Facetten von Schulleitungshandeln

Am 18.03.2019 durften wir das Forschungsprojekt „Von den Besten lernen – Schulleitungshandeln an lernwirksamen Schulen“ beim Forum Schulleitung in Winterthur vorstellen und erste Ergebnisse präsentieren.

Das von der Robert-Bosch-Stiftung geförderte Forschungsprojekt Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Schratz an der Universität Innsbruck, Institut für Schulforschung sowie Lehrerinnen- und Lehrerbildung, durchgeführt. Es geht der Frage nach, wie sich Schulleitungshandeln an lernwirksamen Schulen zeigt und hat sich zum Ziel gesetzt, Erkenntnisse für die Professionalisierung von Schulleiterinnen und Schulleitern und für die Begleitung von Schulentwicklungsprozessen fruchtbar zu machen.

Insgesamt wurden 28 Schulen beforscht. Mittels einer phänomenologischen Vorgehensweise soll Erfahrungen des Führens und Geführtwerdens nachgespürt werden. An den jeweils 3-tägigen Schulbesuchen wurden leitfadengestützte Fokusgruppengespräche mit Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern sowie leitfadengestützte Interviews mit der Schulleitung durchgeführt. Zusätzlich wurden teilnehmende Beobachtungen der Schulleitung, des Unterrichts sowie des Schullebens allgemein durchgeführt. In Vignetten (Schratz et al. 2012) und Anekdoten (Rathgeb et al. 2017) wurden schulische Erfahrungsmomente verdichtet.

Beim Forum Schulleitung in Winterthur durften wir erste Ergebnisse, die als Facetten von Schulleitungshandeln gesehen werden präsentieren und einem breiten Fachpublikum näherbringen. Diese Führungsfacetten sind Ausdruck verschiedener und zahlreicher Handlungen, die in ihrer Pluralität als Facetten von Schulleitungshandeln gesehen werden können und auf das Zusammenwirken verschiedener Aspekte und Handlungen im täglichen Fluss von Schulleitungshandeln verweisen. Exemplarisch wurden von uns 2 Facetten („Rahmen setzen“ und „beharren“) vorgestellt und näher beleuchtet.

Abschliessend durften wir einen Ausblick geben, wie diese Führungsfacetten zur Professionalisierung und Unterstützung von Schulentwicklungsprozessen eingesetzt werden können. Möglichkeiten finden sich als Reflexionsinstrument um das eigene Führungshandeln zu beleuchten und zu hinterfragen, als Analyseinstrument um die Gewichtung von Handlungsfeldern und Kompetenzen sichtbar zu machen oder als Entwicklungsinstrument für die Konzeption von Aus- und Weiterbildungsangeboten für Führungskräfte.

Für uns war dieses Forum eine wunderbare Gelegenheit unser „Facettenmodell“ vorzustellen und Rückmeldungen von Expertinnen und Experten darüber zu erhalten. Wir haben uns sehr gefreut über das grosse Interesse und die vielen Anfragen zu der sich noch im Entstehen befindenden Publikation.

Veronika Möltner (Dozentin Pädagogische Hochschule Tirol) und  Niels Anderegg (Zentrumsleiter Pädagogische Hochschule Zürich)

Handout Facette Forum Schulleitung

Bildquelle: Pixabay

Ein Gedanke zu „Facetten von Schulleitungshandeln“

  1. Gutes Schulleitungshandeln ist eine Kunst, die wir noch zu wenig verstehen. Sie hat in der Tat viele Facetten, weshalb ich schon euren Begriff sehr treffend finde.
    Irgendwie existiert noch so ein Bild, es reiche, ein ‘guter Lehrer’ mit Vorliebe zum Organisieren zu sein. Qualität ist dann ein glücklicher Zufall.
    Deshalb danke ich Euch für jede Facette, die so zum Leuchten gebracht wird und mir hilft mein Handeln zu reflektieren.

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