Inhalt

 futurekl Warum eine Studienreise nach Südkorea
Die Gründe für unsere Reise nach Südkorea und unsere Ziele
 parkkl Aus dem Feedreader
Ein Blick in die momentan diskutierten Themen in Südkorea
 rundgang Ankunft – und Gelenkschmerzen
Kleiner Rundgang mit Nachtessen am Ankunftstag
 geschichte Powersightseeing
Wir versuchen, uns heute einen Überblick über Seoul zu verschaffen – und das ziemlich heftig.
 geschichtekl Spuren aus der Geschichte Koreas
Am zweiten Tag befassen wir uns vor allem mit der Geschichte Koreas
 kftakl KFTA – Korean Federation of Teacher’s Associations
Im Gebäude der KFTA erhalten wir einen Überblick über das Bildungssystem und die Lehrerinnen- und Lehrerbildung.
 nopainkl Suwon Hi-Tech High School
No pain – no gain, das Motto einer Berufsschule, einer sogenannten Meister High School (wobei es hier kein duales System gibt, die Suwon Hi-Tech ist ein berufsvorbereitendes Internat)
 welcomekl Koreanische Tage
Begründung, warum ich den Blog nicht so zeitnah schreiben kann, wie ich das möchte, sondern ab jetzt ein, zwei Tage hinterherhinke
 deutschkl Besuche in einer Sekundar- und einer Mittelschule
Zwei Kooperationsschulen der Seoul National University empfangen uns und geben uns einen sehr guten Einblick
 snukl Seoul National University
Am College of Education der SNU werden Lehrpersonen für die Sekundarstufen I und II ausgebildet
 hagwonkl Im Hagwon
Das Bildungssystem ist auf die privaten Abend- und Nachhilfeschulen („Hagwons“) angewiesen. Viele bereiten auf den für den Universitätseintritt entscheidenden KSAT vor. Ein Hagwon gewährt uns einen guten Einblick
 vrwalterkl Education for International Understanding
Das UNESCO-Center befasst sich mit Menschenrechten, Friedensförderung, nachhaltiger Entwicklung, Globalisierung und kultureller Diversität.
 scratchkl Samsung Junior Software Academy
Informatikunterricht auf der Primarstufe und der Sekundarstufe I gibt es auch in Südkorea kaum. Um dem abzuhelfen, hat Samsung vor zwei Jahren die Junior Software Academy gegründet
 ktxkl Nach Gwangju
Am Abend fahren wir mit dem Expresszug in den Süden des Landes, nach Gwangju.
 mokpokl Mokpo Elementary School
In Mokpo werden wir in einer Primarschule empfangen. Be special, be the light of the world!
 speedfatekl Schattenseiten des Systems
Nicht alle sind optimistisch. Einige Lehrpersonen schildern uns ihre Zweifel am „Hamsterrad“
 poscokl POSCO-Schule in Gwangyang
In dieser privaten Schule nehmen wir einen Einblick in den Kindergarten (in Südkorea nicht obligatorisch), der gleichzeitig auch Krippenfunktion hat
 gnuekl Gwangju National University of Education
Die PH von Gwangju. Lehrveranstaltungen können wir keine besuchen, weil heute gestreikt wird. Aber wir haben interessante Gespräche mit Leitungspersonen und Dozierenden.
 museumkl Schulmuseum und Garten der Wissenschaft
Wir besichtigen das Schulmuseum der Gwangju National University of Education und fahren zu einem „Garten der Wissenschaft“ aus dem 16. Jahrhundert.
 518kl Nationalfriedhof und Gedenkstätte zum Gwangju-Aufstand, Ende der Reise
Als Abschluss der Reise besuchen wir den Nationalfriedhof, der an den für die Demokratiebewegung Südkoreas sehr wichtigen Gwangju-Aufstand erinnert. Hier schliessen wir unsere Reise ab. Dank an alle, die uns unterstützt haben.

 

