Horoskop – reiner Hokuspokus?

Erst letztens war ich mit meiner Schulkasse auf einem Tagesausflug im Technorama in Winterthur. Ein wunderbarer Lernort für alle Naturwissenschaften. Ich war schon gespannt, die Reaktionen der Kinder auf Experimente zu Schwerkraft, Licht und vielem mehr zu sehen.

Jedoch wurde ich gleich zu Beginn der Reise mit der wahrscheinlich kompliziertesten Frage des Tages konfrontiert: «Sie, Herr Rilko, isch das i dene Horoskop echt wahr?», fragte mich einer meiner Schüler.

Ich war mir ziemlich sicher, dass meine Antwort das Kind nicht zufriedenstellen würde. Obwohl ich selber die Tendenz habe, mich als «Waage» zu sehen, also als Teil eines sozialen Konstrukts, in das die Oktoberkinder zufällig hineingeboren werden, kann ich eine solche Definition meinerseits nicht wissenschaftlich begründen. Es wirft nämlich viel zu viele Fragen auf: Bin ich, nur weil ich im Herbst geboren wurde, emotional sensitiver? Habe ich wirklich ein besseres Verhältnis zu Wassermännern als andere? Ist mein Bruder als Widder nur anders, weil die Erde zum Zeitpunkt seiner Geburt an einem anderen Punkt im Weltall stand?

Ehrlich gesagt: Ich habe keine Ahnung. Die Begründung wäre eine wunderschöne Alternative, die unterschiedlichen Charaktere der Menschen zu erklären. Doch ist sie nicht so standfest, als man sie den Kindern gegenüber einfach so vertreten könnte.

Also habe ich mich nach einem kurzen Denkprozess für ein klassisches Ausweichmanöver entschieden: «Entweder glaubsch dra oder nöd. Was staht denn bi dim?»

Nicholas Rilko studiert an der PH Zürich und arbeitet als Tutor im Schreibzentrum.

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