Aus dem Campus: Was können Schulleiterinnen und Schulleiter tun, um den kompetenzorientierten Unterricht an der eigenen Schule zu stärken?

ChristineW:

Kompetenzorientierte Beurteilung setzt kompetenzorientierten Unterricht voraus. An der PH Zürich fand deshalb am 5. Oktober 2018 die Tagung «Beurteilung von Unterricht» statt, welche sich mit der Stärkung des kompetenzorientierten Unterrichts auseinandersetzte. Dieser Frage aus der Sicht der Führungsrolle nachzugehen, hat mich als Gastzuhörerin sehr interessiert.

Schulen und deren Schulleitungen stehen vor der komplexen Aufgabe, die Schul- und Unterrichtsentwicklung zu steuern. Neben der Unterstützung (fach)didaktischer Entwicklungen geht es auch darum, einen Dialog um Werte und Haltungen anzustossen und gute Unterrichtsqualität zu einem gemeinsamen Thema zu machen. Damit dies gelingt, braucht es passende Zusammenarbeitsgefässe und eine zielgerichtete funktionierende Schulprogrammarbeit.

Doch wie sieht dies konkret aus? Die Schulleiterinnen und Schulleiter beginnen nicht bei «Null», weshalb ich mir erlaubt habe, am Ende der Tagung einer Schulleiterin und einem Schulleiter (zufällig ausgewählt) folgende Fragen zu stellen:

Wer übernimmt in Ihrer Schule die Verantwortung/Steuerung der pädagogischen Entwicklung?

Sandra Aebersold, Schulleiterin Volketswil:

Reto Valsecchi, Schulleiter Dietlikon:

Was tun Sie, um die Unterrichtsqualität an ihrer Schule weiter zu entwickeln?

Reto Valsecchi, Schulleiter Dietlikon:

Sandra Aebersold, Schulleiterin Volketswil:

Um den Tagungstitel «Beurteilung von Unterricht» aufzunehmen, konnte ich es nicht lassen, noch weitere Fragen zu stellen:

Worauf achten Sie als Schulleitung, um Hinweise zu bekommen wo Sie mit Entwicklungen ansetzen können? Welche Rolle spielen Schulbesuche? Welche anderen Gefässe/Informationsquellen ziehen Sie bei?

Sandra Aebersold, Schulleiterin Volketswil:

Reto Valsecchi, Schulleiter Dietlikon:

Die facettenreichen Antworten bestätigen, dass Unterrichts- und Schulentwicklung vielschichtig ist und es sich lohnt, Informationen und Beobachtungen aus verschiedenen Perspektiven einzuholen.

You can’t stop the waves but you can learn how to surf

Gastbloggerin Yvette Heimgartner, Dozentin PH Zürich:

Wellenreiten lernt man im «Weisswasser», in bereits gebrochenen Wellen. Das «Weisswasser» ist unberechenbar und derart kräftig, dass es dich nach vorne katapultiert, egal ob du vorbereitet bist oder nicht. Mit der Zeit ist dein «Take-off» sicher genug, so dass du dich an «grüne», noch ungebrochene Wellen wagen kannst. Diese paddelst du oft vergeblich an, du verpasst sie ganz oder sie brechen direkt über dir und ziehen dich in die Tiefe. Wenn es dir endlich gelingt, eine Welle zu erwischen, stürzt du oft ab und wirst so richtig «gewaschen». Doch irgendwann bleibst du immer öfters in der Welle stehen, du reitest sie und dieses Gefühl entschädigt dich für all die Mühen, die hinter und vor dir liegen.

Und was hat das nun alles mit der Einführung des Lehrplan 21 zu tun?

Ich glaube, wir haben das turbulente, nicht berechenbare «Weisswasser» hinter uns gelassen. Die Wellen konnten wir nicht stoppen, doch haben wir schrittweise zu surfen gelernt. Von aussen betrachtet erscheinen die Wellen noch immer beängstigend gross, doch diese Wahrnehmung ändert sich, wenn die Wellen uns tragen.

