Warum Zeit für Evaluationen einsetzen, wenn es doch eigentlich zu viel zu tun gibt?

Gastbloggerin Regula Spirig Esseiva, Wissenschaftliche Mitarbeiterin PH Zürich:

Angesichts der vielen Vorhaben auf den Schulprogrammen könnte man die Zeit, welche Schulen für Auswertungen der geleisteten Entwicklungsarbeit einsetzen, als Luxus bezeichnen, den sich Schulteams eigentlich nur schwer leisten können. Doch Evaluationen bilden einen Fixpunkt in Qualitätsprozessen. Dass solche durchaus einen Nutzen haben zeigt folgendes Beispiel:

Eine Schule hatte sich entschieden, die kompetenzorientierte Beurteilung im Team anzugehen, Haltungsfragen gemeinsam zu klären und einige verbindliche Eckpunkte in einem Konzept festzuhalten. Nach einem Jahr wurde die geleistete Arbeit reflektiert und ausgewertet.

Fazit 1: Die Lehrpersonen fühlen sich kompetent in der kompetenzorientierten Beurteilung und bezeichnen ihre Beurteilungspraxis als gelungen vielfältig. Was für ein Ergebnis nach dieser relativ kurzen Zeit!

Fazit 2: Einige heisse Fragen bleiben noch offen, so beispielsweise: Wie machen wir das mit der vielfältigen Beurteilungspraxis, der Gewichtung der Förderorientierung und der Selektion?

Die Prozessevaluation dieses Schulteams brachte folgende Hinweise betreffend Schulentwicklung zu Tage:

  • Es ist etwas passiert durch die geleistete Entwicklungsarbeit.
  • Das Erreichte muss gesichert werden, damit es zukünftig zum Schulstandard gehört.
  • Es gibt noch mehr zu tun.

Eine Evaluation ist ein Zwischenstopp. Schulteams führen sich vor Augen, was sie erreicht haben und klopfen sich auf die Schultern. Ansatzpunkte für die Weiterarbeit drängen sich förmlich auf und können gemeinsam sortiert und geplant werden. Jetzt vor der Sommerpause finden vielerorts solche Evaluations- und Planungstage statt. Hoffentlich erfüllen sie beide Aspekte: Anerkennung der geleisteten Arbeit sowie Aufzeigen der anzugehenden Schwerpunkte. So schliessen die Schulteams gestärkt das «alte» Schuljahr ab und starten motiviert ins «neue».

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