Eine gelungene LP21-Weiterbildung – Rezeptfrei?

Gastbloggerin Yvette Heimgartner, Dozentin PH Zürich:

Immer wieder wird bei uns in der Pädagogik nach Rezepten gefragt, in letzter Zeit natürlich besonders nach solchen für den richtigen Umgang mit dem Lehrplan 21. Leider taugen in der Pädagogik Rezepte selten, denn die Pädagogik ist zu sehr situationsabhängig. Den Lehrplan 21 gibt es folglich ganz rezeptfrei, Sie brauchen keinen Arzt zu konsultieren.

Um die Gemüter jedoch etwas zu beruhigen, liefere ich Ihnen ein paar Zutaten für eine erfolgreiche Weiterbildung zum Lehrplan 21:

Genug Schlaf

Kommen Sie ausgeschlafen zur Weiterbildung, denn so sieht die Welt gleich viel besser aus, trotz des neuen Lehrplans.

Never work before breakfast

Der Lehrplan 21 lässt sich auf schlecht auf nüchternen Magen verdauen. Beginnen Sie die Weiterbildung mit Gipfeli und Kaffee.

Funktionierende Technik

Ja, der neue Lehrplan wird hauptsächlich elektronisch verwendet. Nichts ist folglich unangenehmer, als wenn am Weiterbildungstag die Technik streikt. Brillieren Sie schon jetzt mit Ihrer Medienkompetenz.

 Schoggi-Pause

In den sauren Apfel beissen müssen Sie sowieso, aber Sie können sich den Lehrplan 21 auch versüssen…

Bequeme Sitzgelegenheiten

Ja, im Lehrplan 21 ist auch der Kindergarten integriert, aber müssen wir deswegen den ganzen Weiterbildungstag auf Zwergstühlen verbringen?

Offenheit

Offenheit ist die wohl wichtigste Zutat für eine erfolgreiche Weiterbildung und diese wird bereits im alten Lehrplan GROSSGESCHRIEBEN!

Welche Zutaten braucht es noch?

«Wänn sie i dine Arme ischlaft, weisch, dass sie dir vertraut.» – Sexualkundlicher Unterricht

«11 Jahre anpacken, umpacken, weiterpacken»

 

Gastblogger Lukas Geiser, Wissenschaftlicher Mitarbeiter PH Zürich:

zum Film (Webseite «Sexualkundlicher Unterricht»)

«Wenn sie i dine Arme ischlaft, weisch, dass sie dir vertraut.» Diese Aussage eines Jungen im Film – Die Sache mit der Liebe… – verdeutlicht, wie sich die Jugendlichen der Vertrauensbildung in einer Beziehung nähern. Sie formulieren Aspekte, die für sie in einer Beziehung wichtig sind. Die Kompetenz – Die Schülerinnen und Schüler können Beziehungen, Liebe und Sexualität reflektieren und ihre Verantwortung einschätzen. – dient als Ausgangslage, ein wichtiges Lebensthema aufzugreifen. Die Themen in dieser Kompetenz sind sehr vielfältig. Es geht um Wahrnehmungs- und Kommunikationsfähigkeit, um Wissen über andere Vorstellungen, Rechte und auch um das Nachdenken über sich selber. Das Erarbeiten dieses Wissens und dieser Fähigkeiten beginnt nicht erst in der dritten Sekundarschule, sondern vom Lebensstart jedes Menschen an.

Die Qualität der Schule besteht darin, dass sich die Schüler und Schülerinnen unter gleichalterigen austauschen können, von einander Erwartungen und Haltungen erfahren und diese mit ihren eigenen Vorstellungen abgleichen und reflektieren können.

Die Aussagen im Film, dass es scheinbar bei Jungen mehr um Sex geht, die Mädchen häufiger «klammern», führen oft (bei Abwesenheit einer Kamerafrau und eines Tontechnikers) zu heftigen Diskussionen und die Lehrperson kann sich mit der Klasse mit normativen Geschlechterrollen auseinandersetzen.

