Call for Papers merz wissenschaft 2016: Digitale Spiele

merzWissenschaft 2016 lädt zur Einreichung theoretischer oder empirischer Beiträge ein, die sich mit digitalen Spielen und dem Spielen befassen, insbesondere im Hinblick auf Kinder und Jugendliche.

Termine und weitere Infos unter www.merz-zeitschrift.de oder als PDF.

Call for Papers: Neue Fernsehserien und ihr Potenzial für eine kritische Medienpädagogik

Bis 20. Feb. 2016 läuft noch die Einreichefrist für Beiträge zum Themenheft «TV-Serien» der Zeitschrift MedienPädagogik, hrsg. v. Elena Pilipets und Rainer Winter.

medienpaed

Zeitgenössische populäre Medienkulturen stellen eine dynamische Vielfalt an kulturellen Lebensstilen, Wissenspraktiken und Unterhaltungsangeboten zur Verfügung. Unter aktuell aufkommenden Formen der transmedialen, auf Partizipation und aktiven Konsum angewiesenen Unterhaltung sind es vor allem die neueren, auf den internationalen Markt ausgerichteten Fernsehserien, die unterschiedlichsten Transformationen ausgesetzt sind. Die sich unter Bedingungen der Digitalisierung rund um die Serien medien- und länderübergreifend formierenden Experten- und Fankulturen generieren narrativ komplexe Erzählwelten, die sich über mehrere Staffeln erstrecken und dementsprechend vielfältige Gestaltungs-, Partizipations- und Aneignungsmöglichkeiten hervorbringen.
In ihren durch variierende Wiederholung auf Dauer gestellten Erzählungen erfinden sich die Serien stets aufs Neue und gehören mittlerweile zur selbstverständlichen und habitualisierten Mediensozialisation. Dabei unterhalten sie nicht nur, sie erziehen auch und verlangen nach spezifischen Nutzungs- und Orientierungskompetenzen, die gerade aus einer medienpädagogischen Perspektive die Verknüpfung verschiedener interdisziplinärer Fragestellungen erfordern:
Welche Formen der intermedialen und interkulturellen Narration weisen die zeitgenössischen Serienproduktionen im Vergleich zu älteren Serien auf und inwiefern wird dadurch die Vernetzung von Lebenswelten instrumentalisiert und befördert? Was können die medienübergreifenden narrativen Welten neuer Serien über popkulturelle Präferenzen und Medienkompetenzen jüngerer Generationen aussagen? Welche Ressourcen bilden populäre Fernsehserien in der Nutzung neuer Medienangebote (zum Beispiel Webserien und Streaming-Dienste) wie auch in Prozessen der Bedeutungskonstruktion, kultureller Orientierung und Sinnbildung? Was sagen sie über die heutigen, durchgehend mediatisierten Lebensbedingungen aus? Und abschliessend: Mit welchen methodischen und theoretischen, formalen und informellen Ansätzen können diese Prozesse in der pädagogischen Praxis (in den Schulen, an den Universitäten wie auch im Alltag) umgesetzt und gefördert werden? Was und wofür kann man heutzutage von und mit Serien lernen?

Call for Paper zum Download

Achtung neu! Medien und Informatik in der Schule

lehrplan-kanton-zurich-91Als Zürcher Lehrperson sind Sie möglicherweise irritiert vom Titel dieses Beitrages. Immerhin sind die Begriffe Medien und Informatik bereits seit vielen Jahren verbindlicher Bestandteil des Lehrplans für die Volksschule des Kantons Zürich. Bringt der Lehrplan 21 also nur alten Wein in neuen Schläuchen in die Schule? Nein.

Zwar sind einige der neu formulierten Kompetenzen vergleichbar mit dem, was bereits in der Vergangenheit im Unterricht gelehrt und gelernt wurde. Dennoch bringt der Lehrplan 21 einige Veränderungen mit sich.

