, Kooperation und Verantwortungs\u00fcbernahme. Fehler sind nicht prim\u00e4r Defizite, sondern vielmehr Lerngelegenheiten. Schule sollte daher ein gesch\u00fctzter Lernraum sein, in dem Kinder und Jugendliche (und mit ihnen alle beteiligten Fachkr\u00e4fte) experimentieren, scheitern, reflektieren und an ihren Erfahrungen wachsen k\u00f6nnen. Ein Aspekt, der gerne \u00fcbersehen wird, dessen Bedeutung aber nicht hoch genug eingesch\u00e4tzt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Gleichzeitig findet Lernen nie ausschliesslich in der Schule statt. Familie, Freizeit, Vereine, digitale Medien und Peer-Groups beeinflussen die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wesentlich mit. Schule ist deshalb immer auch Teil eines gr\u00f6sseren Bildungs\u00f6kosystems und damit auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit ihrem Umfeld angewiesen. Unterricht und Betreuung bilden daf\u00fcr einen wichtigen Lern-, Reflexions- und Lebensraum. Betreuung ist also nicht bloss Erg\u00e4nzung von Schule, sondern Teil des Bildungsauftrags. Auch dies ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Theoretische Modelle wie das Angebot-Nutzungs-Modell (Helmke 2008), das St. Galler Schulmodell (Seitz und Capaul 2005) oder das Z\u00fcrcher Schulentwicklungsrad (Br\u00fcckel u.&nbsp;a. 2023) verdeutlichen, dass Lernerfolg nicht allein von Strukturen oder Ressourcen abh\u00e4ngt. Entscheidend ist die Qualit\u00e4t der Prozesse. Schule kann g\u00fcnstige Bedingungen schaffen, Lernangebote bereitstellen, Lernprozesse begleiten und Entwicklungsr\u00e4ume er\u00f6ffnen. Das Lernen selbst bleibt jedoch eine aktive Leistung der Lernenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Welche Ressourcen haben wir?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Zur Erf\u00fcllung ihres Auftrags verf\u00fcgt die Schule \u00fcber unterschiedliche Ressourcen und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten. Dazu z\u00e4hlen zun\u00e4chst ein gemeinsam getragenes Leitbild sowie strategische Ziele, die Orientierung schaffen und die Entwicklung der Schule steuern. Ebenso wichtig sind geeignete r\u00e4umliche und technische Infrastrukturen, denn R\u00e4ume beeinflussen Lernprozesse und soziale Interaktionen wesentlich mit und k\u00f6nnen auch als \u00abdritter P\u00e4dagoge\u00bb verstanden werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Dar\u00fcber hinaus ben\u00f6tigt Schule eine leistungsf\u00e4hige Organisation mit einem klaren Qualit\u00e4tsanspruch. Als selbstlernende Organisation \u00fcberpr\u00fcft sie ihr Handeln regelm\u00e4ssig (beispielsweise durch Umfragen), reflektiert die Ergebnisse und entwickelt sich kontinuierlich weiter. Der aus der Wirtschaft stammende PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) bietet hierf\u00fcr einen geeigneten, gut etablierten Orientierungsrahmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Eine zentrale Ressource sind die Menschen, die in der Schule arbeiten: Lehrpersonen, Schulassistent:innen, Betreuungspersonen, schulische Heilp\u00e4dagog:innen, Fachpersonen verschiedener Disziplinen sowie die Schulleitung bringen unterschiedliche Kompetenzen ein. Die zunehmende Komplexit\u00e4t schulischer Aufgaben macht daher multiprofessionelle Zusammenarbeit nicht zu einem Luxus, sondern zu einer Notwendigkeit. Will Schule langfristig erfolgreich sein, wird hier aus dem \u00abNice-to-have\u00bb zwangsl\u00e4ufig ein \u00abMust\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Hinzu kommen Lehrmittel, digitale Werkzeuge, externe Lernorte sowie weitere materielle und immaterielle Ressourcen, die gezielt eingesetzt und genutzt werden wollen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Wie setzen wir diese Mittel wirksam ein?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">F\u00fcr erfolgreiche Schulen gibt es keine Patentrezepte. Jede Schule bewegt sich in ihrem eigenen Kontext und muss passende L\u00f6sungen f\u00fcr ihre spezifischen Herausforderungen entwickeln. Dennoch lassen sich einige zentrale Orientierungspunkte benennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die Grundlage bildet ein gemeinsam getragenes Verst\u00e4ndnis von Werten, Haltungen und Zielen. Nur wenn alle Beteiligten eine von allen geteilte Richtung verfolgen, kann daraus koh\u00e4rentes Handeln entstehen. Ebenso wichtig ist die konsequente Ausrichtung auf die angestrebten Ergebnisse. Schulentwicklung bedeutet, die Wirkung des eigenen Handelns regelm\u00e4ssig zu \u00fcberpr\u00fcfen und Prozesse kontinuierlich daraufhin anzupassen. Qualit\u00e4tsentwicklung ist deshalb kein \u00abzus\u00e4tzliches\u00bb Projekt, sondern ein fortlaufender, integrativer Lern- und Entwicklungsprozess. Sie geh\u00f6rt gewissermassen zur DNA jeder erfolgreichen Schule.