Fallstudien: Churermodell und Einmalzulage

Fünf ausgewählte Schulleitungen aus der Praxis bereiten ein Setting vor, das Einblicke in komplexe Herausforderungen von Schulführung bietet. Teilnehmende des CAS Führen einer Bildungsorganisation stellen sich den Aufgaben und präsentieren ihre Lösungsansätze und Gedanken – heute im dritten und letzten Teil:

Ist die Bündner Gerstensuppe noch heiss?

Ein erfolgreich gestartetes Schulmodell brachte grosses Interesse und sogar einen Schulpreis hervor. Trotzdem stellt sich heute die Frage: Wie geht es weiter? 

An der Primarschule Otelfingen wird nach dem Churermodell unterrichtet. Das Schulteam hat in einem langfristigen Prozess auf die Umsetzung des Modells vorbereitet und die wichtigsten Ziele im pädagogischen Fussabdruck (Leitbild) festgehalten.

Aus Sicht des Schulleiters droht jetzt, nach dem ersten schwungvollen Hype, die Begeisterung der Lehrpersonen für das Modell abzuflachen.

Die Aufgabe unserer Lerngruppe war, den weiteren Prozess aufzuzeigen, um die weitere Etablierung sicher zu stellen.

Anhand verschiedener theoretischer Modelle haben wir in Zweiergruppen Situationsanalysen gemacht und Prozessarchitekturen entwickelt.

Vorgeschlagen wurden:

  • Einführung eines jährlichen „Bündner Gerstensuppentags“, an dem reflektiert wird, ob die Suppe noch heiss und schmackhaft ist. Ziel ist es dabei, einen Moment innezuhalten und  Klarheit darüber zu gewinnen was gut läuft und wo Anpassungsbedarf besteht.
  • Weiterbildung im Bereich Unterrichtsführung und Bewertung. Wie kann die Schule das Modell  „Noten nach Farben“ umsetzen? Gibt es im Bereich des Unterrichts „Best practice“-Beispiele zu konkreten Problembereichen (Lärm, Gruppenbildungen, Tischordnung, Organisation…)?
  • Das Schulteam setzt sich einen Fokus für die nächsten zwei Schuljahre, um der Gefahr zu entgehen, sich zu verzetteln.

Learnings:

Gewinnbringender Tag aufgrund sehr offenem Austausch mit dem Schulleiter Martin Heimo. Bewusst wird, dass auch erfolgreich implementierte Projekte weiterer Pflege und Aufmerksamkeit bedürfen.

Tanja Alvesalo, Patricia Ehrensperger, Christine Gerber Wüst, Irene Gerber, Viktoria von Wartburg, Teilnehmende des CAS Führen einer Bildungsorganisation (FBO)

 

Überraschung zwischen Chancen und Gefahren

Wie können Lehrpersonen mit einem Leistungslohn motiviert werden? Sollen Schulleiterinnen und Schulleiter ihre Erwartungen über die Entwicklung von Lehrpersonen an Leistungen knüpfen?

Obwohl sich die Wissenschaft in den Bereichen Forschung, Gesundheit und Bildung in all ihren Modellen gegen Leistungslöhne ausspricht, wird es in der Praxis oft dennoch so gemacht. Wir diskutierten, warum die Wissenschaft empfiehlt, Belohnungen überraschend einzusetzen, anstatt sie an Leistungen zu knüpfen und weshalb dies kaum so umgesetzt wird.

Lohnerhöhungen haben eine Halbwertszeit von 48 Stunden und somit einen schlechten Effekt auf die positive Leistungsmotivation. Wie kann es sein, dass immer wieder finanzielle Anreize geschaffen werden, obwohl die Wissenschaft zum Schluss kommt, dass Motivation an Wertschätzung und nicht an Belohnung geknüpft ist? Wann kann bei einer Einmalzulage von einem Lohn, wann von einem Bonus als überraschende Belohnung für eine aussergewöhnliche Leistung gesprochen werden?

In Gruppen erarbeiteten wir einen konkreten Vorschlag zuhanden der Schulpflege, wie die Einmalzulage gewinnbringend für die Organisation Schule eingesetzt werden kann.

Es lohnt sich, als gesamte Schule sich der Frage zu stellen, wie man mit dem System der Einmalzulage umgehen will, um damit Wertschätzung auszudrücken und keinesfalls eine motivationshemmende Wirkung zu riskieren.

Dorothea Berger, Sascha Buncic, Marion Huggler, Andrea Kengelbacher, Thomas Lienhard, Tanja Staubli Borschberg, Teilnehmende CAS Führen einer Bildungsorganisation

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