Dann steht da die Frage im Raum, was Verantwortung und Vertrauen in einer Beziehung überhaupt heisst. Im Film versuchen die Jugendlichen Antworten zu geben. Das ist nicht immer einfach, doch durch diese konkrete Beschreibung in der oben erwähnten Kompetenz kann genau dies geübt und reflektiert werden.  Wenn dieses Arbeiten an Kompetenzen dazu führt, dass Jugendliche ihre Beziehungen respektvoll, gewaltfrei und gleichberechtigt gestalten, dann ist schon Vieles erreicht.

Was sich liebt, neckt sich – Lernen und Reflexion

ChristineW:

«Ich stürze mich von der Metaebene, wenn ich noch einmal reflektieren muss!» So lautet offenbar eine geliebte Aussage von Studentinnen und Studenten der PHSG. Aus der PH Zürich kenne ich das Rätsel: «Warum ist es an er PH Zürich so hell? Weil die Studis am Reflektieren sind». Reflexion und Reflektieren gilt als ein unbestrittener Bestandteil des Lernens. Trotzdem oder vielleicht auch genau deshalb witzeln wir gerne darüber. Was hat es damit auf sich? Beim Stöbern bin ich gleich auf zwei PHZH Seiten gestossen, die das Thema aufnehmen. Die erste ist eine Bildaussage zum Wort des Tages im Blog des Schreibzentrums der PHZH (Das SchreibBLOGzentrum):

Quelle: Wort des Tages im Blog Das SchreibBLOGzentrum der PHZH, 23. Februar 2017

Die zweite Seite behandelt das Thema umfassender, im Blog des Zentrums für Hochschuldidaktik der PHZH. Ein Text von Monique Honegger mit dem Titel «Reflektieren: Denkchance oder Lernbremse».

Lesen Sie selbst und reflektieren Sie über Ihr eigenes Reflexionsverhalten!

Themenreihe Kompeten(zorientier)t beurteilen – 1. Abend

Am 15. März 2017 hat die Themenreihe Kompeten(zorientier)t beurteilen gestartet.

Noten. Noten? Noten! So der Titel des ausgeschriebenen Abends. Thomas Birri hat den Spannungsbogen entsprechend aufgebaut. Im ersten Teil seines Referates ging er darauf ein, was allgemein über Noten bekannt und erforscht ist. Das führte unweigerlich zur Frage, welches die Herausforderungen in der Notengebung sind. Im letzten Teil des Referates schloss Thomas Birri den Bogen und ging auf Formen professioneller Beurteilung ein.

Vor allem der erste Teil zeigte die Brisanz der vermeintlich so genauen Noten auf. Sind Sie sich beispielsweise bewusst, dass

  • die Klassenleistung
  • die Leistungserwartungen der Lehrpersonen an die Schülerin / den Schüler
  • das familiäre Umfeld der Schülerin / des Schülers
  • der Sozialstatus der Schülerin / des Schülers in der Schulklasse

die Notengebung systematisch beeinflussen?

Falls Sie am Themenabend nicht dabei sein konnten, aber dennoch mehr über das komplexe Thema erfahren möchten, kann ich folgende Lektüre empfehlen:

Senf für Chefs: Welche Kompetenzen benötigen schulische Führungspersonen?

Gastblogger Niels Anderegg, Dozent PH Zürich:

Die Auseinandersetzung mit dem Kompetenzbegriff beschäftigt uns im Bereich ‹Management und Leadership› nicht nur bei der Umsetzung des Lehrplans 21, sondern auch in unserer täglichen Arbeit. Die Frage, welche Kompetenzen eine schulische Führungsperson benötigt, ist für unsere Arbeit essenziell. Man kann diese jedoch auch konservativer stellen und nach der ‹guten› schulischen Führungsperson fragen.