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die Koordination dieser Prozesse geschieht nicht von selbst. Es geh\u00f6rt zu den zentralen Aufgaben der Schulleitung, gemeinsame Ziele zu kl\u00e4ren, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen und die Zusammenarbeit der verschiedenen Professionen auf den Bildungs- und Erziehungsauftrag auszurichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Eine erfolgreiche Schule basiert ausserdem auf konsequenter Zusammenarbeit. Unterricht, Betreuung, Schulleitung, Eltern und weitere Partner tragen gemeinsam Verantwortung f\u00fcr die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Schule kann somit auch als Gesamtkunstwerk verstanden werden, an dem viele Menschen aktiv mitwirken und f\u00fcr dessen Gelingen sie ihr spezifisches Know-how kooperativ einbringen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die Umsetzung von Inklusion stellt Schulen vor die Herausforderung, geeignete Lernangebote f\u00fcr eine zunehmend heterogene Sch\u00fclerschaft bereitzustellen und spezifische Bed\u00fcrfnisse angemessen zu ber\u00fccksichtigen. Besondere Bedeutung kommt dabei der Gestaltung von Lernr\u00e4umen und Lernsettings zu. Unterschiedliche Kinder lernen auf unterschiedliche Weise. Deshalb ben\u00f6tigen Schulen vielf\u00e4ltige Lernformen, die individuellen Voraussetzungen und Bed\u00fcrfnissen Rechnung tragen. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise kooperatives Lernen, Projektlernen, individualisierte Lernangebote und die Nutzung ausserschulischer Lernorte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Ausserdem sollten Lernende bef\u00e4higt werden, Verantwortung f\u00fcr ihren eigenen Lernprozess zu \u00fcbernehmen. Lerntageb\u00fccher, Lernjournale oder Portfolios k\u00f6nnen diesen Prozess unterst\u00fctzen. Denn nachhaltiges Lernen setzt die F\u00e4higkeit voraus, das eigene Lernen zu planen, zu \u00fcberwachen und zu reflektieren. Metakognitive Kompetenzen bilden eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr selbstgesteuertes Lernen und lebenslange Bildungsprozesse. Lehr- und Betreuungspersonen verstehen sich dabei nicht ausschliesslich als Wissensvermittelnde, sondern zunehmend als multiprofessionell organisierte Lernbegleitende und Coaches mit einer unterst\u00fctzenden und ermutigenden Funktion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Besonders wirksam sind Lernprozesse dann, wenn Sch\u00fcler:innen Selbstwirksamkeit erleben. Wer erf\u00e4hrt, dass eigenes Handeln Wirkung zeigt, entwickelt Motivation, Ausdauer und Vertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten. Voraussetzung daf\u00fcr sind sinnvolle, erreichbare und transparente Lernziele, die Orientierung bieten und individuelle Fortschritte sichtbar machen. Feedback und Reflexion spielen in diesem Zusammenhang eine Schl\u00fcsselrolle. Sie erm\u00f6glichen es Lernenden wie auch Lehrpersonen, Entwicklungen wahrzunehmen, Erfolge sichtbar zu machen und daraus neue Lernschritte abzuleiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Was w\u00e4re ein m\u00f6gliches Modell?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das f\u00fcr diesen Lernnachweis erarbeitete Schulentwicklungsmodell hat die Form eines Netzwerks ineinandergreifender Kreise und erinnert (mit etwas Fantasie betrachtet) an einen Kopf. Im Zentrum steht der eigentliche Auftrag der Schule: Bildung und Erziehung zum Wohl des Kindes. Um diesen Kern herum gruppieren sich die verschiedenen Einflussfaktoren und Anspruchsgruppen: Unterricht, Betreuung, Familie, Schulleitung, Lehrpersonen, multiprofessionelle Teams, Infrastruktur, Gesellschaft, Politik sowie weitere Lern- und Erfahrungsr\u00e4ume.