Wie ein Pinguin im Wasser zu einer wertschätzenden Führung

Ein Workshop der Themenreihe «Motiviert und gestärkt in der Schule» an der PHZH beschäftigte sich mit «wertschätzender Führung». In der Vorbereitung fragte sich Andrea Hugelshofer: Wie gestalte ich einen Workshop zu einem Thema, bei dem sich die meisten einig sind, dass es wichtig ist? Und zu einem Thema, dass im Alltag doch gerne wieder vergessen geht, weil aktuelle Schwierigkeiten gemeistert werden müssen?

Ich erinnerte mich an eine Geschichte von Eckhart von Hirschhausen, Moderator und Comedian, in der es darum geht, «im Element zu sein», dort zu sein, wo «es flutscht», wie er es in einer seiner Fernsehsendung nennt.

Wenn es in der Schule «flutscht», dann verstärken sich das körperliche und psychische Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler, der Lehrpersonen und der Schulleitung sowie die Unterrichtsqualität gegenseitig. Es entsteht ein positives Schulklima. Ein wichtiger Beitrag der Schulleitung hierbei kann Wertschätzung im Alltag sein – sich selbst, den Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern gegenüber.

Wertschätzung in Gruppenarbeiten

Um dies ein Stück erfahrbar zu machen, entschied ich mich, im Workshop eine wertschätzende Befragung durchzuführen, wie im Buch von Burow, S. 18. Die Teilnehmenden erzählen einander in kleinen Gruppen von einer Arbeitserfahrung, in der sie sich ganz in ihrem Element erlebten.

Eine zuhörende Person fragt nach, was diese Situation so besonders gemacht hat, welche Aspekte zum positiven Verlauf beitrugen – und insbesondere auch, was der Beitrag der erzählenden Person gewesen ist. Eine dritte Person hat im Anschluss den Auftrag, lobend, anerkennend und wertschätzend zurück zu spiegeln, was ihr beim Zuhören und Zuschauen aufgefallen ist. Dabei werden auch Beiträge erwähnt, welche gar nicht explizit erzählt wurden, die aber beim Zuhören auffallen (wie eine «Unterlassung», welche sich positiv auswirkt oder ein sich verändernder Ausdruck beim Erzählen).

Sehr sorgfältig und eben wertschätzend wurde diese Gruppenarbeit ausgeführt. Eine Atmosphäre von hoher Konzentration, Sorgfalt und Aufmerksamkeit entstand. Ich glaube, dass insbesondere der Schritt der Spiegelung durch den Zuhörer, die Zuhörerin grosse Wirkung hatte: Wenn man von anderen das positive Erleben und Verhalten nochmals gespiegelt erhält, wirkt das bestärkend.

Ein Teilnehmer beschloss, an seiner nächsten Teamretraite ein solches wertschätzendes Interview einzubauen – ich bin gespannt, ob an diesem Anlass die gegenseitige Wertschätzung ebenso spürbar wurde wie an diesem Workshop!

Andrea Hugelshofer, Dozentin und Beraterin PHZH

Bild: pixabay.com

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