 

Vom Lehrplan 1991 zum LP21

Vor einem knappen Vierteljahrhundert im Jahr 1991 wurde der damals neue Zürcher Lehrplan verabschiedet und danach eingeführt. Darin wurden zwei fächerübergreifende Unterrichtsgegenstände «Medienerziehung» und «Informatik» ohne eigenes Zeitgefäss in der Stundentafel definiert.

lehrplan-21-miHeute definiert der Modullehrplan «Medien und Informatik» des Lehrplans 21 drei verbindliche Kompetenzbereiche (siehe Lehrplan 21):

  • Medien (Medienbildung und Mediennutzung)
  • Informatik (Informatische Bildung)
  • Anwendungskompetenzen (Handhabung, Recherche und Lernunterstützung, Produktion und Präsentation)

Im Kern sind die 1991 formulierten Lernziele des Bereichs Medienerziehung auch im neuen Lehrplan 21 sichtbar. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Bereich Medien Kompetenzen erwerben, um (digitale) Medien und Medienbeiträge verstehen, reflektieren und für die Gestaltung des eigenen Lebens aktiv, selbstbestimmt und verantwortungsvoll nutzen zu können.

Dagegen hat der Bereich Informatik des Lehrplans 91 und seiner Überarbeitung im Jahr 2000 nicht mehr viel gemein mit dem Verständnis von Informatik im Lehrplan 21. Die Alltagsinformatik bzw. Schulinformatik zielte damals hauptsächlich darauf ab, dass Informations- und Kommunikationstechnologien sachgerecht bedient und für das Lernen und Arbeiten eingesetzt werden können.
Dagegen erhebt der Lehrplan 21 den Anspruch, dass Schülerinnen und Schüler altersgemäss informatische Grundkonzepte der automatisierten Informationsverarbeitung verstehen und eigene Lösungen von Problemstellungen beschreiben und (mit Informatikmitteln) umsetzen können.

Der Bereich der Anwendungskompetenzen im LP21 beschreibt schliesslich, dass Informations- und Kommunikationstechnologien auch als Werkzeuge für eigenes Arbeiten genutzt werden sollen. Das dafür notwendige Wissen muss im Unterricht aufgebaut werden. Niemandem werden Anwendungskompetenzen in die Wiege gelegt.

 

Was Schülerinnen und Schüler können (sollen)

Kinder und Jugendliche wachsen heute selbstverständlich in einer mediengeprägten Umwelt auf. Erwachsene beobachten zuweilen, wie sie virtuos mit ihren Geräten umgehen, wie sie mühelos mit Freunden chatten und auf dem Smartphone von App zu App springen.

Das täuscht den Erwachsenen manchmal vor, die Schülerinnen und Schüler könnten sowieso schon alles mit den digitalen Geräten. In der Schule müsse dazu nichts mehr gelehrt und gelernt werden. Der Schein der alles könnenden Medienkids täuscht aber und sollte nicht dazu verleiten, aufgrund einzelner Beobachtungen den Unterricht in Medien und Informatik auszusetzen. Schliesslich sagt auch keine Lehrperson den Sportunterricht ab, weil sie einige Kinder in der Pause mit grossem Können Fussball spielen sieht.

Lehrpersonen sollten sich gemäss dem Lehrplan fragen, ob ihre Schüler wirklich schon «alles» können. Hier drei beispielhafte Fragen:

  • Können meine Schülerinnen und Schüler eigene Medienbeiträge unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowie der Sicherheits- und Verhaltensregeln publizieren?
  • Verstehen meine Schülerinnen und Schüler, dass ein Computer nur vordefinierte Anweisungen ausführen kann? Und können sie einfache Computerprogramme schreiben?
  • Können meine Schülerinnen und Schüler Medien zum gegenseitigen Austausch sowie zum Erstellen und Präsentieren ihrer Arbeiten einsetzen?

Interessanterweise finden es viele Lehrpersonen und Studierende grundsätzlich wichtig, die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den Bereichen ICT, Medien und Informatik zu fördern. Das sei in der heutigen Zeit wichtig, meinen sie. Wenn man dann allerdings den schulischen Alltag betrachtet, stellt man vielerorts ernüchtert fest, dass die positive Grundhaltung der Lehrpersonen und die gelebte Unterrichtspraxis auseinanderklaffen.

Mit der Einführung des neuen Lehrplans werden neben den Lehrpersonen auch die Schulen, Schulleitungen, Behörden und die Pädagogischen Hochschulen gefordert sein, die Rahmenbedingungen und die Aus- und Weiterbildung so zu gestalten, dass der gute Wille auch im Schulzimmer ankommt.

