Kommunikation über digitale Technologie

Die 4. Dimension der Digitalisierung

Wie kaum eine andere Technologie ist Digitalisierung nahe am Menschen, weil sie mit Information, Kommunikation, Kooperation und Interaktion verbunden ist. Wir verwenden digitale Technologien immer und überall: Wir kommunizieren miteinander, wir kaufen mit dem Smartphone ein, wir koordinieren mit dieser Technologie Haushaltsgeräte und wir tätigen Bankgeschäfte. Jutta Rump über den Einsatz der digitalen Technologie.

Unbestritten führt die Digitalisierung zu einer steigenden Geschwindigkeit sowie einer zunehmenden Arbeitsintensität und -komplexität. Des Weiteren gilt es mit einem stetig steigenden Informationsfluss und einer Wissensexplosion umzugehen. Vor allem in der Wissensexplosion wird der Einfluss der Digitalisierung gut sichtbar. Mittlerweile kann der Einzelne das für ihn relevante Wissen, angesichts der Dynamik der Wissensentwicklung und des Ausmasses der Wissensbasis, nicht mehr fassen. Wir wachen am Morgen mit dem Gefühl auf, unser Wissen aktuell zu halten und gehen am Abend ins Bett mit der Gewissheit, dass wir am nächsten Morgen wieder vor der Herausforderung stehen, neue Informationen verarbeiten zu müssen.

Was für einen Einfluss der Einsatz der digitalen Technologie am Arbeitsplatz hat

Auch der Arbeitsplatz selbst erfährt nicht selten eine Veränderung der Interaktionen. Haben die digitalen Technologien eine grosse Bedeutung und einen grossen Einfluss am Arbeitsplatz, stellt sich die Frage: Wer gibt «den Takt vor», der Mensch oder die Maschine? Bei welchen Tätigkeiten steht der Mensch im Mittelpunkt? Bei manuellen und/oder kognitiven Tätigkeiten, nicht nur in einfachen, sondern auch in komplexen Arbeitsprozessen, besteht mehr und mehr die Möglichkeit der (Teil-) Automatisierung. Dies wird zwangsläufig mit einer Anpassung der Arbeitsstrukturen verbunden sein (müssen). Eine solche Entwicklung hat qualitative und quantitative Beschäftigungseffekte.

In der Diskussion darf jedoch nicht ausser Acht gelassen werden, dass mit der Digitalisierung und dem Einsatz von digitalen Technologien am Arbeitsplatz auch Entlastungseffekte verbunden sein können. Assistenzsysteme erleichtern das Arbeitsleben. Es bestehen somit auch mehr Möglichkeiten, leistungsgewandelte Beschäftigte einzusetzen. Zudem schenkt uns die Digitalisierung Zeit. Denn wir «verschwenden» keine Zeit mehr in Routinearbeit, weil diese durch Algorithmen und/oder Roboter übernommen werden kann. Stattdessen können wir die Zeit investieren, um neue Aufgaben und bestehende Aufgaben intensiver zu bearbeiten, Innovationen voranzutreiben, die persönliche Interaktion zum Kunden und im Team zu intensivieren.

Darüber hinaus befördert die Digitalisierung die Entkoppelung von Ort und Zeit am Arbeitsplatz. Mobile Arbeitsmodelle sind aus der technischen Sicht leichter umsetzbar als bisher. Dabei scheint im Moment ausser Acht gelassen zu werden, dass es vonseiten der Beschäftigten eines hohen Masses an Selbstmanagement und Selbstdisziplin bedarf und es aufseiten des Unternehmens verbindliche Regeln braucht.

Jutta Rump, Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre am Institut für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen

Prof. Dr. Jutta Rump ist als Referentin am 14. Symposium Personalmanagement zu Gast. Zum Programm und zur Anmeldung gelangen Sie hier.

Redaktion: Melina Maerten

Titelbild: pexels.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.