Hat die Generation Alpha das Spielen verlernt?

Zwischen vier und acht Jahren lernen Kinder, in dem sie spielen. Doch wie steht es um die Lernfähigkeit der Generation Alpha, geboren in den Jahren ab 2010? Catherine Lieger ist dieser Frage nachgegangen. Eine Studie des Instituts für Generationenforschung in Deutschland spricht nämlich deutliche Worte.

In der aktuellen repräsentativen Studie des Instituts für Generationenforschung wurden 1.231 Pädagoginnen und Pädagogen sowie Grundschullehrer:innen betreffend ihrer Wahrnehmung über ihre zu betreuenden Kinder befragt. Es wurden infolge 22’511 Kinder beurteilt. In der Studie zeigen 56 Prozent der 4-5-Jährigen kein altersentsprechendes vertieftes Spielen. Bei den 6-7-Jährigen sind es 37 Prozent.

Wir stellen fest, dass viele Alpha-Kinder heute schon vier bis fünf ausserschulische Aktivitäten nachgehen. Viele Eltern betrachten es als vorteilhaft, ihr Kind schon früh mit dem Erlernen eines Instruments oder einer Sportart zu fördern. Dazu kommt, dass die Spielzeuge immer mehr vorgefertigt sind. Geburtstagspartys werden beinahe schon professionell aufgegleist. Und wenn gerade nichts läuft, helfen digitale Gadgets ab. Es muss alles immer besser, grösser, perfekter sein. Der soziale Druck steigt und der einfache Umgang mit dem Spiel verliert an Bedeutung.

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Die doppelte pädagogische Verantwortung

Die Zukunft kann niemand voraussehen. Die Corona-Krise hat dies verdeutlicht. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir Erwachsenen jetzt Verantwortung übernehmen und den jungen Menschen etwas zeigen. Auf dem Weg in eine neue konstruktive Zone gilt deshalb, die ergänzende Hälfte der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu etablieren. Thomas Marti mit dem 2. Beitrag.

Teil 2: Mit der Karte unterwegs

Rückblickend auf den ersten Teil meines Beitrages und der Beschreibung der drei Hauptpunkte der «Krise der Erziehung» von Hannah Arendt, sind wir bei der aktuellen Diskussion über die Schule und deren Zukunft angelangt: bei den Bildern von spielenden Kindern in der Schule und einer gewissen Verzerrung des Diskurses über Bildung. Verantwortung zu übernehmen heisst nach Arendt, das Kind vor der Welt zu schützen und gleichzeitig die Welt vor dem Kind zu schützen.

Diese doppelte pädagogische Verantwortung beschreibt Arendt folgendermassen: «Das Kind bedarf einer besonderen Hütung und Pflege, damit ihm nichts von der Welt her geschieht, was es zerstören könnte. Aber auch die Welt bedarf eines Schutzes, damit sie von dem Ansturm des Neuen, das auf sie mit jeder neuen Generation einstürmt, nicht überrannt und zerstört werde.»

Jungen Menschen etwas zeigen

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Die (neue) Krise der Erziehung

Es ist wichtig, den operativen Rahmen von Schulführung regelmässig zu erweitern. Die Kritik an den Schulen ist populär, baut aber mitunter auf Defizitdiskursen auf. Es lohnt sich, den Problemraum zu erweitern, bis hin zu Hannah Arendt, die sich deutlich zu einer damaligen Krise der Erziehung geäussert hat. Und heute? Thomas Marti mit dem 1. Teil seiner Beitragsserie.

Teil 1: Das Skizzieren der Karte

Wir befinden uns in einer multikausalen Krisensituation. Sei es die ökologische, die Demokratie-, Finanz-, Psycho- oder aktuell Corona-Krise. Diese haben uns vor grosse Herausforderungen gestellt und wird uns deren Weitere vorsetzen. Insbesondere die Schule als Institution gerät in den Fokus von allerlei Begehrlichkeiten.

Populäre Kritik an der Schule ist weit verbreitet und Forderungen nach einer Bildungsrevolution, einem Umdenken, einem neuen Mindset, nach Verantwortung, Selbstbestimmung und Anschlussfähigkeit, nach neuem Lernen und nach Fitness für die Zukunft gehört zur Tagesordnung. Die Popularität dieser Kritik beruht oft darauf, dass einzelne Aspekte der Schulwirklichkeit ausgewählt werden, um diese dann als Muster allen Übels ins Scheinwerferlicht zu stellen.

Die singuläre Perspektive

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Leistungserwartung und psychische Gesundheit – Wie Schulleitende die Balance finden

Führungspersonen in Bildungsorganisationen haben eine grosse Verantwortung, wenn es um das Wohl Ihrer Mitarbeitenden geht. In stressigen Zeiten wird von allen viel Leistung erwartet und diese kann auf die Psyche schlagen. Um Erfolge zu erzielen, benötigt es aber eine stabile Gesundheit. Andrea Hugelshofer und Heike Beuschlein haben sich über wesentliche Fragen zur Rolle von Schulleitungen rund um die psychische Gesundheit an Schulen ausgetauscht.