 

Umsetzung des Lehrplans 21

Die Umsetzung des Lehrplans 21 in den Bereichen Medien, Informatik und Anwendungskompetenzen liegt bei den einzelnen Kantonen. Dafür muss unter anderem geklärt werden, ob der Modullehrplan «Medien und Informatik» ein Zeitgefäss in der Stundentafel erhalten soll, wie die Beurteilung im Zeugnis aussehen könnte oder welche Lehrmittel notwendig sind. Die Vorbereitungsarbeiten im Kanton Zürich sind im Gange.

Zentral für eine gelungene Umsetzung sind ohne Zweifel die Kompetenzen der Lehrpersonen. Lehrpersonen müssen nicht nur eine positive Grundhaltung haben, sondern es sich auch zutrauen ICT, Medien und Informatik in den Unterricht zu integrieren. Dieses Zutrauen wächst mit den persönlichen Kompetenzen, die u.a. auf zwei Ebenen erworben bzw. vertieft werden müssen:

  • Eigene Kompetenzen
    • … in den den drei Kompetenzbereichen Medien, Informatik und Anwendungskompetenzen.
      Neben dem Aneignen von Fachwissen müssen Handlungserfahrungen gesammelt werden können.
  • Didaktische Kompetenzen
    • … in den den drei Kompetenzbereichen Medien, Informatik und Anwendungskompetenzen.
      Hier werden Kenntnisse erworben, um die Inhalte möglichst gut lehren zu können bzw. den Unterricht so zu gestalten, dass die Schülerinnen und Schüler die Fachkompetenzen bestmöglich erwerben können.
    • … für alle Fächer bzw. Fachbereiche des Lehrplanes mit Bezug zu Medien, Informatik und Anwendungskompetenzen.
      Lehrpersonen sollen in der Lage sein, die Kompetenzen des Modullehrplans «Medien und Informatik» fächerübergreifend zu fördern, indem Verknüpfungen der Themen geschaffen werden. Zudem sollen (digitale) Werkzeuge genutzt werden.

Bei der Betrachtung der erforderlichen Kompetenzen wird rasch klar, dass für eine erfolgreiche Einführung und Umsetzung des Lehrplans die Ausbildung von Studierenden angepasst werden muss. Für amtierende Lehrpersonen sind Weiterbildungen notwendig, in denen sie die eigenen und die didaktischen Kompetenzen erweitern können.

Am augenfälligsten ist hier sicherlich der Bereich Informatik. Die wenigsten Volksschullehrpersonen verfügen über eigenes Fachwissen in Informatik. In der Folge fehlen praxisrelevante Ideen und didaktische Konzepte zur Gestaltung des Informatik-Unterrichts.

Für Gemeinden und Schulen stellen sich neben Fragen zur Weiterbildung der Lehrpersonen auch Fragen zur Infrastruktur. Im Schlussbericht der D-EDK-Arbeitsgruppe zu Medien und Informatik im Lehrplan 21 wird deutlich, dass die schulische ICT-Infrastruktur von Bedeutung ist. Die Ausgestaltung der Infrastruktur, des technischen und des pädagogischen Supports richtet sich nach den Konzepten und Möglichkeiten der Gemeinden und Schulen.

Mit Blick auf den Lehrplan 21 macht es sicherlich Sinn, dass Schulen ihre Konzepte, ihre Infrastruktur und Organisationsstrukturen betrachten und bei Bedarf anpassen.

 

Achtung neu:
Der Lehrplan 21 bringt ein neues Schulfach bzw. Themengebiet namens «Medien und Informatik». Neben dem Kompetenzaufbau in Medienthemen und in Informatik soll in allen Fächern auch mit digitalen Arbeitstools gearbeitet und gelernt werden.
Sind Sie in Ihrer Klasse und an Ihrer Schule bereit dafür?

