Expertenbericht des BMBF zur Medienbildung

expertenbericht_medienbildung.jpgDas Deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF hat diese Woche eine Studie zu «Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur» vorgestellt (Herzig, Niesyto, Reinmann u.a.). Zur Pressemitteilung geht’s hier, die Studie gibt’s hier.

Medien seien Informationsquelle und Kommunikationshilfe  für unser alltägliches Tun und Handeln. Medienbildung müsse als Querschnittsaufgabe in die Bildung integriert werden. Es komme darauf an, allen Menschen Medienbildung und damit die Teilhabe an unserer Gesellschaft zu ermöglichen. So der Pressetext.

Es werden Kompetenzen nach vier Themen- und Aufgabenfeldern gegliedert:
1. Information und Wissen
2. Kommunikation und Kooperation
3. Identitätssuche und Orientierung
4. Digitale Wirklichkeiten und produktives Handeln

Im Abschnitt «Zum Ort von Medienbildung» konstatiert die Expertengruppe dies: «Bisher gibt es nur wenige Ansätze, Medienbildung als kontinuierlichen Prozess über verschiedene Fächer und Jahrgangsstufen hinweg in systematischer und koordinierter Weise zu realisieren. Lösungen dafür, wie Medienbildung verpflichtend und flächendeckend verankert und gewährleistet werden kann, müssen in der Bildungspolitik verstärkt diskutiert werden. Gerade in der Lehreraus- und Lehrerfortbildung fehlt es bislang in nahezu allen Bundesländern an einer verbindlichen Mediengrundbildung. Für alle Lehramtsstudierenden muss – unabhängig von fachspezifischen Vertiefungen – eine Mediengrundbildung gewährleistet sein.» (Seite 9) – Die Forderung nach Systematik und Verbindlichkeit also, im Schulfeld und in der Lehrerbildung. Ich glaube, da sind wir dran.

Der Bericht übt auch indirekt Kritik am Ausdruck «Medienkompetenz», er werde inflationär gebraucht. Michael Kerres verweist in seinem Blog darauf, dass u.a. in der Schweiz stattdessen der Ausdruck «Medienbildung» seit längerem bisweilen geläufiger sei. Das freut uns.

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