E-Book «Lerneinheiten Lehrplan 21»

Gastbloggerin Carola Brunnbauer, Dozentin Medienbildung und E-Learning-Beraterin PHZH:

Seit Sommer 2017 bereiten sich die Lehrpersonen des Kantons Zürich unter anderem mit Online-Lerneinheiten auf die Einführung des Lehrplan 21 vor.

Neu stehen alle vier Online-Lerneinheiten «Grundlagen», «Beurteilung», «Mathematik» und «Deutsch» zusammengefasst in einem E-Book zur Verfügung.

Damit haben auch andere Kantone oder einzelne Schulen die Möglichkeit von diesem Angebot zu profitieren.

Weitere Informationen zu den Inhalten, zum E-Book selbst, zu den Bestandteilen des Pakets sowie den Kosten entnehmen Sie bitte dem Flyer.

Überarbeitung der Website

HarryK:

Seit 2012 entwickelt die PHZH ein umfassendes Angebot zur Umsetzung des Lehrplans 21. Die Webseite «Lehrplan 21 – Kompetenzorientierung» ist ein wichtiger Eckpfeiler dieses Angebots. Stetig bemüht, dieses Angebot dem neusten Erkenntnisstand anzupassen, werden wir Schritt für Schritt die einzelnen Seiten überarbeiten und somit die Website übersichtlicher und nutzerfreundlicher gestalten.

Neue Seite zum Thema Beurteilung

Eine der ersten aktualisierten Seiten ist jene zu Reflexion und Beurteilung.  Kurz und übersichtlich legen wir auf der überarbeiteten Website dar, welche Fragen sich Lehrpersonen bei der Beurteilung stellen müssen.

Auf unserer Webseite finden Sie auch weitere Beispiele zur kompetenzorientierten Beurteilung aus unterschiedlichen Fachbereichen. Ein Filmbeispiel zur Prozessbeurteilung folgt im Herbst 2018.

Es lohnt sich also, auch in Zukunft regelmässig vorbeizuschauen!

«Gewusst wo» – Neue Kategorie auf unserem Blog

ChristineW:

Schon bald gehört der Unterricht nach Lehrplan21 auch im Kanton Zürich zum Alltag. Wir hoffen, dass unser KoLeP-Blog Ihnen über die letzten Jahre viel Spannendes und Wissenswertes rund um den Lehrplan21 aufzeigen konnte und bedanken uns bei Ihnen für Ihr Interesse.

Da es mittlerweile sehr viele gute Materialen, Übersichten und Hinweise zur Gestaltung des Unterrichtes oder zur Zusammenarbeit gibt, diese aber nicht immer zur Hand sind, haben wir uns entschieden eine neue Kategorie auf unserem Blog aufzunehmen. Unter «Gewusst wo» finden Sie Verweise zu hilfreichen Dokumenten und weiteren Materialien für die Umsetzung des kompetenzorientierten Unterrichts im Sinne des Lehrplans 21.

Erste Beispiele stellen wir Ihnen schon heute vor:

Zyklen des Lehrplans – Stufen der Volksschule
Der Lehrplan 21, der interkantonal erarbeitet wurde, ist in drei Zyklen unterteilt: Der 1. Zyklus umfasst zwei Jahre Kindergarten und die ersten zwei Jahre der Primarstufe (bis Ende 2. Klasse). Der 2. Zyklus umfasst vier Jahre Primarstufe (3. bis 6. Klasse) und der 3. Zyklus die drei Jahre der Sekundarstufe.

Gemäss § 4 Volksschulgesetz (VSG) besteht die Volksschule aus der Kindergarten-, der Primar- und der Sekundarstufe. Laut § 6 VSG wechselt wenn möglich nach drei Jahren die Klassenzusammensetzung und in der Regel die verantwortliche Lehrperson.

Die Struktur der Primarstufe ist damit grundsätzlich geregelt und hat sich historisch gefestigt. Eine Abweichung von dieser Regel ist jeweils nach den örtlichen Verhältnissen zu beurteilen (z.B. zu wenige Schülerinnen und Schüler für eine Neubildung der Klassen). Mittelfristig soll im Kanton Zürich aber die Orientierung an den Zyklen und die Aufteilung der Primarstufe beispielsweise in drei Zweijahresstufen diskutiert werden.

Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Spass beim kompetenzorientierten Stöbern! 🙂

Der Countdown läuft

MartineO:

Quelle: Screenshot aus SRF mySchool-Video

In wenigen Monaten ist es soweit: dann werden in den Zürcher Schulen die ersten Klassen nach dem Lehrplan 21 unterrichtet. Im Vorfeld wurde viel über den neuen Lehrplan diskutiert. Neben Befürwortern wurden auch einige kritische Stimmen laut. Doch was bedeutet der neue Lehrplan eigentlich konkret? Welches sind die wichtigsten Neuerungen?

In diesem Artikel hat die NZZ alle Veränderungen für den Kanton Zürich zusammengefasst und kurz und knapp erklärt.

Für Jugendliche und Eltern hat übrigens die Sendung SRF mySchool eine informative Website mit unterschiedlichem Material zum Lehrplan 21 zusammengestellt.

