Hell, neutral und warm – so sollten Räume für das Freispiel gestaltet sein

Der Raum ist ein wichtiger Faktor für ein langes und intensives freies Spielen, stellt Barbara Schwarz de Groot, Schulleiterin, in ihrer Forschungsarbeit zum Thema Spiel fest und gibt in dieser fünfteiligen Serie Einblick in Ihre Ergebnisse.

Hier gehts zu den ersten drei Beiträgen.

Voraussetzung für ein qualitativ hochstehendes Freispiel sind geeignete Räumlichkeiten, das heisst ein Haupt- sowie ein Nebenraum, in welchen es den einzelnen Kindern aber auch der Lehrperson wohl ist.

Es sollten Räume sein, welche zusammenhängend und überblickbar sind und ohne Aufwand in unterschiedliche Bereiche eingeteilt werden können. Gute Lichtbedingungen, Beschattung und auch eine gute Schalldämmung muss gewährleistet sein. Die Räume hell, neutral und warm, der Bodenbelag pflegeleicht. Keine dominanten Wandfarben oder Kunstwerke, damit sie von und für die Kinder genutzt und gestaltet werden können. Praktische Wandschränke und Materialräume sollen vorhanden sein und auch eine grosszügige Garderobe, die ebenfalls als Spielbereich genutzt werden kann.

Ein grosszügiger Garten kommt dem grossen Bewegungsdrang der Kinder dieser Stufe entgegen und bietet wunderbare Spielmöglichkeiten.

Ein Bereich für die Lehrperson mit Pult und Computer/Drucker muss vorhanden sein sowie eine Küche oder Zugang zu einer Küche und zudem ein Tisch mit Stühlen für Gespräche und Austausch.

Die Kindergartenlehrpersonen richten regelmässig den Kindergartenraum neu ein und bieten individuelles Spielmaterial an. Dazu gehört auch neben dem Einkauf auch der Unterhalt des Spielmaterials. Bei der Raumgestaltung geht es um Überlegungen, auf welche Weise Sitzkreis, Spiel und Lernangebote anzulegen sind und wie die häufig benutzten Materialien zugänglich gemacht werden, um möglichen Störungen bei der parallelen Nutzung oder beim Wechsel von Spiel-und Lernangeboten, vorzubeugen.

Weiter ist es wichtig, Regeln hinsichtlich allgemeiner Verhaltensweisen zu erstellen, wie zum Beispiel fokussieren auf anderen Kinder, und was ihnen gehört zu respektieren.

Auch Rituale zu Organisationsformen wie zum Beispiel des Aufräumens am Schluss einer Freispielsequenz gilt es zu erarbeiten. Damit die Kinder selbständig spielen können, muss die Lehrperson Aufgaben und Angebote entsprechend arrangieren. Nach der Freispielsequenz kann ein Schlusskreis folgen um das Spiel zu reflektieren.

Immer mehr werden einige Kindergärten für ein paar Wochen spielzeugfrei.

Tische, Tücher, Bretter, Kisten, Schachteln und wertloses Material wie Korkzapfen, Röhren, Fadenspulen, Bretter, Styroporblöcke, Naturmaterialien etc. regen die Kinder zum Experimentieren und Spielen an.

Der Wald eignet sich auch sehr, um dem intrinsischen Spiel und dem enormen Bewegungsdrang der Kinder auf dieser Stufe entgegenzukommen.

Barbara Schwarz de Groot, Schulleiterin, Kindergartenlehrperson, Geschäftsleitungsmitglied Zürcher Lehrerinnen und Lehrerverband

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