Die Schule ist nicht bloss ein Lernort

Vielmehr ist die Schule der Lebensort, an dem in allen Bereichen der Gesellschaft aktiv gelernt werden muss.

8.20 Uhr am Mittwoch, 12. September 2018: Die rund 275 Primarstufenkinder des Schulhauses Walenbach versammeln sich in der Turnhalle; der stundenplanmässige Alltag findet heute nicht statt. Vielmehr steht der heutige Tag im Zeichen von fröhlichen Begegnungen, wertschätzendem Miteinander und einem friedvollen Zusammenhalt sowie gemeinsamen Spielen und dekorativem Basteln. Gemeinsam gesungen ertönt das selbst getextete Walenbachlied in voller Pracht und stimmt bereits durch den Inhalt auf den Tag ein.

Der Begegnungsmorgen ist mittlerweile ein fest eingerichteter Tag zu Beginn des Schuljahres. Lehrpersonen und Kinder sind auf diesen Tag vorbereitet. Verschiedene gemeinschaftsfördernde Spiele und soziale Kontexte sind Themen des Morgens. Der Fokus auf das gesellschaftliche Zusammenleben inklusive einem gemeinsamen Znüni-Basar ist allgegenwärtig. Die Gruppeneinteilung erfolgt altersdurchmischt von der 1. bis zur 6. Klasse. Diese Gruppen durchlaufen diverse Stationen und leisten einen hohen Beitrag zur Förderung der Gemeinschaft, der gegenseitigen Rücksichtnahme und einem wertschätzenden Umgang untereinander. Parallel dazu erfolgt die Ausbildung von 17 Pausenhelfern mit tragender Funktion und Bedeutsamkeit für das Schulhaus. Diese Kinder wurden in einem Bewerbungs- und Wahlverfahren von Mitschülern gewählt.

Ausbildung zum Pausenhelfer

Der Umgang der Kinder untereinander soll von gegenseitiger Akzeptanz, Toleranz, Hilfsbereitschaft und gegenseitigem Respekt geprägt sein. Soziale Kompetenzen stellen die Voraussetzung für ein friedliches Miteinander und somit eine Grundlage für den derzeitigen und zukünftigen Lebensweg der Kinder dar. Im Mittelpunkt steht dabei die Übernahme altersgemässer Verantwortung für die Gemeinschaft sowie das Erlernen friedlicher Konfliktlösungen. Um dies zu erreichen, sollen die Pausenhelfer zudem ihre Kompetenzen im Bereich der gegenseitigen Verständigung und Streitschlichtung üben. Die Pausenhelfer sollen Uneinigkeiten auf dem Pausenplatz eigenständig lösen können. In verschiedenen Übungsszenarien wurden Strategien und Handlungsmöglichkeiten für die Wahrnehmung ihrer Pausenhelfertätigkeiten eingeübt. Am Ende des Begegnungsmorgens wurden die Pausenhelfer mit einer feierlichen Urkundenüberreichung in ihrer neuen Aufgabe willkommen geheissen.

Himmel und Hölle, Springspiele, Ballspiele, Schach und Co.

«Bewegung und Spiele sind für das körperliche und geistige Wachstum von höchster Bedeutsamkeit»

Erfahrungen, die Kinder in der Bewegung machen können, betreffen nicht nur die körperliche und motorische Entwicklung. Es geht auch um die Vergewisserung und Entwicklung der Emotionen und Kognitionen sowie sozialer Kompetenzen. In und durch Bewegung gewinnt das Kind ein Bild über sich selbst, es tritt dabei mit anderen in Beziehung. In den Spielschränken für Pausenspiele sind vielfältige Gemeinschaftsspiele, welche das Miteinanderspielen notwendig machen und fördern. Am Begegnungsmorgen wurden bspw. Teamspiele eingesetzt, um Berührungsängste abzubauen und mit Kindern aus anderen Klassen in Kontakt zu kommen. So übernahmen ältere Kinder teilweise Verantwortung für jüngere in der Gruppe. Dies befähigte die Jüngsten den Begegnungsmorgen aktiv teilhabend zu erleben.  Beim Spielen werden zahlreiche Fähigkeiten erworben und verfeinert, die für das Leben unverzichtbar sind. Dabei werden soziale Handlungsmuster, die für eine gelungene Teilhabe an der Gesellschaft nötig sind geübt. Kinder lernen miteinander das Spielen zu planen, sich an Regeln zu halten und gesellschaftliche Umgangsformen zu verinnerlichen. Die Lehrpersonen gestalten den Unterricht so, dass spielerische Zugänge und aktive Bewegungsphasen Lerninhalte ergänzen. Rhythmus und Bewegung werden z.B. mit Grammatikübungen oder Rechenaufgaben verknüpft wobei inhaltlich der Schwierigkeitsgrad spielerisch stetig gesteigert und dadurch die Aufmerksamkeit intensiver geschult wird. Solche aktiven Phasen sind fester Bestandteil des bewegten Unterrichts und erhöhen die Konzentration und Auffassungsgabe.

Das Schulhausteam der Primarschule Walenbach befasst sich intensiv mit dem Zusammenleben, Gesundheitsaspekten sowie dem Wirken in, zur und durch die heutige Gesellschaft und ist der Mithilfe engagierter Unterstützung seitens der Eltern sehr dankbar.

 Frank Bierlein, Schulleiter Schule Walenbach, Wetzikon ZH

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