4 Wege zur Reduktion bzw. Stabilisierung der Sonderschulquote

Viele Gemeinden im Kanton Zürich klagen über kontinuierlich steigende Kosten im Sonderschulbereich.  Das Verhältnis der Ausgaben pro Sonderschüler und derjenigen pro Nicht-Sonderschüler verschlechtert sich, was zu einer grossen finanziellen Belastung der Gemeinden führt. So betragen beispielsweise in der Gemeinde Mönchaltorf die Ausgaben für Sonderschulung knapp 16 % (2016: 14.3 %) der gesamten Bildungsausgaben.

Da es keine «Patent-Lösung» zur Senkung der Sonderschulkosten gibt, suchen die Schulleitungen und Schulbehörden im Kanton Zürich nach Wegen, wie sie den pädagogischen und finanziellen Herausforderungen der Sonderschulung begegnen können. Die Schule Mönchaltorf, die Schule Rüti und die Schule Bühl in Wetzikon haben sich zum Ziel gesetzt, die Tragfähigkeit der Regelschule weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Schulung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen zu gewährleisten – und sind auf verschiedene Lösungsansätze gestossen.

Doch nicht nur Schulen sind gefordert mit dem Thema Heterogenität und Diversität in Bildung, Arbeit und Gesellschaft umzugehen, sondern auch Gemeinden und Städte. So haben verschiedene Entwicklungen zum Bewusstsein um diese Verantwortung geführt. Unter anderem sind es die Bemühungen um eine chancengerechte Bildung und Ausbildung von benachteiligten und behinderten Kindern und Jugendlichen sowie Initiativen aus der Behindertenbewegung zum selbstbestimmten Leben. In kommunalen Netzwerken und Bildungsregionen geht es darum, Brücken zwischen Bildungsverantwortlichen, der Politik und Zivilgesellschaft zu schlagen und darüber Förder- und Partizipationslücken zu identifizieren und zu schliessen. Bildungsgerechtigkeit, Partizipation und Teilhabe sind zentrale Leitmotive. Für die Stadt Uster waren diese Motive Anlass, über die Qualität der Partizipation von Menschen mit Behinderungen nachzudenken, diese zu analysieren und weiterzuentwickeln. So hat sich die Stadt Uster auf den Weg zur «Inklusionsstadt» gemacht und verfolgt eine innovative Konzeption der Bildungs- und Sozialraumentwicklung.

Welche Lösung für meine Schule /Gemeinde ist die richtige?

Diese Frage dürften sich viele Schulbehörden, Schulleitungen und Schulpsychologische Dienste stellen. Hilfreich dürfte hierzu ein Erfahrungsaustausch mit Schulen und Gemeinden sein, welche sich «auf einem dieser Wege befinden».

Tagung:  Steuerung der Sonderschulung – Erfahrungsberichte von Schulen und Gemeinden

Die PH Zürich, das Volksschulamt des Kantons Zürich und die HfH veranstalten deshalb am 17. November 2018 eine Tagung, an welcher die vier Ansätze beschrieben werden und aufgezeigt wird, warum die Institutionen ihren Ansatz gewählt haben. In den Workshops präsentieren und diskutieren die Vertreterinnen und Vertreter der vier Institutionen Mönchaltorf, Rüti, Wetzikon und Uster ihr Vorgehen und die Prozesse zur Weiterentwicklung der Tragfähigkeit der Regelschule – notabene mit Blick auf die Stabilisierung oder Reduktion der Sonderschulungsquote. Der systemische Blick erlaubt hierbei den Transfer auf die eigene Schule.

Hier geht’s zur Anmeldung:

https://phzh.ch/de/Weiterbildung/Weiterbildung-Volksschulen/Tagungen/sonderschulung/

Daniel Brodmann, Dozent, Zentrum Management und Leadership, PH Zürich

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