Nationalfriedhof und Gedenkstätte zum Gwangju-Aufstand, Ende der Reise

20140613-204626-74786067.jpgDer May 18th National Cemetery ist für die Bewohnerinnen und Bewohner Gwangjus sehr wichtig. Viele haben den Gwangju-Aufstand 1980 miterlebt oder  kennen Personen, die damals in der Stadt waren. Unser Führer war 1980 Student und erzählt uns, er habe heute noch Schuldgefühle,  dass er die Stadt einen Tag vor Aufstand und Massaker verlassen habe, um in sein Heimatdorf zu gehen. Mit einer eindrücklichen Zeremonie zu Beginn des Besuches gedenken wir der Toten, unsere Begleiter haben Tränen in den Augen.518-01Als 1979 Präsident Park, der das Land diktatorisch regiert hatte, ermordet wurde, hoffte man auf einen Übergang zur Demokratie. Stattdessen wurde die Militärdiktatur noch repressiver. Im ganzen Land gab es, meist von den Universitäten ausgehende, Demonstrationen.
518-02Alle historischen Bilder: 518.org
Das Militär verhängte am 17. Mai 1980 den Ausnahmezustand und schloss die Universitäten.
Am 18. Mai (“518”) kam es in Gwangju zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen dem Militär und Studierenden.
518-03Unser Führer erzählt bei Grabsteinen die Geschichte einiger Getöteter. Wir stehen z.B. am Grabstein einer Frau, die im Hochzeitskleid auf ihren Mann wartete und von willkürlich auf die Bevölkerung schiessenden Soldaten ermordet wurde.  Solche Gewalt führte dazu, dass sich praktisch die ganze Stadt mit den Studierenden solidarisierte und das Militär sich aus der Stadt zurückziehen musste. Szenen der “befreiten Stadt” sind auf dem Friedhof als Skulpturen zu sehen.518-06jeepAm  27. Mai übernahm die Armee (US- und koreanische Truppen unterstanden einem gemeinsamen Oberkommando) mit einer Truppenstärke von 20’000 Mann in einem blutigen Einsatz die Kontrolle über die Stadt wieder. Es sollte noch sieben Jahre bis zu den ersten freien Wahlen dauern.
Eindrücklich, dass dieser Teil der jüngeren Geschichte aufgearbeitet werden konnte und dass es möglich war, den „National Cemetery“ als Erinnerungsort zu schaffen. Die  sterblichen Überreste der damals Umgebrachten, die identifiziert werden konnten, wurden hierher übeführt. Die damals Verletzten haben ebenfalls ein Anrecht auf einen Platz auf dem Friedhof.
518-09Bild: Museum (Gedenkhalle mit Bildern der Getöteten)
Prorektor und Geschichtsprofessor verabschieden sich hier und in der Stadt treffen wir nochmals Namgi Park, der uns eine Führung im ganz neuen und riesigen Asian Culture Center organisiert hat. accAllerdings sind wir so voll mit Eindrücken, dass wir nicht mehr viel aufnehmen können und froh sind, die Woche mit einem vegetarisches Nachtessen bei einem buddhistischen Tempel und, nachdem wir uns von Namgi verabschiedet haben, bei einem Bier in der Nähe unseres Hotels abzuschliessen.tempelEin abschliessendes Debriefing mit Erkenntnissen aus dieser Woche werden wir in Zürich durchführen. Ich werde hier davon berichten.

Vorläufig bleibt mir, allen ganz herzlich zu danken, die uns bei der Planung und der Durchführung dieser Studienreise unterstützt haben: Namgi Park, Christian Schneider, Sunwoo Lee, Jihyun Lim, Leah Lee, Peter Gautschi, Michael Zutavern, Martin Kathriner, Jiin Hong, Jaeron Song und all den vielen Personen, die uns in Organisationen, Universitäten, Schulen mit sehr grosser Gastfreundschaft empfangen haben und uns offen und interessiert Einblick gewährt haben. Wir wollten uns in einen Kulturraum vertiefen, ein ostasiatisches Bildungssystem besser kennen lernen. Ich denke, es ist uns – soweit das in so kurzer Zeit möglich ist – gelungen. Ganz sicher aber haben wir Menschen kennengelernt, die engagiert, motiviert, freundlich und sehr fokussiert an einer guten Zukunft für ihre Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten.

 

Schulmuseum und Garten der Wissenschaft

schule02Weil wegen des Streiks keine Lehrveranstaltungen stattfinden, besuchen wir das Schulmuseum. Es wurde der Universität von einem Lehrer gestiftet, der durch Landverkauf zu viel Geld gekommen ist. Das Museum gibt uns nochmals einen guten Überblick über die Geschichte der koreanischen Schule. Es ist auch für Schulklassen attraktiv, da einige Schulzimmer aus verschiedenen Zeiten in Originalgrösse reproduziert wurden und mitsamt den entsprechenden Schuluniformen ausprobiert werden können.schule01schule04 Geschichte ist hier im Südwesten, in der Region Jeolla, besonders lebendig. Hier war immer wieder der Ort, an dem Widerstandsbewegungen ihren Anfang nahmen, sei dies gegen die japanische Kolonialisation (hier ist eine Szene von 1929 dargestellt) , sei dies gegen die Militärdiktaturanfangs der 1980er-Jahre.bewegung1929Die Zeit während und nach dem Koreakrieg, als Schule unter prekärsten Verhältnissen trotzdem immer durchgeführt wurde, ist mit Dioramen dargestellt.1950sDas Essen, zu dem uns Prorektor, Kolleginnen und Kollegen einladen, haben wir uns heute Mittag etwas westlicher gewünscht. Wir fahren deshalb in ein Restaurant mit Stühlen und uns vertrauterem Essen, wobei Kimchi (eingelegtes Gemüse -> visitkorea) natürlich auch hier nicht fehlen darf.  Hier die Kimchi-Töpfe auf dem Dach eines Privathauses neben dem Restaurant:kimchi

