Elterninformationen

Seit August 2018 gilt der LP21 für den Kindergarten bis zur fünften Klasse. Schulleitungen haben nebst der Personalentwicklung ihrer Lehrpersonen auch die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Eltern über die zentralen Schwerpunkte des Lehrplans informiert sind. Dies passiert(e) mit Referaten und Informationsanlässen, jedoch auch in schriftlicher Form. Die Schulpost der Schule Knonau ist ein Beispiel, das wir hier gerne vorstellen: Nach einer allgemeinen Einführung zu kompetenzorientiertem Unterricht folgen Erklärungen zum Aufbau des Lehrplans und ein Glossar, was unter bestimmten Ausdrücken zu verstehen ist. Zur Veranschaulichung folgen konkrete Unterrichtsbeispiele aller Klassen. Die Beispiele illustrieren, wie fachliche und überfachliche Kompetenzen aufgebaut, wie die Schülerinnen angeleitet werden, ihre Lernprozesse zu dokumentieren oder ihren Kolleginnen und Kollegen Rückmeldungen zu geben.  

Auf dem Weg zu einer gemeinsamen kompetenzorientierten Beurteilungspraxis

HarryK:

Eine oder vielleicht die grosse Herausforderung bei der Einführung des Lehrplans 21 ist die kompetenzorientierte Beurteilung. Die Primarschule Bubikon stellt sich dieser Herausforderung, indem sie eine gemeinsame Beurteilungspraxis erarbeitet. In einem parallel verlaufenden Unterrichts- und Schulentwicklungsprozess setzen sich die Lehrpersonen und die Schulleitung mit Fragen zum Unterricht und der damit verbundenen Beurteilung auseinander. Nur was auch wirklich im Schulalltag gelebt wird, findet Eingang in das Beurteilungskonzept der Schule.  Konzept und Praxis befruchten sich so gegenseitig.

Unterrichtsentwicklung: Die Beurteilungspraxis wird gemeinsam geplant und erprobt. (Illustration: Claudia de Weck)

Schulentwicklung: Das Konzept entsteht Schritt für Schritt. (Illustration: Claudia de Weck)

Nach einer ersten gemeinsamen Standortbestimmung im Frühsommer 2018, bei der Stärken und Schwächen der momentanen Beurteilungspraxis im Fokus standen, fand der eigentliche Entwicklungsstartschuss an einer Retraite im Herbst 2018 statt. An zwei Tagen setzten sich die Mitglieder der Schulkonferenz mit konkreten Unterrichtsfragen und mit den Grundgedanken auseinander, die ihre Beurteilungspraxis leiten sollen. Elternvertretende und zwei Schulpflegemitglieder hörten zu und beteiligten sich. Ein erster Entwicklungsschritt soll im Juni 19 abgeschlossen sein. Dann findet zusammen mit der Pädagogischen Hochschule Zürich, welche die Schule bei diesem Prozess mit Weiterbildung und Beratung begleitet, eine erste Evaluation statt. In einem Rück- und Ausblick werden die Entwicklungen der Beurteilungspraxis, die damit verbundenen Fragen der Zusammenarbeit und Pädagogischen Führung sowie der Fortschritt des Beurteilungskonzepts unter die Lupe genommen.

Arbeit an der Beurteilungspraxis (Foto: HarryK)

Mit Kopf, Herz und Hand wird am Beurteilungskonzept gearbeitet. (Foto: HarryK)

«Mein Sportjournal»: Beurteilung im Sportunterricht in der 4.–6. Klasse

KayH:

Anhand des Beurteilungsinstruments «Mein Sportjournal» werden Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler im Sportunterricht sichtbar. Lesen Sie im Artikel von Urs Müller und Jürg Baumberger (PHZH) wie das Sportjournal Lehrpersonen unterstützt, die Kompetenzerwartungen des Lehrplan 21 anzustreben, wie das Sportjournal funktioniert und was darin festgehalten wird.

Link zum Artikel «Beurteilungsinstrument im Sportunterricht» von Urs Müller und Jürg Baumberger im Magazin Einblick des Lehrmittelverlags Zürich, Nummer 22

Kompetenzberg – Kompetenzwald

KayH:

Wie unsere Gastbloggerin Simone Büchi letzte Woche beschrieben hat, stehen Lernende vor einem Kompetenzberg, den es zu bewältigen gilt. In diesen vielen Kompetenzen kann man sich aber auch ganz schön verirren und vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen. Verloren im Kompetenzwald!

