Artikel «Digitale Lernmedien in der Schule»

Der Lehrmittelverlag des Kantons Zürich widmet die Herbstausgabe seines Kundenmagazins «einblick» dem Themenschwerpunkt «Digitale Lernmedien». Der lesenswerte Leitartikel von Urs Ingold gibt einen anschaulichen Überblick über die Geschichte der elektronischen Lernmedien in der Schule und regt zum Nachdenken über die heutige Entwicklung von Lern-Apps und andere Online-Lehrmittel an. Wohlbegründet wird der Kontrast zwischen dem trägen System Schule und der dynamischen Entwicklung der Medienlandschaft beschrieben. Dies mache eine wohl dosierte Entwicklung von digitalen Lehrmitteln notwendig, ein «Medienmix» aus Schulbuch, Website und Software sei anzustreben. Soweit nachvollziehbar. Doch wäre auch unter Berücksichtigung dieser erschwerenden Umstände nicht doch etwas mehr Innovationsgeist möglich? – Das wäre wohl eine Diskussion wert…

Leider ist das kostenlos erhältliche Kundenmagazin Nummer 9 September 2011 noch nicht online erhältlich. So gibt es einstweilen keine andere Möglichkeit, als die Printausgabe (unerlaubterweise) einzuscannen und hier zum Download anzubieten, zumindest, bis in absehbarer Zeit das Kundenmagazin auf auf deren Website  online verfügbar sein wird.

2 Gedanken zu „Artikel «Digitale Lernmedien in der Schule»“

  1. Dass digitale Medien nicht nur eine wünschenswerte, sondern eine notwendige Bereicherung der Schule darstellen, habe ich im Leitartikel darzustellen versucht. Da es sich um das Kundenmagazin des Lehrmittelverlages handelt, ging es auch darum, die Sicht des Verlages zu berücksichtigen, der die anspruchsvolle Aufgabe hat, für alle Schülerinnen und Schüler zugängliche, einfach und robust zu nutzende und zahlbare Lehrmittel bereitzustellen und gleichzeitig die Einnahmen zu sichern, die sein Überleben sichern. Ich konnte und wollte mich deshalb nicht darauf beschränken, wie schon Legionen vor mir die (unbestrittenen) Potenziale der digitalen Medien zu preisen und deren verstärkte Nutzung einzufordern. Es ging auch darum, die im Moment aktuell bestehenden Hindernisse aufzuzeigen, mit denen sich ein Lehrmittelverlag heute konfrontiert sieht.
    Gewiss, diese Hindernisse lassen sich überwinden, und sie sollen und werden auch überwunden werden. Doch wer das gedruckte durch ein digitales Schulbuch ablösen will, muss klotzen, nicht kleckern, und die ganze digitale Nutzungskette sicherstellen, d.h. Inhalte, Distributionskanäle, Endgeräte und Funknetzwerke (in der Schule und im Elternhaus der Schülerinnen und Schüler). So will Südkorea alle Schulbücher bis 2015 in digitaler Form vorliegen haben und investiert fast 1.5 Mia Euro in eine «Smart Education Strategy» (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Suedkorea-will-Schulbuecher-komplett-digitalisieren-1273562.html). Auch hierzulande wäre eine nationale Initiative nötig, die wie educa.ch von der EDK finanziert werden könnte. So liesse sich z.B. ein nationaler Online-Shop für Lernmedien aufbauen, um das Problem des Billings zu lösen, das alle Verlage bis heute plagt. Klar scheint mir, dass eine Distribution über private Intermediäre wie iTunes, die 30% vom Kuchen abschneiden, für Lehrmittel, die mit Steuergeld finanziert werden, nicht tolerierbar ist. ausser vielleicht für Versuchsprojekte.

    Was ich sagen will: Die vollständige Ablösung des gedruckten Buches, so man sie denn möchte, erfordert eine geballte Anstrengung. Mit kleinen Modellversuchen hier und dort werden wir nicht vom Fleck kommen. Vor allem dürfen die staatlichen Verlage nicht weiter personell so knapp dotiert sein, dass der geforderte Innovationsgeist ob des Tagesgeschäfts schlicht nicht möglich ist. Dazu ein paar Zahlen zum Nachdenken: Der Lehrmittelverlag Zürich beschäftigt 30 Personen, davon 9 in der Spedition. 5 Leute sind für die Herstellung verantwortlich, und gerade einmal 4 Redakteure leiten alle Lehrmittelprojekte. Zum Vergleich: allein das DLC hat 16 Mitarbeitende (wenn auch nicht alle zu 100%), und die PH Zürich hatte 2010 502 Vollzeitstellen (für 1883 Studierende) und erhielt CHF 102 Mio. Staatsbeiträge.

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