Das Gespenst der Kompetenzorientierung

Gastblogger Daniel Fleischmann, Fachjournalist für Berufsbildung:

Quelle: Schweiz. Konferenz der Weiterbildungsverantwortlichen der Sek II (KWV-SII)

Mit dem Lehrplan 21 ist die Kompetenzförderung zu einem zentralen Paradigma der Unterrichtsentwicklung geworden. In den kommenden Jahren werden Jugendliche in die Sekundarstufe II übertreten, die noch mehr als bisher erweiterte Lehr- und Lernformen kennengelernt haben und gute Informatikkenntnisse besitzen. Sie fordert Gymnasien und Berufsfachschulen methodisch-didaktisch, aber auch von den Lerninhalten heraus. An der Kadertagung «Lehrplan 21 und Sekundarstufe II» ging man diesen Herausforderungen nach. Eine zentrale These: Der Begriff der Kompetenzorientierung markiert keinen Entwicklungsbruch, sondern bildet Ausdruck und Katalysator für die Weiterentwicklung von Schule.

Lesen Sie hier den kompletten Bericht über die Kadertagung.

Das Transkript des Referates von Kurt Reusser, welches im Zentrum der Tagung stand, können Sie hier herunterladen.

Fit für die Praxis – Weiterbildung zum LP 21

Gastblogger Manuel Frischknecht, Projektleiter Weiterbildung und Beratung, PHZH:

Eine Schule in Henggart, einer kleinen Gemeinde im Zürcher Weinland mit 2000 Einwohnern. 35 Lehrpersonen unterrichten die rund 200 Schülerinnen und Schüler. Für einen Montag anfangs Februar hat der Schulleiter, Herr Marius Strebel für sein Lehrerteam einen sogenannten SchiLW+ Tag organisiert, eine eintägige, hausinterne Weiterbildung der PHZH zur Vertiefung der bereits abgeschlossenen Onlinelerneinheit «Grundlagen». Mit dieser hatten sich die Lehrerinnen und Lehrer bereits im November in den Aufbau des Lehrplans 21 und die Grundzüge eines kompetenzorientierten Unterrichts eingearbeitet.

Am Vertiefungstag geht es am Morgen darum offene Fragen zu Struktur und Aufbau des neuen Lehrplans zu klären, gemeinsam das Erarbeitete auszutauschen, bevor am Nachmittag, in kleinen Teams, dieses Wissen eine Umsetzung einfliesst. Ziel ist es bis am Ende des Nachmittags pro Team eine praxisnahe Lektion, wenn nicht gar einen Lektionen-Zyklus zu haben.

Diesem Teil der Weiterbildung wird in Henggart mehr Zeit als üblich eingeräumt. Der Schulleiter hat beschlossen zeitnah zu einem Elternabend zum Lehrplan 21 einzuladen, an dem die Eltern Gelegenheit bekommen sollen zu sehen und zu hören was auf sie zukommt und was den Schulalltag ihrer Kinder (mit-)bestimmen wird. Eine Mitarbeiterin der PHZH wird anwesend sein, informieren und moderieren, aber ein ebenso wichtiger Bestandteil werden die Lehrpersonen sein, die den Eltern ihrer Schülerinnen und Schülern direkt Einblick in ihre Umsetzung geben werden. Eine interessante Idee, die weiter Schule machen könnte.

Dieses mehrstufige Vorgehen ist ein gutes Beispiel für eine bis jetzt gelungene Herangehensweise ans Thema Lehrplan 21. Sie macht es an diesem Tag auch der Workshopleiterin Yvette Heimgartner leicht durch die Veranstaltung zu führen: Das Interesse ist vorhanden, Fragen, auch kritische, stehen ebenfalls im Raum. Der Schulleiter hat gemeinsam mit seinem Team dem Thema genug Raum gelassen und eine klare Strategie für die Übergangsphase erarbeitet. Weitere Themen werden folgen, für den Herbst 2018 ist es das Thema Beurteilung bevor die fachdidaktischen Aspekte zum Zug kommen.

Lehrplan 21: Was bewegt die Eltern?

HarryK:

Ab Schuljahr 2018/2019 ist der Lehrplan 21 für alle Schülerinnen und Schüler vom Kindergarten bis zur 5. Klasse verbindlich. Schulen beginnen die Eltern darüber zu informieren, was sich mit dem Lehrplan 21 im Schulalltag und insbesondere im Unterricht ändert. Nach einem Informationsanlass haben wir Eltern drei Fragen gestellt. Hören Sie selber, was die Eltern darauf geantwortet haben:

Was hat Sie bewegt an diesem Elternabend zum Lehrplan 21 teilzunehmen?

Was hat sich für Sie nach dem heutigen Abend geklärt?

Was beschäftigt Sie auch weiterhin? Welche Ihrer Fragen sind noch offen, welche Themen werden Sie verfolgen?

«Das hät Spass gmacht!» – «Ja, gäll!»

