Planungsinstrument LP21 Bildnerisches Gestalten

MartineO:  

Auf der Website der PHZH wird der Fachbereich Bildnerisches Gestalten nach Lehrplan 21 folgendermassen definiert:

Im Bildnerischen Gestalten erleben Schülerinnen und Schüler, wie in eigenen Bildentwicklungsprozessen sinnliche Wahrnehmung, Reflexion und Kommunikation ineinander greifen. Schülerinnen und Schüler erkennen Bilder und Objekte als Resultat von komplexen Vorgängen.

Um Schülerinnen und Schüler diese komplexen Vorgänge näherbringen zu können, müssen die Lehrpersonen ebenfalls einen guten Überblick über das Fach haben. Damit sie die diversen Inhalte, Vorgaben, Inspirationen und Verpflichtungen im Blick haben, und um den LP21 optimal in die Unterrichtsplanung einbinden zu können, wurde nun ein neues Planungsinstrument für Lehrpersonen entworfen.

Gastbloggerin Monica Bazzigher-Weder, Bereichsleiterin Kunst & Design Primarstufe PHZH, stellt Ihnen hier das Planungsinstrument im Detail vor.

Sportbroschüren für die Primarstufe

Gastblogger Jürg Baumberger, Bereichsleiter Bewegung und Sport Primarstufe:

Die Pädagogische Hochschule Zürich entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Lehrmittelverlag Zürich nach Lehrplan 21 «Unterrichtsvorhaben» für den Bewegungs- und Sportunterricht auf der Primarstufe.

Zehn Unterrichtsvorhaben pro Schuljahr

Der Lehrplan 21 sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler im Fachbereich Bewegung und Sport im Verlauf der obligatorischen Schulzeit 15 Kompetenzen aufbauen und vertiefen. Die A4-Broschüren für die Primarstufe enthalten attraktive, einfach umsetzbare Vorschläge für einen kompetenzorientierten Sportunterricht.

Projektleiter Urs Müller, Dozent im Bereich Bewegung und Sport Primarstufe der PH Zürich, beschreibt die Unterrichtshaben folgendermassen:

Ein Unterrichtsvorhaben ist eine Reihe von sechs bis acht Lektionen. Die Lehrperson bereitet damit eine Anwendungssituation vor, bei der die Schülerinnen und Schüler zeigen, dass sie bestimmte, im Lehrplan 21 aufgeführte Kompetenzstufen erarbeitet haben.

Ob die Verbesserung der Wurftechnik, das Steigern der Ausdauerleistung oder das Zusammensetzen von Turnelementen zu einer Bewegungsabfolge im Vordergrund stehen: Die Broschüren «Clownerie», «Gleiten, Rollen, Fahren», «Rhythmisch Springen», «Brennball spielen», «Spielend laufen» und «Bewegte Akrobatik» enthalten attraktive, einfach umsetzbare Vorschläge für den kompetenzorientierten Sportunterricht.

Übungsbeispiel aus «Rhythmisch Springen»

Auf dem Lehrplan 21 basierende Zyklen- und Jahresplanungen, Unterlagen zu den Unterrichtsvorhaben und Videosequenzen von einzelnen Bewegungsabläufen sind hier zu finden.

Folgende sechs Broschüren sind über den Lehrmittelverlag erhältlich:

Förderung überfachlicher Kompetenzen

ChristineW:

Regelmässig tauchen Fragen nach der Förderung der überfachlichen Kompetenzen, wie sie im Kapitel «Grundlagen» im Lehrplan 21 beschrieben werden, auf. Kürzlich sind wir auf ein inspirierendes Beispiel zur Förderung von Sozialkompetenzen im Bereich Umgang mit Vielfalt gestossen. Lesen Sie hier den Artikel «Normal anders sein» über die Projekttage an der Schule Wetzikon. Gerne verlinken wir damit auch auf den neuen Blog «Schulführung» der PHZH.

E-Book «Lerneinheiten Lehrplan 21»

Gastbloggerin Carola Brunnbauer, Dozentin Medienbildung und E-Learning-Beraterin PHZH:

Seit Sommer 2017 bereiten sich die Lehrpersonen des Kantons Zürich unter anderem mit Online-Lerneinheiten auf die Einführung des Lehrplan 21 vor.

