Wir wählen aus und stellen zusammen

Fortsetzung des Beitrags vom 6. Dezember 2016 zum Thema Weiterbildung

HarryK:

Beim Mittagessen gibt es in den Restaurants meistens drei Menüs zur Auswahl. Es gibt jedoch auch Restaurants, bei denen man sich das Menu selber an einem Buffet voller leckerer Sachen zusammenstellen kann. Restaurants, die mit ihrer Auswahl meinen Geschmack am ehesten treffen, speichere ich auf meinem Smartphone. Je nach Hunger, Laune, Tageszeit und Zeitbudget nutze ich das eine oder andere Restaurantkonzept.

Auch in der Weiterbildung kommen unterschiedliche Konzepte zur Anwendung. Für die Wissensvermittlung eignen sich Referate, Onlineangebote, geführte Gesprächsrunden mit Inputs etc. Ganz im Sinne der Restaurants, die drei Menüs zur Auswahl bieten: Diese Menüs führen wir, lassen Sie es sich schmecken und verdauen Sie es hoffentlich angenehm. Für den Aufbau von Kompetenzen bietet sich jedoch auf die Schnelle kein passendes Bild eines Restaurantkonzeptes an. Oder kennen Sie ein Restaurant, in dem gemeinsam Restaurantpersonal und Gäste ihre Erfahrungen einbringen und nutzen, um die Menüs zu besprechen und zuzubereiten? Sich in Weiterbildungen mit Kompetenzorientierung auseinandersetzen, bedeutet, dass Teilnehmende selber handeln, ihre Erfahrungen einbringen und an eigenen Beispielen arbeiten. Kompetenzen lassen sich nicht wie Wissen vermitteln, sie werden im Zusammenspiel von Weiterbildnerinnen und Weiterbildnern und Teilnehmenden erarbeitet.

Das Bild des Zusammenspiels erscheint mir auch passend für das Standortbestimmungsverfahren, das wir Schulen zum Thema KoLeP21 anbieten. Als PHZH liefern wir die Zutaten und das Kochgeschirr in Form von zentralen Fragen und einem elektronischen Tool. Schulen können sich damit fragen: Wo stehen wir und wohin wollen wir gehen? Die Fragen beantworten Lehrpersonen und Schulleitung nach ihrer eigenen Einschätzung. Die PH begleitet die Schulen bei der der Auswertung der Frageergebnisse

  • zur pädagogischen Schulführung
  • zur Zusammenarbeit
  • zur kollektiven Selbstwirksamkeit
  • zum Kompetenzorientierten Unterricht und
  • zum Lehrplan 21.

Die Begleitpersonen der PH gestalten die Moderation so, dass am Schluss des Standortbestimmungsverfahrens Schwerpunkte für die nächste Schulprogrammarbeit vorliegen. Wichtig dabei ist, dass Lehrpersonen und Schulleitung aufgrund der Datenergebnisse austauschen, über welche Kompetenzen sie bereits verfügen und wie sie daran anknüpfen können. Ganz nach dem Motto: Welche uns bekannten Gerichte wollen wir verfeinern, welche Zutaten tragen zu einer gesunden Nahrung bei, welche Portionen sind verdaubar?

Mehr dazu hier

Link zum Standortbestimmungsverfahren

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