Auf dem Weg zur beziehungsorientierten Schule – Joachim Bauer am Symposium vom 24.5.2019 an der PH Zürich

Spätestens seit dem Buch «Lob der Schule» als Antwort auf die Streitschrift «Lob der Disziplin» kennt man den Neurowissenschaftler und Medizinprofessor Joachim Bauer auch in der Pädagogik.

Focus Schule schrieb dazu: «Ein Buch, das Hoffnung macht». Eine mir bekannte Schulleiterin im Kanton Zürich verspricht sich mehr als Hoffnung. Sie schenkt jeder neu eintretenden Lehrperson das Buch und regt damit zur Diskussion und Reflexion an. Während der Einarbeitungszeit tauscht sie sich mit der neuen Mitarbeiterin oder dem neuen Mitarbeiter über das Gelesene aus.

Bauer schreibt, dass die «Statik der Schule» einem Gebäude gleicht, deren Elemente a) die Motivation zum Erwerb von Bildung, b) der Wille zur Kooperation zwischen Lernenden, Lehrenden und Eltern entspricht sowie c) die Fähigkeit von Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern, im Unterricht eine Beziehung zu gestalten, die Lehren und Lernen möglich macht. „Alles schulische Lehren und Lernen ist eingebettet in ein interaktives und dialogisches Beziehungsgeschehen.“

Als Ziel der Schule geht es ihm um Steigerung des Selbstvertrauens, um Motivation, fachliches Basiswissen und emotionale Kompetenz. Für alle diese Ziele stellt er einen Bezug her zu den neurobiologischen Motivationssystemen. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Achse Schulleitung und Lehrende: Diese beiden Akteure sind als Professionelle gefordert, die Voraussetzung für ein gutes innersystemisches Zusammenspiel in der Organisation Schule herzustellen.

Bauer zeigt anlässlich des Symposiums Personalmanagement im Bildungsbereich «Schulentwicklung – Lust auf mehr?!» worauf es unter der Berücksichtigung von Erkenntnissen der «Social Neurosciences» ankommt und was wir tun können. Die Aussage lässt das Herz jeder Pädagogin / jedes Pädagogen höherschlagen: «Der unbewusste Auftrag, (…) lässt sich in drei Sätzen ausdrücken: Zeige mir, dass ich da bin! Zeige mir, wer ich mitsamt meinen Stärken und Schwächen bin! Und zeige mir, wer ich werden kann!»

Johannes Breitschaft, Dozent Zentrum Management und Leadership, PH Zürich

Informationen und Anmeldungen zum Symposium Personalmanagement finden Sie hier.

Bildquelle: Verlagsgruppe Randomhouse.de

3 Gedanken zu „Auf dem Weg zur beziehungsorientierten Schule – Joachim Bauer am Symposium vom 24.5.2019 an der PH Zürich“

  1. Ein tolles Thema, das vielseitige Impulse für eine entspanntere Atmosphäre im Schulhaus und unter den Mitarbeitern liefern kann. Tragfähige Beziehungen, die auf Vertrauen basieren, sind auf allen Ebenen wichtig, aber ganz besonders zwischen den Lehrpersonen und der Schulleitung. Dazu gehören nach meiner Erfahrung auch regelmässige Gespräche zwischen Erwachsenen – eine Ebene, die meist völlig vernachlässigt wird.

    1. Danke, stimmt. Für mich auch ein Thema, das in Zukunft noch relevanter wird. Tragfähige Beziehungen sind kein Selbstläufer. Es ist ein Ausdruck einer bewussten Haltung, verbunden mit einem Aufeinanderzugehen, sich verständlich machen und das Gegenüber wirklich verstehen wollen. Und dann Vertrauen, denn „Vertrauen führt“.

  2. Lieber Johannes Breitschaft

    Sehr treffend, danke! Das unterschreibe ich auch sofort so.
    Ein offener Austausch und echtes Interesse lässt Vertrauen entstehen. Man muss sich als Schulleitung darum bemühen. Ich lerne gerne selber von Kollegen, die haben tolle Ideen.
    (Vielleicht ist genau das ‚Anerkennung’…)

    Dieses Symposium ist wirklich sinn-stiftend und kann ganz viel bewegen.

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