Neu stehen alle vier Online-Lerneinheiten «Grundlagen», «Beurteilung», «Mathematik» und «Deutsch» zusammengefasst in einem E-Book zur Verfügung.

Damit haben auch andere Kantone oder einzelne Schulen die Möglichkeit von diesem Angebot zu profitieren.

Weitere Informationen zu den Inhalten, zum E-Book selbst, zu den Bestandteilen des Pakets sowie den Kosten entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Überarbeitung der Website

HarryK:

Seit 2012 entwickelt die PHZH ein umfassendes Angebot zur Umsetzung des Lehrplans 21. Die Webseite «Lehrplan 21 – Kompetenzorientierung» ist ein wichtiger Eckpfeiler dieses Angebots. Stetig bemüht, dieses Angebot dem neusten Erkenntnisstand anzupassen, werden wir Schritt für Schritt die einzelnen Seiten überarbeiten und somit die Website übersichtlicher und nutzerfreundlicher gestalten.

Neue Seite zum Thema Beurteilung

Eine der ersten aktualisierten Seiten ist jene zu Reflexion und Beurteilung.  Kurz und übersichtlich legen wir auf der überarbeiteten Website dar, welche Fragen sich Lehrpersonen bei der Beurteilung stellen müssen.

Auf unserer Webseite finden Sie auch weitere Beispiele zur kompetenzorientierten Beurteilung aus unterschiedlichen Fachbereichen. Ein Filmbeispiel zur Prozessbeurteilung folgt im Herbst 2018.

Es lohnt sich also, auch in Zukunft regelmässig vorbeizuschauen!

Die Gesprächskommode: Einsatzmöglichkeiten

Gastbloggerinnen Susanne Bernet und Martina Weber, Entwicklerinnen der Gesprächskommode: 

Um das Standort- oder Beurteilungsgespräch unter Einbezug des jungen Kindes (4-8) noch aktiver und wirksamer zu gestalten, dient die Gesprächskommode als unterstützendes und attraktives Instrument.

Der Fokus in der Gesprächsführung liegt auf der Anerkennung, welche als Basis für das gesamte Gespräch von zentraler Bedeutung ist. Der Einsatz der Gesprächskommode soll auf die Selbstwirksamkeit und das Fähigkeitsselbstkonzept des jungen Kindes fokussieren.

Die Gesprächskommode besteht aus 18 Schubladen, die mit verschiedenen Gegenständen gefüllt sind. Sie nimmt zehn Bereiche in Anlehnung an den ICF-Bogen auf: Allgemeines Lernen, Mathematisches Lernen, Spracherwerb und Begriffsbildung, Lesen und Schreiben, Umgang mit Anforderungen, Kommunikation, Bewegung und Motorik, Für sich selber sorgen, Umgang mit Menschen, Freizeit, Erholung und Gemeinschaft. Diese Bereiche wurden mit acht zusätzlichen Gesprächsanlässen ergänzt: Willkommen, Feenwunsch, Projekt-/Vertragsarbeit, Musik, Lernschritte, Medien, Was kommt noch?

Zur Gesprächskommode gehören folgende Instrumente und Formulare:

  • Übersicht Gesprächskommode
  • Standortgespräch
  • Auswahl der Schubladen (Kind)
  • Vorbereitung Standortgespräch (Lehrperson)
  • Lernschritte und Vereinbarungen
  • Rückblick Standortgespräch (Kind)

Vor dem ersten Gespräch werden die Kinder mit den Inhalten vertraut gemacht und lernen die Gegenstände kennen, die in den Schubladen versorgt sind. Die Lehrpersonen bereiten sich auf das Gespräch mit den einzelnen Kindern vor.

