ICT-Guide: Weg zum schuleigenen Konzept

Der Bildungsrat des Kantons Zürich hat am 26. November 2012 den «ICT-Guide zur Erarbeitung von stufenübergreifenden Medien- und ICT-Konzepten in Zürcher Volksschulen (PDF)» verabschiedet. Im Beschluss empfiehlt der Bildungsrat den Gemeinden, ein lokales, schuleigenes Medien- und ICT-Konzept mit Hilfe des ICT-Guides zu erarbeiten.

Der ICT-Guide unterstützt, begleitet und leitet Schulen an auf dem Weg zum eigenen Konzept.
Der ICT-Guide nimmt dabei eine umfassende Sicht auf Medien und ICT in Schule und Unterricht ein. Frühere Schulkonzepte fokussierten häufig auf Teilaspekte von digitalen Medien in der Schule. Oft wurden Konzepte unterteilt in Pädagogik und Technik. Es wurde definiert was im Unterricht mit den Schüler/innen erreicht werden soll und mit welcher Infrastruktur dies zu geschehen hat.

Der ICT-Guide geht deutlich weiter: In den zwölf Kapiteln werden auch der technische Support und die pädagogische Beratung, die Weiterbildung, die Kommunikation aller Beteiligter (Schüler/innen, Lehrpersonen, Eltern u.a.m.), schulinternes Wissensmanagement, Schul- und Unterrichtsqualität und weitere Themen aufgegriffen. Neben einigen Kernkapiteln sind die Schulen frei in der Wahl der Themen für das schuleigene Konzept.

In Konzeptberatungen für Schulen, welche vom Bereich Medienbildung der PH Zürich durchgeführt werden, wird jeweils deutlich, dass jede Schule in Bezug auf Medien und ICT einzigartig ist. Schulen unterscheiden sich beim Einsatz von Medien und ICT im Unterricht, bei der Umsetzung von medienbildnerischen Zielen, bei den Organisationsstrukturen, beim technischen und pädagogischen Support, bei der Ausstattung von Hard- und Software u.a.m.

Der ICT-Guide wird diesem Umstand gerecht, indem Schulen diejenigen Informationen rausnehmen können, die sie in ihrer Situation benötigen.
Der ICT-Guide

  • formuliert Mustertexte, die angepasst bzw. übernommen werden können
  • vermittelt thematisches Hintergrundwissen
  • zeigt mögliche Vorgehensweisen zur Konzepterarbeitung auf
  • bietet konkrete, anpassbare Umsetzungshilfen an (z.B. Pflichtenhefte, Planungshilfen, Vereinbarungen)
  • verweist auf weiterführende Webressourcen und auf Fachliteratur

Einen Überblick über den ICT-Guide kann man sich hier verschaffen:
Wege zum lokalen Medien- und ICT-Konzept, Präsentation UNM-Tagung 2012

Weitere Blogposts zum Thema: 1, 2, 3

 

13 Gedanken zu „ICT-Guide: Weg zum schuleigenen Konzept“

  1. Das einzige, was mich als praktizierenden Seklehrer spätestens ab 2013 an solchen Papieren noch interessiert, wird in den Kapiteln 8.1 und in den „genialen Tipps für Schulen“ (http://ict-guide.zh.ch/schule-musterhausen) beschrieben respektive eben nicht beschrieben. Ja, ich bin peinlich berührt, wenn ich lese, dass „…Lernen ein Prozess sei, der in der Gemeinschaft mehr Spass mache als alleine…“ und „…Weiterbildung auch Teambildung sei, welche wir idealerweise mindestens zu zweit angehen werden.“ Da gefällt mir sogar das „Lorem ipsum..“ als genialer Tipp noch besser.

  2. Soeben lese ich in den SN vom 4.1.2013 ein Interview mit dem höchsten Bildungsdirektor der Schweiz, mit RR Christian Amsler, und dessen Forderung nach mehr Ingenieuren (und damit verbunden weniger Phil-I-ern) und höre mir den Beitrag in „10 vor 10“ an (http://www.srf.ch/player/tv/10vor10/video/ganze-sendung?id=d1373b76-27ed-47c3-a893-9967891935df).
    Dabei will Amsler die Förderung zukünftiger Ingenieure möglichst früh, sprich schon in der Primarschule, ansetzen und stimmt damit mit Hromkovic (http://blog.phzh.ch/observatorium/2012/07/02/droht-wirklich-eine-bildungskatastrophe/), nicht aber mit dem ICT-Guide überein.

