Neuer Berufsauftrag – (Sinn) -voll umgesetzt

An jeder Schule sollte seit dem 1. August 2017 im ganzen Kanton Zürich der neue Berufsauftrag für Lehrerinnen und Lehrer auf eine lokal sinnvolle Weise umgesetzt werden. Es ist spannend, wie unterschiedlich das gemacht worden ist. Bereits hört man viele Stimmen, die schon wieder eine Abschaffung fordern – und dies, bevor überhaupt flächendeckend ausprobiert, evaluiert oder auf Gesetzesebene angepasst worden ist. 

Es ist richtig, dass Schulleitungen mit der Umsetzung des Berufsauftrages mehr Arbeit erhalten haben und es ist auch korrekt, dass dafür mehr Arbeitszeit vom Kanton berechnet wurde. Zwei kritische Fragen in dieser Sache stellen sich aber dennoch für viele Schulleitungen:  

Bringt der effektive Aufwand den entsprechenden Ertrag?  

Soll man alle Mitarbeitenden gleich behandeln? 

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Oh du fröhliche VZE-Planung

Weihnachten steht vor der Tür. Für die Volksschulen im Kanton Zürich liegen die geschnürten Vollzeiteinheiten-Päckli unter dem Christbaum. Trotzdem man eigentlich weiss, was sich ungefähr darin befindet, ergibt sich immer mal wieder eine Überraschung.

Damit ist die Ressourcen-Weihnacht auch schon entzaubert. Im Anschluss geht es nämlich darum, die erhaltenen Prozente möglichst zielorientiert und für die Schule gewinnbringend einzusetzen. Die Planung für das nächste Schuljahr kommt in eine nächste Phase. Dank des neu definierten Berufsauftrags können nun die Planspiele zum optimalen Einsatz des Lehrpersonals an der Schule verbindlich starten.

Was zunächst nach ganz viel Kreativität und Gestaltungsspielraum klingt, hinterlässt einige Unsicherheiten. Die Gesamtheit der vereinbarten Prozente darf den Ressourcenrahmen nicht sprengen. Bereits vor der Umsetzung des neuen Berufsauftrages wurde deshalb ein kantonales Planungstool geschaffen. Mit Hilfe dieses Tools sollte es den lokalen Verantwortlichen ein Leichtes sein, zielgenau die vorhandenen Arbeitsstunden an der Schule zu planen.

Bloss – da hatte es doch einige Ungereimtheiten in der Exceldatei: Zellbezüge, die nicht funktionierten; eine Komplexität, die viele Anwender im schulischen Umfeld überforderte und eine Informationsbreite, die in der praktischen Anwendung für Verwirrung sorgte. Schlussendlich fehlten auch Möglichkeiten, welche das Arbeitsleben wirklich erleichtert hätten (als Beispiel die fehlende Vereinbarung in der ersten Toolversion).

Und damit landen wir nun doch noch bei der Kreativität

Es entstanden viele weitere Tools, welche die einzelnen Gemeinden für sich entwickelten. Ein prominentes Beispiel spielt dabei die Stadt Zürich, welche ein eigenes Instrument geschaffen hat. Inzwischen sprangen auch Private auf den Zug auf und boten verschiedene digitale Hilfsmittel an.

Auf die aktuelle Planungsperiode hin schuf das Volksschulamt ein komplett neues Tool, welches durchaus empfehlenswert und kostenlos downloadbar ist. Es erscheint wesentlich übersichtlicher und anwenderfreundlicher als sein vielgescholtener Vorgänger. Was ist denn nun zu empfehlen? Die eierlegende Wollmilchsau gibt es in diesem Bereich nicht und wird es wohl auch nie geben. Kein Tool ersetzt die Arbeit, welche die planungs- und personalverantwortlichen Stellen vor Ort leisten. Aber Tools können helfen, den Überblick zu behalten, Prozesse sichtbar zu machen, verbindliche Abmachungen festzuhalten und den Informationsfluss zu den Verwaltungen sicherzustellen.

Michael Jud, Schulleiter, Primarschule Dielsdorf

PS: Wir freuen uns über weitere Erfahrungsberichte von Schulführungspersonen mit dem neu definierten Berufsauftrag. Wer Lust hat im Blog zu beschreiben, soll sich doch bei Jörg Berger melden.

