Buchbesprechung: Der programmierte Mensch

www.nzz-libro.ch

Thomas R. Köhler beschreibt in seinem Buch, wie Smartphones und Internet unser Verhalten bestimmen. Dabei verbreitet er nicht etwa Weltuntergangsstimmung und Kulturpessimismus, sondern macht sich an Hand von Studienergebnissen und Beobachtungen Gedanken, wie ein sinnvoller Umgang mit den aktuellen (und z.T. auch zukünftigen) Technologien aussehen könnte.

Ich habe das Buch als anregende und leicht lesbare Lektüre zum Thema empfunden. Seine etwas provokative These, dass wir uns stark von den Geräten steuern lassen und nicht umgekehrt, ist durchaus einen Gedanken wert, obwohl sie meiner Meinung nach nicht grundsätzlich neu und nicht auf elektronische Geräte beschränkt ist. So hat die Erfindung des Buchdrucks und die damit verbundene Verbreitung des gedruckten Buchs unsere Kultur und unser Verhalten ebenfalls sehr stark geprägt und verändert. Thomas Köhler schreibt zum Beispiel, dass Menschen ihrem Navi blind vertrauen oder dass sie ihr Wissen ans Internet / Smartphone auslagern. Er weisst in der Folge darauf hin, wie wichtig es ist, diesen nicht blind zu vertrauen. Das Selbe könnte man auch vom Buch sagen (ausgelagertes Wissen, keinem Lexikon, Buch blind vertrauen). Damit will ich keineswegs die Aussagen im Buch kritisieren. Es zeigt sich vielleicht einfach, dass ich durch das Buch angeregt worden bin, mich mit dem Thema zu befassen – kritisch, angeregt.

Die Informationen sind nur in Form von gedruckten Buchstaben und nicht in elektronischer Form erhältlich. Die gute alte NZZ glaubt vermutlich noch immer daran, dass der Inhalt eines buchgedruckten Textes seriöser sei, als ein elektronisch publizierter 🙂  . Immerhin können die Links zu den zitierten Quellen via QR-Tag elektronisch erfasst werden.

Das Buch kann gerne bei mir ausgeliehen werden.

„E-Mail, Chat und Facebook – der Wandel der Schreibnorm(en) im Zeitalter neuer Medien“

Referat an der EB Zürich, Kantonale Berufsschule für Weiterbildung, Leitung Sarah Brommer

Riesbachstrasse 11, 8090 Zürich,

Donnerstag, 4. April 2013, 19.30 Uhr, Eintritt frei

weiter Informationen

„Total Digital. Wie neue Medien und soziale Plattformen unsere Kommunikation verändern.“

© K. Wittfeld

 

Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit mit dem Tagesanzeiger

Dienstag, 2. April 2013 – 19:30 bis 21:00 Uhr
ETH Hauptgebäude, Audimax, Rämistrasse 101, Zürich

http://www.ethz.ch/news/treffpunkt/veranstaltungen/programm/02_04_13

Facebookspiel ohne Computer – Rezension

Rahel und ich haben das analoge Kärtchen-Spiel zu Facebook der Bundeszentrale für politische Bildung, auf das in vielen Blogs und auf diversen Medienbildungsseiten hingewiesen wird, genauer studiert. Zusätzlich haben wir uns das Video mit den Kommentaren der Entwickler angesehen. Wir überlegten uns, wie der Einsatz in der Schule aussehen könnte.

Kurzfazit:
Wir sind enttäuscht (haben uns getäuscht in dem, was das Spiel ist und soll) und finden, der Einsatz des Spiels in der Schule ist in der Regel nicht sinnvoll, wenn es darum geht heikle Punkte im Umgang mit Facebook zu erleben und zu thematisieren.