Gastbloggerin Ursula Frank, Lehrperson Kindergarten Schule Egg:

Ich bin Kindergärtnerin und nehme den Austausch im Titel dieses Beitrags mit Freude auf, denn die zwei Kindergarten-Kinder äussern sich zu einem neuen Lerninhalt.

Da ich den Standpunkt vertrete, dass auch ich immer wieder von den Kindern lernen kann, frage ich mich nun, ob ich selber in der Auseinandersetzung mit Neuem – und hier nun konkret gedacht auch mit dem neuen Lehrplan 21 – ebenso eine vergleichbare Entdeckerfreude zeigen kann.

Ich versuche bei meiner persönlichen Einarbeitung in den Lehrplan unterschiedliche Zugänge zu nutzen; es werden zurzeit ja auch viele Informationen und Begleitungen angeboten. Und ich habe bemerkt, dass es mir am meisten «Spass» macht, wenn ich mich auch selber kompetenzorientiert mit dem Lehrplan 21 auseinandersetze. Was wende ich bereits in meinem Berufsalltag an und wie sieht dabei die Verbindung zum Neuen aus?

So habe ich eine eigene aktuelle M&U Lernsequenz unter die Lupe genommen und festgestellt, dass es viele wesentliche Verbindungen zum NMU Unterricht nach dem LP 21 gibt. Das macht Freude und motiviert zu Anpassungen und Weiterentwicklungen.

Mit einem Käferklick – nein doch – Mausklick kommt man hier (Seite 13–15) zu diesem naturkundlichen Praxisbericht auf der Kindergartenstufe. Viel Spass!

Gemeinsam online lernen

MartineO:

Der Lehrplan 21 soll bis Sommer 2021 umgesetzt sein. Damit die Lehrpersonen auf die Einführung des neuen Lehrplans vorbereitet sind, bietet die PHZH unter anderem Online-Lernangeboten an.

Mit diesem neuen Angebot müssen sich die Lehrpersonen natürlich erst einmal vertraut machen. Zusätzlich lernen Erwachsene langsamer und anders als beispielsweise Kinder, da sie neue oder ähnliche Inhalte mit mehr bestehendem Wissen verknüpfen müssen. Wie lässt sich der Einstieg in das Online-Lernen also optimal gestalten?

Team-Weiterbildung in der Sekundarschule Wald

Monique Honegger und Harry Koch, Autoren des Artikels «Wenn Lehrpersonen online lernen», raten den Beteiligten, die Herausforderung im Team anzugehen. Lernen geschieht zwar im Kopf jedes einzelnen, doch das heisst nicht, dass es nur alleine geschehen muss. Die Erfahrung hat gezeigt, dass vor allem die Kultur des Miteinander lernen erfolgsversprechend ist. Indem sich die Lehrpersonen mit Kolleginnen und Kollegen über den Inhalt der Online-Lerneinheiten austauschen, erkennen sie, was dieser für den Schulalltag bedeutet.

In der November-Ausgabe des ZLV Magazin (Seite 20 – 21) lesen Sie, wie Lehrpersonen sich mit dem Online-Lernen und der Frage «Wie lerne ich als Lehrperson?» auseinandergesetzt haben.

Sollten Sie Feedback zu den Online-Lerneinheiten haben, können Sie es hier einreichen.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Alltagssprache und Bildungssprache?

Gastbloggerin Claudia Neugebauer, Dozentin PH Zürich:

Wer die folgenden beiden Sätze vergleicht, erkennt sofort den Unterschied:

  • Die Löcher in den Buchenblättern sind vom Buchenspringrüssler.
  • Die Löcher in den Buchenblättern stammen vom Buchenspringrüssler.

Beide Sätze stammen von Kindern aus einer dritten Klasse, die einen Tag in der Waldschule verbracht haben. Das «etwas stammt von etwas» im zweiten Satz geht klar über die Alltagssprache eines Unterstufenkindes hinaus. Man kann es als eine Formulierung aus der Bildungssprache bezeichnen.

Wenn in der Schule Bildungssprache aufgebaut wird, geht es um mehr als um das Lernen von Fachwörtern wie «Buchenblätter» oder «Buchenspringrüssler». Zur Bildungssprache gehören eben auch Formulierungen wie «etwas stammt von etwas» im zweiten Beispiel. Solche Formulierungen sind wichtig beim Verstehen von Texten und – je älter die Kinder werden – auch für das Formulieren eigener Texte.

DaZ-Lehrpersonen begleiten diejenigen Schülerinnen und Schüler, die beim Formulieren von passenden sprachlichen Mitteln Unterstützung brauchen

Viele Lehrerinnen und Lehrer sagen: «Es ist gut, wenn ein Kind überhaupt einen Satz wie im ersten Bespiel formulieren kann». Das stimmt – gut ist es aber nicht, wenn wir uns damit zufriedengeben. Die Arbeit an präzisen Formulierungen, die über die Alltagssprache hinausgehen, ist enorm wichtig. Wie dies in der Praxis aussehen kann zeigen wir im Film «Kompetenzorientiert unterrichten im Fachbereich Deutsch/DaZ».

Weitere Informationen zu kompetenzorientiertem Deutsch- und DaZ-Unterricht finden Sie hier.