Dazu gibt es jetzt aber eine kleine Hilfe: Den Lehrplan 21 gibt es nun in Papierform. Hier kann man ihn bestellen. Vielleicht gelingt es damit, den Überblick zu bewahren.

Standortbestimmung Lehrplan 21: Wo sind wir bereits kompetenzorientiert unterwegs? Wo stellen wir Entwicklungsbedarf fest?

HarryK:

Die vier Schulen der Gemeinde Dürnten haben in der letzten Sommerferienwoche eine Standortbestimmung zur Einführung des Lehrplan 21 vorgenommen. In intensiven Gesprächen haben die Lehrpersonen die Ergebnisse der Fragebogenauswertung diskutiert und erste Schlüsse daraus gezogen. Da der Lehrplan 21 nachvollzieht, was in in vielen Schulen und Schulzimmern bereits praktiziert wird, konnten die Schulleitungen und Lehrpersonen feststellen, dass sie bereits in einigen Bereichen kompetenzorientiert unterwegs sind und ein guter Boden für Weiterentwicklungen vorhanden ist.

Bei Thomas Hauri, Sekundarlehrer und Natalie Maag, Sekundarlehrerin im Schulhaus Nauen habe ich nachgefragt, wo sie persönlich in der Einführung des Lehrplans 21 stehen. Ich bat sie, mir einen Entwicklungsschwerpunkt und einen Bereich, in dem sie kompetenzorientiert unterwegs sind, zu nennen. Hört man ihnen zu, erfährt man einiges über den kompetenzorientierten Unterricht und erhält eine Antwort darauf, welche Rolle die Lernziele weiterhin besitzen.

Wo bin ich bereits kompetenzorientiert unterwegs?

Wo sehe ich persönlich einen Entwicklungsschwerpunkt?

Artikelreihe im ZLV Magazin – ein Rückblick

KayH:

Der Letzte der Serie! In der diesjährigen Juni-Ausgabe des ZLV Magazins ist der letzte Artikel der Serie zum Thema «Kompetenzorientiertes Lernen» erschienen. Lukas Geiser und Monique Honegger setzen sich darin mit dem Thema «Sexualkundlicher Unterricht» auseinander.

Im Zeitraum zwischen Dezember 2014 und Juni 2018 veröffentlichte das Projekt KoLeP21 (Kompetenzorientiertes Lernen – Lehrplan 21) fünf Beiträge. Entstanden ist eine bunte Reihe rund um kompetenzorientiertes Lernen und den Lehrplan 21.

Alle Artikel auf einen Blick

«Hier lernt man das Können und das Wissen» von Kay Janina Hefti, Kommunikationsverantwortliche des Projekts KoLeP21 der PH Zürich, ZLV Magazin 6-14, Dezember 2014

«Tunnelbau, Mathematik und kompetenzorientierter Unterricht» von Christine Weilenmann, PH Zürich, ZLV Magazin 4-15, Oktober 2015

«Marisa schätzt oder Frau Weber beurteilt mathematische Kompetenz» von Brigitte Bollmann-Zuberbühler und Daniela Nussbaumer, Dozentinnen PH Zürich, ZLV Magazin 2-16, April 2016

«Spielend lernen im Kindergarten» von Catherine Lieger, Dozentin PH Zürich, ZLV Magazin 1-17, Februar 2017

«Willkommen in der Pubertät» von Lukas Geiser und Monique Honegger, PH Zürich, ZLV Magazin 3-18, Juni 2018

Humboldt 4.0

Gastbloggerin Simone Büchi, Dozentin PH Zürich:

Vor ein paar Wochen führte ich eine Weiterbildung mit einem ganzen Schulteam zum Thema «Schöne neue Arbeitswelt – brauchen wir ein Update» durch. In einem ersten Schritt skizzierte ich laufende und zukünftige Veränderungen in der Arbeitswelt, um in einem zweiten Schritt den Transfer zum Bildungssystem zu machen. Konkret: Welche neuen Kompetenzen kann und soll die Schule als Antwort auf die digitale Transformation fördern und mit welchen Lernszenarien können diese erworben werden? Dass im Bildungsbereich der unscharfe Begriff «digitale Transformation» zu Recht Diskussionen auslöst, war mir bewusst, mit diesem Gegenwind hatte ich gerechnet. Doch als eine Lehrperson das Mikrophon ergriff und sehr bestimmt sagte: «Wir bilden keine Menschen für die Wirtschaft aus. Wir vermitteln eine humanistische Grundbildung.» war ich anfänglich sprachlos. Dass sein reflektiertes und bedachtes Votum tosenden Applaus von den anderen Teilnehmern erntete, machte die Situation noch bedeutsamer.