Anschliessend möchten uns unsere Kollegen einige für Gwangju wichtige Orte zeigen.gwangjugarden Der erste ist ein wunderschöner Garten aus dem 16. Jahrhundert, etwas ausserhalb der Stadt  (Bild skyscan) „A social networking place (…) where the great scholars (…) communicated their scholarly works and attainments to each other.“ (Prospekt). In solchen Pavillons sassen die Gelehrten und tauschten sich miteinander aus. Es sei ein Garten der Wissenschaft, erläutert uns ein Experte und er macht auch darauf aufmerksam, dass Frauen selbstverständlich keinen Zutritt hatten. gartenDanach fahren wir weiter zum Nationalfriedhof zum Gedenken an den Gwangju-Aufstand im May 1980.

Gwangju National University of Education

GNUEHeute, am letzten Tag der Studienreise, besuchen wir die Gwangju National University of Education. (Bild GNUE). Namgi Park, der uns bei der Vorbereitung der Reise sehr geholfen hat, war hier früher für eine vierjährige Amtsdauer Präsident. Ich habe ihn vor ein paar Jahren an einem Asian Roundtable kennengelernt  und er hat uns sein Netzwerk  grosszügig zur Verfügung gestellt.

Die GNUE ist zahlenmässig etwas kleiner als die PH Zürich (1400 undergraduate, 900 graduate students, 80 Professorinnen und Professoren, 100 weitere Teilzeitdozierende und 100 Mitarbeitende). Ein Drittel der Studierenden lebt in Dormitories auf dem Campus. Auch die in der Stadt lebenden Studierenden haben ihren Lebensmittelpunkt auf dem Campus, Gemeinschaftsräume und Bibliothek sind 24 Stunden geöffnet und werden auch entsprechend genutzt.

Streik

presstudPresident with students (Bild GNUE)
Heute sei allerdings alles anders, erklärt uns Lee Jeon-song, der Präsident. Er musste uns etwas warten lassen, weil er schon aufgeregte Anrufe aus Seoul bekommen hat: Die Studierenden streiken heute und organisieren eine Demonstration gegen die Schulpolitik. Hauptgrund ist, dass sie die grosse Tradition der koreanischen Lehrpersonen in Gefahr sehen. Wie wir gestern gehört haben, wird die Einführung von Teilpensen an Schulen erwogen. Die Studierenden sind überzeugt, dass dies zu einer Deprofessionalisierung führen werde – nur wer 100% (d.h. einiges mehr) Lehrerin oder Lehrer ist, kann sich ihres Erachtens so einsetzen, wie es für eine Lehrperson nötig ist. Teilzeitlehrpersonen übernehmen zu wenig Verantwortung, sie sind lediglich für die Instruktion da, können aber für die moralische Erziehung zu wenig Vorbildfunktion übernehmen, z.B. nicht immer beim sehr wichtigen gemeinsamen Mittagessen dabei sein. (“They destroy our profession, they cannot teach about life”). Der zweite Grund kommt uns bekannter vor: die Einsparungen im Bildungsbereich. Die Zentralregierung entscheidet immer sehr spät, wie viele Studierende in einen Studiengang aufgenommen werden und setzt diese Quote dann sehr knapp an, so dass es (trotz des grossen Interesses) tendenziell zu wenig Primarlehrpersonen hat, die Klassen also relativ gross werden. Interessant ist die Opposition gegen Teilpensen auch, weil ein Grund für die Teilpensenüberlegungen wohl auch die stark rückgängigen Schüler/innenzahlen sind, ständig Klassen geschlossen werden müssen und man so Härtefälle etwas abfedern könnte.studgnue

Ausbildungsstruktur
Nach der Begrüssung durch den Unipräsidenten übernimmt uns der Präsident der Professor/innenvereinigung für ein Seminar mit Vorstandsmitgliedern. Wie tauschen über unsere Ausbildungen aus: Die Ausbildung von Primarlehrerinnen und -lehrern auf Undergraduate-Ebene ist hier beschrieben. Primarlehrerinnen und Primarlehrer unterrichten alle Fächer, sie belegen aber an der GNUE lediglich einen „Major“ und ein bis zwei „Minors“, was ein vertieftes Angebot natürlich einfacher macht. Die Graduate School bietet 20 attraktive Masterprogramme, eine Lehrperson mit einem Master verdient allerdings genau gleich viel, wie eine Lehrperson, die die Graduate School nicht besucht hat.

