Ein junger Pfarrer auf Abwegen

Der Beginn des Romans geht so: Leine_244771_MR.indd

«Die Witwe ist aus freiem Willen hier hinaufgegangen, niemand hat sie dazu gewzungen. Sie hat die Läuse aus ihren besten Kleidern geklopft und sich dann angezogen, ihr Haar im Urineimer des Gemeinschaftshauses gewaschen und hochgesteckt.»

Der Roman erzählt vom jungen Pfarrers Morten Falk, der nach katholischen Gesichtspunkten ein grosser Sünder ist. Er sucht das sexuelle Abenteuer mit einem androgynen Jungen, liest lieber in Rousseaus Schriften als in der Bibel, stiehlt und führt Abtreibungen durch. Nichtsdestotrotz ist einem der Pfarrer sympathisch. Getrieben von Lebenshunger und aufklärerischen Idealen reist er als Missionar am Ende des 18. Jahrhunderts von Kopenhagen in eine dänische Kolonie in Grönland, wo alles anders ist, als er es erwartet hatte.

Mit Humor und Tragik erzählt Kim Leine vom Schicksal eines modernen Menschen, dem es unmöglich ist, seine eigene Integrität zu wahren. Das Buch ist ein grosses Lesevergnügen.

Kim Leine: Ewigkeitsfjord (Hanser, 2014, 635 Seiten)

Mit Kim Leine zum Schauplatz des Romans gehen:
youtu.be/7t6Csz9XxK0

Write my Fire – #13: Vielleicht ist das so

Write My Fire!«Mira: Du bleibst dein ganzes Leben am gleichen Ort wie jetzt, weil es eigentlich ganz okay ist? Das ist der Unterschied zwischen uns beiden… Du… Du gibst dich einfach so verdammt schnell mit allem zufrieden.

Lars: Naja, nur weil ich nicht die ganze Zeit den Job wechsle und immer noch in der Stadt lebe, wo ich aufgewachsen bis…

Mira: Darum geht’s ja gar nicht. Ich will dich ja gar nicht ändern. Es ist, es ist halt nur… Schwierig. Ich wünschte mir manchmal…

Lars (schroff): Was? Dann wilst du ja trotzdem, dass ich mich ändere.

Mira (schweigt lange): Aber ich will es nicht wollen.»

(Geschrieben zu: Adele – «Set Fire to the Rain»)

Unter dem Motto «Write my Fire!» und inspiriert von den feurigsten Songs der letzten 50 Jahre schrieben Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich gemeinsam Geschichten, Minidramen, Chats, Dialoge und vieles mehr. Dies anlässlich unseres Schreibevents zur Schweizer Erzählnacht 2012.

Bereits seit 2009 entsteht so jedes Jahr ein Büchlein. Die Vernissage des aktuellen Werks «Write My Fire!» begeisterte mit Lesungen und Live-Musik der Lokalband «November’s Fall» und fand am 10. April 2013 anlässlich unseres Jubiläumsfests in der PH Zürich statt. Gedruckte Exemplare aller Jahre können weiterhin zu je CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

Schreiben als Kulturtechnik

Sandro Zanetti: Schreiben als KulturtechnikFür Schreibspezialistinnen und -spezialisten stellt Sandro Zanetti – als Herausgeber der Sammlung – Grundlagentexte zur Verfügung, die zum Nachdenken über Schreiben und Schreibförderung von einer anderen Seite her anregen. Ein Blick auf das Spannungsfeld von medialen Möglichkeiten, kultureller Disziplinierung und hochindividuellen Prozessen im Schreiben.

Lesen Sie die Rezension von Monique Honegger in der Zeitschrift Schreiben online.

Sandro Zanetti, Hrsg.
Schreiben als Kulturtechnik: Grundlagentexte.
Berlin: Suhrkamp, 2012. 473 Seiten.

FAQ – Evergreens aus der Schreibberatung – #12

FAQHäufig gestellte Frage: «Wie kann ich ‹SuS› noch anders ausdrücken?»

Unsere Antwort: SuS steht bekanntlich für Schülerinnen und Schüler. Was sind die ‹SuS› sonst noch? Mit Synonymen wie «Kinder, Jugendliche, die Klasse oder Lernende» etc. liegst du sicherlich richtig. Ein Text wird interessanter, wenn nicht ständig dieselben Worte wiederholt werden. Dennoch handelt es sich, je nach Kontext, schlicht und einfach um Schüler und Schülerinnen. Aufgepasst also, dass Synonyme nicht für Unschärfe sorgen, schliesslich können Lehrpersonen auch nicht beliebig durch Erziehende, Erwachsene etc. ersetzt werden.
Wichtig ist, dass du nicht einmal von SuS und dann wieder ausgeschrieben von Schülerinnen und Schülern schreibst. Entweder oder, die Einheitlichkeit ist in einer schriftlichen Arbeit zentral. Entscheidest du dich für SuS, ist es ratsam, das erste Mal die ausgeschriebene Form zu wählen, um dem Leser klarzumachen, was die Abkürzung bedeutet.

