Sammlungen Pestalozzianum – Von Quarantänekoller und Gemüseschädlingen

Fundstück des Monats

Kinderzeichnung Sammlungen Pestalozzianum
Mädchen, 11 Jahre aus Zürich, „Emmentaler Bauernhaus“, 1964, Sammlungen Pestalozzianum, Signatur IIJ_307_024

Im Laufe der Corona-Pandemie haben wir im vergangenen Jahr vermutlich alle mit ihm Bekanntschaft gemacht – dem Quarantänekoller. Auch das elfjährige Mädchen, aus dessen talentierter Feder die obige Kinderzeichnung stammt, musste wegen der Mumps-Erkrankung ihres Bruders für ein paar Tage in Quarantäne. Die Langeweile hat sie sich dabei mit der Teilnahme an einem Zeichnungswettbewerb der «Berneralpen Milchgesellschaft» vertrieben.

Etwa 800 Kinder folgten diesem Aufruf und wetteiferten um den Hauptgewinn. Dieser bestand aus Gratislieferungen von «Stalden-Crème» für ein ganzes Jahr lang. Schon seit über 100 Jahren bringt das Nostalgieprodukt Kinderaugen zum Strahlen und lässt ihnen das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Die «Berneralpen Milchgesellschaft» hatte Anfang des 20. Jahrhundert begonnen, ihre «Stalden-Crème» zu produzieren. Entwickelt wurde das Produkt im Zusammenhang mit der Cholera-Pandemie.

Den vollständigen Beitrag zum Fundstück im Februar finden Sie hier.

20’000 Kinderzeichnungen online

Das Portal Sammlungen Pestalozzianum ist um weitere 13’000 Exemplare bereichert worden. Insgesamt sind nun ca. 20’000 Zeichnungen zugänglich.

Der Bestand «Internationales Institut für das Studium der Jugendzeichnung» (IIJ) ist damit vollständig digitalisiert. Das IIJ wurde 1932 als Abteilung des Pestalozzianums in Zürich, unter der Leitung des Primarlehrers Jakob Weidmann (1897-1975), gegründet. Zwischen 1932 und 1969 erfolgte der Aufbau einer Studiensammlung von Schweizerischen Schulzeichnungen aus allen Schulstufen. Das Institut sammelte in erster Linie Beispiele des Reformprojekts «Neues Zeichnen», welches das Zeichnen nach eigener Vorstellung fördern wollte.

Bis 2022 werden im Teilprojekt Archiv für Kinder- und Jugendzeichnung weitere Exemplare kategorisiert, digitalisiert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Schulwandbilder und -karten zugänglich

Schulwandbilder und -karten gehörten im 20. Jahrhundert zum Standard-Inventar eines jeden Schulzimmers. Sie dienten dem Anschauungsunterricht und sollten einen Beitrag zur Kunsterziehung leisten. Dabei reichen die Motive von Luftbildern der Swissair über geschützte Pflanzenarten der Schweiz bis hin zum Apfelschuss von Wilhelm Tell. Der internationale Bestand umfasst rund 3000 Schulwandbilder und -karten aus der Schweiz sowie aus anderen Ländern, wie etwa Deutschland, Schweden, Japan und den USA. Über das Portal Sammlungen Pestalozzianum sind diese nun für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich.

Von Gemüseschädlingen und Sport im Mittelalter

Ca. 15’000 Historische Glasdias sind auf unserer Online-Plattform für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich.

Bei einem Glasdia resp. einem Diapositiv handelt es sich um eine Glasplatte mit einer fotografischen Schicht, auf welche zum Schutz eine zweite Glasplatte gelegt und mit schwarzen Papierbändern befestigt wird. Mittels eines Bildwerfers konnten die Fotografien so in dunklen Räumen auf (Lein-)Wände projiziert werden.

Die Lichtbilder wurden zwischen 1850 und 1950 hergestellt und zeigen eine grosse Bandbreite an Motiven, von Gemüseschädlingen über historische Portraits bis hin zu Abbildungen über den Sport im Mittelalter. Die Dias wurden zum Beispiel in den Fächern Geographie, Kunstgeschichte oder Heimatkunde zur Veranschaulichung des Unterrichts eingesetzt.

Nachlässe zugänglich


Verschiedene Nachlässe sind nun auf den Sammlungen Pestalozzianum verzeichnet. Zudem wurden zentrale Konvolute digitalisiert und ebenfalls veröffentlicht, so etwa Tagebücher und Briefkorrespondenzen zentraler Weggefährten von Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827).

Johann Wilhelm Mathias Henning (1783 – 1868) studierte an Johann Heinrich Pestalozzis Institut in Yverdon gemeinsam mit anderen Pädagogen, wie Peter Friedrich Theodor Kawerau (1789 – 1844), Karl August Gottlieb Dreist (1784 – 1836) und Johann Heinrich Krüger (1769 – 1848). Sie sind Teil eines europaweiten Gelehrtennetzwerks, das in Tagebüchern und Briefen pädagogische Fragen, soziale Phänomene und persönliche Erlebnisse reflektiert und so einen Einblick in das Leben des frühen 19. Jahrhunderts eröffnet.

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