Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Alltagssprache und Bildungssprache?

Gastbloggerin Claudia Neugebauer, Dozentin PH Zürich:

Wer die folgenden beiden Sätze vergleicht, erkennt sofort den Unterschied:

  • Die Löcher in den Buchenblättern sind vom Buchenspringrüssler.
  • Die Löcher in den Buchenblättern stammen vom Buchenspringrüssler.

Beide Sätze stammen von Kindern aus einer dritten Klasse, die einen Tag in der Waldschule verbracht haben. Das «etwas stammt von etwas» im zweiten Satz geht klar über die Alltagssprache eines Unterstufenkindes hinaus. Man kann es als eine Formulierung aus der Bildungssprache bezeichnen.

Wenn in der Schule Bildungssprache aufgebaut wird, geht es um mehr als um das Lernen von Fachwörtern wie «Buchenblätter» oder «Buchenspringrüssler». Zur Bildungssprache gehören eben auch Formulierungen wie «etwas stammt von etwas» im zweiten Beispiel. Solche Formulierungen sind wichtig beim Verstehen von Texten und – je älter die Kinder werden – auch für das Formulieren eigener Texte.

DaZ-Lehrpersonen begleiten diejenigen Schülerinnen und Schüler, die beim Formulieren von passenden sprachlichen Mitteln Unterstützung brauchen

Viele Lehrerinnen und Lehrer sagen: «Es ist gut, wenn ein Kind überhaupt einen Satz wie im ersten Bespiel formulieren kann». Das stimmt – gut ist es aber nicht, wenn wir uns damit zufriedengeben. Die Arbeit an präzisen Formulierungen, die über die Alltagssprache hinausgehen, ist enorm wichtig. Wie dies in der Praxis aussehen kann zeigen wir im Film «Kompetenzorientiert unterrichten im Fachbereich Deutsch/DaZ».

Weitere Informationen zu kompetenzorientiertem Deutsch- und DaZ-Unterricht finden Sie hier.

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