Back to the roots: Der Schulgarten als Nährboden für Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Gastbloggerin Simone Nägeli, Leiterin Geschäftsstelle GemüseAckerdemie Schweiz:

«Bildung soll den Menschen helfen, den eigenen Platz in der Welt zu reflektieren und darüber nachzudenken, was eine Nachhaltige Entwicklung für die eigene Lebensgestaltung und das Leben in der Gesellschaft bedeutet.» (Lehrplan21 zur Leitidee Nachhaltige Entwicklung)

Die Lebensmittelproduktion ist für eine Nachhaltige Entwicklung zentral. Denn unsere Ernährung verursacht rund einen Drittel der Umweltbelastungen unseres Gesamtkonsums. Das liegt u.a. am Wasser- und Flächenbedarf, dem hohen Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sowie den CO2-Emissionen während Produktion und Transport. Das Thema Lebensmittelproduktion bzw. nachhaltiger Konsum bildet also einen wichtigen Bestandteil der Bildung für Nachhaltige Entwicklung.

Aus den Augen, aus dem Sinn

Nun ist nachhaltiger Konsum heute zwar nicht unmöglich – aber wahnsinnig komplex und abstrakt. Denn vieles, was wir konsumieren, wird anderswo produziert. Und selbst die Landwirtschaft in der Schweiz ist aus unserem Blickfeld verschwunden, da die Mehrheit der Menschen in Städten lebt. Dadurch fehlt der praktische Bezug zu unserem Alltag, was auch die Vermittlung dieser Themen erschwert.

Nichts ist prägender als die eigene Erfahrung

Quelle: GemüseAckerdemie

Die GemüseAckerdemie Schweiz bietet seit Anfang Jahr ein Bildungsprogramm für Ernährung und Konsum an, das in Deutschland bereits in allen Bundesländern umgesetzt wird. Das Herzstück des Programmes ist der eigene Schulgarten bzw. GemüseAcker. Der Grundsatz dahinter ist einfach: Nichts ist prägender als die eigene Erfahrung. Wenn Kinder im Schulgarten während des Unterrichts selber Gemüse anbauen, bauen sie einen eigenen Erfahrungsschatz und praktische Kompetenzen auf, an den sie später im Schulzimmer mit theoretischen Inhalten anknüpfen können.

Quelle: GemüseAckerdemie

Als Beispiel: Die Kinder bauen selber Tomaten an und können im Juli vom Strauch naschen. Dass Tomaten im Winter unmöglich Saison haben können, ist dann selbstverständlich, und die Sensibilisierung beispielsweise für die Problematik von Tomaten aus Marokko vorhanden.

Fühlen, riechen, schmecken

Quelle: GemüseAckerdemie

Schliesslich wirkt sich auch die Bewegung und das Erleben mit allen Sinnen positiv auf den Lernerfolg aus: Die Kinder wühlen mit den Fingern in der Erde, riechen den herben Duft einer Tomate und erfahren, wie ein Rüebli frisch aus der Erde schmeckt. So bauen sie einen persönlichen Bezug zur Natur auf und sind in der Lage, eigene Entscheidungen im Hinblick auf einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und ihren Ressourcen zu treffen.

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