Senf für Chefs: Wenn das Wollen nicht will oder kann

Gastblogger Niels Anderegg, Dozent PH Zürich:

Kennen Sie die Situation, in der das Wollen nicht will oder vielleicht nicht kann? Ist es Ihnen als Schulleiterin oder Schulleiter auch schon passiert, dass eine Lehrperson vor Ihnen stand und meinte «Entweder der Schüler oder ich»? Unterrichtsstörungen, verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler oder – je nachdem wie man es ausdrücken möchte – herausforderndes Verhalten von Schülerinnen und Schülern gehören zum Alltag einer Schule. Und das Thema betrifft nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer: Wir sind überzeugt, dass an einer in unserem Verständnis «guten Schule» dieses Thema auch die Schulleitung kümmern muss. Aus diesem Grund haben wir uns im Zentrum Management und Leadership dem Thema angenommen und ein Modul dazu konzipiert. Letzte Woche fand dieses statt.

Das Modul war so aufgebaut, dass am ersten Tag mehrere theoretische Inputs verschiedene Zugangsweisen zum Thema eröffneten. Am zweiten und dritten Tag fanden Schulbesuche an zwei sehr unterschiedlichen Schulen statt um dann am vierten Tag in die Reflexion und Planung der eigenen nächsten Schritte als Führungsperson zu gehen. Über die vier Tage zeigte es sich, wie wichtig es ist, dass eine Schule eine gemeinsame Haltung und eine entsprechende Kultur dem Thema gegenüber lebt. Wie gehen wir als Schule mit herausforderndem Verhalten von Schülerinnen und Schülern, mit Störungen im Unterricht um? Kann ich als Lehrperson auch einmal sagen, wenn ich keine Energie mehr habe und froh bin, wenn ich entlastet werde? Bin ich als Lehrperson gescheitert, wenn ich einem Schüler oder einer Schülerin nicht mehr gerecht werde?
Das Diskutieren dieser Fragen auf einer allgemeinen Ebene ist sinnvoll, wird aber sehr viel spannender, wenn eine konkrete Situation vorliegt. «Peter» stört massiv den Unterricht. Wie gehen wir als Schule damit um? Wie reagiere ich als Schulleiter, wenn die Lehrperson nicht mehr mit «Peter» arbeiten will oder kann? Wie lange ist «Peter» das Thema der Lehrperson? Und wann wird er zum Thema eines pädagogischen Teams, der Schulleitung oder der ganzen Schule? Haltungen und Kulturen entstehen über diskursive Prozesse und konkrete Handlungen. Darüber zu sprechen, Dinge öffentlich zu machen, gemeinsam zu handeln: Schrittweise entwickelt sich so eine Haltung und Kultur einer Schule, welcher es immer besser gelingt, mit Unterrichtsstörungen und verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern umzugehen.

Neben der Haltung und Kultur braucht es aber auch ganz konkrete Werkzeuge und Handlungsmöglichkeiten. In den einzelnen Referaten und bei den Schulbesuchen wurden einzelne Werkzeuge vorgestellt und diskutiert. Es ist die Kunst von Schulleiterinnen und Schulleitern, aber auch von Teacher Leaders, diese angepasst an den Kontext der eigenen Schule und der aktuellen Situation gezielt einzusetzen und zur Wirkung zu bringen. Ein solches Werkzeug sind beispielsweise Elemente aus der lösungsorientierten Beratung, wie sie Hansjörg Hophan während dem Modul vorgestellt hat. Oder das Arbeiten mit einem Modell um zu analysieren, wo und wie eine Führungsperson im System Schule intervenieren kann. Heike Beuschlein hat dies am Beispiel des «Drei-Weg-Modells» von Hans-Günther Rolff aufgezeigt und es war beeindruckend zu sehen, wie Facettenreich sich das Thema der verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schüler auf diesem Modell darstellen lässt.

Leider gibt es, wie eine Teilnehmerin am Ende des Moduls meinte, keine Rezepte um die Probleme an der eigenen Schule zu lösen. Es gibt aber Werkzeuge und die ständige, möglichst konkrete Auseinandersetzung mit meiner Rolle als Führungsperson, meiner Schule und «Peter».