  3. Statt sich auf eine Diskussion einzulassen – auf dass der Guide keine Peinlichkeit bleiben würde – werden Beiträge abgewiesen. Zum Glück wird nicht nur der Guide, sondern auch dieser Blog nicht gelesen.

    1. Lieber Beat

      Ich habe deine Kommentare, die du auf allen Kanälen (Google+, Facebook, private Blogs) nahezu wortgleich absetzt, sehr wohl zur Kenntnis genommen. Auch in diesem Blog als Kommentar. Abgewiesen wurde m.W. kein Kommentar von dir.

      Nun aber zum Inhalt:
      Der ICT-Guide dient Volksschulen (Kindergarten bis Sek1) als Hilfsmittel für die Erstellung eines lokalen, eigenen Konzeptes. Er benennt die wichtigen Themen, wirft Fragen auf, die sich Schulen stellen müssen und liefert Hintergrundwissen und Materialien für die Konzepterstellung.
      Der Guide macht keine Vorgaben, wie Schulen ausgerüstet oder organisiert sein sollen. Teilweise bedaure ich das. Auch ich hätte mir gewünscht, dass der Kanton Zürich in gewissen Bereichen verbindliche Vorgaben macht. Politisch ist das im Moment aber undenkbar.

      Du monierst, dass keine Diskussion aufgrund deiner Kommentare stattfindet. Mir ist im Moment nicht ganz klar, was du denn diskutiert haben möchtest.

      Gruss
      Thomas Stierli

      1. Lieber Thomas

        Stell dir einmal vor, meine KollegInnen würden voller Erwartung die „genialen Tipps für Schulen“ lesen wollen, um statt dessen „lorum ipsum…“ vorzufinden.
        Stell dir weiter vor, meine KollegInnen würden in Kapitel 8.1 lesen wollen, wie sie auf den Unterricht mit den neuen Medien vorbereitet werden, um statt dessen einen Text vorzufinden, über den ein Seklehrer im besten Fall einfach nur lacht.
        Und stell dir einmal vor, die Schulbehörden (sind sie die Ansprechpartner dieses Guides?) würden sich tatsächlich mit diesem Guide auseinandersetzen und die Mustertexte durch eigene, wohl in Kommissionen und Sub-Kommissionen erarbeiteten Texte ersetzen.
        Im absoluten Idealfall verschwindet dieser Guide so schnell als möglich aus dem Netz.
        Ich fühle mich in meiner Einschätzung bestens aufgehoben, wird diese doch von den (zum Glück) wenigen Kollegen, welche den Guide gelesen haben, geteilt.

        Wie weiter?
        Die PH bildet ihre zukünftigen LehrerInnen ab sofort in den neuen Medien aus (bei Interesse liefere ich den Stoffplan gern nach).
        Die Schulen erhalten ab sofort iScouts (http://www.phtg.ch/weiterbildung/weiterbildungsstudiengaenge/modul-iscout/).

  4. Am nächsten Dienstag will mein Schulleiter im Computerzimmer ein von aussen kommendes Telefonsignal so verstärken, damit es alle Kursteilnehmer im Computerzimmer hören können. Er kommt zu mir und fragt mich, warum er mit seinem 3gs in der (http://www.iphone5docks.com/wp-content/uploads/2012/09/iphone-5-docks-docking-station-Logitech-1.jpg) zwar das Musiksignal, nicht aber das Telefonsignal verstärken kann?

    Was gebe ich ihm aus der Sicht des ICT-Guides zur Antwort?

    1. Der ICT-Guide kann leider nicht zu jedem technischen Detail oder zu jeder technischen Anforderung, die in den einzelnen Schuläusern auftreten können, Auskunft geben. Das ist Aufgabe der technischen Experten, die in oder zumindest für die einzelnen Schulhäuser aktiv im Einsatz stehen. Das bist in deiner Schule vermutlich du und allenfalls noch ein externer Dienstleister. Da jede Schule im Detail anders ist, kann kein Ratgeber o.ä. umfassende Technikhilfe leisten.

