Artikel im Akzente: «Kompetenzen zeigen beim Jäten im Schulgarten»

Kay H:
Im Akzente, dem Magazin der Pädagogischen Hochschule Zürich, ist gerade ein Artikel über ein Beispiel von kompetenzorientiertem Unterricht erschienen. Er ist entstanden aus einem Gespräch zwischen mir, der Heilpädagogin Monika Fitze und der Lehrerin Ruth Beck, die mir von einem Beispiel erzählt haben, das sie zusammen konzipiert haben. Im Vordergrund stand die Frage, wie man die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern sichtbar machen kann.
Hier geht es zum Artikel:

«Kompetenzen zeigen beim Jäten im Schulgarten»

Bildung und Kompetenz – aus alt wird neu?

MarlenF:
Im letzten Blogbeitrag von HarryK wurde für die Kompetenzorientierung die Metapher der Baustelle verwendet. Seit geraumer Zeit frage ich mich, wieso das Bildungswesen eine Dauerbaustelle ist und ständig neu geteert, gepflastert und aufgerissen wird? Haben die alten Strassen ausgedient und müssen durch bessere und schnellere ersetzt werden?
Ähnlich verhält es sich auf den ersten Blick mit dem Begriffspaar Bildung und Kompetenz: Tremolastrasse versus Gotthardtunnel? Da wir uns von der Projektgruppe nicht gerne mit Schwarz-Weiss- Malereien zufrieden geben, betraten wir altes wie neues Pflaster. Nach Kurven, Pannen und Aussichtspunkten erreichten wir ein Terrain, welches zahlreiche Facetten des Bildungs- und Kompetenzbegriffs aufzeigt…
Hier zum Text:
Bildung und Kompetenz

«Müssen die Kinder in Zukunft das Matterhorn nicht mehr kennen?»

Gastbloggerin diese Woche: AdinaB, Primarlehrerin und Dozentin

Diese Frage stellte eine Teilnehmerin des Wahlmodules «Kompetenzorientiert unterrichten», das diesen Herbst an der PH Zürich das dritte Mal durchgeführt wurde. Sie konkretisiert einmal mehr das Verhältnis zwischen Wissen und kompetentem Handeln, das bereits im Blogeintrag von Gery Meyer thematisiert wurde.
Doch so eindeutig die Frage ist, so vielschichtig gestaltet sich ihre Beantwortung. Was heisst «kennen» genau? Ist damit gemeint, dass Schülerinnen und Schüler wissen, dass das Matterhorn 4478m hoch ist? Oder eher, dass Schülerinnen und Schüler lernen, dass das Matterhorn zu den höchsten Bergen der Alpen gehört und aufgrund seiner markanten Gestalt und seiner Besteigungsgeschichte weltweit bekannt ist? Oder heisst «kennen», dass Lernende diesen Berg auf einer Schweizer Landkarte lokalisieren und dessen exakte Höhe nachschlagen können? Oder eine Kombination dieser Fähigkeiten?
Im Wahlmodul wurde die Meinung zum Ausdruck gebracht, dass das Matterhorn zweifellos ein Inhalt darstelle, der mit Schülerinnen und Schülern im Fachbereich Natur Mensch Gesellschaft (NMG) thematisiert werden sollte. Die Dimension des Könnens sei mit dem Wiedergeben der exakten Höhe des Matterhorns oder dem Nachzeichnen seiner charakteristischen Form aber nicht erreicht. Für kompetentes Handeln seien vielmehr Fähigkeiten gefordert, die nicht das exakte Abrufen von Zahlen und Fakten, sondern einen handlungsorientierten Umgang mit der Schweizer Landkarte und das Lokalisieren und Vergleichen von Schweizer Gebirgen fokussierten.
Dieses Unterrichtsverständnis zeigt meiner Meinung nach exemplarisch auf, was kompetenzorientierten Unterricht ausmacht. Wie sehen das andere Blogleserinnen und -leser?

Das Warten hat ein Ende

Der Lehrplan 21 wurde am 31.10.2014 an die Kantone übergeben. Diese sind nun für die weiteren Schritte und Änderungen sowie für die Einführung verantwortlich. Es bleibt spannend und zu hoffen, dass vor lauter kantonaler Anpassungen das Ziel der Harmonisierung nicht ganz aus dem Blickfeld gerät…

Gerne machen wir in diesem Zusammenhang auf folgende Links aufmerksam:

Kanton Zürich Bildungsdirektion Volksschulamt: Wocheninformation

10 vor 10 Freitag, 31.10.2014: Lehrplan 21: Auch die neuste Fassung erntet Kritik

Lehrplan 21: Rahmeninformationen

Eine erste Reaktion

Auf diesen interessanten Kommentar machen wir gerne aufmerksam:
Eingereicht am 06.11.2014 um 7:35 von Gery Meyer

