Informatik als Fach im Lehrplan 21?

Im Schulblatt 2/2011, S. 20ff. fordert der Dachverband der Informatikverbände ein Schulfach Informatik. Alfred Breu, Vizepräsident der Kommission Bildung von ICT Switzerland, meint im Interview, dass Medienkompetenz nichts mit Informatik zu tun habe und sich ein Grundwissen in Informatik nur durch ein eigenes Schulfach vermitteln lasse. Ein solches Fach fordert die Kommission auch in einem Positionspapier zum Lehrplan 21. Diese Forderung ist nicht neu. Schon das Konzept einer in die bestehenden Fächer integrierten Schulinformatik stiess Anfang der Neunziger Jahre auf Widerstand der Informatikbranche. Seit rund zehn Jahren ist Informatik als Lerninhalt an der Volksschule fast vollständig verschwunden und durch die Medienbildung abgelöst worden. Allerdings stellt sich die Frage, wie viel Informatikwissen diese Medienbildung tatsächlich noch vermittelt, und noch grundsätzlicher: welche Informatikkenntnisse eigentlich noch in den Lehrplan der Volksschule aufgenommen werden sollen. Die Diskussion wird zwar in Fachgremien des Lehrplans 21 geführt, aber es wäre spannend, wenn sie auch in unserem Fachbereich geführt würde und die Entwicklung des Lehrplans 21 aufmerksam verfolgt würde.

5 Gedanken zu „Informatik als Fach im Lehrplan 21?“

  1. Lieber Beat

    Ja, das stimmt natürlich. Leider weiss ich nicht, ob und wenn ja wo sie geführt wird. Ich weiss aber, dass du im Fachgremium des Lehrplans 21 bist und dich für die Anliegen der Informatik stark machst, was mich natürlich sehr freut.

    Herzlich, Urs

  2. Im Fachgremium _war._ Wir haben unsere Arbeit zumindest vorerst abgeschlossen. In Eurem Fachbereich kann ja Thomas Merz informieren. Darüber hinaus muss ich mich auch in Geduld üben, bis die Zeit gekommen ist, um offiziell über den Lehrplan 21 zu diskutieren.

  3. Aus meiner Sicht ist klar: Medienbildung muss in ihrer ganzen Breite verbindlich in die Schulen integriert werden. Dazu gehört für mich Informatik genauso wie eigentliche Bildungsinhalte.

    Natürlich ist mir bewusst, dass nicht alle dieses breite Verständnis von Medienbildung teilen. Das stört mich nicht. Man kann auch andere Begriffe verwenden, um die spezifischen Bildungsanliegen einerseits und Informatik anderseits ausdrücklich zu nennen.

    Wichtig scheint mir auf jeden Fall: Es macht keinen Sinn, das eine gegen das andere auszuspielen. Es braucht beides – und beides verstärkt. Informatik ersetzt nicht umfassende Medienbildung – und diese ist nicht vollständig, wenn Informatik nicht auch ein Teil ist.

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