Suwon Hi-Tech High School

suwongesamt„In Korea, people who do not have college diplomas and are not white-collar workers are often belittled (…) Vocational high schools, the pillar of Korea’s industrial and economic growth have been subject to this prejudice for fifty years“ schreibt der frühere Erziehungsminister. Mit den „Meister High Schools“ soll das anders werden. Es sind Berufsschulen, deren Curricula zusammen mit der Industrie entwickelt wurden. Entsprechend befinden sich in den unterschiedlichen Regionen Meister High Schools, die auf die Industrie der jeweiligen Region hin ausbilden.  Eine Meister High School zeichnet aus, dass

  • die Curricula gemeinsam von Schule und Firmen entwickelt wurden
  • z.T. Fachleute aus den Firmen in die Schule kommen, um mit den Schülerinnen und Schülern zu arbeiten, nicht alle der z.T. sehr komplizierten Apparaturen können von den Lehrkräften bedient werden
  • eine Anstellung nachher praktisch garantiert ist, weil ja genau für die Bedürfnisse der Firmen ausgebildet wurde

Mit den verschiedenen Firmen werden Memorandums of Understanding geschlossen, sie unterstützen mit Apparaturen und Stipendien die Schulen auch finanziell.mouDie Suwon Hi-Tech, die wir heute besuchen bildet für das Feld Mechatronik aus. Es handelt sich – was wir uns nicht bewusst waren – um ein Internat, das man drei Jahre besucht. Extern wohnen ist auch für Schülerinnen und Schüler aus der Region nicht möglich.

nopainDer Tagesablauf ist sehr strukturiert und streng, schliesslich zielt man, wie im Leitbild steht, auf „Charakter, Körper und Intelligenz“. Aufstehen ist um 06:00 Uhr, danach folgt obligatorisch Sport, Frühstück und dann Unterricht, der häufig in Projektgruppen stattfindet. Unterbrochen von Essen geht der Unterricht auch am Nachmittag und am Abend weiter, um 21:00 muss man in den Dormitories sein (wo häufig weiter gelernt wird) und um 23:00 ist Lichterlöschen.

suwon05Die Schule wird von 405 Schülern und 75 Schülerinnen (es werden 25 pro Jahrgang aufgenommen) besucht. Erste Fremdsprache ist Englisch, zweite Chinesisch oder Japanisch (wobei das Niveau u.E. hier eher bescheiden ist)

suwon02Die Aufnahmequote beträgt 25%, d.h. von vier Interessierten wird nur einer aufgenommen. Sämtliche Lehrpersonen arbeiten Fulltime, unsere Frage wird eher verständnislos aufgenommen, etwas anderes kann man sich gar nicht vorstellen.

100% aller Abgängerinnen und Abgänger finden eine Stelle.

Unbenannt-1Wir können sehr viele Lehrwerkstätten besuchen, die Schülerinnen und Schüler arbeiten, z.T. in Gruppen an Projekten äussert konzentriert, das Niveau ist hoch, sie werden sicherlich gut auf ihre Berufe vorbereitet.  Alles in allem sehen wir trotzdem Vorteile für unser duales System. In diesen Kulturkreis scheint aber ein Berufsbildungsinternat zu passen. Wenn wir darüber nachdenken, was uns Eindruck macht, so ist es wohl vor allem die Arbeitshaltung, , die Ernsthaftigkeit, mit der die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrpersonen hier arbeiten. Niemand lässt sich ablenken, Disziplinprobleme sind nirgends auszumachen. Auf den Korridoren grüssen sich (und uns) alle.
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