{"id":144,"date":"2018-06-08T05:00:53","date_gmt":"2018-06-08T03:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/?p=144"},"modified":"2019-05-20T09:28:49","modified_gmt":"2019-05-20T07:28:49","slug":"von-der-analogen-zur-digitalen-kommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/2018\/06\/08\/von-der-analogen-zur-digitalen-kommunikation\/","title":{"rendered":"Von der analogen zur digitalen Kommunikation"},"content":{"rendered":"<p><em>Marc Neuenschwander ist Schulleiter der Schulen Arth-Goldau, die sich seit 2009 in Kooperation mit der PH Schwyz als Projektschule im Bereich digitale Medien profiliert. In seiner MAS-Abschlussarbeit entwickelte er Handlungsempfehlungen f\u00fcr Schulleitende im Umgang mit digitalen Kommunikationsmedien,&nbsp;welche das Wohlbefinden im Umgang mit digitalen Kommunikationsmedien positiv beeinflussen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p>In den vergangenen zehn bis f\u00fcnfzehn Jahren durchlief die Kommunikation innerhalb des Schulbetriebes einen enormen Wandel. Von der einst analogen Kommunikation (Schriftwechsel, Meldezettel, schwarze Bretter im Lehrerzimmer und Informationssitzungen) hat sich die Informationsweitergabe an Schulen vorwiegend auf digitale Medien und mit der Verbreitung von Smartphones auch in die Hosentasche verlagert.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong>Schulleitende sind die Schl\u00fcsselpersonen, wenn es um die zu verwendenden Kommunikationskan\u00e4le an ihrer Schule geht. Sie bestimmen, wie oft, in welcher Form und auf welchen Kan\u00e4len informiert wird. Die Untersuchungen im Rahmen der Masterarbeit haben ergeben, dass sich Schulleitende bei der Bearbeitung der eigenen Kommunikationskan\u00e4le selber enorm unter Druck setzen, was oftmals zu Stress oder Unbehagen f\u00fchrt. Eine Auswahl der empfohlenen Handlungsweisen wird im Folgenden in Kurzform beschrieben:<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><strong>Flow im Arbeitsprozess<\/strong><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong>Der optimale Zustand f\u00fcr das Schaffen, zu dem ein Mensch f\u00e4hig ist, wird als Flow bezeichnet. Um diesen Flow zu erreichen, ist es erforderlich, dass man sich einer Aufgabe konsektuiv widmet, also ohne Unterbrechung, da man sich ansonsten jeglicher Chance beraubt, in den Zustand dieser Tiefenkonzentration zu gelangen. Um \u00fcberhaupt eine Art von Flowgef\u00fchl zu erlangen, ist die Konzentration von mindestens 15 Minuten auf eine Aufgabe zwingend. Werden wir w\u00e4hrend unserer Arbeit gest\u00f6rt oder unterbrochen, ben\u00f6tigen wir wiederum erst 15 Minuten, bis wir wieder einen \u00e4hnlich produktiven Zustand erleben, wie vor der Unterbrechung. Deshalb empfiehlt es sich, w\u00e4hrend der Arbeit alle g\u00e4ngigen Signalt\u00f6ne am Smartphone oder am PC auf stumm zu schalten, um m\u00f6gliche St\u00f6rquellen zu minimieren. Die Arbeitszufriedenheit steigt merklich, je l\u00e4nger man sich w\u00e4hrend eines Arbeitstages ungest\u00f6rt einer T\u00e4tigkeit widmen kann.<\/p>\n<p><strong>Arbeitszeiten von Lehrpersonen<\/strong><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong>Viele Lehrpersonen leisten einen grossen Teil ihrer Arbeit auch an den Abenden oder an den Wochenenden. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass E-Mails die Schulleitenden auch rund um die Uhr und ausserhalb der normalen B\u00fcrozeiten erreichen. Die Beantwortung dieser E-Mails muss durch die schulleitende Person nicht sofort bei Erhalt erfolgen, sondern kann auch am n\u00e4chsten Arbeitstag in Angriff genommen werden. Nur weil man die M\u00f6glichkeit hat, den E-Mailposteingang rund um die Uhr auf dem Smartphone abzurufen, bedeutet dies nicht, dass man die erhaltenen E-Mails deswegen lesen oder gar unverz\u00fcglich bearbeiten muss. Die wenigsten E-Mailinhalte sind dermassen wichtig, als dass sie nicht am folgenden Arbeitstag beantwortet werden k\u00f6nnten. In dringenden Notf\u00e4llen wird mit Sicherheit nicht auf das Schreiben einer E-Mail, sondern auf das Telefon zur\u00fcckgegriffen.