Punkte sammeln für Beförderungen – Rotation
Dies führt natürlich zur Frage, warum denn so viele Masterangebote gemacht werden: Die hierarchische Struktur auch beim Lehrpersonal führt dazu, dass es für eine Beförderung oder um dann gar Vice-Principal und Principal zu werden, sehr wichtig ist, “Punkte zu sammeln”. Ein Master ist für eine Beförderung natürlich hilfreich – wie auch ein zweijähriger Einsatz auf einer abgelegenen Insel. Koreanische Lehrpersonen werden  nach einer bestimmten Zeit in eine andere Schule versetzt. In der Stadt dauert eine Rotationsperiode 8 Jahre, auf dem Land 4 Jahre und auf einer Insel 2 Jahre. Man kann sich dabei für bestimmte Schulen bewerben. Eine zweijährige Rotation auf einer abgelegenen Insel (man kommt dann höchstens an Wochenenden nach Hause und das auch nicht immer) ist aber begehrt, weil sie zu Punkten für eine Beförderung führt.

Fragen der Professorinnen und Professoren
Die Fragen der Professorinnen und Professoren drehen sich um die Wahl des Universitätspräsidenten bzw. der -präsidentin. Sie befürchten, hier an Einfluss zu verlieren. Die Regierung nimmt einen Fall, in dem es ein endloses Tauziehen zwischen verschiedenen Fraktionen der Professorenschaft gab zum Anlass, ihnen weniger Recht bei der Nomination ihres Chefs (kaum einmal ihrer Chefin) einzuräumen. Auch die Frage des Gehaltes beschäftigt unsere Kolleginnen und Kollegen. Im Vergleich zu einigen privaten Universitäten (80% aller Studierenden besuchen eine private Universität) sinkt das Gehalt an den National Universities, was sie beunruhigt, weil sie befürchten, so nicht mehr die besten Akademikerinnen und Akademiker anzuziehen.

Wir müssen die Austauschrunde abbrechen, einige Professoren wollen nach Seoul, um dort ebenfalls an einer Demonstration teilzunehmen. (Demonstrationen verlaufen hier momentan in sehr geordnetem Rahmen, wir haben einige beobachtet. Man sitzt in einem abgetrennten Bereich auf dem Trottoir oder der Strasse, rundherum sehr viel Polizei und Polizeibusse, und singt oder ruft Parolen. Die Forderung wird ebenfalls auf Stirnbänder geschrieben. (Das Bild stammt nicht von einer Lehrpersonendemo). Der Prorektor Planung und ein Geschichtsprofessor, die viel Sympathien für die Forderungen von Studierenden und Professorenschaft haben, schmunzeln und übernehmen uns für das weitere Programm.demo

POSCO-Schule in Gwangyang

essen02Dieses Essen (hier ist nur die Vorspeise abgebildet…) , das die südkoreanischen Kolleginnen und Kollegen in einem nahe gelegenen Restaurant bestellt haben, ist der Grund, warum unser Fahrer die etwa zweieinhalbstündige Fahrt entlang von Reisfeldern und bewaldeten, mit Teeterrassen durchsetzten Hügeln nach Gwangyang zu spät unter die Räder nehmen kannlandschaftund wir in der dortigen Elementary School mit Kindergarten zu spät ankommen.einrichtung02

Das ist für die Kinder, die ein Lied geübt haben, um uns willkommen zu heissen, besonders enttäuschend und auch wir bedauern, keinen Unterricht mehr beobachten zu können. Der Principal und sein Team haben das Begrüssungslied auf Video aufgenommen und zeigen es uns nun.poscoschule Danach erklärt uns der Principal kurz seine Schule (-> Website, koreanisch). POSCO ist einer der weltweit grössten Stahlhersteller mit Hauptsitz in Pohang (POSCO = Pohang Steel Company) und einem grossen Werk hier in Gwangyang. (Das Unternehmen wurde 1973 von Park Chung-hee im Rahmen seines “Big Push” unweit seiner Heimatstadt gegründet und war auch wegen des Vietnamkriegs sehr schnell sehr erfolgreich. ) Die Firmenstiftung POSEF (Posco Education Foundation) führt Kindergärten und Schulen für die Kinder ihrer Angestellten. Stolz ist man auch hier auf die “debating classes”, Stunden, in denen ein Thema kontrovers diskutiert wird. Herausgestellt werden auch die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern, die fünf zu lesenden Bücher pro Monat, die Zertikate, die man für die Mitarbeit bei ausserschulischen Aktivitäten bekommt und die dann bei Bewerbungen für eine Universität wichtig sein können.

Die Schule ist sehr gut eingerichtet, für die meisten Fächer stehen eigene Fachräume zur Verfügung, die eine anregungsreiche, auf das Fach abgestimmte Lernumgebung ermöglichen. In Mathematik z.B. sind sogar die Sonnenstoren mit Euklid oder Pythagoras illustriert. einrichtung04Runde Tische gegen eckiges Denken einrichtung06Die Ziele der Schuleeinrichtung05Hier geht es – wie häufig – darum, wer wohl den nächsten Nobelpreis bekommt – es soll eine Schülerin oder ein Schüler dieser Schule sein. einrichtung07Treppeeinrichtung einrichtung03Der Principal Herr Ho mit zwei Arten von Gruppenarbeitstischen

Im Kindergarten ist aber – im Gegensatz zur Schule – noch viel Betrieb. Der Kindergarten übernimmt hier auch Krippenfunktion, d.h. er ist von 07:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet, die Präsenzzeit der Kindergärtnerinnen dauert bis 17:00, einmal in der Woche  hat aber jede Dienst bis 20:15 Uhr.