      Noch ein Wort zum Inhalt der Frage:
      In Unkenntnis, um welche Dockingstation es sich genau handelt, ist mein Tipp folgender: Lautsprecher, die auch als Dockingstation funktionieren, haben in der Regel auch einen Audioeingang. Hier hilft also ein Kabel mit beidseitigem Klinkenstecker. Damit werden iPhone (Kopfhörerbuchse) und Dockingstation verbunden.

  5. Dieser ICT-Guide ganz bestimmt nicht – ein „Guide“ zum Beispiel in Form einer Datenbank von Video Tutorials aber sehr wohl (Beispiele: http://www.unterrichtsvideos.ch/ oder http://labor.once.li/. Dabei ist es wichtig, dass die Lehrpersonen solche Tutorials selber produzieren und diese in einer solchen Datenbank teilen können. Wäre in der Autorengruppe auch nur ein sachverständiger Seklehrer gewesen, wäre dieser ICT-Guide gar nie entstanden. Die Schulen brauchen längst keinen Guide mehr, der zu einem Konzept verhelfen soll, welcher einmal die ICT in einer Schule bestimmen soll. Die LehrerInnen brauchen jetzt praktische Anweisungen, wie sie zum Beispiel ihr Smartphone am Beamer anschliessen können, um mit dem myScript Calculator mögliche Lösungen einer Gleichung demonstrieren zu können, oder um ihren SchülerInnen zeigen können, wie sie ihre Kurzreferate multimedial unterstützen können.
    Die Verantwortlichen des ICT-Guides täten gut daran, auf sachverständige Seklehrer (in aller Bescheidenheit: ich gehöre auch dazu) zu hören statt derart weltfremde Guides zu schreiben.

    1. Die PH Zürich bietet massgeschneiderte Weiterbildungen für Lehrpersonen und Schulteams aller Stufen an, vom Kindergarten bis zur Sek. Wir freuen uns auf Anfragen für Teamweiterbildungen und auf Anmeldungen von Einzelpersonen zu unseren Kursen. Die Angebote können von allen genutzt werden.

      Ich denke, ich beende hier die Diskussion zwischen uns.
      Schönes Wochenende.

      1. Lieber Thomas
        Ich will auf keinen Fall das letzte Wort haben – du solltest mir deshalb nochmals antworten. Ich bin der Meinung, dass wir die Diskussion, die bis dahin ausser Destruktivem (meinerseits) nichts ergeben hat. Wenn, nach Heraklit, der Krieg der Vater aller Dinge ist, sollten nun die Verhandlungen geführt werden.
        Ich schlage vor, den ICT – Guide in einer kollaborativen Umgebung freizugeben. Zur Edition eingeladen seien von mir aus die bekannten PH – Leute, dann aber vorallem praktizierende LehrerInnen.
        Was meinst du?

  6. Lieber Beat

    Ich möchte hier kurz die Verhältnisse klären:
    Der ICT-Guide ist ein Angebot der Bildungsdirektion des Kantons Zürich (Fachstelle Bildung und ICT, http://edu-ict.zh.ch/). Durch die Fachstelle wird auch die Website betreut. Die PH Zürich hat das Angebot mitentwickelt bis dahin.
    Wende dich mit deinem Anliegen am besten an die Fachstelle. Sie ist zuständig.

    Es wird übrigens einen Community-Teil geben (http://ict-guide.zh.ch/rubriken/praxis). Schulen stellen dort ihre Unterlagen und Erfahrungen zur Verfügung. (Im Moment ist dort erst eine Dummy-Schule Musterhausen mit Nonensinhalten sichtbar, damit die Struktur sichtbar wird.)

    Aus meiner jetzigen Sicht ist es wohl kaum sinnvoll, ein Angebot des Kantons im Kern zur Bearbeitung für jedermann freizugeben. Die Partizipation soll im Bereich Praxis passieren. Wie gesagt, meldest du dich mit weiteren Ideen direkt bei der Fachstelle.

    Herzlich
    Thomas

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