PPS: Hansjürg Brauchli, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum Management und Leadership der PH Zürich und langjähriger Schulleiter bietet zum Thema «Neu definierter Berufsauftrag» einen Kurs an. Die Informationen dazu findet man hier.

PPPS: Hier gehts zum Beitrag von Niels Anderegg: «Der Berufsauftrag als Kontrollinstrument entprofessionalisiert Lehrpersonen»

Schülereinteilungen mit Google Fusion Tables

Was ist das nur für eine mühselige Arbeit: Über 100 Klebepunkte in vier Farben (zur Unterscheidung von Mädchen und Knaben der zwei verschiedenen Schuleinheiten) auf einer zuvor hochkopierten Karte von Urdorf liefern mir nach einiger Such- und Klebearbeit einen Überblick über die einzuteilenden Schülerinnen und Schüler. Das muss doch auch einfacher gehen?!

Im letzten Schuljahr nahm ich mir Zeit dafür, diesen Prozess zu vereinfachen. Momentan arbeite ich so:

Schnelle Übersicht per Fusion Tables

Mit Fusion Tables brauche ich für eine Übersichtskarte mit allen einzuteilenden Kindern 10 Minuten. Das Schulsekretariat schickt mir ein Excelfile mit den Namen und Adressen der Schülerinnen und Schüler. Die Daten importiere ich in eine «Fusion Table», lasse das Tool die Adressen «erkennen» und erhalte eine erste Übersicht.

Der nachfolgende Screenshot zeigt keine aktuellen Schüleradressen, sondern zufällige Adressen aus meinem Arbeitsort :

Diese Karte dient mir nun als geographische Arbeitsgrundlage für die Einteilung in die zwei verschiedenen Schuleinheiten. Ich notiere mir nun noch Einteilungsgesuche und wichtige Kommentare von Lehrpersonen zu den einzelnen Punkten und drucke die Karte dann aus.

Diese Vorgehensweise ist definitiv schneller als meine alte und bietet folgende Vorteile:

  • Ich kann auswählen, welche Schülerinnen und Schüler angezeigt werden sollen: Nur solche aus dem Schulhaus A, nur Mädchen, nur solche der Lehrerin B usw.
  • Nach der gemachten Einteilung lese ich die provisorischen Klassenlisten ein. Dann klicke ich die einzelnen Klassen durch und überprüfe, dass Kinder aus einem Quartier möglichst in das gleiche Schulhaus sowie Kinder, die einen speziell weiten Schulweg haben, in die gleiche Klasse eingeteilt sind. Dies ist mit wenigen Mausklicks möglich.
  • Sind die entsprechenden Daten vorhanden, lassen sich einfach Heatmaps erstellen um die Entwicklung der Schülerinnen- und Schülerzahlen zu visualisieren. Dies ist für die Schulraumplanung eine gute Arbeitsgrundlage.

 

 

 

 

  • Habe ich die Schülerinnen und Schüler im Excel erfasst, lassen sich mit kleinem Aufwand weitere Daten automatisiert herauslesen.

Hinweise

Da die Daten auf Google Drive gelagert sind, benutze ich von den Schülerinnen und Schüler aus Datenschutzgründen nur die Initialen. Diese lassen sich in Excel einfach per Formel herauslesen.

Leider zeigt es Kinder, die an derselben Adresse wohnen, nur als einen Punkt an. Die fehlenden Punkte müssen manuell hinzugefügt werden oder die Koordinaten werden in einem Workaround leicht verändert.

Die Vorgehensweise erfordert IT Kenntnisse (Excel, Webtools). Da wir im Schulleitungsalltag aber genügend Zeit vor dem Bildschirm verbringen, lohnt es sich jedenfalls, an der eigenen IT Kompetenz zu arbeiten.

Fazit

Mit dem Tool spare ich Zeit, die ich sinnvoller einsetzen kann als mit dem Aufkleben von Punkten. Die Nachkontrolle mit den provisorischen Klassenlisten verringert zudem geographisch ungünstige Einteilungen.

Michael Gerber, Schulleiter Schulhaus Weihermatt, Urdorf ZH