Viele Kinder sind beim beaufsichtigten freien Spielen, sie begrüssen den Principal ziemlich stürmisch:principalkg02kg01Zur Verfügung stehen auch Lesenischen:lesenischenund verschiedene “After-school-Angebote”, hier Frühenglisch: (Clip im .mov-Format)kg03krippenfunktionWeil viele Kinder bereits abgeholt wurden, werden nicht mehr alle Kindergärtnerinnen für Förderung und Aufsicht benötigt, sie bereiten sich derweil auf den nächsten Tag vor:kg05Die Schule hat uns einen guten, lebendigen Eindruck gemacht – natürlich würden wir Frühenglisch im Kindergarten wohl etwas anders anpacken, aber wir haben motivierte, fröhliche Schülerinnen und Schüler und ebensolche Lehrpersonen angetroffen.

Sehr bald müssen wir aber wieder losfahren. Heute Abend werde ich an der Gwangju National University of Education (GNUE) noch ein Referat über Gesellschaft und Schule in der Schweiz halten (-> Einladung, koreanisch). Mit etwa zwei Minuten Verspätung treffen wir vor der Uni ein, der Saal ist ziemlich voll – einerseits Studierende, andererseits amtierende Lehrpersonen und Leute aus Bildungspolitik und -verwaltung. Die Superintendentin (d.h. so etwa die Schulpräsidentin von Gwangju-Ost mit 750’000 Einwohnern) hat eingeladen und ist mit ihrem Beamt/innenstab selbst auch anwesend. Einige Fragen wurden wohl in einem Seminar vorbesprochen. Vor allem interessiert sind die Studierenden an der Tatsache, dass alle Studierenden, die die Bedingungen erfüllen, auch an eine PH aufgenommen werden und der Staat nicht eine Quote festsetzt. Ebenfalls interessieren sie die Entscheidungsfindung in der föderalen Schweiz, die Erfahrungen mit Teilpensen von Lehrpersonen (was es bis jetzt hier nicht gibt) und der Grad der Autonomie der Lehrpersonen bei der Unterrichtsgestaltung (der hier deutlich kleiner ist.)

Danach noch ein langes Nachtessen (lang vielleicht auch, weil wir uns immer noch nicht an das Sitzen im Schneidersitz oder auf den Knien gewöhnt haben) mit Professorinnen und Professoren der GNUE und der interessierten Superintendentin mit ihrem Stab. Als sie dann aufsteht, ist das Essen sehr schnell zu Ende und wir werden zurück ins Hotel gefahren.

Schattenseiten des Systems

Der Principal und eine Masterlehrerin einer  High School in der Umgebung – ich lasse hier den Namen weg –  empfangen uns anschliessend zu einer Diskussion bei Tee und Gebäck. Zuerst zeigen sie uns eine Bild des hier überall hochverehrten Kim Dae Jung (-> Wikipedia), er ist immer noch das Idol der ganzen Region. Als Oppostiionspolitiker musste er sein Engagement mehrere Male fast mit dem Leben bezahlen und ins Ausland flüchten. Nach der Demokratisierung  wurde er schliesslich Staatspräsident und bekam den Nobelpreis. Er ist bis heute der einzige Präsident, der aus der vernachlässigten Cholla-Region  im Südwesten kam.

Sehr offen und wie uns scheint etwas frustriert berichten uns Principal und Master-Lehrerin auch von den Schattenseiten ihres Systems. Die Master-Teacherin versucht, uns die Stimmung zu erklären. Ich illustriere das mit Bildern aus der Ausstellung  «Uproarious, Heated and Inundated» im Museum of Modern and Contemporary Art in Seoul zu den 70 Jahren seit der Befreiung.

Korea war nach der Kolonialisation durch Japan, dem zweiten Weltkrieg und dem Koreakrieg völlig zerstört. Alle hatten nichts mehr.
krieg3Kim Song-hwan: Korean War Sketch

aufbauChung Chang-sup: Construction of Economy (1977)

Es brauchte eine ganz enorme Willensanstrengung, um das Land wieder aufzubauen, zu Wohlstand zu kommen.  Etwas erreichen konnte man nur durch lernen, lernen, lernen, arbeiten, arbeiten, arbeiten.

speedfateLee Kwan-wu, Road Speed Fate (1996)

