Förderung überfachlicher Kompetenzen

ChristineW:

Regelmässig tauchen Fragen nach der Förderung der überfachlichen Kompetenzen, wie sie im Kapitel «Grundlagen» im Lehrplan 21 beschrieben werden, auf. Kürzlich sind wir auf ein inspirierendes Beispiel zur Förderung von Sozialkompetenzen im Bereich Umgang mit Vielfalt gestossen. Lesen Sie hier den Artikel «Normal anders sein» über die Projekttage an der Schule Wetzikon. Gerne verlinken wir damit auch auf den neuen Blog «Schulführung» der PHZH.

Die Gesprächskommode: Einsatzmöglichkeiten

Gastbloggerinnen Susanne Bernet und Martina Weber, Entwicklerinnen der Gesprächskommode: 

Um das Standort- oder Beurteilungsgespräch unter Einbezug des jungen Kindes (4-8) noch aktiver und wirksamer zu gestalten, dient die Gesprächskommode als unterstützendes und attraktives Instrument.

Der Fokus in der Gesprächsführung liegt auf der Anerkennung, welche als Basis für das gesamte Gespräch von zentraler Bedeutung ist. Der Einsatz der Gesprächskommode soll auf die Selbstwirksamkeit und das Fähigkeitsselbstkonzept des jungen Kindes fokussieren.

Die Gesprächskommode besteht aus 18 Schubladen, die mit verschiedenen Gegenständen gefüllt sind. Sie nimmt zehn Bereiche in Anlehnung an den ICF-Bogen auf: Allgemeines Lernen, Mathematisches Lernen, Spracherwerb und Begriffsbildung, Lesen und Schreiben, Umgang mit Anforderungen, Kommunikation, Bewegung und Motorik, Für sich selber sorgen, Umgang mit Menschen, Freizeit, Erholung und Gemeinschaft. Diese Bereiche wurden mit acht zusätzlichen Gesprächsanlässen ergänzt: Willkommen, Feenwunsch, Projekt-/Vertragsarbeit, Musik, Lernschritte, Medien, Was kommt noch?

Zur Gesprächskommode gehören folgende Instrumente und Formulare:

  • Übersicht Gesprächskommode
  • Standortgespräch
  • Auswahl der Schubladen (Kind)
  • Vorbereitung Standortgespräch (Lehrperson)
  • Lernschritte und Vereinbarungen
  • Rückblick Standortgespräch (Kind)

Vor dem ersten Gespräch werden die Kinder mit den Inhalten vertraut gemacht und lernen die Gegenstände kennen, die in den Schubladen versorgt sind. Die Lehrpersonen bereiten sich auf das Gespräch mit den einzelnen Kindern vor.

Grundsätzlich entscheiden die Kinder, welche Schublade sie öffnen wollen. Die Lehrperson hört zu, fragt nach, bestätigt, ergänzt und achtet darauf, auch die Eltern ins Gespräch einzubeziehen, wenn dies nicht per se der Fall ist. Im Anschluss an das Gespräch soll Raum für den weiteren Austausch zwischen den Erziehungsberechtigten und dem Kind zur Verfügung stehen. Die Erziehungsberechtigten werden vom Kind eingeladen, in den schulischen Räumen zu verweilen, um Einblicke in die Arbeiten des Kindes zu erhalten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gespraechskommode.ch

«Gewusst wo» – Neue Kategorie auf unserem Blog

ChristineW:

Schon bald gehört der Unterricht nach Lehrplan21 auch im Kanton Zürich zum Alltag. Wir hoffen, dass unser KoLeP-Blog Ihnen über die letzten Jahre viel Spannendes und Wissenswertes rund um den Lehrplan21 aufzeigen konnte und bedanken uns bei Ihnen für Ihr Interesse.

Da es mittlerweile sehr viele gute Materialen, Übersichten und Hinweise zur Gestaltung des Unterrichtes oder zur Zusammenarbeit gibt, diese aber nicht immer zur Hand sind, haben wir uns entschieden eine neue Kategorie auf unserem Blog aufzunehmen. Unter «Gewusst wo» finden Sie Verweise zu hilfreichen Dokumenten und weiteren Materialien für die Umsetzung des kompetenzorientierten Unterrichts im Sinne des Lehrplans 21.

