Kompetent vermessen – das AdL-Netzwerk auf dem Weg zur geeigneten Beurteilungspraxis

Gastblogger Jörg Berger, Leiter AdL-Netzwerk, Schulleiter Schule Knonau, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentrum Management & Leadership PH Zürich:

Das Netzwerk Altersdurchmischter Schulen im Kanton Zürich setzt sich in diesem Schuljahr zum Ziel, dem Dauerbrenner «Beurteilung» konstruktiv auf den Zahn zu fühlen. Wir gehen mit vereinten Geisteskräften und unserem vielfältigen Erfahrungsschatz der Frage nach, wie wir formative und summative Beurteilungsinstrumente im kompetenzorientierten Unterricht sinnvoll einsetzen. Für unser Januar-Netzwerktreffen konnten wir mit Harry Koch einen kompetenten Partner gewinnen. Mit ihm tauchten wir ein in die spannenden Abgründe des «Vermessens von Kompetenzen».

Im Brennpunkt unseres gemeinsamen Interesses standen diese Fragestellungen:

  • Wie unterstützen wir die Schülerinnen und Schüler durch formative Beurteilungsformen?
  • In wie weit sollen Beurteilungsinstrumente einheitlich gehandhabt werden?
  • Wie gewinnen wir das nötige Vertrauen der Schülerinnen und Schüler und deren Eltern in unsere Beurteilungspraxis?

«Kompetenzen eines Kindes zu messen, ist viel herausfordernder und komplexer als Wissen abzufragen», eröffnete Harry Koch seine Präsentation. «Wir werden und sollten nie das Ziel verfolgen, ein Kind zu vermessen. Vielmehr müssen wir lernen, die Unsicherheit bei der Beurteilung zu akzeptieren», führt er weiter aus und meint damit Lehrerinnen und Lehrer und auch Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern.

Entscheidend sei es, dass Lehrpersonen sich mit ihren Schülerinnen und Schülern ganzheitlich auseinandersetzen und sich für ihr Lernen interessieren. Lehrerinnen und Lehrer sind auf eine gemeinsam getragene Beurteilungspraxis angewiesen. Der Aufbau einer solchen Beurteilungspraxis muss im Kontext jeder einzelnen Schule erfolgen.

Erfahrung zeigt, dass sich die vertiefte Auseinandersetzung lohnt

Ein wichtiger Erfolgsfaktor sei, dass sich die Schule auf einen Entwicklungsprozess von zwei bis fünf Jahren einlässt. «Dies mag nach sehr viel Zeit klingen», räumt Harry Koch ein. Doch das Thema Beurteilung sei so zentral, dass in der Auseinandersetzung auch der Unterricht an sich mitentwickelt wird. Die längere Zeitspanne begünstige auch, dass die Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern angemessen miteinbezogen werden.

Um Lernergebnisse zu sichern, sind folgende drei Handlungsfelder zentral:

  • Beobachten
  • Gespräche führen
  • Nächste Schritte planen

Für die gemeinsame Beurteilungspraxis stellen sich folgende Fragen:

  • Wozu wird beurteilt?
  • Was wird beurteilt?
  • Wer beurteilt?
  • Im Vergleich womit wird beurteilt?
  • Wie erfolgt die Beurteilung?

Die Ergebnisse des konstruktiven Austausches präsentierten sich am Ende unseres 2-stündigen Netzwerktreffen wie folgt:


Am nächsten AdL-Netzwerktreffen vom Mittwoch, 3. April 2019 von 17 bis 19 Uhr an der PH Zürich, Raum LAA-K020 diskutieren wir mit Dieter Rüttimann von der Gesamtschule Unterstrass über:

  • Welche Beurteilungsinstrumente eignen sich für überfachliche Kompetenzen?
  • In wie weit sollen / können wir Beurteilungsinstrumente für die eigene Unterrichtsreflexion nutzen?
  • Wie integriere ich die Fördergespräche im Unterricht?
  • Welche Dokumentationsformen eignen sich um den Lernfortschritt über die gesamte Schulzeit aufzuzeigen?

Bei Interesse kann man sich über diesen Link anmelden und unverbindlich in unserer Netzwerk-Community schnuppern. Schreiben Sie eine Mail an: joerg.berger@schule-knonau.ch

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