Andrea Hugelshofer: Heike, ich habe immer wieder Schulleitende vor Augen, welche mir schildern, dass sie sich Gedanken um Mitarbeitende machen, welche psychisch angeschlagen wirken. Da tauchen oft Fragen auf: Was gehört in die Privatsphäre der Lehrperson oder ist einfach eine «normale» Krise im Lebenslauf? Wo bin ich gefragt als fürsorgliche Schulleitung, auch in meiner Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler sowie gegenüber den anderen Lehrpersonen?

Heike Beuschlein: Andrea, Schulleitungen sind hier gefragt, sensibel unter Berücksichtigung vieler Bedürfnisse Entscheidungen zu treffen. Keine einfache Aufgabe! Es gibt in brennenden Situationen so viel zu beachten. Und wie können Schulleitungen auch auf ihre eigene Gesundheit achten?

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Spielen als «Game Changer» in der Schulentwicklung

Das Spiel ist die zentrale Lernform bei 4- bis 8-Jährigen*. Wenn Kinder spielen, lernen sie gleichzeitig – durch das Erleben mit allen Sinnen, ganz beiläufig. Das bewusste Lernen setzt erst nach und nach ein. Diese Erkenntnis aus der Forschung spiegelt sich im Lehrplan 21 wider und bewirkt einen pädagogisch-didaktischen Paradigmenwechsel. Die Folge sind Veränderungsprozesse im Kindergarten, in der Schule und der schulergänzenden Betreuung – und entsprechend auch in der Schulentwicklung.

*Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren entsprechen der Altersgruppe im 1. Zyklus (Schweizer Bildungssystem: Kindergarten bis 2. Klasse). Der 1. Zyklus wird im Folgenden auch Elementarbildung genannt.

Damit das Spiel als Lernform bei 4- bis 8-jährigen Kindern institutionell verankert werden kann, benötigt es neben einem inhaltlichen auch einen strukturellen Prozess im Kontext einer Schulentwicklung (Lieger, Ganz, 2021, S. 145). Dieser kann aus einem internen Bedürfnis heraus entstehen oder extern initiiert sein. Im ersten Fall zum Beispiel durch Heterogenität in den Klassen, Verbesserung der Übergänge, Anpassung der Spiel- und Lernumgebung. Im zweiten Fall zum Beispiel durch Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, Lehrplan, Förderung der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen in Spielprozessen.

Schulentwicklungsprozesse zielen auf die Verbesserung der Qualität in einer Bildungsinstitution und der Passung ab. Es kommt zu einem Wandel in den Bereichen der Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung («Drei-Wege-Modell der Schulentwicklung» von Hans-Günter Rolff (2012)).

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Formen der Zusammenarbeit – erfolgreiche DaZ-Förderung beginnt auf Schulebene

Die Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und Klassenlehrpersonen im Sinne einer auf den nachhaltigen Zweitspracherwerb ausgerichteten Kooperation ist anspruchsvoll. Die Umsetzung der Forderung des Volksschulamts Kanton Zürich (VSA) nach einer ergänzenden und unterstützenden Zusammenarbeit setzt auf beiden Seiten Transparenz, vorausschauende Organisation und Flexibilität voraus. Auf Schulebene können für gelingende Prozesse die Weichen gestellt werden. Anna Germann.

In der «DaZ-Broschüre» sind die Vorgaben und Richtlinien rund um den DaZ-Unterricht aufgeführt. Klar und verbindlich ist die Zuweisung zum DaZ-Unterricht mit Hilfe des Instrumentariums «sprachgewandt» und die gemeinsame Festlegung von Lern- und Förderzielen. Das Abstimmen von Unterrichtsinhalten und die Wahl von Unterrichts- und Arbeitsformen lassen jedoch einen gewissen Spielraum. Dies kann zu Unsicherheiten führen.

Zusammenarbeit heisst Kontrolle abgeben

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Welche Führung braucht die Schule21?

Der Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz hat zusammen mit über 50 Autorinnen und Autoren das Buch «Schule21 macht glücklich» geschrieben. Darin führen wir aus, was wir unter einer zeitgemässen Schule verstehen. Aber wie stellen wir uns die Schulführung in der Schule21 vor? Welche Skills benötigt eine Schulleitung künftig? Darauf finden sich im Buch nur wenige Antworten, weshalb der VSLCH nun dran ist, dieser Frage auf den Grund zu gehen.