 

Weiterführende Quellen und Angebote:

Call for Papers: Kino und Kindheit

21. Internationales Bremer Symposium zum Film

Einreichfrist: 30.10.2015

Das 21. Internationale Bremer Symposium zum Film befragt das Verhältnis von Kino und Kindheit in Hinblick auf Ästhetik, Medialität und Kulturgeschichte des Films. Film ist ein Medium der Darstellung und Reflexion von Kindheit: Filme produzieren kulturelle Bilder und Erzählungen der Kindheit, sie sind Ausdruck der biografischen Erfahrung von Erwachsenen, zeichnen die Lebenswirklichkeit von Kindern auf und vermitteln Zuschauern die Erfahrung des Kindseins.

In der Geschichte des Films diente der Bezug zur Kindheit zudem häufig zum Nachdenken über die Eigenschaften des Mediums selbst: Die Aufzeichnung der Kindheit in Dokumentar- oder Amateurfilmen und die Arbeit mit Kindern als Darstellern in Spielfilmen fordern Fragen nach dem filmischen Realismus, den Grenzen von Spiel und Sein, ebenso wie dem Verhältnis von Regie und Schauspiel heraus. Der Blick des Kindes wurde vielfach mit der Wahrnehmung des Zuschauers im Kino, ebenso wie mit der Haltung der Regie in Verbindung gebracht – nicht nur, wenn Kinder selbst die Kamera führen.

Unter dem Stichwort ‹Kino in der Kindheit› wurde zudem die bildende und soziale Funktion des Mediums Film thematisiert: Wie prägen Filme die Wahrnehmung und das Gedächtnis? Wie können Zuschauer mit Filmen die eigene Kindheit erinnern und über sie kommunizieren?

Das 21. Internationale Bremer Symposium zum Film möchte dieses Feld öffnen, und die vielfältigen Bezugspunkte von Kindheit und Film mit Fachleuten aus der Wissenschaft, Vermittlung und Produktion, ebenso wie mit Filminteressierten diskutieren. Als Hauptvortragende haben bereits zugesagt: Alain Bergala (Paris), Vicky Lebeau (Sussex), Karen Lury (Glasgow).

| Call for Papers (deutsch)
| Call for Papers (englisch)

Beiträge zum Thema Foto-Journalismus

Bildschirmfoto 2015-08-06 um 07.55.45http://www.zeit.de/2015/28/fotografie-wahrheit-luege-propaganda/komplettansicht

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/war-porn-von-christoph-bangert-fotograf-im-interview-a-973106.html

http://www.worldpressphoto.org/academy/integrity-of-the-image

http://www.worldpressphoto.org/exhibitions/look-and-click

 

Neuerscheinung: Orte der Lehrerinnen- und Lehrerbildung

Im hep Bildschirmfoto 2015-07-14 um 07.46.10verlag ist der von Andreas Hoffmann-Ocon herausgegebene Band «Orte der Lehrerinnen- und Lehrerbildung» erschienen. Es ist eine Geschichte der Zürcher Lehrer/innenbildung entlang ihrer Ausbildungsstätten bis hin zum aktuellen Campus. Die Publikation basiert auf der gleichnamigen Ausstellung, die vom Zentrum für Schulgeschichte zur Campus-Eröffnung 2012 durchgeführt worden ist.  Ein Beitrag im Buch wirft einen Blick in die Schweizer Lehrerzeitung der 1950er-Jahre, wo Sarah Schlachetzki und ich fragen, welche Motive besonders häufig fotografisch gezeigt werden und was wir daraus über die damalige Zeit lernen können.

Hier gibt’s das Inhaltsverzeichnis und eine Leseprobe als pdf-Datei:  ortderlehrerbildung

Dossier Digitalfotografie

Screenshot 2015-06-15 09.59.20Digitalfotografie hat sich (auch dank Smartphones) in den letzten 10 Jahren von einem Hobby zu einem Massenphänomen entwickelt. Jeder Moment wird fotografisch dokumentiert, die Fotos mit Instagram oder anderen Apps bearbeitet und mit der Netzcommunity geteilt. Um diesen Veränderungen gerecht zu werden, wurde das Dossier „Eintauchen in die Digitalfotografie“ aktualisiert und mit Themen wie Smartphonefotografie und Digitale Bildbearbeitung ergänzt. Eine Ideensammlung soll ausserdem zu eigenen kleinen Fotoprojekten ermutigen.

Download: Dossier Digitalfotografie