Schulkultur

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Wir sehen den Eingangsbereich einer Primarschule. Alexander Schiess, Student an der PH Zürich, hat das Foto aufgenommen. Es ist Teil einer Fotodokumentation, die er für seine Vertiefungsarbeit zum Thema «Visuelle Schulkulturen: Sichtbare Ausprägung von Werten und Normen an der Schule» gemacht hat. Ausgehend von einem Verständnis von Schulkultur als Zusammenspiel von nicht beobachtbaren Grundhaltungen, von gemeinsamen Leitideen und von beobachtbarem Verhalten untersucht Schiess die Innen- und Aussenräume sowie die Schulwebsite nach sichtbaren Manifestationen von Schulkultur. Viele Details auf diesem Foto lassen Rückschlüsse auf gelebte oder an- gestrebte Werte und Normen zu.

Die in farbigen Lettern formulierte Aufforderung zur Freundlichkeit wird untermalt durch Zeichnungen zum «Grüssen». Miteinander Kontakt aufnehmen ist wichtig für eine Kultur gegenseitiger Wahrnehmung. Die Glastür vom Entree ins Treppenhaus signalisiert Offenheit und Transparenz. Wir fühlen uns willkommen. Die drei Steinskulpturen sind Arbeiten von Schülerinnen und Schülern, wohl das Resultat einer Projektwoche. Wie bei den Zeichnungen rechts an der Wand zeugen sie von der Mitwirkung der Kinder bei der Gestaltung der Innenräume. Die Vogelsilhouette deutet auf einen achtsamen Umgang mit der Natur hin, und die Pet-Sammelbox ist Ausdruck eines ökologischen Bewusstseins. Ob diese Zeichen als Indizien für gelebtes Verhalten im Schulhaus gedeutet werden können, ist eine andere Frage – aber als Absichtserklärungen sind sie ernst zu nehmen.

(Fotografisches Fundstück von Thomas Hermann aus der Zeitschrift «Akzente» 3 (2015): S. 38.)

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