Coach’s Eye – Innovative Videoanalyse-App (nicht nur für Sportlehrer/-innen)

Coach's Eye ScreenshotVor eine paar Monaten bin ich auf eine interessante App (für iPhone und iPad) gestossen: Coach’s Eye ist zwar für allem Sportlehrerinnen und Trainer gedacht, könnte sich aber auch zur Beurteilung von Auftrittskompetenz, für Beobachtungsaufträge, etc. eignen. Direkt aus der App lassen sich Bewegungsabläufe als Video aufnehmen. Anschliessend lassen sich diese Videos in Zeitlupe abspielen oder mit dem sog. Jog/Shuttle-Rad einzelbildweise vor und zurück spulen. Bei Bedarf kann der Coach/die Lehrerin auch direkt auf das Video zeichnen und optional einen Audiokommentar dazu aufsprechen. Die so bearbeiteten Videos können abgespeichert oder per E-Mail oder via Webplattform weitergegeben werden.

Florian Wanzenried (Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich «Bewegung und Sport» an der PH Zürich) hat Coach’s Eye im Unterricht mit Studierenden getestet und dabei folgende Erfahrungen gemacht:

Plus

  • Einfache Bedienung
  • Gute Qualität des «Einzelbild-Modus»
  • Ermöglicht bessere Qualität des Feedbacks: Sofort nachdem ein Studierender einen Bewegungsablauf vorgezeigt hat, kann dieser gemeinsam im Detail betrachtet und besprochen werden
  • Gutes Kosten-/Nutzenverhältnis (auch für Studierende erschwinglich)

Minus

  • Es wird nur die Bewegung und nicht der Ton dazu aufgenommen. Dies schränkt die Nützlichkeit z.B. für Tanzaufnahmen erheblich ein [Seit dem Update vom 5. März 2012 wird nun auch der Ton aufgenommen]
  • Unübersichtliche Anordnung/Sortierung der gespeicherten Aufnahmen innerhalb der App
  • Gewöhnungsbedürftige Navigation mit dem Jog/Shuttle-Rad

Ich bin gespannt, in welche Richtung  Coach’s Eye weiter entwickelt wird. Wenn man zusätzlich zum Videobild auch den Ton aufzeichnen könnte, liesse sich diese App auch ausserhalb des Sportbereichs noch vielseitiger einsetzen. Coach’s Eye ist für CHF 5.- im iTunes-App-Store erhältlich.

Flexbooks – Lehrmittel nur noch digital?

Um die in diesem Blog begonnene Diskussion um elektronische Schulbücher fortzuführen, hier ein Hinweis auf Flexbooks, die auf kibs.ch näher vorgestellt werden:

«Mit flexiblen digitalen Büchern können die Lehrmittel dem Unterricht ohne grossen Aufwand angepasst und rasch weitergegeben werden. In den USA werden Flexbooks heute schon in hunderten von Schulen und Universitäten erfolgreich eingesetzt.» (Oliver Ott, PH Bern)

In diesem Zusammenhang interessant: Apple hat für Donnerstag, 19.1.2012 zu einem education-focused media event eingeladen. Verschiedene Gerüchtebörsen vermuten, dass Apple «das gedruckte Schulbuch digital zerstören» möchte:

«Now, ArsTechnica claims that one of the key components of Thursday’s announcement is a new publishing tool for eBooks. The current state of software tools continues to frustrate authors and publishers alike, with several authors telling Ars that they wish Apple or some other vendor would make a simple app that makes the process as easy as creating a song in GarageBand.» (AppleInsider)

 

 

 

Kulturwechsel mit «Lernobjekten»

An der diesjährigen E-Learning-Tagung Online Educa in Berlin hat Caspar Noetzli die Erkenntnisse aus der Entwicklung von Lernobjekten für das selbstorganisierte Studium im Rahmen der Session «Changing Learning Cultures» präsentiert.

