Sammlungen Pestalozzianum – Engagement für den Erhalt eines einmaligen Kulturgutes

Am 27. April 2015 hat der Kantonsrat des Kantons Zürich gut 7 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds für das Projekt «Sammlungen Pestalozzianum» der Stiftung Pestalozzianum bewilligt. Diese Sammlungen, während rund 125 Jahren aufgebaut, dokumentieren die Geschichte der Schweizer und insbesondere der Zürcher Volksschule in beeindruckender Materialfülle. Sie beheimaten beispielsweise Protokolle der Zürcher Schulsynode sowie Lehrmittel und bildungshistorische Literatur aus mehreren Jahrhunderten. Darüber hinaus besitzt die Stiftung umfangreiche Bildersammlungen, die im Rahmen des Projekts digitalisiert und in Rechercheportalen verzeichnet werden. Dank der Unterstützung des Lotteriefonds des Kantons Zürich kann dieses Kulturgut erhalten und für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Wenn Sie das Engagement für den Erhalt dieses Kulturguts unterstützen möchten, können Sie das durch eine Mitgliedschaft bei der Gesellschaft Pestalozzianum tun.

Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung – die Welt aus Kinderhand

Mädchen, 15, «Recht, Schulen zu besuchen», Schulzeichnung, 1968
Mädchen, 15 Jahre, «Recht, Schulen zu besuchen», Schulzeichnung, 1968

Digitalisierung und Erschliessung sind die zentralen Massnahmen, um die Bestände des Archivs der Kinder- und Jugendzeichnung für Interessierte sichtbar und nutzbar zu machen. Bislang wurden 3500 Bilder digitalisiert, die nun sukzessive erschlossen werden. Zum Thema «Arbeit» haben wir eine kleine Sammlung von vier Bildern entdeckt, die 1968 das Recht von Kindern Schulen zu besuchen thematisierten (Abbildung). Im Rahmen eines Zeichenwettbewerbs im «Jahr der Menschenrechte» 1968 hat ein Lehrer mit seinen Schülern das Thema bildlich gestaltet. Hier werden in Aquarell- und Gouache-Technik Kinder gezeigt, die zielstrebig auf ein Schulgebäude zugehen oder sich davor aufhalten, während das Schultor geöffnet wird. In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 wurde in Artikel 26 das Recht auf Bildung unter anderem in Form der Grundschulpflicht gefordert und 20 Jahre später in den Zeichnungen markant visualisiert.

Forschungsbibliothek Pestalozzianum – Restaurierung und Entsäuerung zentraler Bestände

Plansammlung 1874-1904

Damit auch zukünftige Generationen die Forschungsbibliothek Pestalozzianum nutzen können, müssen Teilbestände restauriert und entsäuert werden. Aktuell stehen bestandeserhaltende Massnahmen bei den «Plans maisons d’école» und der Lehrmittelsammlung im Vordergrund. Die bedeutende Plansammlung «Plans maisons d’école», die aus der Zeit zwischen 1874 und 1904 stammt und u. a. kolorierte Pläne von Zürcher Schulhäusern enthält, war in einem prekären Zustand. Zwischenzeitlich wurden Einband und Papier restauriert, danach entsäuert und so konnte die Sammlung für die Zukunft gesichert werden.
Ähnlich verhält es sich mit der Lehrmittelsammlung, einer fast lückenlosen Sammlung der Schulbücher von der ersten Klasse bis ins Gymnasium. Viele dieser ca. 9000 Dokumente umfassenden Sammlung sind in einem schlechten Zustand. In Zusammenarbeit mit der Hochschule der Künste in Bern (HKB) sowie Restaurationsateliers und Entsäuerungsspezialisten werden erste bestandeserhaltende Massnahmen durchgeführt.

Zentrum für Schulgeschichte der Pädagogischen Hochschule Zürich

Gerne weisen wir auf eine neu erschienene Broschüre des Zentrums für Schulgeschichte der Pädagogischen Hochschule Zürich hin, in der die Bestände der Forschungsbibliothek detailliert vorgestellt werden. Die Broschüre ist in der Forschungsbibliothek Pestalozzianum erhältlich.

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