An der Präsidentenkonferenz von Anfang September 2021 wurde mit den Präsidien der kantonalen Schulleitungsverbänden der erste Anlauf genommen, um der Frage nach der künftigen Schulführung nachzugehen: «Welche Schulführung braucht die Schule21, damit sie glücklich macht?». Gegliedert nach den sieben Kapiteln des Buches wurde in einem World Café nach Haltungen und Fähigkeiten der künftigen Schulführung gesucht. Dabei wurde gezielt nicht auf die Rolle der Schulleitung fokussiert, sondern auf die Schulführung als Ganzes. Zur Schulführung zählen wir Behörden, Gesamtleitungen, Rektorate, Schulleitungen, Teilleitungen oder Personen mit Spezialfunktionen. Im Anschluss an die Sammlung wurden die Beschreibungen geclustert und einem möglichen übergeordneten Thema zugewiesen.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Spannend war, dass sich die Schwerpunkte der künftigen Schulführungskompetenzen von Buchkapitel zu Buchkapitel kaum unterschieden. Es gab Akzente, die sich je nach Kapitelthema mehr oder weniger aufdrängen. 

Wir wollen nicht zu viel vorwegnehmen, geben aber gerne einen kleinen Einblick, zu welchen Schlüssen unsere Kolleginnen und Kollegen kamen. Die künftige Schulführung für eine glückliche Schule21 sollte über folgende Fähigkeiten und Haltungen verfügen:

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Stärkung der psychischen Gesundheit für eine erfolgreiche Schule

Voraussetzung für eine erfolgreiche Schule sind gesunde Schulleitungen und Lehrpersonen. Wie Stress reduziert und die Psyche gestärkt werden kann, beschreibt Roger Keller in einer kurzen Geschichte.

In den vergangenen Jahren gewann die betriebliche Gesundheitsförderung an Schweizer Schulen zunehmend an Bedeutung mit dem Ziel, ein unterstützendes Schulklima zu schaffen, das es allen Beteiligten ermöglicht, ihren Alltag aktiv und gesund zu gestalten. Dies ist wichtig für erfolgreiche Schulen, wie das Argumentarium «Gesundheit stärkt Bildung» der Allianz BGF in Schulen (Achermann Fawcett, Keller, & Piera, 2018) zeigt: Die Gesundheit von Schulleitungen und Lehrpersonen steht in einem direkten Zusammenhang mit der Qualität von Unterricht und somit dem Wohlbefinden und der Lernleistung der Schülerinnen und Schüler.

Reduktion von Belastungen und Förderung von Ressourcen

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Schule und Forschung – eine gewinnbringende Partnerschaft

Vorurteile pflegen und festigen, die Sprache so wählen, dass Missverständnisse entstehen, Fragen zum falschen Zeitpunkt stellen, Antworten ausserhalb des Zeitfensters schicken, Prozesse sabotieren und dann bloss nichts ändern wollen. Das sind Bedingungen, damit eine Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis sicher nicht gelingt. Doch wie müssen die Voraussetzungen aussehen, damit sich Bildungsforschung und Bildungspraxis auf Augenhöhe begegnen (können) und auf beiden Seiten ein Nutzen resultiert? Michael Späth, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Allianz für Schulqualität «profilQ» mit den Antworten.

Die Weiterentwicklung der Lehrer:innenausbildung hat im Zuge der Bologna-Reform vor rund 20 Jahren mit der Pädagogischen Hochschule (PH) zu einem neuen Hochschultypus in der Bildungslandschaft Schweiz geführt. Die PH begannen damit, verschiedene Bereiche an einem Ort zu vereinen: Aus- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung. Die Schule rückte nun auch in den PH stärker in den Fokus der System-, Schul- und Unterrichtsforschung und -entwicklung. Obwohl daraus zahlreiche Forschungsbefunde vorliegen, welche Anregungen für die Praxis liefern, fällt gleichzeitig auf, dass sie bei den Schulen kaum Beachtung erfahren und nur selten praktisch umgesetzt werden (1).

Sind Schulen forschungsfeindlich?

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Wie relevant ist derzeit «Kompetenzorientiertes Beurteilen» für Schulen?

Die Einführung des Lehrplans 21 mit der Fokussierung auf Kompetenzen liegt nun schon einige Jahre zurück. Kompetenzorientiertes Unterrichten und daran angepasstes kompetenzorientiertes Beurteilen sollten sich mittlerweile flächendeckend im Kanton Zürich etabliert haben. Daher scheint die Relevanz zur Auseinandersetzung mit dieser Thematik aktuell nicht mehr so gegeben zu sein. Doch der Jahresbericht 2019/2020 der Fachstelle für Schulbeurteilung des Kantons Zürich bringt diese Behauptung ins Wanken, wie Christine Eckhardt zusammenfasst.

Ein Blick in den Jahresbericht 2019/2020 der Fachstelle für Schulbeurteilung des Kantons Zürich (FSB) zeigt, dass im Vergleich zum Jahresbericht 2010/2011 sich das Bild bezüglich der «Beurteilung von Schülerleistungen» kantonal gesehen nicht wesentlich verändert hat. Damals wurden lediglich 15 Prozent der Schulen im Qualitätsbereich «Beurteilung von Schülerleistungen» mit «gut» oder «sehr gut» beurteilt».

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