Nahrhafter Schinken für Schreibcoachs

 

akzente_cover_1_2016_fur_websiteMit dem Schinken ist der Sammelband, der von Stephanie Dreyfürst und Nadja Sennewald herausgegeben wurde, gemeint. Wo im Sammelband herzhaft zugebissen werden kann und wo lieber an anderer Stelle zugelangt werden sollte, lotet Alex Rickert im Online-Medientipp zu Heft 1/2016 von Akzente aus.

Medientipp von Alex Rickert: «Nahrhafter Schinken für Schreibcoachs» oder
als Langtext in der Zeitschrift Schreiben vom 31.10.2015.

Drei Tutoren des Schreibzentrums der PH Zürich blicken zurück auf die Jahrestagung des Forums Deutschdidaktik vom 19. März 2016 in Bern

von Marcel Flütsch, Loris Trentini und Gabriel Mateos Sánchez*

Über 60 kluge Köpfe aus Forschung und Lehre trafen sich zur Tagung des Forums Deutschdidaktik an der PH Bern. Das Thema: Sprachliches Lernen und Modellieren.

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Prof. Dr. Andreas Gold demontiert Hatties Metaanalysen

Das minimalistische Ambiente an der PH Bern besitzt seinen eigenen rohen Charme. Es war ein erster Frühlingstag. Die Vögel zwitscherten. Doch im ersten Plenumsreferat von Prof. Dr. Andreas Gold endete die Beschaulichkeit: Hattie sei ein Mythos! Denn Hatties Metaanalyse zu Faktoren des Lernerfolgs weisen bei genauerer Betrachtung Mängel auf. So findet die Kategorisierung oft willkürlich statt, die Qualität der einzelnen Metaanalysen ist teilweise zweifelhaft und bei älteren Studien fehlen Kontrollgruppen. Diese Schwierigkeiten führen dazu, dass sich so ziemlich jeder und jede bei Hattie bedienen kann, um den eigenen Standpunkt zu untermauern.

Im zweiten Vortrag zeigte Prof. Dr. Afra Sturm zwei Wege auf, wie Schreibkompetenzen verbessert werden können: durch Modellieren von Schreibstrategien und durch eine individuelle Begleitung. Sturm wollte in den beiden Zugängen keinen Gegensatz sehen, sondern plädierte für einen kombinierten Ansatz.

Nach einem Mittagessen am Buffet und mit den Strahlen der Berner Sonne ging es am Nachmittag in drei verschiedenen Workshops zum Thema Modellieren in unterschiedlichen Domänen weiter. Man hatte sich zu entscheiden zwischen Mündlichkeit (Brigit Eriksson und Stefan Hauser), Lesestrategien (Maik Philipp) und literarischem Lernen (Simone Fässler und Stephan Nänny). Wir entschieden uns für Letzteres und hofften auf etwas Handfestes, auf eine konkrete Idee für den Unterricht. Wir wurden nicht enttäuscht.

Dr. Simone Fässler und Stephan Nänny von der PH Thurgau stellten ihre Methode des literarischen Dialogs lebhaft vor, indem sie die Teilnehmenden miteinbezogen. Diese lasen zuerst einen Text und wählten dann zu zweit eine interessante Stelle aus, die sich zum Imaginieren eignete. Anschliessend dachte sich jeder eine Frage aus, die nur durch das eigene ‘Kopfkino’ zu beantworten war. Zum Schluss wurden die Antworten miteinander verglichen und diskutiert. Die Methode war zwar nicht ganz unumstritten. Einige Teilnehmende störten sich daran, dass den literarischen Werken etwas hinzugefügt werde, das vom Autor eventuell ganz bewusst weggelassen worden sei. Für den Unterricht scheint uns diese Methode jedoch vielversprechend und ergiebige zu sein.

Den Einblick hinter die Kulissen der Deutschdidaktik fanden wir sehr interessant. Es war spannend zu sehen, dass sich viele Menschen leidenschaftlich dafür einsetzen, dass Schülerinnen und Schüler erfolgreicher Lernen. Abgesehen davon nehmen wir noch eine weitere Erkenntnis mit nach Zürich: In Bern läuft wirklich alles ein bisschen gemütlicher.

*Marcel Flütsch, Loris Trentini und Gabriel Mateos Sánchez sind Sek 1-Studenten an der PH Zürich und Tutoren am Schreibzentrum.

 

Q&A Zitieren #9: Muss ich Gesetzestext?

paragrafSie müssen nicht, aber Sie dürfen. Im Text selber können Gesetzestexte in vereinfachter Form belegt werden, im Literaturverzeichnis kann auf eine Nennung verzichtet werden.

Unter der Rubrik «A–Z» entsteht im Studiweb ein kleines Nachschlagewerk zu Spezialfällen und häufigen Fragen des wissenschaftlichen Zitierens.

Wie sehen die Angaben zu einem Lehrmittel aus? Was ist eigentlich «graue» Literatur? Muss ich alle 15 Autorenangaben aufführen? Braucht es bei einem Blockzitat Anführungszeichen? Wie zitiere ich aus dem Volksschulgesetzt oder einem Modulskript der PH Zürich? Was bedeutet et al. und wo wird die Abkürzung verwendet? Darf ich auch Fussnoten setzen, wenn ich nach dem Autor-Jahr-System arbeite? Weitere Beispiele zu Internetquellen, Kursivsetzung und Selbstplagiaten folgen.