PS: Heike Beuschlein und Hansjörg Hophan werden das Modul im nächsten Herbst wieder anbieten. Voraussichtlich Ende Jahr sollte die Ausschreibung veröffentlicht werden. Wer Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich gerne bereits jetzt bei Michele Martin (michele.martin@phzh.ch) melden. Sie wird die interessierten Personen nach der Ausschreibung informieren.

«Gesellschaften im Wandel» – Ein Lehrmittel entfacht Streit

KayH:

Das Lehrmittel «Gesellschaften im Wandel», herausgegeben vom Lehrmittelverlag Zürich, steht in der Kritik, Propaganda zu verbreiten (siehe auch Artikel «Die Unia kämpft für uns – wie in neuen Lehrmitteln politische Werbung verbreitet wird», NZZ, 31. August 2018). Bürgerliche Parteien bemängeln, dass der in der Verfassung festgeschriebene Grundsatz der politisch neutralen Ausrichtung der staatlichen Schulen nicht eingehalten werde. Der Herausgeber und die Projektleiterin des Lehrmittels verstehen diesen Vorwurf jedoch nicht. Lesen Sie mehr dazu im Artikel «Propaganda an Schulen? Lehrmittel sorgt für Streit», 20 Minuten, 18. September 2018.

Kompetenzberg – Kompetenzwald

KayH:

Wie unsere Gastbloggerin Simone Büchi letzte Woche beschrieben hat, stehen Lernende vor einem Kompetenzberg, den es zu bewältigen gilt. In diesen vielen Kompetenzen kann man sich aber auch ganz schön verirren und vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen. Verloren im Kompetenzwald!

Dazu gibt es jetzt aber eine kleine Hilfe: Den Lehrplan 21 gibt es nun in Papierform. Hier kann man ihn bestellen. Vielleicht gelingt es damit, den Überblick zu bewahren.

Wie hoch ist der Kompetenzberg?

Gastbloggerin Simone Büchi, Dozentin PH Zürich:

Vor den Sommerferien hat die schweizerische Berufsbildung wieder ihre Effizienz bewiesen: Tausende von Lernenden absolvierten erfolgreich das Qualifikationsverfahren und wurden mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis ausgezeichnet. Erfolgreich haben diese Lernenden die Anforderungen gemeistert und die geforderten Kompetenzen erreicht. Die Lehrpersonen haben die Lernenden während drei bzw. vier Jahren darin unterstützt, den vorgegebenen Kompetenzberg zu meistern, ganz nach dem Kredo von Martin Lehner «Viel Stoff wenig Zeit». Wo bleibt da noch die Zeit zu fragen, ob wir statt die «Dinge richtig zu tun» nicht viel mehr die «richtigen Dinge» tun sollen?

Damit möchte ich mich nicht über die Lehr- und Bildungspläne hinwegsetzen sondern die Frage in den Raum stellen, ob wir trotz knapper Zeit nicht über die Bildungspläne hinausdenken und uns wieder einmal die Fragen stellen sollten, wie hoch denn der Kompetenzberg ist, ob wir ihn richtig aufgebaut haben und was wir mit dem Besteigen genau erreichen. Unsere Welt ist gekennzeichnet durch Ambiguität (im Sinne von Mehrdeutigkeit), Volatilität (Ursachen-Wirkungszusammenhang ist unklar), Unsicherheit (Prognosen aus der Vergangenheit als Grundlage für die Zukunft verlieren an Bedeutung) und Komplexität, zusammengefasst unter dem Begriff VUCA. Damit wird verdeutlicht, dass sich die Welt schneller als die 5-jährigen Zyklen der Bildungspläne in der Berufsbildung verändert, welche bereits einen Vorlauf von 5 Jahren für deren Vorbereitung und Genehmigung hinter sich haben. So werden aktuell die Bildungspläne der kaufmännischen Grundbildung überarbeitet, welche ab 2022 in Kraft treten sollen und im Jahr 2026 in den ersten Abschlüssen gipfeln werden.