Wenn ich den Begriff «Kompetenzorientierung» bezogen auf die Schule höre, kommt mir als erstes die für mich zentrale Frage in den Sinn: Wie befähigt die Schule die Lernenden, ihr an der Schule erworbenes Wissen in Können umzuwandeln. Denn Kompetenzorientierung hat in erster Linie mit Handeln zu tun. Wissen ist die Basis dazu, kompetent ist man aber wohl erst, wenn man dieses auch anwenden kann. Also muss sich die Schule zur Aufgabe machen, Möglichkeiten zu schaffen, erworbenes Wissen möglichst konkret anzuwenden. Denn dies ist es, was in der Fortsetzung der Schule gefragt ist. Die Schule hat die Aufgabe, auf das Leben vorzubereiten.

ARGE KoLeP21: rege Bautätigkeiten

HarryK:
ARGE? Ich verbinde ARGE mit Schweiss, Schwielen an den Händen und staubigen Kleidern. Als Seminarist arbeitete ich zur Aufbesserung meiner Finanzen auf einer Baustelle. Am ersten Arbeitstag sass ich erschöpft auf einer Stufe des Rohbaus, verschlang meinen Cervelat und fragte mich, was die vier Grossbuchstaben ARGE auf dem Plakat vor meiner Nase bedeuten. Heute weiss ich es. Ich bin selber Teil einer Arbeitsgemeinschaft. Wir bauen zwar weder Strassen, noch renovieren wir Bauten, noch konzipieren oder erstellen wir Gebäudekomplexe. Wir sind eine ARGE, die sich im Projekt KoLeP21 (Kompetenzorientiertes Lernen – Lehrplan 21) mit Fragen der Kompetenzorientierung auseinandersetzt, Weiterbildungs- und Beratungsangebote konzipieren, eine Webseite betreiben und Informationsmaterial erstellen.

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Vor einigen Monaten bei der Eröffnung des neuen Bahnhofs Löwenstrasse stand ich in der hell erleuchteten Einkaufpassage und erinnerte mich an die Baustelle, die ich vor drei Jahren besichtigt hatte. Nur ansatzweise war damals zu erkennen, was entstehen sollte. Auf der Grundlage von Projekt- und Bauplänen sowie exakten Berechnungen setzten Arbeiterinnen und Arbeiter ihr Wissen und ihre Erfahrung ein, um in 16 m Tiefe unter bestehenden Geleisen das Bauwerk zu vollenden. Und wir von der ARGE KoLeP21? Wir stützen uns auf vorhandene Konzepte zur Kompetenzorientierung, Untersuchungen zu wirksamen Unterricht sowie unsere Erfahrungen und Expertisen. Während Informationen über Pendlerströme und Gewohnheiten der Passagiere zentrale Grundlagen für den Bau der Bahnhofserweiterung darstellen, geben uns formelle oder informelle Rückmeldungen von Lehrpersonen und Schulleitungen Hinweise für die Gestaltung unseres Weiterbildungs- und Beratungsangebote. Informell etwa im Zug: Zwei Lehrerinnen unterhielten sich gerade über das Problem, wie eine Schülerin mehr Ordnung in ihre Arbeitsblätter bringen könnte. „Lehrplan 21 – Kompetenzorientierung, ein Thema in ihrer Schule?“, fragte ich. Es folgte ein stummes Schulterzucken. – Meine Frage war übrigens nicht als versteckter Hinweis dafür gedacht, womit man das Problem dieser Schülerin lösen könnte.
Und was geschieht gegenüber unserem Sitzungsraum, während wir hier von der ARGE den ersten Blogbeitrag diskutieren? Uns gegenüber wirft ein Bauarbeiter in leuchtend oranger Kleidung Schutt aus einem rahmenlosen Fenster. Die Sihlpost wird umgebaut. Hinweisschilder machen auf den neuen Standort des Postschalters und auf Wegsperrungen aufmerksam. Ein markantes Plakat weist auf die Dauer der Bautätigkeit hin. Der Blog hier ist auch so ein Plakat, auf dem wir auf Aktivitäten und Publikationen* hinweisen sowie über Fragen der Kompetenzorientierung informieren. Im Gegensatz zum Baustellenplakat ist ein Blog interaktiv. Die ARGE KoLeP21 freut sich über die Diskussionen rund um die Themen «Kompetenzorientiertes Lernen» und «Lehrplan 21».

Inhalte, Lernziele, und Kompetenzorientierung

Aus dem Campus: Was kommt euch in den Sinn wenn ihr den Begriff «Kompetenzorientierung» hört?

Ende September haben wir eine kleine, aber feine Umfrage auf dem Campus der PH Zürich durchgeführt und alle, die uns begegnet sind, gefragt: Was kommt euch in den Sinn, wenn ihr «Kompetenzorientierung» hört? Hier sind die Antworten!