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Alle Bereiche stehen in Wechselwirkung zueinander. Keiner von ihnen wirkt isoliert. Gemeinsam bilden sie ein dynamisches System, das darauf ausgerichtet ist, die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu m\u00fcndigen B\u00fcrger:innen einer diskursiven Demokratie bestm\u00f6glich zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Schulentwicklungsmodell<sup>1<\/sup><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"631\" height=\"631\" src=\"http:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Grafik-Schulentwicklungsmodell.png\" alt=\"Grafik Schulentwicklungsmodell\" class=\"wp-image-7801\" srcset=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Grafik-Schulentwicklungsmodell.png 631w, https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Grafik-Schulentwicklungsmodell-300x300.png 300w, https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Grafik-Schulentwicklungsmodell-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 631px) 100vw, 631px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em><sup>1<\/sup> Schulentwicklungsmodell nach Oliver Suter (2026, mit Hilfe von KI generiert)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das Modell macht sichtbar, dass erfolgreiche Schule nicht das Ergebnis einzelner Massnahmen ist, sondern aus dem Zusammenspiel aller Faktoren entsteht. Schulentwicklung bedeutet deshalb vor allem, diese Zusammenh\u00e4nge bewusst zu gestalten, kontinuierlich zu reflektieren und gemeinsam weiterzuentwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Welche Konsequenzen ergeben sich daraus f\u00fcr multiprofessionelle Teams?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die vorangehenden \u00dcberlegungen und das daraus abgeleitete Schulentwicklungsmodell zeigen, dass der Auftrag der Volksschule weit \u00fcber die Vermittlung von Fachwissen hinausgeht. Bildung und Erziehung umfassen fachliche, soziale, personale und kulturelle Entwicklungsprozesse und finden zudem nicht ausschliesslich im Unterricht statt. Die Schule ist vielmehr Teil eines komplexen Bildungs\u00f6kosystems, in dem zahlreiche Einflussfaktoren auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen einwirken. Aus dieser Komplexit\u00e4t ergibt sich auch die Notwendigkeit multiprofessioneller Zusammenarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Keine einzelne Profession verf\u00fcgt f\u00fcr sich genommen \u00fcber s\u00e4mtliche Kompetenzen, die zur Erf\u00fcllung des Bildungs- und Erziehungsauftrags erforderlich sind. Alle involvierten Fachkr\u00e4fte betrachten die Entwicklung eines Kindes aus unterschiedlichen Perspektiven. Erst im Zusammenf\u00fchren und im Zusammenspiel dieser Perspektiven entsteht ein umfassendes Verst\u00e4ndnis der individuellen Situation und der notwendigen Bildungs- und Unterst\u00fctzungsangebote. Multiprofessionelle Teams stellen keinen organisatorischen Zusatz dar, sondern sind eine direkte Konsequenz des schulischen Auftrags.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Gemeinsamer Auftrag statt Berufsgruppenlogik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Multiprofessionelle Zusammenarbeit gelingt vor allem dann, wenn sich die Beteiligten nicht prim\u00e4r \u00fcber ihre jeweilige Profession definieren, sondern \u00fcber den gemeinsamen Auftrag. Die zentrale Frage lautet nicht \u00abWer ist zust\u00e4ndig?\u00bb, sondern \u00abWas braucht das einzelne Kind, damit Lernen und Entwicklung gelingen k\u00f6nnen?\u00bb. Dadurch verschiebt sich der Fokus von blossen Zust\u00e4ndigkeiten hin zur gemeinsamen Verantwortung f\u00fcr die Bildungs- und Entwicklungsprozesse der Sch\u00fcler:innen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Unterschiedliche Perspektiven als Chance und Ressource<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Verschiedene Professionen bringen unterschiedliche Beobachtungen, Erfahrungen und Kompetenzen ein:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">Lehrpersonen beobachten neben Lernprozessen und Leistungen auch das Sozialverhalten.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Schulassistent:innen bringen wertvolles Wissen aus der Arbeit mit einzelnen Sch\u00fcler:innen oder Lerngruppen ein.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Betreuungspersonen erleben Kinder h\u00e4ufig in weniger strukturierten Situationen und k\u00f6nnen deren sozialen Kompetenzen meist sehr gut einsch\u00e4tzen.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Schulische Heilp\u00e4dagoginnen und Heilp\u00e4dagogen verf\u00fcgen \u00fcber spezifisches F\u00f6rderwissen.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Schulsozialarbeitende bringen sozialp\u00e4dagogische Perspektiven ein.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Therapeutische Fachpersonen erg\u00e4nzen das Bild durch weitere fachliche Zug\u00e4nge und Erkenntnisse.