Grundsätzlich entscheiden die Kinder, welche Schublade sie öffnen wollen. Die Lehrperson hört zu, fragt nach, bestätigt, ergänzt und achtet darauf, auch die Eltern ins Gespräch einzubeziehen, wenn dies nicht per se der Fall ist. Im Anschluss an das Gespräch soll Raum für den weiteren Austausch zwischen den Erziehungsberechtigten und dem Kind zur Verfügung stehen. Die Erziehungsberechtigten werden vom Kind eingeladen, in den schulischen Räumen zu verweilen, um Einblicke in die Arbeiten des Kindes zu erhalten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gespraechskommode.ch

Die Gesprächskommode – Ein Tool für Lerndialoge

Gastbloggerinnen Susanne Bernet und Martina Weber, Entwicklerinnen der Gesprächskommode: 

Die Gesprächskommode ist ein Instrument, das ein Standort- oder Beurteilungsgespräch unter Einbezug des jungen Kindes (4-8) ermöglicht. Das Kind nimmt an seinem persönlichen Gespräch teil und hat darin eine aktive Rolle. Die Eltern erhalten dadurch einen umfassenden und direkten Einblick in den schulischen Alltag ihres Kindes. Diese Kommode befähigt Kinder, über ihr eigenes Lernen zu erzählen, und fördert einen echten Dialog mit allen Beteiligten. Die Einsatzmöglichkeiten für die Gesprächskommode sind breit: Coachinggespräche mit Kindern, Standortgespräche mit Erziehungsberechtigten und Kindern, spontane Lerndialoge im Klassenzimmer.

18 Schubladen bieten 18 Anlässe, um über schulische Inhalte in echte Dialoge über das Lernen zu kommen. Die Gegenstände in den Schubladen laden zum Reden ein und öffnen das Gespräch in die unterschiedlichsten Richtungen. Dieser Aspekt lässt die Kinder buchstäblich Mut fassen, Aussagen zu ihrem Schul- oder Kindergartenalltag zu machen. Die Gesprächskommode kann dabei helfen, nächste Lernschritte des Kindes mit allen Beteiligten auszuloten und zu vereinbaren.

Die Gesprächskommode basiert auf theoretischen Überlegungen, ist ICF-kompatibel, lehrplankonform und wurde von Susanne Bernet und Martina Weber im Rahmen eines Masterstudiums am Institut Unterstrass entwickelt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gespraechskommode.ch

Fit für die Praxis – Weiterbildung zum LP 21

Gastblogger Manuel Frischknecht, Projektleiter Weiterbildung und Beratung, PHZH:

Eine Schule in Henggart, einer kleinen Gemeinde im Zürcher Weinland mit 2000 Einwohnern. 35 Lehrpersonen unterrichten die rund 200 Schülerinnen und Schüler. Für einen Montag anfangs Februar hat der Schulleiter, Herr Marius Strebel für sein Lehrerteam einen sogenannten SchiLW+ Tag organisiert, eine eintägige, hausinterne Weiterbildung der PHZH zur Vertiefung der bereits abgeschlossenen Onlinelerneinheit «Grundlagen». Mit dieser hatten sich die Lehrerinnen und Lehrer bereits im November in den Aufbau des Lehrplans 21 und die Grundzüge eines kompetenzorientierten Unterrichts eingearbeitet.

Am Vertiefungstag geht es am Morgen darum offene Fragen zu Struktur und Aufbau des neuen Lehrplans zu klären, gemeinsam das Erarbeitete auszutauschen, bevor am Nachmittag, in kleinen Teams, dieses Wissen eine Umsetzung einfliesst. Ziel ist es bis am Ende des Nachmittags pro Team eine praxisnahe Lektion, wenn nicht gar einen Lektionen-Zyklus zu haben.

Diesem Teil der Weiterbildung wird in Henggart mehr Zeit als üblich eingeräumt. Der Schulleiter hat beschlossen zeitnah zu einem Elternabend zum Lehrplan 21 einzuladen, an dem die Eltern Gelegenheit bekommen sollen zu sehen und zu hören was auf sie zukommt und was den Schulalltag ihrer Kinder (mit-)bestimmen wird. Eine Mitarbeiterin der PHZH wird anwesend sein, informieren und moderieren, aber ein ebenso wichtiger Bestandteil werden die Lehrpersonen sein, die den Eltern ihrer Schülerinnen und Schülern direkt Einblick in ihre Umsetzung geben werden. Eine interessante Idee, die weiter Schule machen könnte.