Nach der Studienreform NOVA 09 sollen die Studierenden künftig 50% ihrer Studienzeit selbstorganisiert studieren. Dazu dienen unter anderem Lernobjekte multimedialen Lerninhalten und entsprechenden Arbeitsaufträgen. Im Jahr 2009 hat die PH Zürich mit der Entwicklung der Lernobjekte begonnen. Ende 2011 ist das dreijährige Einführungsprojekt beendet. Caspar Noetzli, Leiter des Projekts, präsentierte die Erfahrungen in Vorträgen an der eduhub-Tagung von SWITCH in Lugano, an der ILIAS Conference in Bern und zum Abschluss an der internationalen E-Learning Konferenz Online Educa in Berlin. Unter dem Titel «A Culture Change: Learning Objects to Support Self-Directed Learning in Teacher Education» präsentiert Caspar Noetzli die gemachten Erkenntnisse.

Caspar Noetzli berichtet von der schwierigen Anfangszeit, als die ersten «Lernobjekte» im besseren Fall aus einer Sammlung von PDFs bestanden, im schlechteren aber am Ende des Semesters ausser Titel und Lorem Ipsum-Platzhaltertext keine weiteren Spuren hinterliessen. Caspar Noetzli: «Wir stellten uns darauf ein, dass uns die Dozierenden kritische Fragen über «Instructional Design» etc. stellen, stattdessen erfuhren wir oft Bedenken, dass die Dozierenden ihre Materialien öffentlich ins LMS stellen müssten. Ein entscheidender Erfolgsfaktor war, dass die Dozierenden zusätzliche Zeitgutschriften erhalten, um ein neues Lernobjekt zu entwickeln; ebenso wichtig war die Unterstützung durch die E-Learning Consultants. Und nicht zu unterschätzen sei die Anmerkung in den Nutzungsbestimmungen, dass man sich gegenseitig anfragt, wenn man Inhalte aus einem «fremden» Lernobjekt nutzen will. Heute sind gegen 80 Lernobjekte entwickelt, diese sind neu auf einer übersichtlichen Startseite zusammengefasst (Bild). Das Projekt wird ab 2012 in «Dauerbetrieb» überführt: Jedes Semester stehen den verschiedenen Bereichen insgesamt 1000 Arbeitsstunden für die Entwicklung von Lernobjekten zur Verfügung.
Ansonsten viel «man sollte» an der Online Educa …

LearningApps.org – interaktive Bausteine leicht gemacht

LearningApps.org

LearningApps.org ist eine Webplattform, auf der sich kleine Lernprogramme erstellen und gleich auch veröffentlichen lassen.  Bausteine (sog. Learning Apps) enthalten kein konkretes Lernszenario, sondern beschränken sich ausschliesslich auf den interaktiven Teil. Verschiedene, hinlänglich bekannte Übungstypen wie Multiple Choice, Zuordnen, Sortieren usw. stehen zur Verfügung. Zudem gibt es spezielle Werkzeuge für den Unterricht, wie Chat, Notizbuch, Pinnwand u.a. (Auch ein Etherpad ist eingebunden.) LearningApps.org basiert auf Flash, d.h. dass die Apps nicht auf Geräten mit iOS laufen.

LearningApps.org ist ein Forschungs- und Entwicklungsprojekt des Zentrums für Bildungsinformatik der Pädagogischen Hochschule PHBern, in Kooperation mit der Universität Mainz und der Hochschule Zittau/Görlitz.

educanet2 mit App fürs iPad

Die Entwicklerfirma von educanet2 bietet neu eine mehrsprachige App fürs iPad an. Die App ermöglicht den  Zugriff auf Messenger, Dateiablage, Notizen und Systemnachrichten. Die App ist soweit übersichtlich gestaltet. Hilfreich erscheint die App vor allem zum Zugriff unterwegs auf die Dateiablage. Die bekannten Dateiformate lassen sich auf dem iPad problemlos anzeigen. Ein «Vollersatz» für die Browser-Variante auf Notebook oder Desktop war wohl nicht zu erwarten…
Funktionen der App im Überblick.
Detaillierter Test von Blogbeitrag von Beat Döbeli.
Erhältlich im iTunes App Store für CHF 4.-.