Langfazit:
Spielidee
Schulen sind nicht die primäre Zielgruppe des Spiels, sondern Personen, welche soziale Netzwerke nicht persönlich kennen und mit dem Spiel eine andere Sicht auf Facebook erhalten sollen, als das über die Massenmedien vermittelt wird.
Es geht beim Spiel darum, sich mit Interaktionen in sozialen Netzwerken zu befassen und nicht primär heikle Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen in Facebook zu erfahren oder zu thematisieren.
Unserer Meinung nach gibt es effizientere und effektivere Möglichkeiten die Thematik zu erfahren und zu diskutieren.
Heikel finden wir den Ansatz, dass es im Spiel (in der Normalversion) darum geht möglichst viele Freunde zu sammeln. Die Spielregeln führen dazu, dass in einer Klasse eventuell gruppendynamische Prozesse offengelegt werden und damit eine heikle Dynamik entsteht, die dann innerhalb des Spiels und der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit nicht aufgefangen werden kann.
Die Stärke des Spiels kommt dann zum Tragen, wenn man sich viel Zeit (wer hat das im Unterricht?) für die Thematik nimmt und sehr viel Zeit für die anschliessende Auswertung und Diskussion aufwendet. Wir sprechen hier von mindestens einem halben Tag für das Spielen und die Auswertung.

Aufmachung
Die Spielvorlage, welche zum Herunterladen bereitsteht, ist nicht so gestaltet, dass man sie nur kopieren und in der Klasse loslegen kann. Die Aktionskärtchen müssen zuerst selbst erstellt werden, weil die «Spiel-Aktionen» nur in einem Worddokument als Prosasätze in einem Textblock zur Verfügung stehen.
Die Profilvorlagen orientieren sich so stark an Deutschland und sind nicht für die Zielgruppe Schüler/innen gedacht, dass es Anpassungen braucht.
Eine Seitennummerierung und Fusszeilen wären hilfreich für die Orientierung.

Zusammenfassung
Das Spiel ist nicht für die Zielgruppe Schüler/innen gemacht. Ziel ist nicht primär eine Auseinandersetzung mit problematischer Nutzung von Facebook. Die Vorlagen können nicht sofort und ohne Aufwand für den Einsatz in der Schule verwendet werden. Geschätzter Aufwand für die Vorbereitung (Lesen der Anleitung, Ausdrucken, Kopieren, Kärtchen schneiden und Anpassungen der Unterlagen) drei bis 4 Stunden.
Die Stärken des Spiels bestehen vor allem darin, dass zusammen etwas gespielt wird, das als Grundlage für eine Diskussion über Facebook und die Nutzung durch Schüler/innen dienen kann. Das lässt sich unser Meinung nach aber effektiver und effizienter machen.

Bildersuche mit Bildern

Ich staune immer wieder, dass viele Personen die Bildersuche mit Bildern nicht kennen.

Ein entsprechender Hinweis auf die Funktion in der Googlesuche hat zum Beispiel dazu geführt, dass es sich für jemanden gelohnt hat heute aufzustehen 😉

Worum geht es also: In der Google-Bildersuche lassen sich nicht nur Textbegriffe eingeben, sondernd auch Bilder. Google sucht dann Bilder, welche genau dem eingegebenen Bild entsprechen und präsentiert auch sogenannt optisch ähnliche Bilder. Mit der beschriebenen Funktion lässt sich zum Beispiel herausfinden, wer auf einem Bild abgebildet ist, vorausgesetzt die gesuchte Person ist genügend oft im Netz als Bild verfügbar. Oder Fotografen können damit schauen, ob eines ihrer Bilder irgendwo im Netz illegal verwendet worden ist.

Mit einem Klick auf das Kamera-Ikon in der Bildersuche lässt sich ein Bild, das auf dem eigenen Computer abgespeichert worden ist, in die Bildersuche hochladen und suchen. Alternativ ist es auch möglich die URL eines Bildes einzugeben.

Neptunfenster ab heute Montag 3.9. 12 Uhr offen

Das Neptunfenster mit ausgewählten, verbilligten Laptops für den Hochschulgebrauch ist ab heute 12 Uhr bis 1. Okt. geöffnet. Meist lohnt sich ein Kauf nur dann, wenn man an einer verlängerten Garantie interessiert ist. Dann spart man jedoch rasch 200 – 300.- Fr.

Wer die Geräte vorher anschauen und in der Hand halten möchte, kann an einen der Demo-Events gehen, an welchen auch Fragen beantwortet werden.

