«Auf den Spuren guter Schulen» – eine Studienreise nach Wiesbaden

Wann haben Sie sich das letzte Mal gefragt, was eine gute Schule ist? Und wann sind Sie das letzte Mal dieser Frage nachgegangen?

Vom 15. bis zum 19. Mai machte sich eine Gruppe aus Schulleitenden, einem Behördenmitglied und PH-Mitarbeitenden auf den Weg nach Wiesbaden, um Spuren guter Schule zu finden. Die gefundenen Erkenntnisse sind so vielfältig, spezifisch und individuell wie die Blicke der Suchenden. Besucht haben wir die Helene-Lange-Schule (1995 Versuchsschule des Landes Hessen, 2007 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet), die Hermann-Ehlers-Schule (Gesamtschule) und die Diesterwegschule (Grundschule).

In allen drei Schulen entdeckten wir Elemente, die uns erstaunten, begeisterten oder uns zum Nachdenken brachten.

In allen drei Schulen wurden wir sehr herzlich empfangen, trafen auf engagierte Lehrpersonen, die sich mit ihrer Schule identifizierten, aber auch auf unsere Eindrücke neugierig waren und gerne ein Feedback aufnahmen.

In allen drei Schulen führten uns Schülerinnen und Schüler durch «ihr» Schulhaus und erzählten, was sie mit einzelnen Räumen verbanden und diskutierten lebhaft mit Schulleitenden und Lehrpersonen.

Auf der Detailsuche erlebten wir eine Zehntklässerin, die mit solcher Prägnanz, Überzeugung und Fachkenntnis eine Rede über die Massentierhaltung hielt, dass ich mit Sicherheit immer beim Fleischkauf daran denken muss. Wie selbstverständlich sitzen in einem anderen Klassenzimmer zwei behinderte Kinder und nehmen ihren Fähigkeiten entsprechend am Unterricht teil. Wir lernten, dass die Schülerinnen und Schüler jeden Tag nach einem selbst erarbeiteten Plan ihr Klassenzimmer putzen, so dass ein Teil des «ersparten» Geldes der Schule für Projekte zugutekommt. In einer Lego-AG werden in feinster Kleinarbeit ganze Städte geplant und gebaut. Jeder, der in der Pause alleine ist, kann sich auf ein rotes Traurigkeitsbänklein setzen und sofort findet sich jemand, der sich dazu setzt und mitspielt (erfolgreich ausprobiert). In altersgemischten Klassen beginnen die Erstklässer ihren Unterricht, im Laufe der zweiten Stunde kommen die Kindergartenkinder dazu und beginnen wie selbstverständlich ihre Aufgaben ohne dass der Unterricht gestört wird. Äusserst strukturierte und in liebevoller Kleinstarbeit selbst hergestellte Materialien helfen, den Unterricht individuell zu gestalten.

Dass wir bei bester Stimmung nach einem Spaziergang durch Weinberge noch ein Weingut besuchten und bei Sherry&Port neben köstlichen Tapas die edelsten Portweine teilten, soll nur am Rande erwähnt werden…

Können wir unsere Ausgangsfrage beantworten? Die Antwort bleibt hypothetisch. Spuren haben wir mit Sicherheit gefunden und wir werden uns weiter auf die Suche begeben. Nächstes Jahr im April in München … die Ausschreibung folgt!

Heike Beuschlein, Dozentin, PH Zürich

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