Die Lernenden schon heute für die Anforderungen von morgen zu befähigen, hat sich die WKS (Wirtschafts- und Kaderschule) Bern auf die Fahne geschrieben. Im November 2017 hat sie sich auf die Reise gemacht, um den kaufmännischen Berufsfachschulunterricht weiter zu entwickeln, damit ihre Lernenden in einer VUCA-Welt bzw. einer Welt der Selbstständigen reüssieren. Eine Reaktion auf Prognosen, dass in 20 Jahren nicht mehr die Angestellten die Norm sein werden, sondern die Selbstständigen. So haben sich Lernende, Berufsbildner/-innen, Lehrpersonen etc. während einer Woche in verschiedenen World-Cafés mit in der Zukunft benötigten Kompetenzen auseinandergesetzt, Szenarien zu deren Aufbau entworfen, überarbeitet, verworfen und sich letztlich auf einen Vorschlag geeinigt. Besonders beeindruckend war für mich dabei, dass die Lernenden neue Szenarien und Überlegungen eingebracht und über das Hergebrachte hinausgedacht haben. Neu erhalten die Lernenden der WKS Bern nach Abschluss der Grundbildung neben dem klassischen EFZ Kaufmann/Kauffrau ein Diplom, welches ihre zusätzlich erworbenen Selbstlernkompetenzen ausweist. Ziele dieser im Team erarbeiteten Neuerungen sind ein flexibles, auf den realen Arbeitsmarkt und das Individuum ausgerichtetes Bildungssystem, ein Kick-Off für den agilen Arbeitsmarkt, ein Starterset für das lebenslange Lernen und vor allem die Verbindung von Wissen, Können, Wollen zum Tun zu erreichen. Denn «Tun» ist die Basis für Entrepreneurship in einer Welt der Selbstständigen. Auf den Lehrbeginn 2018 hat die WKS Bern mit dem im Moment noch freiwilligen Schulmodell mit zwei Klassen gestartet. Das Herz des neuen Konzeptes bildet eine Lernfläche, welche sowohl individuelles als auch kooperatives Lernen in einer inspirierenden, radikal neu gestalteten Umgebung ermöglicht. Einzelarbeitsplätze mit Blick aus dem Fenster sind für die konzentrierte Einzelarbeit gedacht. Runde Tische mit Bänken laden zur Zusammenarbeit ein. Mit einem Farb- und Raumtrennkonzept wird ein Ambiente des Wohlfühlens gemischt mit Start-up-Charakter geschaffen. Um in dieser neuen Lernumgebung als auch neuen -art zurecht zu kommen, werden die Lernenden durch Lehrpersonen begleitet, welche durch Strukturierung, Validierung und Bestätigung von Kompetenzen ihre Entwicklung fördern.

In weniger als einem Jahr hat diese Schule ein ganz neues Szenario entwickelt und neue Wege zur Bewältigung des Kompetenzenberges geschaffen. Dabei hat sie nicht einfach gefragt, wie die Lernenden am schnellsten den Berg erklimmen können, sondern welche zusätzlichen Schlaufen, wann für wen ein Innehalten, ein Rückblick auf Erreichtes (Reflexion) und radikal Neues denken, effizienter sind. In der Umsetzung bedeutet dies konkret die Lernenden darin zu befähigen, diese Schritte immer selbstständiger zu tun.

Das Lernstudio: Kompetenzorientierte Privatschule oder nur auf Drill getrimmt?

Auch Privatschulen müssen den Lehrplan 21 umsetzen. In einem Gastbeitrag äussert sich das Lernstudio dazu.

Bekannt ist das Lernstudio, vor allem bei vielen ehemaligen Stadtzürcher Schülerinnen und Schülern, für seine Vorbereitungskurse an die gymnasialen Aufnahmeprüfungen. Eng verknüpft ist die Marke darum mit der Vorstellung vieler Eltern, dass ihre Kinder nach einem solchen Lehrgang eine erfolgreiche Gymi-Karriere absolvieren.