Unterdessen sei Wohlstand von vielen erreicht (wie wir meinen aber wenig Equity), wer ihn sichern wolle, habe eine einzige Chance: Möglichst gut im KSAT zu sein. Viele, gerade hier im Südwesten seien auch unterprivilegiert und versuchten ebenfalls, sich mittels möglichst gutem KSAT der Kinder wenigstens ein bisschen hochzuarbeiten.industrykoreaJo Chun-man, Industry Korea (2015)
Ganz egal, was die Regierung wolle: die Eltern würden ihre Kinder deshalb weiterhin in diese Richtung pushen und die Schulen müssten das auch tun. Es sei deshalb keine Kunst, in PISA Spitzenreiter zu sein, das habe sich der Staat vorgenommen und man habe daraufhin gearbeitet. Aber aus diesem Hamsterrad rauszukommen  sei kaum möglich. Wenn man aufhört, zu rennen wird man zentrifugiert (das Bild kommt von uns, wir haben aber das Gefühl, die beiden meinten etwa das). Die Regierung nehme sich  zwar vor, etwas zu ändern. Das letzte Curriculum (2009 – 2015) habe viele Ideen aus dem Ausland übernommen (Projektsemester für die High School, problem-based learning usw). aber diese  Ideen passten einfach nicht in diese Kultur und seien deshalb auch nicht richtig umgesetzt worden. Auch die Berufsbildung zu pushen, sei doch aussichtslos, die Eltern wollten das nicht, es habe für die Schulen auch nichts gebracht, den Berufsbildungs- und den akademischen Strang der High Schools zusammenzuführen, so sei einfach die Förderung schwieriger geworden.

Die Lehrpersonen seien müde, die meistgehörte Frage laute “Wie lange hast du noch bis zur  Pensionierung?”. Kein Wunder: Gearbeitet wird hier immer von 08:00 bis 22:40. Das gilt auch für die Schülerinnen und Schüler. Es gibt hier kaum Hagwons, also übernimmt die Schule die Vorbereitung auf den KSAT, in dem sie von den Lehrpersonen beaufsichtigte Selbstlernzeit zur Verfügung stellt. So sind denn alle fast 15 Stunden täglich im Schulhaus.

flowersChoi Jeong-hwa, Flowers of Tomorrow (2015)
Wirklich ernüchert werden wir zum Mittagessen gefahren.

Mokpo Elementary School

gwangju Gwangju (-> Wikipedia) ist eine 1.4 Millionen-Stadt. Heute werden wir aber Schulen ausserhalb, im ganzen Südwesten Südkoreas besuchen und erst am Abend für ein Seminar an der Gwangju University of Education (GNUE) wieder in die Stadt zurückkehren. Ein Lehrer, der jetzt ein Masterstudium an der GNUE macht,  hat einen Kleinbus aufgetrieben und fährt uns jetzt den ganzen Tag über mehrere hundert Kilometer von Schule zu Schule.

Durch eine schöne Gegend mit bewaldeten Hügeln und Reisfeldern  fahren wir nach Mokpo (-> Wikipedia), einer Hafenstadt mit einer Werft von Hyundai. Wir besuchen hier eine “affiliated school” der GNUE, die Mokpo Elementary School (-> Website, koreanisch).mokpo03Die Schulbesuche verlaufen meist nach einem ähnlichen Muster.

Schon am Eingang werden wir mit Plakaten begrüsst.presidentDanach wird im Büro des Principals, das immer sehr gross ist und über ein Sitzgruppe verfügt, Tee serviert, man stellt sich gegenseitig vor und plaudert etwas.mokpo02In diesem Fall haben wir auch nachgefragt, was denn auf all den Zetteln im Hintergrund stehe.dreamborardDer Lehrer, der uns nachher die Schule zeigen wird, erklärt uns, dass es ein “Dreamboard” sei. Schülerinnen und Schüler konnten hier aufschreiben, welche ihrer Träume  schon in Erfüllung gegangen sind. Hintergrund ist die “Happiness Education”, man möchte Schülerinnen und Schüler dazu anregen, auch darüber nachzudenken, wann und warum sie glücklich sind. “Ein Fussballspiel gewinnen” oder “den Principal begrüssen”, sind solche Wünsche, die schon in Erfüllung gegangen sind.

Nachher werden uns die Ziele der Schule und ihre Struktur, meist mit Powerpoint erläutert, dann besichtigen wir die Schule und können Klassen beobachten, schliesslich folgt eine (meist sehr kurze) Question & Answer-Session, bei der wir nochmals Fragen stellen können.

Das Motto der Schule steht schon über dem Eingang:mokpo04Die Mokpo-Elementary hat 476 Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse und 37 Lehrpersonen, die alle Vollzeit arbeiten und an einer Klasse sämtliche Fächer (d.h. auch Musik, Sport, Kochen usw.) unterrichten. Ein Tagesablauf sieht folgendermassen aus:

