5 Gedanken zu „Die Rolle der IT-ler an einer Schule“

  1. In diesem Artikel werden zwei sehr unterschiedliche Dinge vermischt: Die Hardware, bei deren Auswahl die Techniker wohl mitreden oder gar entscheiden, und die Services, welche damit genutzt werden können.
    Von der Hardware hängt es nicht ab, ob IT-Mittel erfolgreich in der Schule eingesetzt werden können oder nicht. Bei Services ist das was anderes. Wenn diese durch den Unwillen der Techniker verhindert werden, dann läuft etwas falsch.

    Von einem Diktat der Techniker im Bereich des Lernens zu sprechen finde ich absurd. Am Ende diktieren die grossen Amerikanischen Konzerne mit ihren teilweise befremdlichen Moralvorstellungen auf was für Services und Inhalte wir Zugriff haben.

  2. Wenn Mark mit seiner riesigen Erfahrung davon berichtet, würde ich das nicht gleich als absurd abtun. Ich sehe in vielen Schulen genau dieses Problem (in erster Linie dort, wo übergeordnete IT-Dienstleister statt Schulhausinterne den Support machen, also in den Städten).
    Einerseits hast du recht, dass die Services wichtig sind, andererseits wird es immer schwieriger, IT-Mittel von Services zu trennen, weil die Hersteller Hard- und Software immer mehr verzahnen. Wer Chromebooks nutzt (und das sind in den USA unterdessen sehr viele Schulen), kann z.Bsp. nur schwerlich anderes als Google-Dienste nutzen.
    Seinen Appell, dass sich die technischen Mittel immer mit Blick auf die User und den Unterricht gewählt werden sollten, finde ich vernünftig, auch weil das einen Dialog zwischen Pädagogen und Technikern braucht, welchen ich immer für beide Seiten als gewinnbringend erlebt habe.

  3. Wohl bei den allermeisten VolksschullehrerInnen ist der Computer in der Schule nicht derselbe Computer, den sie zuhause haben. Und die aller-aller-wenigsten können da oder dort auf’s selbe Dokument zugreifen und dieses verändern, wobei es dann auf jedem Computer verändert ist.

    Sobald sie’s können, brauchts die Techniker nicht mehr. Wobei es sie, genauso wie die Computer in der Schule, eigentlich längst nicht mehr braucht. Tragen die LehrerInnen doch ihren Computer immer und überall bei sich. Allerdings ohne zu wissen, dass dieser wirklich auch ein Computer ist.

    Leider wird sich daran auch die nächsten 50 Jahre nichts verändern.

  4. In der Tendenz stimmen die Aussagen von Mark Andersen wohl.

    Ich frage mich in letzter Zeit aber häufiger, weshalb die Techniker als diejenigen wahrgenommen werden, die den ICT-Einsatz in der Schule bestimmen. Vielleicht nehmen sie sich der Thematik einfach an, weil sich sonst nicht genügend kompetente Personen aus dem pädagogisch-organisatorischen Bereich einsetzen bzw. diese Personen einfach nicht genügend Entscheidungskompetenzen haben.
    Die Gestaltung schulischer ICT-Infrastrukturen ist von vielen Stakeholdern abhängig, die sich finden müssen.

    Wer also soll entscheiden?
    Einzelne Lehrpersonen? Die Schulkonferenz (Basisdemokratisch)? Die Schulleitung? Der Pädagogische Support?

    (Wie werden eigentlich Entscheidungen getroffen, wenn es um die Ausstattung des Musik-Instrumente-Schranks geht? Könnte man sich daran orientieren?)

  5. Die Orientierung am Beispiel des Musik-Instrumenten-Schranks finde ich sehr interessant. Vermutlich läuft dort der Entscheid ja über eine Person, welche von Musikinstrumenten etwas versteht. Das ist richtig und sinnvoll. Genau deshalb muss dies auch bei Computern so geschehen. Selbstverständlich muss das im Dialog oder in Absprache mit den Lehrpersonen stattfinden. Was nützt eine Posaune wenn nur eine Lehrperson damit umgehen kann?
    Bei Computern ist die Komplexität aber deutlich höher als bei einer Posaune: Sein Einsatzzweck ist sehr breit und er wird meist im Verbund/Netzwerk mit anderen Geräten betrieben.

    Durch meine Erfahrung in einem östlichen Nachbarkanton kann ich durchaus das Wort „absurd“ verwenden – auch wenn dieser Kanton weder die Schweiz nicht die Welt ist. Es ist leider einfach so, das bei IT-Themen sehr viele denken sie könnte fachlich mitreden, aber dem ist bei weitem nicht so. Ich konnte diesbezüglich sehr mit der Person in diesem Artikel mitfühlen: https://blog.phzh.ch/akzente/2015/11/23/grosse-worte/

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