Wie die Schulsynode den Medienkompass beurteilt

In ihrer Begutachtung des Lehrmittels Medienkompass 1 und 2 hält die Schulsynode des Kantons Zürich fest: «Der Medienkompass ist ein wertvolles Lehrmittel im Bereich Informatik und Medienerziehung», und beantragt beim Bildungsrat, dass das Lehrmittel den Status «zugelassen» erhält (zurzeit hat es den Status «provisorisch zugelassen»).

Positiv erwähnt werden u. a. das Layout und die stufengerechte Themenwahl, die Abstimmung auf die Stufenziele des Lehrplans Informatik, der einheitliche und klare Aufbau, sowie die auf www.medienkompass.ch verfügbaren Zusatzmaterialien.

Bemängelt wird, dass das Lehrmittel für lernschwache Schülerinnen und Schüler zu anspruchsvoll ist und zu wenig Vorlagen zur vertieften Auseinandersetzung bietet. Gefordert werden eine Differenzierung «anhand der unterschiedlichen Niveaus der Anspruchsgruppen» und Instrumente zur Überprüfung der Lernziele. Ausserdem wird ein Kapitel über Social Networks gewünscht.

Interessant sind die Forderungen, welche die Synode stellt, die über das Lehrmittel als solches hinausgehen:

  • Pädagogischer ICT-Support in den einzelnen Schuleinheiten
  • Raum in der Stundentafel «für das Fach ICT»
  • Schaffung eines «vorangehenden stufengerechten Lehrmittels» für die Unterstufe und den Kindergarten

Es liegt in der Natur der Thematik dieses Lehrmittels, dass seine Halbwertszeit kurz ist. Deshalb ist tatsächlich bereits an eine Überarbeitung zu denken. Die gute Aufnahme des Lehrmittels in der Lehrerschaft bildet dazu die besten Voraussetzungen.

2 Gedanken zu „Wie die Schulsynode den Medienkompass beurteilt“

  1. Lieber Urs

    Vielen Dank für deinen Eintrag zum Medienkompass. Auch ich höre aus dem Schulumfeld immer wieder gute und sehr gute Rückmeldungen zum Medienkompass, was mich natürlich sehr freut.

    Der aktuelle Status des Lehrmittels ist «provisorisch obligatorisch». Ich hoffe sehr, dass sich die Lehrerschaft am bevorstehenden Kapitel positiv dazu vernehmen lässt.

    Liebe Grüsse, Silvie

  2. Besonders an der Sekundarstufe I ist m.E. bezüglich der Art und Weise wie der Kompass in die Fächer integriert werden kann, dringender Handlungsbedarf vorhanden. Es ist zu überprüfen, ob nicht die Kapitel verbindlich einzelnen Fächern und Jahrgangsklassen zugeordnet werden sollten, auch wenn dies der Grundidee des Lehrmittels wiederspricht. Bei den heutigen Profilen mit 4 Fächern, sind Absprachen wer was wann macht derart kompliziert, dass dann eben gar nichts gemacht wird oder wie in der heutigen Sonntagszeitung zu lesen ist, die Klassen an die Swisscom-Kurse angemeldet werden! Auch von den Studierenden wird der Medienkompass sehr gut aufgenommen und es wäre wirklich schade, wenn der Einsatz im Unterricht am Organisatorischen scheitern würde.

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