Was viele jedoch nicht wissen: Das Lernstudio betreibt in Zürich und Winterthur auch zwei Ganztagesschulen. Oberstes Ziel beider Schulen ist es, ihren Schülerinnen und Schülern den optimalen Schulerfolg zu ermöglichen. Was danach klingt, nur ein kurzfristiges Ziel – den Übertritt ans Gymnasium – zu erhaschen und alle anderen Eventualitäten auszublenden, ist nur eines von vielen Vorurteilen, denen sich das Lernstudio als Privatschule regelmässig gegenüber sieht.

Nun, beisst sich das nicht: kompetenzorientierter Unterricht in einer Privatschule, die dafür bekannt ist, erfolgreiche Gymi-Anwärterinnen und -Anwärter hervorzubringen? Wie steht es wirklich um die «Kompetenzorientierung» des Lernstudios? Wird nur blind Wissen gepaukt oder  geht es auch um den Erwerb von Kompetenzen?

In einer Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Zürich hat das Lernstudio diese Thematik analysiert. Harry Koch, Leiter Projekt KoLeP21 (Kompetenzorientiertes Lernen – Lehrplan 21) der PHZH, hat das Lernstudio dabei begleitet. In einer Standortbestimmung, welche die pädagogischen Mitarbeitenden des Lernstudios im Frühjahr 2018 durchgeführt haben, stellten sie fest, dass die Privatschule bereits viele Anforderungen des Lehrplan 21 erfüllt. Beispielsweise hat sich gezeigt, dass im Lernstudio neben den fachlichen auch die überfachlichen Kompetenzen, die sie zum selbstständigen und kooperativen Arbeiten und Lernen befähigen, bereits von den Kindern erworben werden. Wichtige Voraussetzungen, auf die sie in den anforderungsreichen gesellschaftlichen und beruflichen Begebenheiten zählen können.

Wie die Zukunft und zukünftige Berufe aussehen werden, ist, auch wegen der fortschreitenden Digitalisierung, schwer vorauszusagen. Ziel des Lernstudios ist es darum, Jugendliche – egal ob für Studium oder Beruf – so vorzubereiten, dass sie nach der obligatorischen Schulzeit eigenständige junge Erwachsene sind, die ihre Stärken und Fähigkeiten möglichst erfolgreich einzusetzen wissen und selbstständig Probleme lösen können. Werte wie Innovationsgeist, Qualität und Kreativität haben beim Lernstudio einen hohen Stellenwert und stehen, egal ob nach pädagogischer, erzieherischer, wissenschaftlicher oder bildungspolitischer Betrachtung, im Mittelpunkt.

Dies wird auch durch das stufengerecht aufeinander abgestimmte Konzept der Ganztagesschule gefördert. Einerseits wird der Entwicklung des Kindes mit verschiedenen Übergangsangeboten, zielgerichteten Sekundarstufenklassen (A und B) und verschiedenen Ergänzungsangeboten Rechnung getragen. Konkret sind dies ein Übergangsjahr zwischen der Primar- und Sekundarstufe (7. Primarschulklasse), die Berufsvorbereitungsklasse für die 3. Sekundarstufe, eine Mittelschulvorbereitungsklasse sowie das Progymnasium, das auf die speziellen Voraussetzungen der Gymnasien vorbereitet. Auch sind die Inhalte der Kurse «Arbeits- und Lerntechnik», die das Lernstudio in seinem Kurs- und Nachhilfebereich anbietet, fester Bestandteil im Ganztagesunterricht und werden ergänzt durch verschiedenste kulturelle, sprachliche, digitale und sozialintegrative Inhalte. Pilotprojekte wie ICT- und Programmierkurse, Workshops, Sprachreisen, Museumsbesuche, Planspiele und weitere unterrichtsbereichernde Aktivitäten fördern die Schülerinnen und Schüler in ihrer Kompetenzvielfalt.