Als Berufsfachschullehrperson und Dozentin in der Berufsbildung hat mich dieser Widerstand sehr erstaunt, aber auch neugierig gemacht. Für mich war bisher immer unhinterfragt klar, dass unser Bildungssystem das Ziel hat, jungen Menschen einen erfolgreichen Start in eine Zukunft in Eigenverantwortung zu ermöglichen. Ob wir dieses System, in das wir sie entlassen, Wirtschaft nennen oder nicht, spielt für mich eine untergeordnete Rolle. Aber an meiner Vorstellung, dass Bildung zur Selbstversorgung befähigen soll, möchte ich festhalten. Und natürlich ist auch die Frage berechtigt, ob sich das überhaupt mit dem humboldtschen Bildungsverständnis beisst, was ich persönlich bezweifle.

In der Berufsbildung ist die Ausrichtung sowohl auf die Allgemeinbildung mit dem Allgemeinbildenden Unterricht (ABU) als auch der Ausrichtung auf die beruflichen Kompetenzen (BK-Unterricht) etabliert. Mit der Diskussion um die Zukunftsfähigkeit der Berufslehre mit Berufsbildung 2030 wird ein starker Fokus auf die notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Berufslernenden für die Zukunft gerichtet. Erst kürzlich hat die internationale Tagung in Winterthur zu «Skills for Employability and Careers» in der Berufsbildung aufgezeigt, dass die Berufsfähigkeit auch für Herausforderungen, die wir heute noch gar nicht kennen, von Bedeutung ist.

Auch wenn es momentan en vogue ist, in die Zukunft zu schauen, würde ich liebend gerne mit einer Zeitmaschine zwei Jahrhunderte zurückreisen und Humboldt befragen, wie er als Bildungsrevolutionär die Bildung heute gestalten würde. Seine Lebzeiten an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert waren vom Umbruch der französischen Revolution, welcher dem Volk mehr Freiräume und Selbstbestimmung brachte, geprägt. Humboldt hatte die nicht ganz einfache Aufgabe als Bildungsminister die Bildung mitten in diesem Veränderungsprozess neu zu definieren. Gemäss seiner Vorstellung war jemand nur ein guter Arbeiter, «wenn er ein guter, anständiger, seinem Stande nach aufgeklärter Mensch und Bürger ist». «So erwirbt er die besonderen Fähigkeiten seines Berufs nachher sehr leicht und behält immer die Freiheit, wie im Leben so oft geschieht, von einem zum anderen überzugehen.» Es war also schon damals von zentraler Bedeutung, dass die notwendigen Kompetenzen erworben werden müssen, um auf Veränderungen reagieren zu können.

Humboldts Vermächtnis – er analysierte nach der französischen Revolution die veränderten Gegebenheiten kritisch und schuf basierend darauf etwas ganz Neues – hat auch heute noch Gültigkeit. Schon damals forderte er Menschen zum lebenslangen Lernen auf. Und genau diese Aufforderung ist auch heute noch die zentrale Aufgabe der Schule; dies in Gruppen von Lernenden kollaborativ und unter Nutzung der digitalen Möglichkeiten zu tun, erweitert unsere Kompetenzen, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein.

Hätte mich das eingangs geschilderte Erlebnis nicht kurzzeitig gedanklich ausser Gefecht gesetzt, hätte ich wohl wie folgt geantwortet: Bildung und Wirtschaft sind sich in dieser Transformation so nahe wie noch nie. Zum einen sprechen wir heute von lebenslangem Lernen (und Verlernen), d.h. in den persönlichen Biographien vermischen sich Bildung, Arbeit und Weiterbildung zunehmend. Zum andern wissen wir, dass die Jobs, die auch in Zukunft von Menschen ausgeführt werden, zunehmend komplexer werden. Die Fähigkeit, Herausforderungen in einem offenen kollaborativen Lernprozess statt im Alleingang zu lösen, gewinnt deshalb noch mehr an Bedeutung. Sollten wir uns nicht eher Gedanken über das neue Miteinander machen?

