Beurteilen: Freiräume schaffen

HarryK, ChristineW:

Vertretungen der Pädagogischen Hochschulen der deutsch- und zweisprachigen Schweiz treffen sich regelmässig, um sich über die Einführung des Lehrplans 21 auszutauschen. Der letzte Austausch fand zum Thema «Beurteilung» statt. Folgende vier Fragen sollten von den vier Referenten aus den Kantonen Schwyz, Thurgau, Bern und Zürich aufgegriffen werden:

Rege diskutiert werden in allen Kantonen die Gestaltung und Häufigkeit der traditionellen Zeugnisse. Der Kanton Bern setzt neu vermehrt auf Standortgespräche an Stelle von Zeugnissen. Die Vertretungen der Pädagogischen Hochschulen konstatierten, dass die Zeugnispraxis von Kanton zu Kanton trotz Harmonisierung sehr unterschiedlich ist. In folgenden Punkten waren sie sich einig:

  • Lehrpersonen haben bei der Beurteilung mehr Handlungsspielräume als sie in der Regel nutzen. Die Pädagogischen Hochschulen müssen die Schulen dabei unterstützen, diese Spielräume auszuloten.
  • Die Selektionsfunktion ist eine unbestrittene Aufgabe der Schule. Eine gegenüber der heute gängigen Praxis erweiterte Beurteilungs- und Prüfungskultur könnte eine grössere Chancengerechtigkeit für die Schülerinnen und Schüler bedeuten.
  • Die von der Pädagogischen Hochschule Zürich im Auftrag des Volksschulamtes erstellte Broschüre «Kompetenzorientiert beurteilen» weist auf einen dritten Punkt hin, der von allen einstimmig gutgeheissen wird:

    «Mit dem Lehrplan 21 gewinnt die formative (förderorientierte) Beurteilung an Bedeutung, indem sie den Aufbau und die Erweiterung von Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zielorientiert begleitet und unterstützt.»

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