Alles nur eine Phase

Tutorin Antonia Stopic
(Illustration: Elisabeth Moch)

Haben Sie das neue Jahr mit Vorsätzen begonnen oder lassen wir das hinter uns? Ich mache mir nicht viel daraus und nutze den Neujahresschwung lieber für einen persönlichen Rückblick. Besonders beschäftigt hat mich letztes Studienjahr das Thema «Vier Phasen der Freundschaft». Wenn Sie sich nun kopfkratzend die Frage stellen «Welche vier Phasen genau?», lautet meine Antwort: Keine Sorge, es ist und war kein Modulinhalt an der PH. Vielmehr handelt es sich um ein Konzept eigener Kreation:

Die vier Phasen der Freundschaft beginnen mit der «Einöde», welche typisch für den Beginn jedes Studiums und dadurch gekennzeichnet ist, dass man keine Menschenseele wirklich kennt. Nimmt man nun die Fährte von Kommilitonen auf, mit denen man einige oberflächliche Gemeinsamkeiten teilt, tritt man in die zweite Phase ein, nämlich in das «Rudel», wobei die Mentoratsgruppe für dessen Bildung eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.

Um die dritte Phase zu erreichen, nämlich die «Verdichtung», ist individueller Einsatz gefragt. Das Ziel: Die Mitmenschen um sich herum genug gut kennenzulernen, um herauszufinden, ob man auf derselben Wellenlänge ist oder, wie in meinem Fall, ob sie den eigenen Humor teilen. Ein wildes Ausschnauben durch die Nase meines jeweiligen Gegenübers ist für mich Zeichen genug dafür, dass sich meine schelmischen Bemühungen für die Auflockerung der Modulpause bewähren. Ausserdem teile ich diesen Tipp gerne, auch wenn er selbstverständlich erscheint: Freunde deiner Freunde kennenlernen. Dies aus zwei Gründen. Erstens ist man unter Freunden stets ungezwungen, zweitens sind die eigenen Freunde immer eine gute Referenz für die eigene Art. «Friede, Freunde, Eierkuchen» lautet die letzte Phase und ich muss zugeben, je näher das Ende meines Studiums rückt, umso mehr wundert es mich, wie es in Zukunft um meine mittlerweile lieb gewonnenen Freundschaften stehen wird. Eine nicht vollends zufriedenstellende, dennoch ehrliche Antwort ist: Nur die Zeit wird dies zeigen.

Antonia Stopic studiert an der PH Zürich und arbeitet als Tutorin im Schreibzentrum.
Der Text ist erschienen als Kolumne im Magazin für die Mitarbeitenden der PH Zürich, inside 1/2020, S. 21.

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