Die weiteren Entwicklungsschritte, die im Konvent anhand der Standortbestimmung eruiert wurden, müssen nun geprüft werden. Ein grosses Interesse gilt dabei der fächerübergreifenden Beurteilung und der ganzheitlichen Transferfähigkeit, die in eine adäquate Benotung der Schülerinnen und Schüler führen soll. Fragt man die Lehrpersonen des Lernstudios findet sich jedoch keine grosse Verunsicherung. Die eingespielten Teams tauschen sich regelmässig aus, stehen in engem Kontakt mit der Schulleitung und können bei Bedarf auf die schulergänzende Betreuung zurückgreifen, sodass ein stetiger Wissenstransfer sichergestellt ist.

Das Lernstudio geht gut gerüstet in die Umsetzung des Lehrplan 21. Die noch zu vollziehenden Entwicklungsschritte werden im Schulprogramm festgehalten, damit die Schülerinnen und Schüler die fachlichen und überfachlichen Kompetenzen gemäss Lehrplan 21 erwerben. Ganz ohne Drill – aber auch ohne Vernachlässigung der notwendigen Übungs- und Vertiefungszeit.

Standortbestimmung Lehrplan 21: Wo sind wir bereits kompetenzorientiert unterwegs? Wo stellen wir Entwicklungsbedarf fest?

HarryK:

Die vier Schulen der Gemeinde Dürnten haben in der letzten Sommerferienwoche eine Standortbestimmung zur Einführung des Lehrplan 21 vorgenommen. In intensiven Gesprächen haben die Lehrpersonen die Ergebnisse der Fragebogenauswertung diskutiert und erste Schlüsse daraus gezogen. Da der Lehrplan 21 nachvollzieht, was in in vielen Schulen und Schulzimmern bereits praktiziert wird, konnten die Schulleitungen und Lehrpersonen feststellen, dass sie bereits in einigen Bereichen kompetenzorientiert unterwegs sind und ein guter Boden für Weiterentwicklungen vorhanden ist.

Bei Thomas Hauri, Sekundarlehrer und Natalie Maag, Sekundarlehrerin im Schulhaus Nauen habe ich nachgefragt, wo sie persönlich in der Einführung des Lehrplans 21 stehen. Ich bat sie, mir einen Entwicklungsschwerpunkt und einen Bereich, in dem sie kompetenzorientiert unterwegs sind, zu nennen. Hört man ihnen zu, erfährt man einiges über den kompetenzorientierten Unterricht und erhält eine Antwort darauf, welche Rolle die Lernziele weiterhin besitzen.

Wo bin ich bereits kompetenzorientiert unterwegs?

Wo sehe ich persönlich einen Entwicklungsschwerpunkt?

Prezi-Präsentation: Entwicklungsorientierte Zugänge

Gastbloggerin Catherine Lieger, Dozentin PH Zürich:

Das freie Spiel ist für vier- bis acht-jährige Kinder der zentrale Lernmodus. Kinder lernen im Spiel in vielfältiger Art und Weise und auf vielfältigen Ebenen. Der entwicklungsorientierte Zugang des Kindergartens stellt im Lehrplan 21 die Schnittstelle zu den Fachbereichen her. Die Herausforderung in der Umsetzung des Lehrplan 21 ist, die Kompetenzförderung in altersgemässen Spiel- und Lernumgebungen zu gestalten.

Zu Beginn des 1. Zyklus wird der Unterricht überwiegend fächerübergreifend organisiert und gestaltet. Der Lehrplan 21 bietet deshalb neun entwicklungsorientierte Zugänge an, die als Lesehilfe dienen und den Lehrpersonen den Zugang zu den Fachbereichslehrplänen erleichtern. Diese entwicklungsorientierten Zugänge bauen eine Brücke von der Entwicklungsperspektive zur Fachbereichsstruktur des Lehrplans und erleichtern den Lehrerinnen und Lehrern die Planung des fächerübergreifenden Unterrichts.

Mithilfe der Prezi-Präsentation «Verknüpfung der entwicklungsorientierten Zugänge mit den Fachbereichslehrplänen» wird diese Vorgehensweise visualisiert.