Dimensionen Schulentwicklung Digitaler Wandel

«Kompass für den digitalen Wandel» -Orientierung für die Personalentwicklung

Spätestens seit dem Corona-Lockdown ist deutlich geworden, wie stark der digitale Wandel die heutige Bildungslandschaft prägt. Dabei geht es um weit mehr als die Arbeit mit Lernplattformen, Lehrmitteln oder digitalen Tools; es geht um einen grundlegenden Wandel der Schulkultur. Das Zentrum für Medienbildung und Informatik der PH Zürich hat ein Instrument entwickelt, das hilft, sich mit dem digitalen Wandel an der eigenen Schule auseinanderzusetzen.

Rasanter gesellschaftlicher Wandel

Die rasanten gesellschaftlichen und bildungspolitischen Entwicklungen fordern Schulen heraus, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Der digitale Wandel betrifft alle gesellschaftlichen Bereiche. Schulen sind gefordert, Antworten darauf zu geben, wie Schülerinnen und Schüler auf ein Leben in einer von der Digitalisierung durchdrungenen Gesellschaft vorbereitet werden. Die Integration digitaler Medien in den Unterricht ist dabei nur ein Aspekt. Der digitale Wandel dagegen ist viel weitreichender. Er verändert Bildungseinrichtungen von Grund auf und erfordert einen längeren und umfassenden Schulentwicklungsprozess.

Um diesem Wandel erfolgreich zu begegnen, steht zunächst die Frage im Mittelpunkt, welche Kompetenzen junge Menschen benötigen, damit sie die Gesellschaft von morgen aktiv mitgestalten können. Neben Kompetenzen, die sie zur Ausübung eines Berufes brauchen, sind sie gefordert, sich sozial, kulturell und politisch zurechtzufinden. In allen diesen gesellschaftlichen Bereichen spielt die Digitalisierung schon heute eine zentrale Rolle.

Personalentwicklung als ein entscheidender Faktor

So gesehen braucht es in Schulteams eine intensive Auseinandersetzung über das jeweilige Verständnis, wie der Bildungsauftrag am besten erfüllt werden soll, welche Haltungen, aber auch welche Kompetenzen notwendig sind. Einzelne isolierte Massnahmen wie zum Beispiel eine halbtägige schulinterne Weiterbildung zur Thematik können Entwicklungsprozesse anstossen. Um den digitalen Wandel in Schulen aktiv und nachhaltig zu gestalten, ist jedoch ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren notwendig.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Personalentwicklung. Es gilt die Offenheit der Lehrpersonen gegenüber Veränderungen zu unterstützen, gemeinsam nach immer neuen Wegen zu suchen und stets nach den Chancen der Digitalisierung fürs Lehren und Lernen Ausschau zu halten. Schulleitungen nehmen in diesem Prozess eine Schlüsselfunktion ein: Sie sollten kommende Herausforderungen frühzeitig erkennen, mit dem Team besprechen, dynamische und zukunftsgewandte Ideen aufgreifen, skeptische Stimmen ernst nehmen und möglichst alle Kollegen und Kolleginnen «ins Boot holen». Zudem gilt es Verbindlichkeiten zu schaffen, an denen sich die Beteiligten orientieren können.

Kompass digitaler Wandel

Der Kompass für den digitalen Wandel

Es gibt keine einfachen Antworten und «pfannenfertige Lösungen» für den digitalen Wandel. Stattdessen gilt es, relevante Fragestellungen für die Entwicklung der Schule zu finden. Aus dieser Überzeugung hat das Zentrum für Medienbildung und Informatik einen «Kompass für den digitalen Wandel» entwickelt. Damit steht neu ein Instrument zur Verfügung, das Schulen hilft, einen Überblick über verschiedene Faktoren zu gewinnen, die in einem Schulentwicklungsprozess zu beachten sind.

Konzipiert als Kartenset finden Sie zu 34 Aspekten Denkanregungen, methodische Hinweise und weiterführende Ressourcen. Entstanden ist eine übersichtliche Orientierungshilfe für den Schulentwicklungsprozess, die sich für eine Visionsarbeit im Team, als Grundlage für Mitarbeitendengespräche oder als Inspirationsquelle für professionelle Lerngemeinschaften eignet.

INFOBOX

Das Kartenset und eine Einführung über Grundidee und Nutzungsmöglichkeiten sowie Hinweise auf weitere Webressourcen finden Sie kostenfrei unter kompassdigitalerwandel.ch. Die Materialien können Sie frei verwenden und an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Zu den Autoren

Thomas Staub und Andrea Kern arbeiten gemeinsam im Zentrum Medienbildung und Informatik der PH Zürich. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in der Fachberatung rund ums Thema digitale Medien und ICT in der Schule und in der Konzipierung, Planung und Durchführung von Weiterbildungen und Veranstaltungen im Bereich Medienbildung und Informatik. Gemeinsam haben sie zur Unterstützung in ihrem Arbeitsalltag das Kartenset «Kompass für den digitalen Wandel» entwickelt.

Thomas Staub und Andrea Kern PHZH

Redaktion: Melina Maerten

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