  • Nach dem Eintreffen lesen alle Schülerinnen und Schüler bis 08:50 Uhr. Dem Lesen wird ohnehin ein grosser Stellenwert eingeräumt, alle Schülerinnen und Schüler müssen in einem Jahr 50 Bücher lesen.
  • 08:50 – 09:00 folgt eine Schulfernseh-Übertragung, z.B. eine Rede des Principals. Die Schule hat ein eigenes Studio.
  • 09:00 – 10:40 Unterricht in Klassen
  • 10:40 – 11:20 Unterbruch mit Lunch und gemeinsamen Gymnastikübungengymnastik
  • 10:40 – 14:00 Unterricht in Klassen
  • 14:00 – 16:30 Extracurriculare Aktivitäten

greetingAls Spezialitäten der Schule werden uns  genannt: das gute Benehmen der Schülerinnen und Schüler, auch gegenüber Kolleginnen und Kollegen, das sich höflich Begrüssen (Bild links), Sport (mit Schwimmen im Sommer und Schlittschuhlaufen im Winter) und das “3 step thinking program”: Problem analysieren, miteinander Lösungen finden, sich die Lösungen gegenseitig vorstellen). Weitere wichtige Punkte sind das Leseprogramm, das Kunstprogramm (v.a. Bildnerisches Gestalten), das “Career education program”, bei dem man sich Ziele setzt (Pilot, Lehrerin) und zur Einsicht gelangt, dass dafür sehr hartes Lernen nötig ist und schliesslich die verschiedenen extracurricularen Aktivitäten, für jede Altersstufe wird etwas anderes angeboten.

Danach machen wir einen Rundgang mit dem englischsprechenden Lehrer. Vor allem im Bereich Kunst und Sport haben wir den Eindruck, die Zeit könnte intensiver genutzt werden. Die Schüler machen zwar Weitsprung aus dem Stand, aber wer nicht gerade am Springen ist, wartet einfach. Hier im Format  .mov eine Sequenz aus einer Singstunde (alle Lektionen finden mit dem Klassenlehrer statt, Musik gehört zu den extracurricularen Aktivitäten, aber Singstunden sind in den Stundenplan integriert): Singstunde.mov

singenDie Fächer Sprache und Mathematik finden tendenziell im Klassenunterricht, in sehr geordnetem Rahmen und “frontal” statt:mokopo05Bei freieren Aktivitäten wie dem Produzieren eines Tricksfilms mit Knetfiguren, Smartphones und Tablets, ist der Geräuschpegel zum Teil recht hoch und wir kommen schnell in Kontakt mit den Kindern. Weil die Zimmer gegen den Korridor alle offen sind, ist der Geräuschpegel zum Teil recht hoch, uns würde es beim Unterrichten ablenken, Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen hier nehmen den Lärm aber kaum zur Kenntnis.trickfilmDebattieren, das hören wir diese Woche an verschiedenen Orten, hat einen hohen Stellenwert. Für den Schülerrat wurde eigens ein Zimmer eingerichtet. Der Lehrer steht hier hinter seinem Stuhl, wo er den Rat coacht, Präsidium und Vizepräsidium (vorne) und die Stühle der Abgeordneten sind  für die Schülerinnen und Schüler. Gerne hätten wir einmal eine solche Debatte verfolgt. Unser Eindruck bei Diskussionen mit Studierenden und Lehrerbildnern ist, dass die Diskussionskultur wenig ausgeprägt ist und man sich im Zweifelsfall nach der Autorität richtet. debating Die Question and Answer-Session lassen wir heute aus, der Minibus wartet schon, wir werden in der nächsten Schule erwartet, das Gruppenbild fällt deshalb auch etwas hastig aus: mokpo01

 

Nach Gwangju

ktx

Mit dem Hochgeschwindigkeitszug KTX (Bild visistkorea) fahren wir am Abend nach Gwangju im Süden. Der Zug ist komfortabel und wirklich sehr schnell. Lange fahren wir durch den Grossraum Seoul, mit der Zeit sind Reisfelder auszumachen, immer wieder Städte und dann die schönen, bewaldeten grünen Hügel Koreas.

ktx01 ktx02 ktx03 ktx04 Ein Nachteil des KTX ist, dass der Bahnhof weit draussen liegt und nachher eine lange Taxifahrt bis ins Hotel nötig ist. Um 21:00 Uhr noch etwas zu essen aufzutreiben wird eine Herausforderung, die zwei Restaurants des Hotels schliessen sofort, als wir vor dem Eingang stehen, Englisch spricht hier offenbar niemand. Eine Pizza und ein Bier sind dann in der Umgebung doch noch aufzutreiben.

Samsung Junior Software Academy

jjSüdkorea hat im Bereich Informatik und Medien interessanterweise ein ähnliches Problem wie die Schweiz, Informatikunterricht auf der Primarstufe und der Sekundarstufe I gibt es kaum. Unter anderem, um dem abzuhelfen, hat Samsung vor zwei Jahren die Junior Software Academy gegründet (-> Einführungsartikel).

Samsung bildet in Zusammenarbeit mit dem Erziehungsministerium jedes Jahr 500 Lehrpersonen aus 250 Schulen aus, um mit Schülerinnen und Schülern im extracurricularen Bereich nach 14:00 Uhr Angebote  mit dem Titel “Junior Software Academy” zu machen. Die Weiterbildungskurse für die Lehrpersonen dauern 4 Tage in den Ferien. So werden jedes Jahr 10’000 Schülerinnen und Schüler erreicht.