Selbstverständlich kennen wir für uns die Antwort, oder vielleicht eher die Antworten. Gleichzeitig gehört es zur Professionalität, das Eigene immer wieder in Frage zu stellen, den Blick nach aussen zu wagen und sein eigenes Denken und Handeln regelmässig zu überprüfen. Genau dies haben wir uns für 2017 vorgenommen. In einem Fachbereichsprojekt der PH Zürich suchen wir im deutsch- und englischsprachigen Raum nach Kompetenzbeschreibungen und -profilen von schulischen Führungspersonen. Dabei interessiert uns sowohl die Frage welche ‹Inhalte› in diesen beschrieben werden, als auch die ‹Form›, in der sie dargestellt sind.

Die Anführungszeichen bei den Begriffen ‹Inhalt› und ‹Form› weisen darauf hin, dass wir uns gar nicht sicher sind, was wir antreffen werden. Welche Inhalte haben solche Beschreibungen? Sind es Kompetenzen? Oder eher Anforderungsprofile? Aufgabenbeschriebe? Geht es um Ansprüche oder um Idealvorstellungen? Wozu dienen diese überhaupt und wie gelingt es, sie in einer geeigneten Form darzustellen? Kann man sie überhaupt darstellen oder ist der Kontext von schulischen Führungspersonen dermassen komplex, dass dies gar nicht möglich ist? Unser Projekt ist bewusst ergebnisoffen, da wir uns gar nicht sicher sind, ob es überhaupt eine geeignete Form geben kann.

Dies bringt uns wieder zum Lehrplan 21. Die Auseinandersetzung innerhalb des Projektes lässt uns mit der Metaebene und der grundsätzlichen Konstruktion des ‹Kompetenzbegriffes› und dessen Darstellung und Anwendung auseinandersetzen. So sind wir Lehrende und Lernende gleichzeitig. Und das ist wahrscheinlich eine wichtige Kompetenz, welche irgendwo irgendwie dargestellt werden sollte.

PS: Weiterführende Informationen zum Projekt findet man hier. Wir freuen uns auf Reaktionen und Hinweise.

PPS: Am Fachbereichsprojekt beteiligen sich Vera Anders, Eliane Bernet, Johannes Breitschaft, Reta Spiess, Nina-Cathrin Strauss, Enikö Zala, Franziska Zellweger und ich.

Artikel im ZLV-Magazin: Spielend lernen im Kindergarten

Ein weiterer Artikel unserer Reihe zu «Kompetenzorientierung» ist im ZLV Magazin erschienen (Heft 1/17). Die Autorin Catherine Lieger stellt darin die Wichtigkeit des Spielens im Kindergarten ins Zentrum. Können eigentlich alle Kinder spielen? Wollen alle Kinder spielen?
Lesen Sie den Artikel hier.

Semesterbeginn! Diese neun Studientypen sind nun wieder anzutreffen ;-)

Finito Ferien für die Studierenden! Das Onlinemagazin Watson hat eine humorvolle Zusammenstellung gemacht, welche Art von Lernenden sich nun wieder in den Hörsälen (hier im Hörsaal LAA-J002c an der PH Zürich) tummeln. Sie sind herzlich eingeladen, mitzuschmunzeln!

zum Video «Diese 9 Kommilitonen warten ab heute wieder auf dich»

Willkommen im Neuen Jahr!

Mit dem Jahreswechsel hat es auch eine Umgestaltung der KoLeP21-Webseite gegeben. Neu ist diese Webseite als Unterseite «Kompetenzorientierung» auf «Lehrplan 21» zu finden. Nach wie vor sind wir am Entwickeln von Unterrichtsbeispielen und Videos. Auch werden die Fachbereichsseiten weiterhin ergänzt und aktualisiert. Ein Besuch lohnt sich immer!

Die zweite Unterseite der «Lehrplan 21»-Seite informiert Sie über unsere zahlreichen Weiterbildungs- und Beratungsangebote zur Einführung des Lehrplans 21.