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Eltern verf\u00fcgen \u00fcber wichtige Kenntnisse aus dem famili\u00e4ren und sozialen Umfeld.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Multiprofessionelle Zusammenarbeit bedeutet deshalb nicht Vereinheitlichung, sondern in erster Linie die produktive Nutzung unterschiedlicher Perspektiven und Zug\u00e4nge. Multiprofessionelle Teams bilden somit Lerngemeinschaften, die gemeinsam lernen. Sie praktizieren<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">gemeinsame Unterrichtsentwicklung,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">kollegiale Hospitation,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Fallbesprechungen,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">datengest\u00fctzte Reflexion.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Gemeinsame Verantwortung f\u00fcr Lern- und Entwicklungsr\u00e4ume<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wird Lernen als umfassender Entwicklungsprozess verstanden, k\u00f6nnen Unterricht und Betreuung nicht isoliert betrachtet werden. Beide Bereiche gestalten gemeinsam Lern- und Erfahrungsr\u00e4ume, in denen Kinder<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">Selbstwirksamkeit erleben,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">soziale Kompetenzen entwickeln,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Verantwortung \u00fcbernehmen,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Fehler machen und daraus lernen,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Beziehungen gestalten,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Zugeh\u00f6rigkeit und Wirksamkeit erfahren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die Verantwortung f\u00fcr diese Entwicklungsr\u00e4ume liegt nicht bei einzelnen Personen, sondern beim Gesamtsystem Schule, in dem multiprofessionelle Teams eine zentrale Funktion haben. Durch Kooperation schaffen sie R\u00e4ume, in denen individuelles Lernen m\u00f6glich wird, das auf jede:n Einzelne:n nachhaltig positiv wirkt. Denn Bildung gelingt vor allem dort besonders gut, wo Kinder und Jugendliche Resonanz erfahren, also dort, wo sie sich als wirksam erleben und in eine bedeutsame Beziehung zur Welt treten k\u00f6nnen. Im Vordergrund stehen dabei Elemente wie<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">Beziehung,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Bedeutsamkeit,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Selbstwirksamkeit,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Sinn,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">Entwicklung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Diese Begriffe m\u00f6gen wie Schlagworte wirken, haben aber eine grosse Bedeutung. Wenn es gelingt, sie dank multiprofessioneller Zusammenarbeit mit Leben zu f\u00fcllen und in die Unterrichtskonzeption zu integrieren, leisten wir als zukunftsgerichtete Schule einen wesentlichen Beitrag zu nachhaltig wirksamem Lernen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Kommunikation als Schl\u00fcsselkompetenz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die Qualit\u00e4t multiprofessioneller Zusammenarbeit h\u00e4ngt wesentlich auch von der Qualit\u00e4t der Kommunikation ab. Dazu geh\u00f6ren<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-medium-font-size\">gemeinsame Ziele,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">transparente Rollen,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">gegenseitige Wertsch\u00e4tzung,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">regelm\u00e4ssiger Austausch,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">gemeinsame Reflexion,<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-medium-font-size\">konstruktive Feedbackprozesse.