Heute Nachmittag erhalten wir in einer Primarschule in Seoul eine Einführung in das Konzept der Junior Software Academy und können den Unterricht in einer Klasse (bzw. einer extracurricularen Aktivität) verfolgen.

Das Konzept sieht folgendermassen aus:
Schülerinnen und Schüler werden zuerst mit eigens geschaffenen Lehrmitteln mit altersgerechten Figuren in die Programmierumgebung Scratch (vgl. z.B. hier) eingeführt. Danach planen die Kinder Scratch-Projekte, kleine Computerspiele, bei denen man durch Labyrinthe wandern,  auf Abfallsäcke eindreschen, einen Tagesablauf erleben kann usw.scratch4

scratch

Die Beispiele, die uns nachher Schülerinnen und Schüler zeigen, sind amüsant, das Programmieren hat ihnen sichtlich Spass gemacht, die Befehle sind recht komplex.
scratch2Im nächsten Semester geht es dann darum, mit “Invention Kits” etwas herzustellen.  Dafür werden eigene Produkte geplant, Produkte, die die “loved ones”, also Eltern, Grosseltern, Freunde freuen werden. In Gruppen sucht man eine Idee, designt dann den Algorithmus, programmiert und setzt die Idee um. Der Abschluss bildet eine “Sharing Session”, wie in Korea nicht anders zu erwarten ist auch ein Wettbewerb damit verbunden.

swaca01

Gebraucht werden alle gängigen Produkte wie Arduino, MakeyMakey (Projektideen von Beat Döbeli als PDF hier) usw. Es entstehen daraus Produkte wie z.B. ein selbstschluckender Papierkorb (die Idee entstand, weil im Ausländerquartier Itaewon nach Haloween so viel Dreck herumlag), ein leuchtender Pullover für die Grossmutter usw.

Die beiden Power-Frauen von Samsung, Jiin Hong und Jaeran Song stellen uns das Ganze kompetent und mit viel Freude vor und auch der Lehrer, der uns die Lektion zeigt, ist sichtlich stolz auf das Erreichte. 2018 soll Informatik durch das Erziehungsministerium dann in den Lehrplan aufgenommen werden, also nicht mehr nur im extracurricularen Bereich angeboten werden. In der Schweiz steht ja die gleiche Herausforderung bevor. Heute Nachmittag haben wir ein Beispiel gesehen, dass sie gemeistert werden kann.samsung05swaca02

Zusammenfassung (PDF) zum Download

Education for International Understanding

simbabwedelMit einer Delegation aus Simbabwe besuchen wir heute Morgen das Asian Pacific Center for Education for International Understanding (APCEIU). Es ist uns wichtig, über Möglichkeiten nachzudenken, wie das Verständnis zwischen verschiedenen Kulturkreisen vergrössert werden kann. Wir haben schon an online-Projekten herumgedacht, uns während dieser Reise aber gefragt, ob echte Begegnungen, das Fühlen, Riechen, Spüren, Sich-Begegnen in einer anderen Welt wirklich ersetzt werden könne.

Das APCEIU als UNESCO-Agentur befasst sich mit Menschenrechten, Friedensförderung, nachhaltiger Entwicklung, Globalisierung und kultureller Diversität. (-> UNESCO Global Citizenship Education).

Für uns interessant ist “Capacity Building of Educators”, und hier speziell die Job-Shadowing-Programme “Teaching Abroad for Global Competency”. Während drei bis vier Wochen unterrichten Lehrpersonen in einen anderen Land über ihre eigene Kultur und assistieren im Unterricht ihres Faches. Eine Koreanerin würde also einige Wochen in der Schweiz verbringen und einige Wochen später flöge die Schweizer Lehrerin aus diesem Tandem nach Korea, um dort ihre eigene Kultur vorzustellen und im Unterricht mitzuhelfen. Eine weiter zu verfolgende Idee.

Das APCEIU arbeitet aber auch mit Kindern aus Seoul und hat ein Atelier eingerichtet, wo Schülerinnen und Schüler mit einem Pass (Global Citizenship) verschiedene Posten absolvieren und sich so mit den Zielsetzungen der UNESCO auseinandersetzen. globalcitizensMit einem Virtual Reality Headset (Bezugsquellen z.B. hier) bewegen wir uns mit “Clouds over Sidra” im Flüchtlingslager Sidra. Dieser Einsatz von Virtual Reality beeindruckt uns und ist ja auch mit  Google Cardboard und den vorhandenen Smartphones der Schülerinnen und Schüler einfach umzusetzen.vrwalterAuch hier: die Frauen und Männer, die uns alles zeigen sind motiviert, engagiert, fröhlich und charmant. Sie arbeiten sehr viel – diejenigen, denen wir bisher im Bildungsbereich begegnet sind arbeiten auch gerne.