Fallstudien: Schule der Zukunft und Ressourcenverteilung Sonderpädagogik

Ausgerüstet mit einer Toolbox, die Basis für die Analyse und Erarbeitung von Problemstellungen bietet, lösen Teilnehmende des Lehrgangs «Führen einer Bildungsorganisation» an rund fünf verschiedenen Schulen die damit verbundenen Fragestellungen. Sie erarbeiten kriteriengeleitet Klärungsversuche und Lösungen, die dann der Schulleitung vor Ort präsentiert und diskutiert werden. Dabei geht es um Thematiken wie prozedurale Architektur, Prozessdesign, systemische Sichtweise, Partizipation, Gerechtigkeit, Rolle der Schulleitung, Schule der Zukunft, neue Formen der Unterrichtsgestaltung und vieles mehr.

Die dreiteilige Serie gibt Einblick in die Lösungsansätze. Lesen Sie heute den zweiten Teil:

Die Schule der Zukunft – in Dietlikon!

Als Träger des Schulpreises 2017 wird die Schule Dietlikon für ihre stimmige, hochentwickelte und umfassende Schulorganisation gelobt. Diese Entwicklung zum heutigen Ist-Zustand wurde laut Schulleiter der Sekundarschule, Reto Valsecchi, vor neun Jahren mit einem Visionstag angestossen – mit dem Ziel, dass sich schliesslich schulinterne Veränderung und Entwicklung auf den Unterricht auswirken und für die Lernenden spürbar werden.

Wie wird eine solche Entwicklung möglich?

  • Veränderung kann klein sein – eine Vision muss gross sein.
  • Für nachhaltige Veränderung braucht es sehr viel Zeit und einen längeren Prozess.
  • Es dauert sehr lange, bis strategische Ziele, ein neues Leitbild und daraus folgende Auswirkungen im Unterricht sichtbar und wirksam sind.
  • Der Hauptfokus einer solchen Entwicklung muss sein, dass solche Auswirkungen für die Lernenden zweckdienlich sind.
  • Organisationsentwicklung muss verbesserten Unterricht als Ziel haben.
  • Lehrpersonen werden in solche Prozesse als Experten einbezogen. Damit dies funktioniert, müssen sie Sozialkompetenz und Fachkompetenz mitbringen. 15% der Lehrpersonen stehen statistisch immer kritisch gegenüber Veränderungen (mit diesen 15 % soll sich eine SL nicht aufhalten). 15 % der Lehrpersonen sind statistisch early movers und damit bereit für Veränderungen.
  • Als Schulleitung soll man Dinge «ermöglichen» und nicht «verordnen».

Anregungen für die eigene Schulentwicklung

  • Worauf kommt es in einer Schule wirklich an?
  • Wie machen wir unsere Lernenden «fit fürs Leben»?
  • Wie vernetzen wir in der Schulentwicklung die drei zu berücksichtigenden Ebenen: Personal, Unterricht, Organisation?
  • Wie beziehen wir alle beteiligten Akteure (Schulleitungen, Lehrpersonen, Schulleitungen, Eltern und Öffentlichkeit) wirksam in die Prozesse mit ein?

Valerie Ochsner, Teilnehmerin CAS «Führen einer Bildungsorganisation»

 

Ressourcenverteilung Sonderpädagogik – Schule Ausserdorf, Winterthur

Auf der Basis des U-Prozesses gemäss Scharmer und drei weiteren Methoden (Warum-Methode, Refraiming-Matrix und Walt-Disney-Technik) haben wir uns mit gegenseitigen Interviews auf einen gemeinsamen Wissensstand über die Organisation der Sonderpädagogik gebracht. Die auf Werte basierende Arbeit an der Schule Ausserdorf und ihre daraus resultierende Grundhaltung, dass jedes Kind einzeln angeschaut wird, führte uns zu den Kriterien für die Verteilung der Ressourcen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Learnings

  • Das Kind muss im Zentrum stehen und als Einzelfall betrachtet werden.
  • Es gibt kein Allgemein-Rezept.
  • Jedes Jahr muss aufs Neue die bestmögliche Lösung gesucht werden.
  • Im Laufe des Schuljahres sind Gefässe vorhanden, welche ein erneutes Aushandeln der Ressourcen möglich machen. Diese Flexibilität wird durch eine geschickte Personal- und Sitzungsplanung gesteuert.
  • Die SHPs erhalten grosse Kompetenz, das gesamte Unterrichtsteam ist in die Verteilung der Ressourcen aktiv involviert.

Charlotte Couvreuer, Michel Esseiva, Dominique Gartenmann, Ursina Graf, Livia Gmür, Christa Neukom, Philip Uhlmann, Teilnehmende CAS «Führen einer Bildungsorganisation»

Wie verteilt ihr die Ressourcen der Sonderpädagogik an eurer Schule? Teilt eure Praxiserfahrung und schreibt einen Kommentar!

Sie haben den ersten Teil der Serie «Fallstudien» verpasst? Hier gehts zum ersten Beitrag.

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