Erste Beispiele stellen wir Ihnen schon heute vor:

Zyklen des Lehrplans – Stufen der Volksschule
Der Lehrplan 21, der interkantonal erarbeitet wurde, ist in drei Zyklen unterteilt: Der 1. Zyklus umfasst zwei Jahre Kindergarten und die ersten zwei Jahre der Primarstufe (bis Ende 2. Klasse). Der 2. Zyklus umfasst vier Jahre Primarstufe (3. bis 6. Klasse) und der 3. Zyklus die drei Jahre der Sekundarstufe.

Gemäss § 4 Volksschulgesetz (VSG) besteht die Volksschule aus der Kindergarten-, der Primar- und der Sekundarstufe. Laut § 6 VSG wechselt wenn möglich nach drei Jahren die Klassenzusammensetzung und in der Regel die verantwortliche Lehrperson.

Die Struktur der Primarstufe ist damit grundsätzlich geregelt und hat sich historisch gefestigt. Eine Abweichung von dieser Regel ist jeweils nach den örtlichen Verhältnissen zu beurteilen (z.B. zu wenige Schülerinnen und Schüler für eine Neubildung der Klassen). Mittelfristig soll im Kanton Zürich aber die Orientierung an den Zyklen und die Aufteilung der Primarstufe beispielsweise in drei Zweijahresstufen diskutiert werden.

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Spass beim kompetenzorientierten Stöbern! 🙂

Die Gesprächskommode – Ein Tool für Lerndialoge

Gastbloggerinnen Susanne Bernet und Martina Weber, Entwicklerinnen der Gesprächskommode: 

Die Gesprächskommode ist ein Instrument, das ein Standort- oder Beurteilungsgespräch unter Einbezug des jungen Kindes (4-8) ermöglicht. Das Kind nimmt an seinem persönlichen Gespräch teil und hat darin eine aktive Rolle. Die Eltern erhalten dadurch einen umfassenden und direkten Einblick in den schulischen Alltag ihres Kindes. Diese Kommode befähigt Kinder, über ihr eigenes Lernen zu erzählen, und fördert einen echten Dialog mit allen Beteiligten. Die Einsatzmöglichkeiten für die Gesprächskommode sind breit: Coachinggespräche mit Kindern, Standortgespräche mit Erziehungsberechtigten und Kindern, spontane Lerndialoge im Klassenzimmer.

18 Schubladen bieten 18 Anlässe, um über schulische Inhalte in echte Dialoge über das Lernen zu kommen. Die Gegenstände in den Schubladen laden zum Reden ein und öffnen das Gespräch in die unterschiedlichsten Richtungen. Dieser Aspekt lässt die Kinder buchstäblich Mut fassen, Aussagen zu ihrem Schul- oder Kindergartenalltag zu machen. Die Gesprächskommode kann dabei helfen, nächste Lernschritte des Kindes mit allen Beteiligten auszuloten und zu vereinbaren.

Die Gesprächskommode basiert auf theoretischen Überlegungen, ist ICF-kompatibel, lehrplankonform und wurde von Susanne Bernet und Martina Weber im Rahmen eines Masterstudiums am Institut Unterstrass entwickelt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gespraechskommode.ch

Der Countdown läuft

MartineO:

Quelle: Screenshot aus SRF mySchool-Video

In wenigen Monaten ist es soweit: dann werden in den Zürcher Schulen die ersten Klassen nach dem Lehrplan 21 unterrichtet. Im Vorfeld wurde viel über den neuen Lehrplan diskutiert. Neben Befürwortern wurden auch einige kritische Stimmen laut. Doch was bedeutet der neue Lehrplan eigentlich konkret? Welches sind die wichtigsten Neuerungen?

In diesem Artikel hat die NZZ alle Veränderungen für den Kanton Zürich zusammengefasst und kurz und knapp erklärt.

Für Jugendliche und Eltern hat übrigens die Sendung SRF mySchool eine informative Website mit unterschiedlichem Material zum Lehrplan 21 zusammengestellt.

Das Gespenst der Kompetenzorientierung

Gastblogger Daniel Fleischmann, Fachjournalist für Berufsbildung:

Quelle: Schweiz. Konferenz der Weiterbildungsverantwortlichen der Sek II (KWV-SII)

Mit dem Lehrplan 21 ist die Kompetenzförderung zu einem zentralen Paradigma der Unterrichtsentwicklung geworden. In den kommenden Jahren werden Jugendliche in die Sekundarstufe II übertreten, die noch mehr als bisher erweiterte Lehr- und Lernformen kennengelernt haben und gute Informatikkenntnisse besitzen. Sie fordert Gymnasien und Berufsfachschulen methodisch-didaktisch, aber auch von den Lerninhalten heraus. An der Kadertagung «Lehrplan 21 und Sekundarstufe II» ging man diesen Herausforderungen nach. Eine zentrale These: Der Begriff der Kompetenzorientierung markiert keinen Entwicklungsbruch, sondern bildet Ausdruck und Katalysator für die Weiterentwicklung von Schule.

