Sammlungen Pestalozzianum – Von Quarantänekoller und Gemüseschädlingen

Fundstück des Monats

Kinderzeichnung Sammlungen Pestalozzianum
Mädchen, 11 Jahre aus Zürich, „Emmentaler Bauernhaus“, 1964, Sammlungen Pestalozzianum, Signatur IIJ_307_024

Im Laufe der Corona-Pandemie haben wir im vergangenen Jahr vermutlich alle mit ihm Bekanntschaft gemacht – dem Quarantänekoller. Auch das elfjährige Mädchen, aus dessen talentierter Feder die obige Kinderzeichnung stammt, musste wegen der Mumps-Erkrankung ihres Bruders für ein paar Tage in Quarantäne. Die Langeweile hat sie sich dabei mit der Teilnahme an einem Zeichnungswettbewerb der «Berneralpen Milchgesellschaft» vertrieben.

Etwa 800 Kinder folgten diesem Aufruf und wetteiferten um den Hauptgewinn. Dieser bestand aus Gratislieferungen von «Stalden-Crème» für ein ganzes Jahr lang. Schon seit über 100 Jahren bringt das Nostalgieprodukt Kinderaugen zum Strahlen und lässt ihnen das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Die «Berneralpen Milchgesellschaft» hatte Anfang des 20. Jahrhundert begonnen, ihre «Stalden-Crème» zu produzieren. Entwickelt wurde das Produkt im Zusammenhang mit der Cholera-Pandemie.

Den vollständigen Beitrag zum Fundstück im Februar finden Sie hier.

20’000 Kinderzeichnungen online

Das Portal Sammlungen Pestalozzianum ist um weitere 13’000 Exemplare bereichert worden. Insgesamt sind nun ca. 20’000 Zeichnungen zugänglich.

Der Bestand «Internationales Institut für das Studium der Jugendzeichnung» (IIJ) ist damit vollständig digitalisiert. Das IIJ wurde 1932 als Abteilung des Pestalozzianums in Zürich, unter der Leitung des Primarlehrers Jakob Weidmann (1897-1975), gegründet. Zwischen 1932 und 1969 erfolgte der Aufbau einer Studiensammlung von Schweizerischen Schulzeichnungen aus allen Schulstufen. Das Institut sammelte in erster Linie Beispiele des Reformprojekts «Neues Zeichnen», welches das Zeichnen nach eigener Vorstellung fördern wollte.

Bis 2022 werden im Teilprojekt Archiv für Kinder- und Jugendzeichnung weitere Exemplare kategorisiert, digitalisiert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Schulwandbilder und -karten zugänglich

Schulwandbilder und -karten gehörten im 20. Jahrhundert zum Standard-Inventar eines jeden Schulzimmers. Sie dienten dem Anschauungsunterricht und sollten einen Beitrag zur Kunsterziehung leisten. Dabei reichen die Motive von Luftbildern der Swissair über geschützte Pflanzenarten der Schweiz bis hin zum Apfelschuss von Wilhelm Tell. Der internationale Bestand umfasst rund 3000 Schulwandbilder und -karten aus der Schweiz sowie aus anderen Ländern, wie etwa Deutschland, Schweden, Japan und den USA. Über das Portal Sammlungen Pestalozzianum sind diese nun für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich.

Von Gemüseschädlingen und Sport im Mittelalter

Ca. 15’000 Historische Glasdias sind auf unserer Online-Plattform für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich.

Bei einem Glasdia resp. einem Diapositiv handelt es sich um eine Glasplatte mit einer fotografischen Schicht, auf welche zum Schutz eine zweite Glasplatte gelegt und mit schwarzen Papierbändern befestigt wird. Mittels eines Bildwerfers konnten die Fotografien so in dunklen Räumen auf (Lein-)Wände projiziert werden.

Die Lichtbilder wurden zwischen 1850 und 1950 hergestellt und zeigen eine grosse Bandbreite an Motiven, von Gemüseschädlingen über historische Portraits bis hin zu Abbildungen über den Sport im Mittelalter. Die Dias wurden zum Beispiel in den Fächern Geographie, Kunstgeschichte oder Heimatkunde zur Veranschaulichung des Unterrichts eingesetzt.