Codebarre – 100 Filme über Gegenstände

Arte hat zusammen mit der kanadischen ONF  – Office national du film du Canada – die Webseite codebarre.tv gestaltet, auf der 100 kurze Filme zu je einem Alltagsgegenstand zur Verfügung stehen. Die Filme regen (mich) zum Nachdenken an, sind zum Teil wunderschön zum Anschauen, witzig, animieren (mich und vielleicht auch Student/innen, Schüler/innen oder Personen ohne spezielles Label) zum Nachahmen – Selbermachen.

Interaktive Videos von Selfcontrollfreak

Die Idee und Umsetzung der interaktiven Videos von Selfcontrolfreak finde ich absolut faszinierend. Es wäre spannend das Konzept in der Schule oder mit Student/innen im Rahmen eines medienpädagogischen Anlasses ebenfalls umzusetzen.

Am besten beginnt man beim Anschauen mit dem ersten Video und arbeitet sich langsam vor. Die Interaktivität wird mit der Zeit immer komplexer.

Den Tipp habe ich von Michael V., den die einen noch aus dem AdA ICT-Kursen kennen.

Student response system für Hochschulen und Volksschulen

Bildquelle: http://www.polleverywhere.com/how-it-works

Im Rahmen eines längeren Mittagessens mit Beat Döbeli zum Themenfeld Studi-Laptops an Pädagogischen Hochschulen haben wir uns gefragt, ob es nicht möglich wäre für Schweizerische Hochschulen und Volksschulen ein einfaches Student response system zu entwickeln. Anders als bei den bestehenden Systemen von Anbietern von Hardware wie SMART oder Promethean oder Systemen wie Poll Everywhere, müsste das System einfach und kostenlos sein. Mögliche Provider wären Swisscom oder Switch. Das System könnte so funktionieren, dass auf dem Netz eine Frage oder Umfrage vorbereitet werden könnte. Diese erhielte eine kurze Buchstabenfolge zugeordnet (Beispiel: xtfr) welche als Erkennungscode für 1 Woche gültig wäre. Die Studierenden könnten dann während der Vorlesung per Laptop, Pad oder Smartphone übers WLAN eine Antwort in Form einer Zahl, eines Worts oder eines Satzes übermitteln, welche von der Dozentin am Beamer in Form einer Tagcloud, eines Balken- oder Tortendiagramms oder in anderer Form gezeigt werden könnte. Es wäre aber auch möglich die Antwort per Handy an eine Gratisnummer per SMS zu übermitteln (SMS an Nummer 1243 / Code xtfr / Antwort).

Ein solches System würde die bestehenden methodischen Möglichkeiten erweitern ohne dass zusätzliche, teure Geräte angeschafft werden müssten.

Didaktisch hat ein Student response system neben der einfachen Aktivierung der Teilnehmer/innen verschiedene Vorteile. Alle Studierende können eine Antwort geben. Für die Beteiligten wird sichtbar, ob sie mit ihrer Antwort zur Mehrheit gehören oder eher zu einer Minderheit. Oft wird ja angenommen, dass die anderen Personen ähnlich denken und fühlen, wie man selbst. Gerade in PHs wäre es schön, wenn den angehenden Lehrpersonen immer wieder bewusst wird, dass es zu einer Frage oft mehrere Antworten und Sichtweisen gibt. Die Antworten können vielleicht auch die Vielfalt von Einschätzungen, die Komplexität eines Themas oder den Irrtum der Mehrheit zeigen.  Weitere Vorteile der Methode könnten sein, dass die Neugier auf ein Thema wächst, wenn vorher Fragen dazu beantwortet werden oder dass die Dozierenden die Möglichkeit haben an Hand der Antworten ihre Inputs besser auf das aktuelle Wissens- und Verstehenslevel der Studierenden einzustellen.

Wir sind dran die Idee weiter zu verbreiten. Es wäre schön, wenn daraus etwas Konkretes Positives entstehen würde.

Siehe  dazu auch die Diskussion auf eduPad unter: http://www.edupad.ch/classroom-response-system-switzerland