Dieses mehrstufige Vorgehen ist ein gutes Beispiel für eine bis jetzt gelungene Herangehensweise ans Thema Lehrplan 21. Sie macht es an diesem Tag auch der Workshopleiterin Yvette Heimgartner leicht durch die Veranstaltung zu führen: Das Interesse ist vorhanden, Fragen, auch kritische, stehen ebenfalls im Raum. Der Schulleiter hat gemeinsam mit seinem Team dem Thema genug Raum gelassen und eine klare Strategie für die Übergangsphase erarbeitet. Weitere Themen werden folgen, für den Herbst 2018 ist es das Thema Beurteilung bevor die fachdidaktischen Aspekte zum Zug kommen.

Aktueller Unterricht nach Lehrplan 21

ChristineW:

Mitte Januar bin ich auf einen Beitrag gestossen, bei dem mir spontan zwei Gedanken durch den Kopf gingen. Mein erster Gedanke: «Das hätte mir auch gefallen». Mein zweiter Gedanke: «Das ist Lehrplan 21 kompatibel».

Zum Artikel «Im Stockdunkeln eine Lektion gelernt».

Ich sehe an der Teilnahme am Projekt «Jede Zelle zählt» bzw. in dieser Unterrichtssequenz den Bezug zu den Leitideen des neuen Moduls «Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)». Darin sollen Themen wie Politik, Demokratie und Menschenrechte; Natürliche Umwelt und Ressourcen; Geschlechter und Gleichstellung; Gesundheit; Globale Entwicklung und Frieden; Kulturelle Identitäten und interkulturelle Verständigung; Wirtschaft und Konsum bearbeitet werden. Diese Themen sind eingearbeitet in die Fachbereichslehrpläne. In diesem Fall beispielsweise in den Fachbereichen «Wirtschaft Arbeit Haushalt» und «Natur und Technik».

Sicher ist, dass die Schule mit der Teilnahme am Projekt «Jede Zelle zählt» den Schülerinnen und Schülern zahlreiche Gelegenheiten bietet auch in anderen Fachbereichen und im überfachlichen Bereich Kompetenzen aufzubauen. Diese an dieser Stelle alle aufzuführen, würde nun aber zu weit führen.

Eltern und Schule ziehen am selben Strick: Kindergärten in Sri Lanka

Gastbloggerin Catherine Lieger, Dozentin, Beraterin und Mentorin PHZH:

Durch aktive Elternmitwirkung zur Kompetenzförderung von Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahren

  • Wie arbeiten Lehrpersonen in den Kindergärten «Rahula» (Sri Lanka) mit den Eltern zusammen?

Innerhalb des Projekts Spielen Plus des Zentrums für Internationale Bildungsprojekte (IPE) der PH Zürich erforschte ich im Herbst 2017, wie Kinder von 3 bis 6 Jahren spielen. Ziel dieser Forschung ist die Entwicklung eines Lehrmittels zum Thema Spiel für Lehrpersonen und die Elternbildung. Auch für Kinder mit Migrationshintergrund soll sich dieses Lehrmittel eignen.

Aus diesem Grund habe ich Kindergärten in Sri Lanka besucht. Während meines vierwöchigen Volunteerprojektes sprach ich täglich mit verschiedenen Eltern der 130 Kindergartenkinder. In Sri Lanka nimmt Elternmitwirkung in den Kindergärten eine zentrale Bedeutung ein: Eltern und Lehrpersonen verantworten gemeinsam, dass Kinder etwas lernen. Dies spüren letztlich alle Beteiligten.

Morgens ab 8 Uhr begleiten die Eltern ihre Kinder in den Kindergarten. Eltern und Lehrpersonen tauschen sich vor Ort rege aus, bis sich die Eltern dann um 8.30 Uhr verabschieden. Nach dem Unterricht, um 11.30 Uhr, treffen die Eltern wieder in den Kindergärten ein. Während die Kinder auf dem Spielplatz spielen, informiert die Lehrperson die Eltern über den Verlauf des Vormittags und die Lernfortschritte der Kinder. Auch organisatorische und inhaltliche Schwerpunkte der Kindergartenarbeit werden thematisiert. Ebenso platzieren die Eltern ihre Anliegen in diesen Zeitgefässen.

Durch diese aktive Form der Elternmitwirkung gelingt es in diesen Kindergärten auf beeindruckende Weise gemeinsam Verantwortung für die Kompetenzförderung der Kinder zu übernehmen. Eltern und Schule ziehen wirkungsvoll am selben Strick!