Nachlässe zugänglich


Verschiedene Nachlässe sind nun auf den Sammlungen Pestalozzianum verzeichnet. Zudem wurden zentrale Konvolute digitalisiert und ebenfalls veröffentlicht, so etwa Tagebücher und Briefkorrespondenzen zentraler Weggefährten von Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1827).

Johann Wilhelm Mathias Henning (1783 – 1868) studierte an Johann Heinrich Pestalozzis Institut in Yverdon gemeinsam mit anderen Pädagogen, wie Peter Friedrich Theodor Kawerau (1789 – 1844), Karl August Gottlieb Dreist (1784 – 1836) und Johann Heinrich Krüger (1769 – 1848). Sie sind Teil eines europaweiten Gelehrtennetzwerks, das in Tagebüchern und Briefen pädagogische Fragen, soziale Phänomene und persönliche Erlebnisse reflektiert und so einen Einblick in das Leben des frühen 19. Jahrhunderts eröffnet.

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Sammlungen Pestalozzianum – von Cholera zu Corona

Fundstück des Monats

Die erste Seite des Briefes von Peter Friedrich Theodor Kawerau an Johann Wilhelm Mathias Henning, Bunzlau, 1831. Sammlungen Pestalozzianum, Signatur Henning_IV_7
Erste Seite des Briefes von Peter Friedrich Theodor Kawerau an Johann Wilhelm Mathias Henning, Bunzlau, 1831. Sammlungen Pestalozzianum, Signatur Henning_IV_7

Die COVID19-Pandemie hat die Welt fest im Griff. Aber so aussergewöhnlich unsere Situation aktuell auch ist – Pandemien gab es in der Geschichte immer wieder. Und sie sind in den Sammlungen Pestalozzianum in verschiedenen Schriftstücken dokumentiert.

Ein Beispiel dafür sind die Briefe vom deutschen Pädagogen Peter Friedrich Theodor Kawerau (1789 – 1844) an seinen Kollegen Johann Wilhelm Mathias Henning (1783-1868), in welchen er das Reisen zu Zeiten der Cholera schildert. Als eine Parallele zur jetzigen Pandemie wird darin beispielsweise die sogenannte «Kontumaz» erwähnt, ein inzwischen veraltetes Synonym für Quarantäne. Hier finden Sie das ganze Fundstück des Monats November.


Neue Zeitschriften auf E-Periodica

Es geht voran im Digitalisierungsprozess: Die gemeinfreien Zeitschriften «Allgemeine schweizerische Schulblätter», «Die Erzieherin», «Die gewerbliche Fortbildungsschule», «Der freimüthige und unparteiische schweizerische Schulbote» sowie die «AVO-Zeitung» sind ab sofort auf E-Periodica zugänglich.


Neue Digitalisate auf e-rara

Brochure e-rara

Neu sind etwa 860 Broschüren aus dem Bestand «Graue Literatur» auf e-rara veröffentlicht. Die Broschüren geben Einblick in (bildungs)politische und (populär)wissenschaftliche Debatten um 1900.


Ausschreibung Pilot-Forschungsprojekte

Mit einer Ausschreibung strebt die Stiftung Pestalozzianum an, Forschende verschiedener Disziplinen auf die Sammlungen Pestalozzianum aufmerksam zu machen. Sie möchte mit ihnen zusammen Perspektiven für die weitere bildungshistorische Forschung und einen historisch reflektierten Bildungsdialog erarbeiten.

Die Anträge können bis 31.12.2020 eingereicht werden und werden in einem zweistufigen Verfahren begutachtet. Themenschwerpunkte, Voraussetzungen und weitere Infos finden Sie hier.

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Sammlungen Pestalozzianum – Sonderausstellung Dürrenmatt

Zeichnung Ausstellung Dürrenmatt
«Ich male aus dem gleichen Grund, wie ich schreibe: weil ich denke.» – Friedrich Dürrenmatt.

«Dürrenmatt als Zeichner und Maler – Ein Bildwerk zwischen Mythos und Wissenschaft» lautet der Titel einer Sonderausstellung auf dem idyllischen Schloss Spiez.

Vom 4. Juli bis 25. Oktober ist eine repräsentative Auswahl der grafischen und zeichnerischen Arbeiten des bekannten Schweizer Autors zu sehen. Unter den Ausstellungsstücken sind auch 5 Leihgaben aus den Sammlungen Pestalozzianum zu finden.

Ein detailliertes Programm zur Ausstellung und Infos zu Führungen finden Sie auf folgendem Flyer.


Neuzugänge

Auf E-Periodica gibt es zwei Neuzugänge: Die Privatschule sowie ihr Vorgänger die Schweizer Erziehungs-Rundschau sind neu online zugänglich.

E-Periodica Privatschule

Ausschreibung Studienarbeiten zu den Sammlungen Pestalozzianum

Neu schreibt die Stiftung Pestalozzianum mögliche Themen für Studienarbeiten zu ihren „Sammlungen Pestalozzianum“ aus. Mit der Ausschreibung strebt die SPZ die Vermittlung von Wissen über die Sammlungen und die Förderung der Motivation zur Auseinandersetzung mit ihnen an. Es sollen Forschungen zu einzelnen Dokumenten oder Teilbeständen angeregt werden.


Fundstück des Monats: Bildung erneuern

Schweizerschule Catania
Die Schweizerschule in Catania auf einer Fotografie aus dem Jahr 1932 (Fotograf war Hans Stettbacher, damals Direktor des Pestalozzianums; Sammlungen Pestalozzianum, Signatur GD_184_7-001) 

Die abgebildete Fotografie der Schweizerschule in Catania ist auf einem historischen Glasdiapositiv festgehalten, welche zwischen 1850 und 1950 hergestellt und in der Schule zu Anschauungszwecken verwendet wurden. Im Rahmen des Teilprojekts historische Glasdias macht die Stiftung Pestalozzianum eine grosse Sammlung dieser Diapositive für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Teilprojekt und unsere Fundstücke des Monats.

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Sammlungen Pestalozzianum – Schulblatt des Kantons Zürich online verfügbar

Das Schulblatt des Kantons Zürich, das Amtliche Schulblatt sowie die Zeitschrift für Volksschullehrer sind auf E-Periodica online verfügbar.

Titelblatt: Schulblatt des Kantons Zürich, Heft 1, Januar 2005.

Die Zeitschrift für Volksschullehrer (1829-1830) enthält etwa Texte des Herausgebers Prof. Rudolf Hanhardt und von Herman Krüsi, einem Weggefährten und Mitarbeiter Pestalozzis.

Das Schulblatt des Kantons Zürich (1886–2005) gibt etwa Einblick in bildungspolitische Debatten und Beschlüsse im Kanton Zürich. Ab 2012 ist das Schulblatt über die Website der Bildungsdirektion des Kantons Zürich abrufbar.

Titelblatt der Zeitschrift für Volksschullehrer, 1829.

Kataloganreicherung steigert die Recherchemöglichkeiten

In Zusammenarbeit mit der ZB Zürich wurden Inhaltsverzeichnisse von Herausgeberschriften digitalisiert. Die digitalisierten Inhaltsverzeichnisse ergänzen die bibliografischen Aufnahmen im Nebis-Katalog. Durch die Texterkennung (OCR-Erkennung) sind nun auch Titel und Verfasser*innen der einzelnen Artikel recherchierbar.

Einige Bibliotheken in der Schweiz kennen eine systematische Kataloganreicherung erst seit ungefähr 2008. Für das Projekt «Sammlungen Pestalozzianum» empfahl sich deshalb eine «Retrodigitalisierung», das heisst die Veröffentlichung von Inhaltsverzeichnissen priorisierter Herausgeberschriften, die vor 2008 erschienen sind. Insgesamt wurden rund 2900 Inhaltsverzeichnisse ausgesuchter Bestände digitalisiert und aufgeschaltet.

Dienstleistung EOD ist per sofort verfügbar

In Zusammenarbeit mit der ZB Zürich bietet die Forschungsbibliothek Pestalozzianum seit Herbst 2018 die Dienstleistung EOD (Ebooks on Demand) an. Druckschriften der Forschungsbibliothek, die vor 1900 erschienen sind, können nun über das Rechercheportal digital als E-Book bestellt werden.

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Sammlungen Pestalozzianum – Kulturerbe wird digital

Die Arbeiten am Erhalt und der Nutzbarmachung der Sammlungen Pestalozzianum sind in vollem Gange. Zum einen wurden die Berichte über die Verhandlungen der Zürcherischen Schulsynode digitalisiert und sind über E-Periodica recherchierbar. Zum anderen tauchen während der Restaurierung und Erschliessung immer wieder interessante Fundstücke zur Bildungsgeschichte auf; einige werden hier vorgestellt.

Digitalisierung und Restaurierung zentraler Quellen zur Schulgeschichte

Eine zentrale bildungshistorische Quelle des Kantons Zürich ist nun digital verfügbar: Die Berichte über die Verhandlungen der Zürcherischen Schulsynode dokumentieren jährlich stattfindende Versammlungen der Volks- und Mittelschullehrpersonen, an denen Aushandlungen über Unterrichtsgestaltung ebenso stattfanden wie Debatten um schulpolitische Entwicklungen. Diese serielle Quelle erlaubt vertiefte Einblicke in das bildungspolitische Geschehen seit Gründung der modernen Zürcher Volksschule 1832.

Manuskript tuetschen
Ordnung über die tütschen Schulen. Manuskript (Copia). (Bonstetten), 1638.

Neben der Lehrmittelsammlung werden in diesem Jahr auch Nachlässe Zürcher Pädagogen sowie zentrale Dokumente zur Zürcher Schulgeschichte restauriert. Briefkorrespondenzen von Pestalozzi und seinem Umfeld gehören ebenso dazu wie Schulordnungen. Schulordnungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert etwa sind zur Erforschung der Entwicklung der Schule weit vor Beginn des modernen Schulwesens von zentraler Bedeutung.

Glasdias veranschaulichen die Geschichte des Unterrichts

Leysin. 23. 1. Nr. 9

Der Gegensatz könnte wohl kaum grösser sein: Hier die alten Häuser von Leysin, dort die neu erbauten, riesigen Sanatorien und Hotels für Gäste, die sich hier seit Ende des 19. Jahrhunderts bis etwa 1946 Höhenkuren und Heliotherapien unterzogen. Zwischen der Jahrhundertwende und 1931 wurden dafür 277 Gebäude neu erbaut. Diese vermutlich in den 1920er Jahren aufgenommene Fotografie stammt aus einer Sammlung von Glasdiapositiven des im Jahr 1911 gegründeten Vereins Schweizerischer Geographielehrer (heute: Verein schweizerischer Geografielehrpersonen VSGg).

Teile der Sammlung des VSGg befinden sich heute im Besitz der Stiftung Pestalozzianum, zusammen mit über 500 Serien bzw. gut 17‘000 Glasdias anderer Hersteller aus den Jahren 1920 bis 1950. Diese für Unterrichtszwecke konzipierten Diaserien zur Geographie der Schweiz und des Auslands, zur Geschichte, den Naturwissenschaften, über die Gewinnung und Verarbeitung von Nutzpflanzen, zur Technik und zum Verkehrswesen sowie über Industriebetriebe sollen im Rahmen des Projekts «Sammlungen Pestalozzianum» digitalisiert, formal sowie inhaltlich erschlossen und zugänglich gemacht werden.

Kinderzeichnungen als Zeitzeugen

Junge, 8, «BEATELS», Pestalozzi-Kalender-Wettbewerb, 1966

Im Jahr 2018 werden verschiedene Jubiläen und Anlässe gefeiert, die auch in den Kinderzeichnungen der Stiftung Pestalozzianum ihren Ausdruck finden: Vor 110 Jahren ist der Pestalozzi-Kalender, ein Schülerkalender der ursprünglich aus Bern stammt, zum ersten Mal erschienen. Von 1912 bis 1984 veranstaltete er Zeichenwettbewerbe wie den Wettbewerb «Zeichnen nach eigener Phantasie». Die Zeichnungen geben nicht nur Einblick in Zeichensujets und -techniken, sondern auch in die kindliche Wahrnehmung etwa von Alltag, Politik, Geschichte quer durch das 20. Jahrhundert. Jährlich lag der Schülerkalender, der Wissenswertes etwa aus Bereichen der Wissenschaft anschaulich vermittelte, auf dem weihnachtlichen Gabentisch und begleitete seine Leserschaft über viele Jahre.

2018 begeht auch die 1968er-Bewegung ihren 50. Jahrestag. In einer aktuellen Publikation zu den 1968er-Jahren sind zwei Bilder aus den Zeichenwettbewerben des Pestalozzi-Kalenders enthalten und vermitteln das Lebensgefühl dieser Zeit aus kindlicher Perspektive:

Hebeisen, Erika, Hürlimann, Gisela, und Schmid Keeling, Regula (Hrsg.), Reformen jenseits der Revolte. Zürich in den Langen Sechzigern, Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Bd. 85, Zürich: Chronos, 2018.

Schliesslich ist das Jahr 2018 auch dem europäischen Kulturerbe gewidmet. Die Kinderzeichnungen zeigen Darstellungen zum Schweizer Weltkulturerbe wie beispielsweise der Rhätischen Bahn. Gleichzeitig sind die Sammlungen Pestalozzianum selbst als kulturelles Erbe der Schweiz zu verstehen. In diesem Sinne betreibt die Stiftung Pestalozzianum mit ihrem Lotteriefondsprojekt «Sammlungen Pestalozzianum» aktiv den Kulturgüterschutz.

Ausstellung ausgewählter Kinder- und Jugendzeichnungen

Gerne weisen wir Sie auf die Ausstellung «Studio. Eine Phantastik» in der Shedhalle in Zürich hin. Die Ausstellung ist noch bis am 29. Juli 2018 geöffnet.

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Sammlungen Pestalozzianum – Tierbilder im Zeichenunterricht

Junge, 14 Jahre, «Arche Noah», Schulzeichnung, Schweiz, um 1935

In der neuen Dauerausstellung «Weltuntergang – Ende ohne Ende» im Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern sind seit dem 10. November 2017 auch drei digitalisierte Zeichnungen aus dem Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung zu sehen. In den 1930/40er-Jahren wurde das Thema «Sintflut» und «Arche Noah» mehrfach im Zeichenunterricht aufgegriffen. In einer knappen Erläuterung des Themas in Der Zeichenunterricht in der Volksschule. 1-9. Schuljahr von 1947, legte Jakob Weidmann, seines Zeichens Primarlehrer und Leiter des Internationalen Instituts für das Studium der Jugendzeichnung, den Fokus auf die Vorbereitung der Aufgabe durch Tierbilder.

Die Darstellung der «Beladung» der Arche war eine hervorragende Gelegenheit für das Studium von Tieren in Bewegung. Einem Alpaufzug gleich ziehen sie in einem Bild paarweise dem Schiff entgegen. Das Tierstudium bildete demzufolge die Grundlage für die Darstellung der Arche Noah. Auch die dekorative Füllung des Blattes mit Palmen wurde angeregt. Während der Arbeit stand jedoch das «Schaffen aus der Phantasie» im Fokus. Darüber hinaus illustrieren die Darstellungen der fahrenden Arche die herausfordernde zeichentechnische Behandlung der wild tosenden Fluten und das Fahren des Schiffes auf der bewegten Wasseroberfläche.

Forschungsbibliothek Pestalozzianum – Restaurierung und Entsäuerung der Lehrmittelsammlung

Bestandeserhaltende Massnahmen wie Restaurierungen und Entsäuerung konnten in Angriff genommen werden, um den Erhalt zu sichern und die Nutzung der bedeutenden Lehrmittelsammlung auch in Zukunft zu gewährleisten. So wurde in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Künste in Bern im Sommer mit der Restaurierung der Lehrmittelsammlung begonnen. Ziel ist es, die Originalsubstanz zu erhalten und die Funktionalität des Buches wiederherzustellen. Die Arbeitsmittel sind von bestechender Einfachheit – Restaurierungen kommen mit Japanpapier und Weizenstärke-Kleister aus – die Resultate von hoher Qualität.

Viele Dokumente stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, sind holzschliffhaltig und damit stark säurehaltig. Diese Dokumente werden nun von Entsäuerungsspezialistinnen entsäuert.

Vorderdeckel Vorzustand

Vorderdeckel Nachzustand

Rücken Vorzustand

Rücken Nachzustand

Ausstellung am Podium Pestalozzianum 2018

Am Podium Pestalozzianum vom Donnerstag, 25. Januar 2018 zeigt eine Ausstellung Vielfalt und Normen in den «Sammlungen Pestalozzianum». Anna Lehninger, Teilprojektleiterin Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung, und Michael Sasdi, Teilprojektleiter Bibliothek, führen durch die Ausstellung.

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Sammlungen Pestalozzianum – Engagement für den Erhalt eines einmaligen Kulturgutes

Am 27. April 2015 hat der Kantonsrat des Kantons Zürich gut 7 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds für das Projekt «Sammlungen Pestalozzianum» der Stiftung Pestalozzianum bewilligt. Diese Sammlungen, während rund 125 Jahren aufgebaut, dokumentieren die Geschichte der Schweizer und insbesondere der Zürcher Volksschule in beeindruckender Materialfülle. Sie beheimaten beispielsweise Protokolle der Zürcher Schulsynode sowie Lehrmittel und bildungshistorische Literatur aus mehreren Jahrhunderten. Darüber hinaus besitzt die Stiftung umfangreiche Bildersammlungen, die im Rahmen des Projekts digitalisiert und in Rechercheportalen verzeichnet werden. Dank der Unterstützung des Lotteriefonds des Kantons Zürich kann dieses Kulturgut erhalten und für Forschung und Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Wenn Sie das Engagement für den Erhalt dieses Kulturguts unterstützen möchten, können Sie das durch eine Mitgliedschaft bei der Gesellschaft Pestalozzianum tun.

Archiv der Kinder- und Jugendzeichnung – die Welt aus Kinderhand

Mädchen, 15, «Recht, Schulen zu besuchen», Schulzeichnung, 1968
Mädchen, 15 Jahre, «Recht, Schulen zu besuchen», Schulzeichnung, 1968

Digitalisierung und Erschliessung sind die zentralen Massnahmen, um die Bestände des Archivs der Kinder- und Jugendzeichnung für Interessierte sichtbar und nutzbar zu machen. Bislang wurden 3500 Bilder digitalisiert, die nun sukzessive erschlossen werden. Zum Thema «Arbeit» haben wir eine kleine Sammlung von vier Bildern entdeckt, die 1968 das Recht von Kindern Schulen zu besuchen thematisierten (Abbildung). Im Rahmen eines Zeichenwettbewerbs im «Jahr der Menschenrechte» 1968 hat ein Lehrer mit seinen Schülern das Thema bildlich gestaltet. Hier werden in Aquarell- und Gouache-Technik Kinder gezeigt, die zielstrebig auf ein Schulgebäude zugehen oder sich davor aufhalten, während das Schultor geöffnet wird. In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 wurde in Artikel 26 das Recht auf Bildung unter anderem in Form der Grundschulpflicht gefordert und 20 Jahre später in den Zeichnungen markant visualisiert.

Forschungsbibliothek Pestalozzianum – Restaurierung und Entsäuerung zentraler Bestände

Plansammlung 1874-1904

Damit auch zukünftige Generationen die Forschungsbibliothek Pestalozzianum nutzen können, müssen Teilbestände restauriert und entsäuert werden. Aktuell stehen bestandeserhaltende Massnahmen bei den «Plans maisons d’école» und der Lehrmittelsammlung im Vordergrund. Die bedeutende Plansammlung «Plans maisons d’école», die aus der Zeit zwischen 1874 und 1904 stammt und u. a. kolorierte Pläne von Zürcher Schulhäusern enthält, war in einem prekären Zustand. Zwischenzeitlich wurden Einband und Papier restauriert, danach entsäuert und so konnte die Sammlung für die Zukunft gesichert werden.
Ähnlich verhält es sich mit der Lehrmittelsammlung, einer fast lückenlosen Sammlung der Schulbücher von der ersten Klasse bis ins Gymnasium. Viele dieser ca. 9000 Dokumente umfassenden Sammlung sind in einem schlechten Zustand. In Zusammenarbeit mit der Hochschule der Künste in Bern (HKB) sowie Restaurationsateliers und Entsäuerungsspezialisten werden erste bestandeserhaltende Massnahmen durchgeführt.

Zentrum für Schulgeschichte der Pädagogischen Hochschule Zürich

Gerne weisen wir auf eine neu erschienene Broschüre des Zentrums für Schulgeschichte der Pädagogischen Hochschule Zürich hin, in der die Bestände der Forschungsbibliothek detailliert vorgestellt werden. Die Broschüre ist in der Forschungsbibliothek Pestalozzianum erhältlich.

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