Beurteilen im Kindergarten und in der Unterstufe

Gastbloggerin Regula von Felten, Dozentin PH Zürich:

Kennen Sie das folgende Zitat aus dem Lehrplan 21?

«Nicht alle im Lehrplan 21 aufgeführten Kompetenzen und Kompetenzstufen müssen beurteilt werden. Wie bisher obliegt es der Professionalität der Lehrpersonen einzuschätzen, wann und mit welchen Mitteln sie Leistungen der Schülerinnen und Schüler einschätzen und beurteilen.» (Lehrplan 21: Überblick)

Doch was sollen Lehrpersonen beim Beurteilen beachten? Welche Formen der Beurteilung sind im 1. Zyklus zentral? Und welche Funktionen sollen Leistungseinschätzungen erfüllen?

Lesen Sie dazu in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift 4 bis 8 (Juni Nr. 4/2018)!

Planungsinstrument LP21 Bildnerisches Gestalten

MartineO:  

Auf der Website der PHZH wird der Fachbereich Bildnerisches Gestalten nach Lehrplan 21 folgendermassen definiert:

Im Bildnerischen Gestalten erleben Schülerinnen und Schüler, wie in eigenen Bildentwicklungsprozessen sinnliche Wahrnehmung, Reflexion und Kommunikation ineinander greifen. Schülerinnen und Schüler erkennen Bilder und Objekte als Resultat von komplexen Vorgängen.

Um Schülerinnen und Schüler diese komplexen Vorgänge näherbringen zu können, müssen die Lehrpersonen ebenfalls einen guten Überblick über das Fach haben. Damit sie die diversen Inhalte, Vorgaben, Inspirationen und Verpflichtungen im Blick haben, und um den LP21 optimal in die Unterrichtsplanung einbinden zu können, wurde nun ein neues Planungsinstrument für Lehrpersonen entworfen.

Gastbloggerin Monica Bazzigher-Weder, Bereichsleiterin Kunst & Design Primarstufe PHZH, stellt Ihnen hier das Planungsinstrument im Detail vor.

Sportbroschüren für die Primarstufe

Gastblogger Jürg Baumberger, Bereichsleiter Bewegung und Sport Primarstufe:

Die Pädagogische Hochschule Zürich entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Lehrmittelverlag Zürich nach Lehrplan 21 «Unterrichtsvorhaben» für den Bewegungs- und Sportunterricht auf der Primarstufe.

Zehn Unterrichtsvorhaben pro Schuljahr

Der Lehrplan 21 sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler im Fachbereich Bewegung und Sport im Verlauf der obligatorischen Schulzeit 15 Kompetenzen aufbauen und vertiefen. Die A4-Broschüren für die Primarstufe enthalten attraktive, einfach umsetzbare Vorschläge für einen kompetenzorientierten Sportunterricht.

Projektleiter Urs Müller, Dozent im Bereich Bewegung und Sport Primarstufe der PH Zürich, beschreibt die Unterrichtshaben folgendermassen:

Ein Unterrichtsvorhaben ist eine Reihe von sechs bis acht Lektionen. Die Lehrperson bereitet damit eine Anwendungssituation vor, bei der die Schülerinnen und Schüler zeigen, dass sie bestimmte, im Lehrplan 21 aufgeführte Kompetenzstufen erarbeitet haben.

Ob die Verbesserung der Wurftechnik, das Steigern der Ausdauerleistung oder das Zusammensetzen von Turnelementen zu einer Bewegungsabfolge im Vordergrund stehen: Die Broschüren «Clownerie», «Gleiten, Rollen, Fahren», «Rhythmisch Springen», «Brennball spielen», «Spielend laufen» und «Bewegte Akrobatik» enthalten attraktive, einfach umsetzbare Vorschläge für den kompetenzorientierten Sportunterricht.

Übungsbeispiel aus «Rhythmisch Springen»

Auf dem Lehrplan 21 basierende Zyklen- und Jahresplanungen, Unterlagen zu den Unterrichtsvorhaben und Videosequenzen von einzelnen Bewegungsabläufen sind hier zu finden.

Folgende sechs Broschüren sind über den Lehrmittelverlag erhältlich: