Fallstudien: Schule der Zukunft und Ressourcenverteilung Sonderpädagogik

Ausgerüstet mit einer Toolbox, die Basis für die Analyse und Erarbeitung von Problemstellungen bietet, lösen Teilnehmende des Lehrgangs «Führen einer Bildungsorganisation» an rund fünf verschiedenen Schulen die damit verbundenen Fragestellungen. Sie erarbeiten kriteriengeleitet Klärungsversuche und Lösungen, die dann der Schulleitung vor Ort präsentiert und diskutiert werden. Dabei geht es um Thematiken wie prozedurale Architektur, Prozessdesign, systemische Sichtweise, Partizipation, Gerechtigkeit, Rolle der Schulleitung, Schule der Zukunft, neue Formen der Unterrichtsgestaltung und vieles mehr.

Die dreiteilige Serie gibt Einblick in die Lösungsansätze. Lesen Sie heute den zweiten Teil:

Die Schule der Zukunft – in Dietlikon!

Als Träger des Schulpreises 2017 wird die Schule Dietlikon für ihre stimmige, hochentwickelte und umfassende Schulorganisation gelobt. Diese Entwicklung zum heutigen Ist-Zustand wurde laut Schulleiter der Sekundarschule, Reto Valsecchi, vor neun Jahren mit einem Visionstag angestossen – mit dem Ziel, dass sich schliesslich schulinterne Veränderung und Entwicklung auf den Unterricht auswirken und für die Lernenden spürbar werden.

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4 Wege zur Reduktion bzw. Stabilisierung der Sonderschulquote

Viele Gemeinden im Kanton Zürich klagen über kontinuierlich steigende Kosten im Sonderschulbereich.  Das Verhältnis der Ausgaben pro Sonderschüler und derjenigen pro Nicht-Sonderschüler verschlechtert sich, was zu einer grossen finanziellen Belastung der Gemeinden führt. So betragen beispielsweise in der Gemeinde Mönchaltorf die Ausgaben für Sonderschulung knapp 16 % (2016: 14.3 %) der gesamten Bildungsausgaben.

Da es keine «Patent-Lösung» zur Senkung der Sonderschulkosten gibt, suchen die Schulleitungen und Schulbehörden im Kanton Zürich nach Wegen, wie sie den pädagogischen und finanziellen Herausforderungen der Sonderschulung begegnen können. Die Schule Mönchaltorf, die Schule Rüti und die Schule Bühl in Wetzikon haben sich zum Ziel gesetzt, die Tragfähigkeit der Regelschule weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Schulung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen zu gewährleisten – und sind auf verschiedene Lösungsansätze gestossen.

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Wer haftet bei schwer und chronisch kranken Kindern?

«Und wie ist die Obhutspflicht bei schwer und chronisch kranken Kindern geregelt?», fragt Regina Jäkel Pacchiarini, nachdem sie den Blogbeitrag von Thomas Bucher, Dozent für Schulrecht an der PH Zürich, gelesen hat. Er antwortet hier umgehend: Wer haftet bei schwer und chronisch kranken Kindern? weiterlesen

Stark in den Chindsgi

Die Regionalleitung Schulsozialarbeit (SSA) und Gemeinwesenarbeit (GWA vom Amt für Jugend und Berufsberatung) des Bezirks Affoltern haben das Konzept «Stark in den Chindsgi» erarbeitet. Es enthält drei konkrete Umsetzungsmassnahmen, welche auf den Bausteinen Elternarbeit, Vernetzung und Frühe Förderung aufbauen.

Viele Schulleitungen berichten, dass aufgrund des herabgesetzten Eintrittsalters der Kindergartenkinder der Ablösungsprozess sowohl für die Kinder und die Eltern als auch für die Kindergartenlehrpersonen eine zunehmende Herausforderung ist. Zudem trägt die steigende Diversität der Familien dazu bei, dass der jeweilige Entwicklungsstand der Kinder immer unterschiedlicher wird. Der Schuleintritt ist der erste grosse Übergang in der Bildungsbiographie eines Kindes. Eine frühzeitige Zusammenarbeit zwischen dem Vorschulbereich, der Schule und den Eltern hilft, diese Stresssituation gemeinsam zu meistern, und unterstützt einen guten Start in den Chindsgi.