<\/p>\n<p><strong>Bewirtschaftung von E-Mails<\/strong><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong>Schulleitende setzen sich oft selber unter Druck, die erhaltenen E-Mails m\u00f6glichst zeitnah zu beantworten. Der Vorteil bei der E-Mailkommunikation liegt genau darin, dass das Zeitfenster f\u00fcr die Bearbeitung in den meisten F\u00e4llen selbst gew\u00e4hlt werden kann. Die rollende Abarbeitung der eingehenden E-Mails und der damit verbundene Wunsch, das E-Mailpostfach m\u00f6glichst leer zu kriegen, sind hierbei nicht f\u00f6rderlich f\u00fcr das Wohlbefinden. Das E-Mailposteingangsfach muss am Ende des Arbeitstages nicht leer sein. Die wenigsten E-Mails sind so wichtig, als dass sie innerhalb von 10 Minuten beantwortet werden m\u00fcssten. Es empfiehlt sich zudem, die erhaltenen E-Mails nach ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit zu ordnen und diese dann entsprechend abzuarbeiten.<\/p>\n<p><strong>Umgang mit problembeladenen E-Mailinhalten<\/strong><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong>Bei der schriftlichen Kommunikation mit E-Mail besteht die Gefahr, dass Inhalte aufgrund fehlender Mimik, Gestik und Betonung falsch verstanden werden k\u00f6nnen und auch zwischen den Zeilen gelesen wird. Aufgrund von Missverst\u00e4ndnissen k\u00f6nnen so Probleme entstehen, welche im direkten Gespr\u00e4ch h\u00e4tten vermieden werden k\u00f6nnen. In komplexen Probleml\u00f6sesituationen soll in jedem Fall das direkte Gespr\u00e4ch der schriftlichen Kommunikation vorgezogen werden. Anstatt ankommende Mails mit komplexen Fragestellungen sofort zu beantworten, wird der Erhalt dieser kurz best\u00e4tigt mit dem Hinweis, dass eine Antwort zu gegebenem Zeitpunkt erfolgen wird. Dies reduziert den Druck, auf alle Anfragen unverz\u00fcglich eine Antwort bereit zu haben.<\/p>\n<p><strong>B\u00fcndeln von Informationen<\/strong><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong>Informationen an das ganze Lehrerteam sollten durchdacht sein und der Versand nach M\u00f6glichkeit in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden erfolgen. Statt jede wichtige Information unverz\u00fcglich in einem eigenen Mail an die ganze Lehrerschaft zu versenden, bew\u00e4hrt es sich, die Mitteilungen zu sammeln und diese in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden als Infomails, Teaminfo oder Wochenmail zu versenden. Mit dieser Massnahme kann die Datenflut und vor allem die Anzahl E-Mails enorm reduziert werden, zudem befinden sich alle Mitarbeitenden gleichzeitig auf dem neuesten Informationsstand. Die Infomails werden umso mehr gelesen, wenn sie nicht nur informieren, sondern auch pers\u00f6nliche Ansichten (Lob, Freude, R\u00fcckmeldungen zu aktuellen Projekten) enthalten.<\/p>\n<p>Quasi als Extrakt der Forschung auf dem Gebiet der digitalen Kommunikation konnten aufgrund der Erkenntnisse viele weitere Handlungsempfehlungen f\u00fcr Schulleitende abgeleitet werden. Diese Tipps von der Praxis f\u00fcr die Praxis sind im Kapitel 7.2 in der Abschlussarbeit \u201e<a href=\"http:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2018\/03\/lit_Masterarbeit-Schulinformationssystem_Marc-Neuenschwander.pdf\">Von der analogen zur digitalen Kommunikation<\/a>\u201c niedergeschrieben und stehen allen interessierten Personen zum Lesen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.phzh.ch\/schulfuehrung\/files\/2018\/03\/lit_Masterarbeit-Schulinformationssystem_Marc-Neuenschwander.pdf\">Masterarbeit Schulinformationssystem<\/a><\/p>\n<p><em>Marc Neuenschwander, Schulleiter Schulkreis Arth SZ<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/goo.gl\/forms\/vlTfcPCDOGW9H91O2\">Nehmen Sie an unserer Kurzumfrage teil! Hier Klicken!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marc Neuenschwander ist Schulleiter der Schulen Arth-Goldau, die sich seit 2009 in Kooperation mit der PH Schwyz als Projektschule im Bereich digitale Medien profiliert. 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