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Erfolgreiche multiprofessionelle Teams entwickeln daher ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis und eine gemeinsame Sprache f\u00fcr Lernen, Entwicklung und F\u00f6rderung. Sie tauschen sich regelm\u00e4ssig \u00fcber erreichte Ziele und notwendige Verbesserungen der eingesetzten Instrumente aus. Im Idealfall entsteht daraus eine Kultur des auf transparenter Kommunikation beruhenden gemeinschaftlichen Lernens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Multiprofessionelle Teams als Ausdruck einer lernenden Organisation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das erarbeitete Schulentwicklungsmodell versteht Schule als lernende Organisation. Damit sind nicht nur die Sch\u00fcler:innen, sondern alle am Schulprozess beteiligten Personen und Fachkr\u00e4fte Lernende. Multiprofessionelle Teams schaffen dabei die Voraussetzungen daf\u00fcr, dass unterschiedliche Erfahrungen, Beobachtungen und Fachperspektiven zusammengef\u00fchrt werden, um damit optimale Lernbedingungen und vielf\u00e4ltige Lernm\u00f6glichkeiten zu generieren, die st\u00e4ndig \u00fcberpr\u00fcft werden. Dadurch entsteht organisationales Lernen. Schulentwicklung wird so zu einem gemeinsamen Lernprozess aller Beteiligten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der heutigen Volksschule ist ohne multiprofessionelle Zusammenarbeit nicht mehr erf\u00fcllbar. Letztere entspricht nicht einfach einer organisatorischen Struktur, sondern bildet vielmehr den integralen Bestandteil einer zeitgem\u00e4ssen Schulentwicklung. Multiprofessionelle Zusammenarbeit ist somit die konsequente Antwort auf die Erkenntnis, dass Bildung und Erziehung heute nur noch gemeinschaftlich gelingen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die Aufgabe der Schulleitung besteht nicht prim\u00e4r darin, einzelne Professionen zu f\u00fchren, sondern vielmehr darin, deren Zusammenarbeit auf den gemeinsamen Auftrag hin auszurichten und optimale Bedingungen zu schaffen, damit Schule kooperativ funktioniert. Das Wohl des Kindes bildet dabei stets den gemeinsamen Bezugspunkt aller wirkenden Kr\u00e4fte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Als Fazit liesse sich sagen: Die Volksschule ist ein lernendes Bildungs\u00f6kosystem, dessen Leistungsauftrag in der Verbindung von Wissensvermittlung, Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung und gesellschaftlicher Teilhabe besteht und dessen Komplexit\u00e4t multiprofessionelle Zusammenarbeit voraussetzt, wenn Schule gelingen soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die nachfolgende Grafik zeigt den Zwischenstand bez\u00fcglich multiprofessionell agierender Teams an der Primarschule R\u00fcterwis<sup>2<\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"631\" height=\"631\" src=\"http:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Grafik-Multiprofessionelle-Zusammenarbeit.png\" alt=\"Grafik Multiprofessionelle Zusammenarbeit\" class=\"wp-image-7804\" srcset=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Grafik-Multiprofessionelle-Zusammenarbeit.png 631w, https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Grafik-Multiprofessionelle-Zusammenarbeit-300x300.png 300w, https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Grafik-Multiprofessionelle-Zusammenarbeit-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 631px) 100vw, 631px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em><sup>2<\/sup> Multiprofessionelle Zusammenarbeit an der Primarschule R\u00fcterwis nach Oliver Suter (2026, mit Hilfe von KI generiert)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Epilog: erg\u00e4nzende Fragen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die vorliegenden \u00dcberlegungen verstehen sich als Versuch, den Auftrag der Volksschule und die Bedeutung multiprofessioneller Zusammenarbeit in einem gemeinsamen Bezugsrahmen darzustellen. Daraus ergeben sich aber auch offene Fragen, die sich nicht abschliessend beantworten lassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Wozu bilden wir eigentlich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die Volksschule soll Wissen vermitteln, den Erwerb von Kompetenzen unterst\u00fctzen, Pers\u00f6nlichkeiten st\u00e4rken und gesellschaftliche Teilhabe erm\u00f6glichen. Dennoch bleibt die Frage bestehen, welches Menschenbild und welches Bildungsverst\u00e4ndnis diesem Auftrag letztlich dienen. Geht es prim\u00e4r um die Vorbereitung auf das Berufsleben, um die Entwicklung m\u00fcndiger B\u00fcrger:innen oder um die Entfaltung individueller Potenziale? Wahrscheinlich muss Schule allen drei Anspr\u00fcchen gleichzeitig gerecht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Wie viel Individualisierung ist tats\u00e4chlich m\u00f6glich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Kinder und Jugendliche unterscheiden sich in ihren Voraussetzungen, Interessen und Bed\u00fcrfnissen. Schule muss dieser Vielfalt Rechnung tragen, ohne dabei den gemeinsamen Bildungsauftrag aus den Augen zu verlieren. Die Herausforderung besteht hier darin, individuelle F\u00f6rderung und gemeinsames Lernen in ein tragf\u00e4higes Gleichgewicht zu bringen. Das ist eine Aufgabe, die im realen Alltag stets zu Konflikten f\u00fchrt und nicht immer f\u00fcr alle Beteiligten befriedigend gel\u00f6st werden kann. Die Umsetzung dieses Anspruchs scheitert oft an den H\u00fcrden realer Begebenheiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Wo liegen die Grenzen multiprofessioneller Zusammenarbeit?