Von verschiedenen fachlichen aber auch politischen Seiten wird immer mehr erkannt, dass der Bereich der Frühen Förderung oder der Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) gestärkt werden muss, um bildungsferne Familien zu erreichen und möglichst allen Kindern einen guten Start zu ermöglichen. Ein Bildungsverständnis, welches auch die informellen und nonformalen Bildungsorte miteinbezieht, ermöglicht Integration auf ganz verschiedenen Ebenen.

Programme wie PrimokizBildungslandschaften oder auch das Nationale Programm gegen Armut zeigen Wege auf, wie die Schule und der Vorschulbereich zusammenarbeiten können, um gemeinsam Kinder und Eltern auf ihrem Weg zu stärken.

Dabei gilt es besonders zwei Herausforderungen zu meistern. Einerseits Wege zu finden alle Eltern und Kinder zu erreichen und andererseits Schritt für Schritt ein kooperatives Bildungsverständnis zwischen den Fachleuten zu etablieren.

Im Bezirk Affoltern ist in Zusammenarbeit der Regionalleitung der Schulsozialarbeit (SSA) und der Gemeinwesenarbeit (GWA vom Amt für Jugend und Berufsberatung) ein Angebot für die Schulen des Bezirks entstanden. Das Konzept enthält drei konkrete Umsetzungs-massnahmen, welche auf den Bausteinen Elternarbeit, Vernetzung und Frühe Förderung aufbauen. Ziel ist es bildungsferne Eltern besser zu erreichen, den Schuleintritt gezielter zu begleiten sowie Akteurinnen und Akteure des Vorschulbereiches und der Schule zu vernetzen.

Gerne stellen wir unser Handout zum Konzept „Stark in den Chindsgi“ auf dem Blog Schulführung zur Verfügung:

Konzept «Stark in den Chindgsi»

 

Weiterführende Links:

Primokiz – Ein Programm zur Entwicklung einer umfassenden Strategie der Frühen Förderung in der Gemeinde –https://jacobsfoundation.org/activity/primokiz2/

Bildungslandschaften CH – http://bildungslandschaften.ch/

Bildungslandschaften Deutschland – http://www.lokale-bildungslandschaften.de/

 

Judith Odermatt, Gemeinwesenarbeit AJB und Claudia Bernasconi, Leiterin Regionalstelle Schulsozialarbeit AJB Bezirke Affoltern, Dietikon und Horgen

Normal anders sein

Turbulente Szenen auf der Schulanlage Walenbach in Wetzikon ZH. Alle Kinder vom Kindergarten bis zur 6. Klasse erleben während zwei Projekttagen was es heisst „Normal anders sein“.

Das Nachempfinden von körperlichen Beeinträchtigungen bildete die Grundlage der zahlreichen Workshops, die von namhaften Institutionen und Lehrpersonen angeboten werden: Mit dem Rollstuhl fahren, fangen, einen Parcours durchfahren oder Hockey mit der E-Hockey-Mannschaft spielen sind hierbei einige der vielen Highlights. Wer sich in andere hinein fühlen will, muss erst seinen eigenen Körper kennenlernen. Bewegungslandschaften zum Spüren des eigenen Körpers und Grenzen erfahren, bilden weitere körperliche Erlebnisse. Ebenso diverse Sportspiele oder Alltagssituationen mit Seh- oder Hörbehinderungen mit den entsprechenden Erfahrungsmöglichkeiten erweitern das Verständnis der Kinder. Dabei lernen sie blinden oder gehörbeeinträchtigten Menschen zu helfen, wie sie es beispielsweise von Hunden für Blinde oder bewegungseingeschränkte Menschen gezeigt bekommen. Die Betroffenheit der Kinder ist nachhaltig und wird über die kommenden Schuljahre hinweg durch weitere kleinere Sequenzen im fürsorglichen Umgang mit Mitmenschen aller Art vertieft und zu einer sozial geprägten Gesellschaft ausgebaut. Während der zwei Projekttage erleben die Kinder, was anders ist als normal. Und vielen kommt das Ungewohnte am Ende schon fast wie normal vor.

Video

Frank Bierlein, Schulleiter Schulhaus Walenbach, Wetzikon ZH