Gute Nachrichten

The NewsroomWill McAvoy (Jeff Daniels) möchte die Welt verbessern – wenigstens die Nachrichtenwelt, denn die Berichterstattung im Fernsehen ist zur seichten Unterhaltungsshow verkommen. Im Kampf um Werbeeinnahmen und Einschaltquoten bleiben kritische Meldungen und Fragen auf der Strecke. Das soll sich ändern. Fortan steht wieder die Wahrheit im Mittelpunkt. Scheinheilige und Lügner werden entlarvt. Gute Nachrichten weiterlesen

Tutorinnen und Tutoren schreiben für «Akzente»: Die Studi-Kolumne

Akzente14-1_coverSeit 2009 schreiben die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums für das Magazin der PH Zürich (neu: «Akzente»). In Heft 1/2014 zum Thema «Berufseinstieg» blickt Bonina Oberholtzer auf Seite 25 vorwärts in die Zukunft und denkt unter anderem über Mode, Musik und Medien nach.

Ausstudiert – die Studierenden-Kolumne:
Bonina Oberholzer: «Vorwärts in die Zukunft»

«Rauschen» – Schreibwettbewerb des Schreibzentrums, der KME und der EB Zürich

© Kurt Caviezel
© Kurt Caviezel

Teilnahmebereichtigte
Studierende der PH Zürich der KME sowie Teilnehmende der EB Zürich

Text
Text zum Wort «Rauschen»; Textsorte frei (z.B. Kurzgeschichte, Minidrama, Gedicht, Rap).

Textlänge
1000 bis max. 5000 Zeichen

Einsendeschluss
31. März 2014

Text senden an
schreiblesezentrum@eb-zuerich.ch oder an schreibzentrum@phzh.ch

Preise
Büchergutscheine (200/150/100 CHF) zu gewinnen.

Präsentation der Siegertexte (1.–3. Preis)

in der Aula des Bildungszetrums für Erwachsene BiZE im Mai 2014.

Mehr Inormationen: stud.phzh.ch/schreibzentrum oder openkme.kme.ch (SLZ-Angebote) und eb-zuerich.ch/slz

Flyer Schreibwettbewerb (PDF)

Write my Fire – #12: Der Zug reisst mein Herz

Write My Fire!«Der Zug reisst mein Herz durch die Nacht,
schiesst mich in den schwarzen Schacht.
Ich fliege als Kugel in die Dunkelheit,
ziehe zum letzten Mal die Lippen breit,
bis der Schmerz in mir bricht und lacht,
und glühend in den Abgrund kracht.»

(Geschrieben zu: Adele – «Set Fire to the Rain»)

Unter dem Motto «Write my Fire!» und inspiriert von den feurigsten Songs der letzten 50 Jahre schrieben Studierende und Mitarbeitende der PH Zürich gemeinsam Geschichten, Minidramen, Chats, Dialoge und vieles mehr. Dies anlässlich unseres Schreibevents zur Schweizer Erzählnacht 2012.

Bereits seit 2009 entsteht so jedes Jahr ein Büchlein. Die Vernissage des aktuellen Werks «Write My Fire!» begeisterte mit Lesungen und Live-Musik der Lokalband «November’s Fall» und fand am 10. April 2013 anlässlich unseres Jubiläumsfests in der PH Zürich statt. Gedruckte Exemplare aller Jahre können weiterhin zu je CHF 2.– beim Schreibzentrum erworben werden.

Wir brauchen Literatur!

Harvard-Präsidentin Drew Faust (Davos, 22.1.2014)

«Ohne Fächer wie Literatur und Geschichte gibt es keinen Fortschritt», sagt Drew Faust im Interview mit der NZZ am Sonntag (7.2.2014, S. 27). Die Präsidentin der Harvard University bricht eine Lanze für die Geisteswissenschaften: «Sie lehren uns, die richtigen Fragen zu stellen. Sie helfen uns, die Welt zu verstehen.» In einer auf wirtschaftlichen Erfolg und technischen Fortschritt getrimmten Welt hören wir das gerne. «Literatur erlaubt uns, in die Köpfe anderer Menschen zu sehen und zu verstehen, wie sie die Welt sehen.»
Die Frage ist also nicht, ob Literatur einen unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen bringt, sondern ob und wie sie unser Zusammenleben und Fortkommen in der Welt bereichert. «Die entscheidende Fähigkeit, die uns die Geisteswissenschaften lehren, ist, etwas zu interpretieren, etwas einen Sinn zu geben. Wir werden heute mit Informationen bombardiert. Aber wie trennen wir die wertvollen von den unnützen? Es geht in unserer Welt eben nicht nur um Fakten, sondern auch darum, was sie bedeuten.»