«So habe ich mir den Job nicht vorgestellt!»

Die Erfahrungen, die man mit dem Einstieg als Schulleiter:in macht, vergisst man wohl nie. Martina Arpagaus, hat den Schritt zur Schulleiterin gewagt und leitet seit dem Sommer 2021 eine Zürcher Primarschule. Im zweiten Beitrag teilt sie mit uns Erfahrungen, mit denen sie als Schulleiterin nicht gerechnet hätte, aber alles daransetzte, die herausfordernden Fälle zu managen.

Mein Schulleitungsbüro ist auch Labor, Zirkusdirektion, Notfallstation und Detektivbüro in einem. So aufregend habe ich mir meinen Job definitiv nicht vorgestellt. Auf folgende Spezialfälle und Situationen war ich nicht vorbereitet.

Herzrasen im «Detektivbüro»

Das Telefon im Schulleitungsbüro klingelt. «Ein Erstklässler fehlt!», meldet eine Lehrperson. Wir rufen im Hort an und stellen fest: Auch da fehlt von ihm jede Spur. Das Herz rast, im Büro herrscht hektisches Treiben, die Drähte laufen heiss. Wir versuchen detektivisch innert Kürze herauszufinden, wo das Kind zuletzt gesichtet wurde.

Ein Kind ist verschwunden. Das Schlimmste, was uns passieren konnte.

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Vom Schulzimmer ins Schulleitungsbüro

Die Erfahrungen, die man mit dem Einstieg als Schulleiter:in macht, vergisst man wohl nie. Martina Arpagaus, hat den Schritt zur Schulleiterin gewagt und leitet seit dem Sommer 2021 eine Zürcher Primarschule. Sie teilt mit uns ihre Gedanken und Gefühle, die sie in der Anfangszeit als Schulleiterin erlebt hat und aktuell prägen.

Ich bin unterwegs. Richtung Gipfel. Der Weg steil, das Gelände felsig. Plötzlich merke ich, dass ich barfuss unterwegs bin. Ohne jedes Schuhwerk. Zu gefährlich für den Aufstieg, aber für den Abstieg ist es zu spät; es würde dunkel. Ratlosigkeit und Panik machen sich breit. Der Puls rast, ich schwitze, die Schläfen pochen, als ich aus dem Traum erwache.  Ich analysiere blitzschnell und zugegebenermassen absolut küchenpsychologisch: Mein Unterbewusstsein hält mich für zu wenig gut vorbereitet auf meinen Wechsel in die Schulleitung.

Tagsüber kontrolliere ich meine Gedanken und Befürchtungen und spreche, wie es sich gehört, nicht von Angst, sondern von «Respekt» vor dem neuen Job. Tatsächlich freue ich mich sehr, bald auf eine andere Art Verantwortung für meine Schule zu übernehmen und vom Schulzimmer ins Schulleitungsbüro zu wechseln. Ich freue mich, in komplizierten Schülerfällen zusammen mit allen Beteiligten gute Lösungen zu finden. Ich freue mich, in das unbekannte Universum der Finanzen einzutauchen und die Ressourcen sinnvoll zu verwalten. Und ich freue mich, Personal umsichtig zu führen und strategische Entscheide zum Wohl der Kinder zu fällen.

Zu zweit ist es leichter

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