Warum eine Studienreise nach Südkorea?

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Bild: Leeum, Samsung Museum of Art, Seoul
In Europa leben 10.11% der Weltbevölkerung, in Asien 59.94% (DSW 2015).

Im Bildungsbereich sind wir damit konfrontiert, dass die Länder bzw. Regionen aus dem «Konfuzius-Gürtel» regelmässig vordere Plätze in internationalen Vergleichsstudien wie PISA belegen und gefragt wird, was von ihnen gelernt werden könne.

Das gegenseitige Verständnis zwischen den beiden Weltregionen ist trotz Tourismus und wirtschaftlicher Verflechtung klein und häufig mit Klischees behaftet. («Drillschulen, kein Wunder sind sie in PISA so gut» hört man in Europa, «kreative Schulen, aber Respekt, Gemeinschaftssinn und moralische Erziehung haben einen geringen Stellenwert» hört man in Asien über die jeweils anderen Bildungssysteme.

Für die Teilnehmenden ist wichtig, auf dieser Studienreise

  • Ostasien als Partner (und als Konkurrenz) besser einschätzen zu können, die Kenntnis dieses wirtschaftlich wie bildungsmässig sehr wichtigen Kulturraums zu vertiefen, ein von völlig anderen Selbstverständlichkeiten ausgehendes Bildungssystem kennen zu lernen.
  • Im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen Möglichkeiten zu erkunden, wie auf verschiedenen Ebenen das Verständnis füreinander («fostering global citizenship») gestärkt werden könnte.
  • Wir hoffen, neue Impulse aufzunehmen, die enge Koppelung von Gesellschaft, Wirtschaft und Schule zu erleben,
  • im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen in den Bereichen Schule und Lehrpersonenbildung voneinander zu lernen,
  • durch Vergleiche auch die Vorteile unseres eigenen Systems klarer zu sehen, um  diese Vorteile schärfen und weiter ausbauen zu können

Südkorea bietet sich für eine solche Studienreise an, weil es – wie alle Koreanerinnen und Koreaner betonen – «obsessed with education» ist. Bildung ist zentral, die Dynamik ist gross («von Seoul aus gesehen ist die Schweiz ein einziger Ballenberg» hörte ich letztes Jahr an einer Konferenz) und das Land ist für eine kurze Reise einigermassen überschaubar.

Wir werden hier ab 12. September (vielleicht beginne ich auch schon etwas früher) soweit es das sehr gedrängte Programm zulässt von unseren Erfahrungen und Einsichten berichten – und auch von Fragen, die für uns weiterhin offen sind.
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Verschiedene Perspektiven einnehmen. Ahn Gyuchul, Glasses, 1991

Hans-Jürg Keller