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Multiprofessionelle Teams er\u00f6ffnen neue Perspektiven und Handlungsm\u00f6glichkeiten. Gleichzeitig erfordern sie Zeit, gegenseitiges Verst\u00e4ndnis, Vertrauen und klare Rollen. Nicht jede Zusammenarbeit f\u00fchrt automatisch zu besseren Ergebnissen. Im p\u00e4dagogischen Umfeld ist echte, gelebte Kooperation noch immer eher selten anzutreffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Oft genug ziehen sich einzelne Fachkr\u00e4fte auf ihr Kerngebiet zur\u00fcck und verteidigen dieses gegen\u00fcber \u00e4usseren Einfl\u00fcssen respektive widersetzen sich aktiv oder passiv der Aufforderung zu wirkungsvoller Zusammenarbeit. Dabei ist die Nichtkooperation noch die ehrlichste Form dieser Haltung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Verh\u00e4ngnisvoller geb\u00e4rdet sich die Schein- oder Pseudokooperation. Sie t\u00e4uscht Zusammenarbeit nur vor, leistet sie aber nicht und erweist damit dem System keinen Dienst. Es bleibt also eine offene, nicht immer einfach zu beantwortende Frage, unter welchen Bedingungen multiprofessionelle Kooperation tats\u00e4chlich wirksam wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Welche Rolle kommt der Schulleitung zu?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Wenn Schule als lernende Organisation verstanden wird, besteht die Aufgabe der Schulleitung nicht nur in der F\u00fchrung einzelner Mitarbeitenden, sondern auch in der Gestaltung geeigneter Rahmenbedingungen f\u00fcr gemeinsames Lernen und erfolgreiche Zusammenarbeit. Eine wichtige Rolle spielt dabei der gew\u00e4hlte F\u00fchrungsstil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die Schulleitung muss sich \u2013 je nach F\u00fchrungsverst\u00e4ndnis und Situation \u2013 entscheiden, ob sie ihre Rolle eher charismatisch, kooperativ und partizipativ oder transformational wahrnimmt. Davon h\u00e4ngt wesentlich ab, wie sehr sich das Team f\u00fcr eine Sache beziehungsweise f\u00fcr eine gemeinsame Aufgabe engagiert. Die Frage, wie viel F\u00fchrung und wie viel Selbstorganisation ein System Schule ben\u00f6tigt, l\u00e4sst sich nicht pauschal beantworten und h\u00e4ngt neben der Aufgabe auch von den involvierten Pers\u00f6nlichkeiten ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Wie gehen wir mit Unsicherheit um?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Gesellschaftliche Entwicklungen, technologische Ver\u00e4nderungen und neue p\u00e4dagogische Erkenntnisse ver\u00e4ndern die Schule laufend. Modelle k\u00f6nnen zwar Orientierung geben, die Realit\u00e4t jedoch nie vollst\u00e4ndig abbilden. Schulentwicklung bedeutet deshalb auch, mit Unsicherheit umgehen zu lernen und bereit zu sein, bestehende \u00dcberzeugungen immer wieder zu \u00fcberpr\u00fcfen. Mit anderen Worten: genau das, was wir auch von unseren Lernenden fordern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Schule ist niemals \u00abfertig entwickelt\u00bb. Sie bleibt ein st\u00e4ndig in Bewegung begriffener, gemeinsamer Lern- und Entwicklungsraum f\u00fcr Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Heraklit gr\u00fcsst von weitem: \u00abPanta rhei\u00bb, \u00abAlles fliesst\u00bb. Oder: Die einzige Konstante ist die stete Ver\u00e4nderung. Das gilt ganz besonders f\u00fcr Schulen!<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted has-medium-font-size\">INFOBOX<br><br>Das Modul \u00abMultiprofessionelle Teams\u00bb ist eins von <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/weiterbildung\/weiterbildung-fuer-die-volksschule\/schulfuehrung\/module-fuehrung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcber 80 Modulen f\u00fcr F\u00fchrungspersonen<\/a>, welche die P\u00e4dagogische Hochschule Z\u00fcrich anbietet. Viele der Module k\u00f6nnen sowohl online als auch in Pr\u00e4senz besucht werden und zu verschiedenen Lehr- und Studieng\u00e4ngen angerechnet wer-den.