Lesen Sie hier den kompletten Bericht über die Kadertagung.

Das Transkript des Referates von Kurt Reusser, welches im Zentrum der Tagung stand, können Sie hier herunterladen.

Aktueller Unterricht nach Lehrplan 21

ChristineW:

Mitte Januar bin ich auf einen Beitrag gestossen, bei dem mir spontan zwei Gedanken durch den Kopf gingen. Mein erster Gedanke: «Das hätte mir auch gefallen». Mein zweiter Gedanke: «Das ist Lehrplan 21 kompatibel».

Zum Artikel «Im Stockdunkeln eine Lektion gelernt».

Ich sehe an der Teilnahme am Projekt «Jede Zelle zählt» bzw. in dieser Unterrichtssequenz den Bezug zu den Leitideen des neuen Moduls «Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)». Darin sollen Themen wie Politik, Demokratie und Menschenrechte; Natürliche Umwelt und Ressourcen; Geschlechter und Gleichstellung; Gesundheit; Globale Entwicklung und Frieden; Kulturelle Identitäten und interkulturelle Verständigung; Wirtschaft und Konsum bearbeitet werden. Diese Themen sind eingearbeitet in die Fachbereichslehrpläne. In diesem Fall beispielsweise in den Fachbereichen «Wirtschaft Arbeit Haushalt» und «Natur und Technik».

Sicher ist, dass die Schule mit der Teilnahme am Projekt «Jede Zelle zählt» den Schülerinnen und Schülern zahlreiche Gelegenheiten bietet auch in anderen Fachbereichen und im überfachlichen Bereich Kompetenzen aufzubauen. Diese an dieser Stelle alle aufzuführen, würde nun aber zu weit führen.

Senf für Chefs: Schulmanagement

Gastblogger Niels Anderegg, Dozent PH Zürich:

Im wissenschaftlichen Diskurs um Schulführung und die Umsetzung des Lehrplan 21 geht es meistens um Fragen von Schulentwicklung, von Changeprozessen und Leadership. Selten hört man den Begriff «Schulmanagement». Zu Unrecht, wie ich finde und wie die folgende kleine Begegnung zeigt.

Schon in meinen ersten Jahren als Schulleiter war die Helene-Lange Schule in Wiesbaden einer meiner Leuchttürme. Ich hatte damals das Glück Enja Riegel, die damalige Schulleiterin, an einer Veranstaltung der PH Zug kennen zu lernen. Sie erzählte von ihrem eher schwierigen Start und wie es ihr dann über die Jahre gelang die Schule neu zu gestalten. Mit Theaterprojekten, Klassenfahrten, Projektunterricht, offenem Lernen und vielem mehr wurde die Helene-Lange Schule zu einer der besten Schulen (auch bei Pisa!) Deutschlands. Nach diesem Abend in Zug wusste ich, dass ich diese Schule unbedingt einmal besuchen will.

Vor zwei Jahren hatte ich im Rahmen eines Forschungsprojektes endlich die Möglichkeit die Schule drei Tage zu besuchen. Enja Riegel war schon seit einigen Jahren pensioniert, Eric Woitalla hatte ihre Position übernommen. In einem Interview mit der Schulleitung starteten wir mit der Frage «Was für sie eine erfolgreiche Schulleitung ausmacht». Eric Woitalla erzählte über Schulmanagement und Schulmanagement und Schulmanagement. Nichts von Leadership, Changeprozessen oder Schulentwicklung: Nur Schulmanagement. Ich war zu höchst irritiert.

Während den drei Tagen an der Schule begann es mir zu dämmern und als ich ihn beim Abschlussgespräch auf meine Irritation beim Einstiegsgespräch ansprach, klärte sich der Nebel vollends: Eine Schule wie die Helene-Lange Schule mit all ihren Projekten, Besonderheiten und Ausnahmesituationen braucht zu aller erst einmal einen funktionierenden Betrieb. Bei der Vielzahl von Projekten braucht es beispielsweise ständig Verschiebungen des Stundenplans und der Einsätze der Lehrerinnen und Lehrer. Funktioniert das nicht reibungslos und Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler können sich nicht darauf verlassen, kann keine Qualität entstehen. Dann kommt es sehr schnell zu Frustrationen und Überlastungen. Reformen wären sehr schnell nicht mehr möglich.

