Schüler entdecken das Mikroskop im Kulturama

Das Museum als ausserschulischer Lernort

Es ist bekannt, dass ausserschulische Lernorte zum Erfolg der Schüler:innen beitragen. So richtig erlebbar wird ein Ort der Bildung im Kulturama Museum des Menschen. Es lädt dazu ein, in den Werdegang der Menschheit einzutauchen und mit Fachpersonen die Evolution zu erkunden. Ein interaktiver Raum regt zur Entdeckung des eigenen Lernverhaltens an. Samuel Hug hat ihn besucht.

Es erscheint von aussen ganz unauffällig. Doch neue Welten tun sich auf, sobald der Besucher mal ins Innere des Kulturama in Zürich eintritt.

In den Ausstellungen geht es darum, das Museum als Lernumgebung zu erleben. Über die Evolution zu lesen, ist das eine, aber spürbar wird sie dann, wenn man echte Fossilien wie einen Millionen Jahre alten Ammoniten oder einen 30’000 Jahre alten Mammutzahn in der Hand hält – ein ergreifendes Erlebnis. Im Raum «Wie wir lernen» kann der Besucher selbst erfahren, wie Lernen funktioniert, was dabei mit dem Gehirn geschieht und welche Hilfsmittel und Techniken beim Lernen unterstützend wirken.

Museum wird zur Schule
Das Museum wird zum Klassenraum. Quelle: Kulturama, Josef Stücker

So ist ein ausserschulischer Lernort nicht nur eine persönliche Lernerfahrung. Die Auseinandersetzung und der gemeinsame Zugang zu einer Aufgabe verbindet und das Lernerlebnis kommt im Austausch zum Tragen.

«Im Gespräch und in der gemeinsamen Aufgabenlösung findet ein soziales Lernen statt. Die Meinung der andern wird gehört. Das ist etwas anderes, als allein an einem Computer zu sitzen und etwas zu erarbeiten. Es ist ein gemeinsames Entdecken, eine Lernerfahrung, die dann auch länger erhalten bleibt», sagt Claudia Rütsche, Direktorin des Kulturama Museum.

Dies passiert nicht nur zwischen Lehrpersonen und Schüler:innen, sondern auch untereinander und in der Freizeit zum Beispiel bei privaten Besuchen von Familien. So beobachtet Rütsche immer wieder, dass nach einem Klassenbesuch die Kinder mit ihrer Familie zurückkommen und ihre Erfahrungen und ihr Wissen teilen. Sie finden Sprache für das Erlernte.

Unterricht im Museum

Der Unterricht und die zu vermittelnde Botschaft steht im Kulturama im Vordergrund und basierend darauf wird die geeignete Lernform festgelegt. So wird bei der Entwicklung einer Ausstellung zuerst überlegt, was vermittelt werden soll und je nach Anspruch wird dann das analoge oder digitale Medium und die passende Darstellungsform definiert.

Kinder lernen das Gehirn kennen
Schüler:innen erfahren, wie das Gehirn lernt. Quelle: Kulturama, Josef Stücker

Den Lehrpersonen steht ein inszenierter Raum mit Dokumenten und Hilfsmitteln zur Verfügung. Das Klassenzimmer verwandelt sich in einen interaktiven und medialen Erlebnisraum und Fachpersonen mit Detailwissen vermitteln auf entsprechender Ebene der Schulstufen. Themen wie Kultur und Umwelt, Geschichte sowie die Erfassung von Zeiträumen am Beispiel der Evolution und der Menschwerdung sind methodisch-didaktisch abgestimmt auf den Lehrplan 21. So wird das Museum zur Schule – für Lehrpersonen und Kinder – und das auf motivierende und inspirierende Art und Weise.

INFOBOX

Informationen zum Kulturama:
Angebote für Schulen und Lehrpersonen
Aktuelle Ausstellung: Gesundheit – 7000 Jahre Heilkunst
Angebote für Dozierende an der PH Zürich

Ausserschulische Lernorte:
Ob zum Thema Ernährung, Geschichte oder nachhaltige Entwicklung, auf der Homepage der PH Zürich finden Sie Lernangebote im Kanton Zürich. Filtern Sie nach Ihrer Schulstufe. Jetzt ausprobieren.

Über Lern- und Beziehungsräume erfahrt ihr mehr auf der
Website Resonanz.
Jetzt reinhören in den Podcast: Organisationale Resilienz – Wie gehen Bildungsorganisationen mit Umbrüchen um? 

Zum Autor

Samuel Hug

Samuel Hug ist Verantwortlicher für Marketing-Kommunikation im Prorektorat Weiterbildung und Dienstleistungen der PH Zürich. Er arbeitet zur Zeit an der Kampagne «Resonanz – Lern- und Beziehungsräume schaffen», in der unterschiedliche Aspekte und Perspektiven zum Thema Resonanz vertieft werden.

Redaktion: Melina Maerten

Bilder: Kulturama, Josef Stücker

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