<br><br>Das n\u00e4chste Modul \u00abMultiprofessionelle Teams\u00bb findet am <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/weiterbildung\/alle-weiterbildungen\/weiterbildungsanlass\/?anlassId=144729410\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">25.\/26. Juni 2027 in Pr\u00e4senz<\/a> am Campus der P\u00e4dagogischen Hochschule Z\u00fcrich und vom <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/weiterbildung\/alle-weiterbildungen\/weiterbildungsanlass\/?anlassId=144733352\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">27. M\u00e4rz bis am 4. April 2028 online <\/a>statt.<\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zum Autor<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2000\" height=\"2560\" src=\"http:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Oliver-Suter_betterportrait_gross-scaled.jpg\" alt=\"Oliver Suter\" class=\"wp-image-7822\" style=\"width:123px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Oliver-Suter_betterportrait_gross-scaled.jpg 2000w, https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Oliver-Suter_betterportrait_gross-234x300.jpg 234w, https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Oliver-Suter_betterportrait_gross-800x1024.jpg 800w, https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Oliver-Suter_betterportrait_gross-768x983.jpg 768w, https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Oliver-Suter_betterportrait_gross-1200x1536.jpg 1200w, https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2026\/11\/Oliver-Suter_betterportrait_gross-1600x2048.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><a href=\"https:\/\/www.schulezollikon.ch\/personal\/157003\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Oliver Suter<\/a> ist Schulleiter an der <a href=\"https:\/\/www.schulezollikon.ch\/rueterwis\/4627\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Schule R\u00fcterwis<\/a> in Zollikon. Er studierte Allgemeine Geschichte, Neue deutsche Literatur und Allgemeines Staatsrecht an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich. Danach entschied er sich anstelle einer akademischen Laufbahn f\u00fcr das Wirkungsfeld \u00abKommunikation\u00bb. Er fungierte fortan als Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer Kommunikationsagentur und betreute \u00fcber viele Jahre nationale und internationale Kunden, auch im Bildungsbereich, bevor er die Ausbildung als Gymnasiallehrer f\u00fcr Geschichte und Deutsch absolvierte und als Berater und Lehrperson an Gymnasien t\u00e4tig war.<br>Nachdem er an einer Berufsschule als Schulleiter die KV-Reform umgesetzt hatte, folgte er dem Ruf seiner Heimatgemeinde Zollikon und wirkt dort seit 2025 als Schulleiter der Volksschule R\u00fcterwis. Oliver Suter lebt in Fehraltorf, ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. In seiner Freizeit widmet er sich der Musik, dem Lesen, dem Schreiben, dem Reisen, der Pflege von Freundschaften und den vielf\u00e4ltigen Formen menschlicher Kultur.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Redaktion: <a href=\"https:\/\/phzh.ch\/ueber-die-phzh\/organisation\/personen\/mitarbeitendenportraet\/?username=melina.maerten\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Melina Maerten<\/a><br>Beitragsbild: Bildarchiv PHZH<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Literaturnachweis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Br\u00fcckel, Frank, Rachel Guerra, Reto Kuster, Susanna Larcher, Regula Spirig, und Heike Beuschlein. 2023. <em>Schulentwicklung &#8211; gemeinsam unterwegs. Ver\u00e4nderungsprozesse analysieren, planen und reflektieren.<\/em> Hep Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Helmke, Andreas. 2008. <em>Unterrichtsqualit\u00e4t und Lehrerprofessionalit\u00e4t. Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts<\/em>. Klett Kallmeyer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Seitz, Hans, und Roman Capaul. 2005. <em>Schulf\u00fchrung und Schulentwicklung. Theoretische Grundlagen und Empfehlungen f\u00fcr die Praxis<\/em>. Haupt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen eines Leistungsnachweises im Modul \u00abMultiprofessionelle Teams\u00bb hat sich Oliver Suter, Schulleiter der Schule R\u00fcterwis in Zollikon, \u00dcberlegungen zur Bedeutsamkeit und Umsetzung von multiprofessionellen Teams an Volkschulen gemacht. Seine Gedanken sollen mit anderen F\u00fchrungspersonen im Blog geteilt werden. 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