 

 

 

 

 

Gabi Reinmann: Blended Learning in der Lehrerbildung

«Blended Learning ist nicht selbsterklärend und kein didaktischer Ansatz. Blended Learning ist allenfalls eine breite Klammer, die zusammenhalten soll, was guten Unterricht in einer Zeit und Gesellschaft ausmacht, in der digitale Medien bereits selbstverständlich zur Information, Kommunikation und Unterhaltung genutzt werden. Bestenfalls ist Blended Learning eine Aufforderung, die Lehr- Lernpotenziale der (immer wieder neuen) digitalen Medien didaktisch sinnvoll zu nutzen. Und was didaktisch sinnvoll ist, hängt von den Zielen, Inhalten und Bildungskontexten ab.» (Reinmann, 2011, S. 2)

Wie eine solche sinnvolle didaktische Gestaltung am Beispiel der Lehrerbildung geschieht, zeigt Gabi Reinmann im Vorabdruck Blended Learning in der Lehrerbildung. Siehe auch den entsprechenden Beitrag in ihrem Denkarium-Blog.

Flash zu HTML5 umwandeln mit Swiffy und Wallaby

Mit der Weigerung von Apple, Flash auf iOS-Geräten zuzulassen, sehen sich viele Entwickler mit dem Problem konfrontiert, ihre mit Flash erstellten Inhalte zu portieren, und da kommen Swiffy und Wallaby gerade recht. Was nach Figuren in einem Zeichentrickfilm tönt, sind die Namen zweier experimenteller Projekte zur automatischen Konvertierung von Flash zu HTML5.

Google Swiffy ist ein webbasierter Dienst, der SWF-Dateien (daher der Name!) in HTML5 umwandelt. Bisher werden nur Dateien bis 512 KB akzeptiert, und viele ActionScript-Befehle (die Scriptsprache von Flash) werden noch nicht unterstützt.

Adobe Wallaby hingegen ist ein zu installierendes Programm (verfügbar für Mac und Windows), das FLA-Dateien, d.h. die Quelldateien von Flash, umwandelt. Auch hier werden längst nicht alle ActionScript-Befehle unterstützt, und die FLA-Datei muss mit Flash der Creative Suite 5 erstellt worden sein.

Beide Projekte erzeugen bei der Konvertierung eine HTML-Datei, die nur in einem WebKit-Browser (Google Chrome oder Safari) wiedergegeben wird. Meine ersten Versuche sind ernüchternd: einzig eine ganz einfache Animation ohne jede Interaktion (d.h. ohne ActionScript) wurde konvertiert (siehe Beispiel). Mit iSpring aus PowerPoint-Dateien erzeugte SWF hingegen brachten Swiffy an seine Grenzen. Aber immerhin zeigen die beiden Projekte, dass sich einiges tut, und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sich auch interaktives Flash korrekt konvertieren und damit auf iPhones und iPads darstellen lässt. Adobe hat ein Interesse daran, Flash als universelle Entwicklungsumgebung für Webinhalte am Leben zu erhalten, und unterstützt Google’s Swiffy:

«Adobe is pleased to see the Flash platform extended to devices which don’t support the Flash player. (…) Google and Adobe look forward to close collaboration around efforts like these.» (http://swiffy.googlelabs.com/faq.html)

 

Horizobu – Suchmaschine mit interessantem Konzept

horizobu.com oder horizobu.ch sind die Adressen  einer neuen Suchmaschine mit dem Namen Horizobu aus dem Umfeld der ETH Zürich. Der neue Ansatz der Suchmaschine besteht unter anderem darin, dass zu Beginn der Suche nur 6 Treffer angezeigt werden,  eine Auswahl von zusätzlichen Suchbegriffen angeboten wird und Suchresultate per Drag and Drop gesammelt oder gelöscht werden können. Horizobu soll durch die Benutzung der User/innen lernen Suchresultate zu verbessern. Die Software ist nach eigenen Angaben «touchscreen friendly». Optisch kommt Horizobu aufgeräumt und übersichtlich daher und ist meiner Meinung nach einen Versuch wert. Wer sich weiter informieren will kann den englisch gesprochenen Einführungs-Video anschauen.

OpenCourse zur Zukunft des Lernens

Die Goethe-Universität Frankfurt führt vom 2.5. bis 17.7.11 einen OpenCourse zur Zukunft des Lernens durch. Im Sinne des vernetzten Lernens sind alle Interessierten eingeladen, sich aktiv zu beteiligen. Jede Woche steht ein Thema im Zentrum, zu dem ein Gastreferent oder eine Gastreferentin eingeladen wird. Diese Woche ist es Prof. Michael Kerres zum Thema Lernumgebungen und Personal Learning Environments (Mi 25.5.11, 17-18 Uhr).