Auch für die Umsetzung des Lehrplan 21 braucht es von Seite der Schulleitung her eine grosse Portion Schulmanagement. Um Veränderungen angehen zu können, brauchen die Lehrpersonen neben Orientierung und Wissen auch (organisationale) Sicherheit. Das habe ich in Wiesbaden eindrücklich gelernt und seither ist für mich Schulmanagement nicht mehr nur die kleine Schwester von Leadership.

PS: Wer mehr über die Helene-Lange Schule erfahren möchte findet auf der Homepage der Schule und auf Wikipedia mehr Informationen. Zudem findet man das Buch «Schule kann gelingen» von Enja Riegel in der Bibliothek der PHZH. Der Film «eine Schule die gelingt» von Reinhard Kahl – teilweise auf YouTube – kann bei mir gerne ausgeliehen werden. Und wer die Schule besuchen möchte: Im Mai findet eine Studienreise nach Wiesbaden statt und es hat noch wenige freie Plätze.

PPS: Und seither bin ich auch mit unserem Namen ‘Zentrum Management und Leadership’ sehr glücklich.

«Das hät Spass gmacht!» – «Ja, gäll!»

Gastbloggerin Ursula Frank, Lehrperson Kindergarten Schule Egg:

Ich bin Kindergärtnerin und nehme den Austausch im Titel dieses Beitrags mit Freude auf, denn die zwei Kindergarten-Kinder äussern sich zu einem neuen Lerninhalt.

Da ich den Standpunkt vertrete, dass auch ich immer wieder von den Kindern lernen kann, frage ich mich nun, ob ich selber in der Auseinandersetzung mit Neuem – und hier nun konkret gedacht auch mit dem neuen Lehrplan 21 – ebenso eine vergleichbare Entdeckerfreude zeigen kann.

Ich versuche bei meiner persönlichen Einarbeitung in den Lehrplan unterschiedliche Zugänge zu nutzen; es werden zurzeit ja auch viele Informationen und Begleitungen angeboten. Und ich habe bemerkt, dass es mir am meisten «Spass» macht, wenn ich mich auch selber kompetenzorientiert mit dem Lehrplan 21 auseinandersetze. Was wende ich bereits in meinem Berufsalltag an und wie sieht dabei die Verbindung zum Neuen aus?

So habe ich eine eigene aktuelle M&U Lernsequenz unter die Lupe genommen und festgestellt, dass es viele wesentliche Verbindungen zum NMU Unterricht nach dem LP 21 gibt. Das macht Freude und motiviert zu Anpassungen und Weiterentwicklungen.

Mit einem Käferklick – nein doch – Mausklick kommt man hier (Seite 13–15) zu diesem naturkundlichen Praxisbericht auf der Kindergartenstufe. Viel Spass!

Gemeinsam online lernen

MartineO:

Der Lehrplan 21 soll bis Sommer 2021 umgesetzt sein. Damit die Lehrpersonen auf die Einführung des neuen Lehrplans vorbereitet sind, bietet die PHZH unter anderem Online-Lernangeboten an.

Mit diesem neuen Angebot müssen sich die Lehrpersonen natürlich erst einmal vertraut machen. Zusätzlich lernen Erwachsene langsamer und anders als beispielsweise Kinder, da sie neue oder ähnliche Inhalte mit mehr bestehendem Wissen verknüpfen müssen. Wie lässt sich der Einstieg in das Online-Lernen also optimal gestalten?

Team-Weiterbildung in der Sekundarschule Wald

Monique Honegger und Harry Koch, Autoren des Artikels «Wenn Lehrpersonen online lernen», raten den Beteiligten, die Herausforderung im Team anzugehen. Lernen geschieht zwar im Kopf jedes einzelnen, doch das heisst nicht, dass es nur alleine geschehen muss. Die Erfahrung hat gezeigt, dass vor allem die Kultur des Miteinander lernen erfolgsversprechend ist. Indem sich die Lehrpersonen mit Kolleginnen und Kollegen über den Inhalt der Online-Lerneinheiten austauschen, erkennen sie, was dieser für den Schulalltag bedeutet.

In der November-Ausgabe des ZLV Magazin (Seite 20 – 21) lesen Sie, wie Lehrpersonen sich mit dem Online-Lernen und der Frage «Wie lerne ich als Lehrperson?» auseinandergesetzt haben.

Sollten Sie Feedback zu den Online-Lerneinheiten haben, können Sie es hier einreichen.